Zeitung für Kinder 10. Ausgabe

 

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Zeitung für Kinder 10. Ausgabe

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t 9 | Ausgabe Heft 10 2014 | Ausgabe 2015 Eltern und ErzieherInnen Richtig sprechen ist wichtig! Sprachliche Entwicklung .. und Sprachforderung von Kindern wissenswert: k Meilensteine der Sprachentwic l Das Eichhörnchen und der Ige Seite 3 Fabelhaft: lung praxisnah: Sprachförderung im Kulturraum Quelle: Integrative Kinde 027 häus'l“, Juststraße 11, rtagesstätte „Querxen 63 Zittau Herausgegeben von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH in Kooperation mit dem Landkreis Görlitz Seite 6-11 Seite 5

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Sehr geehrte Leser, liebe Kinder, „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Dieses kluge und weitsichtige Zitat des Philosophen Ludwig Wittgenstein fasst die Bedeutung von Fertigkeiten im Umgang mit unserer Sprache zusammen und macht deutlich, wie wichtig die Förderung der Sprachentwicklung für Kinder ist. Fabelhaft Fabelhaft: Huste von Theresa l e g I r e d d n u n Das Eichhörnche Das Eichhörnchen und der Igel • • • • • • • • • • • • • • 3 wortwörtlich Wissenswert Praxisnah Praxisnah Deshalb hat die Netzwerkstelle Kulturelle Bildung in unserem Kulturraum den 4. Fachtag Kulturelle Bildung im frühkindlichen Bereich am 27.03.2015 unter das Thema „Frühzeitige Sprachbildung heißt solide Weltbildung“ gestellt. Die über 70 Teilnehmerinnen haben sich theoretisch und praktisch mit der Förderung von Sprachfähigkeiten bei Kindern beschäftigt. Sie haben sich mit den Grundlagen der Sprachentwicklung befasst und Erfahrungsberichte vorgestellt bekommen.Vor allem aber konnten sie sich selbst in Workshops ausprobieren. Vielseitig waren die Angebote: Darstellendes Spiel, Singen, Erzählen, Puppenspiel, Alltagsinte­ grierte Sprachförderung in Kitas und Sprache spielend lernen. Wortmeldungen zum Thema Sprachförderung von Anfang an • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • 4 Meilensteine der Sprachentwicklung • • • • • • • • • • 5 Alltagsintegrierte Sprachförderung für Kinder unter Drei • 6 Sprache spielend lernen - 2 Sprach(lernspiele) • • • • • 7 Theaterspielen und Sprachförderung • • • • • • • • • • • • 8 Geschichten erzählen – Ein Abenteuer! • • • • • • • • • 9 In der vorliegenden 10. Ausgabe der Zeit(ung) für Kinder kommen einige Mitwirkende des Fachtages noch einmal zu Wort und es werden Praxisbeispiele aus Kitas und Grundschulen des Landkreises Görlitz vorgestellt. Es wird bereits viel in unseren Kinder- und Bildungseinrichtungen zur Sprachförderung getan. Der Bedarf ist aber nach wie vor sehr groß und Entwicklungsunterschiede bei einzelnen Kindern sind gewaltig. DIE ZEIT hat in ihrer 22. Ausgabe eine große Abhandlung zur geistigen und sprachlichen Entwicklung von Kinder veröffentlicht und fragt: „Mit drei Jahren haben manche Kinder 30 Millionen Wörter mehr gehört als andere- können diese das jemals aufholen?“ Weiter wird festgestellt: „Wörter und Gesten, Lieder und Reime – ohne solches Hirnfutter kann sich unsere Intelligenz nicht richtig entfalten.“ Praxisnah Singen fördert die Sprachentwicklung • • • • • • • • • 10 Projekt Sprache und Integration • • • • • • • • • • • • 11 Impressum Redaktionsleitung - Sven Mimus • ENO | Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH Redaktion - Nicole Blana • Hochschule Zittau/Görlitz - Ulf Großmann • Netzwerkstelle Kulturelle Bildung, Kulturraum OL-NS - Susanne Hoffmann • Kulturraum OL-NS, Kultursekretariat - Theresa Huste • ehemalige Studentin der Hochschule Zittau/Görlitz - Joachim Mühle • Landkreis Görlitz, Kulturamt Redaktionsschluss: 8. Juli 2015 Layout: Blendwerck, Klein Priebus Druck: Lausitzer Druckhaus GmbH Auflage: 10.000 Exemplare Alle in dieser Ausgabe verwendeten Personenbezeichnungen gelten generell für beide Geschlechter und sind nicht diskriminierend zu verstehen. Bildnachweise Titel - Kita Querxenhäus'l | Zittau Seite 3 - Zeichnungen: Ramona Kliemt Seite 6 - Kita Querxenhäus'l | Zittau Seite 7 - Beate Tarrach Seite 8 - links: Grundschule Schöpstal; rechts: A.M.Böttcher Grundschule Görlitz Seite 9 - links: Ulf Großmann; rechts: Kinder­ tageseinrichtung „Der Kleine Hecht“, Dresden Seite 10 und 11 - Kinderhaus "Am Löbauer Berg", Löbau „Du kannst mir viel erzählen, wenn der Tag lang ist“, neckte das Eichhörnchen seinen Freund, den Igel. Dieser berichtete über grüngepunktete Nacktschnecken, die er schon gesehen habe und seinen Sieg im Wettlauf mit einem Hasen. Die beiden streiften durch ein Waldstück an der Neiße, als das Eichhörnchen plötzlich quickte: „Oh! Schau her! Was ist denn das für ein Ding?“ Die beiden hatten unter einem Steinhaufen ein geheimnisvolles Kästchen gefunden. „Lass uns doch mal hinein schauen. Vielleicht ist dort ein Schatz voller leckerer Regenwürmer versteckt!“, sagte der Igel. „Du hast eine Phantasie!“, kicherte das Eichhörnchen. Die beiden öffneten behutsam die Kiste und fanden einen Briefumschlag. Darin steckten fünf Zettel. Auf einem Blatt stand geschrieben: „Erzähle mit den folgenden vier Worten deine Geschichte!“. Die vier Begriffe standen jeweils einzeln auf den restlichen Zetteln: „Luftballon, Überraschung, Opa, Freundschaft“. Der Igel beschloss sofort: „Du bildest mit den ersten beiden Worten Sätze und ich mit den letzten beiden. Lass uns doch einfach zusammen eine Geschichte er- finden“. Das Eichhörnchen blickte überlegend nach oben und begann zu erzählen: „Einst schwebte über einer saftigen Weide ein Luftballon. Er sank immer weiter gen Erdboden und verfing sich schließlich in einer Baumkrone.Als ein Junge ihn dort oben sah, entdeckte er auch eine Überraschung, die am Ballon hing ...“. Ganz aufgeregt vor Freude tippelte der Igel hin und her und hätte am liebsten nicht mehr aufgehört, zu fantasieren: „… diese Überraschung war ein Brief. Aber der kleine Junge konnte nicht so hoch hinaus klettern, um den Ballon herunterzuholen. Darum flitzte er wie ein Sausewind zu seinem Opa….“. „Sieh´ mal“, unterbrach ihn das Eichhörnchen ganz aufgeregt, „in der Box liegt noch ein Zettel versteckt!“ Es begann sofort zu lesen: „Die ganze Welt ist eine große Geschichte und wir spielen darin mit.“ Und es fügte altklug hinzu: „Das hat der Kinderbuchschriftsteller Michael Ende geschrieben“. Was wohl dem ideenreichen Igel zu diesen Worten alles eingefallen ist? Grund genug für die Redaktion der Zeit(ung) für Kinder, sich in dieser Ausgabe einmal näher dem Thema Richtig sprechen ist wichtig! zu widmen. Viel Spaß beim Lesen, Singen, Ausmalen und selbst Ausprobieren wünscht die Redaktion mit freundlicher Grüßen von Bernd Lange, Landrat des Landkreises Görlitz Noten des Liedes auf Seite 10: Bewegungslied "Das Auto von Lucio" von Gerhard Schöne | Quelle: www.eduhi.at/dl am 8.6.2015 Noten des Liedes auf Seite 11 wurden dankenswerterweise von Beate Tarrach | „Leichtfuß & Liederliesel“ zur Verfügung gestellt.. Lob, Kritik, Anregungen? Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns an zeitung-fuer-kinder@kreis-gr.de Achtung, fertig, los und ausmalen! 2 3

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Wortwörtlich: er auch lten dient imm ffen und Gesta Tun förder t e ch ris tle ns Kreatives Scha as kü n Zwecken. D lb sollte dem kommunikative icklung der Sprache. Desha tw ext ermögliEn nt e Gruppenko gleichzeitig di Kreativität im ereinrichh nd frü t Ki r hs ne lic ei ög Kind m r dem Besuch vo ielgruppe nn ka Sp er as D od cht werden. der Krabbelin its re be er im le od Schu alen, Singen tung oder der meinsamen M nsfähigge io at im ik Be un n. m he m gesche rucks- und Ko sd Au ignung. e ne di ta n el de W er erb ist aktive Rollenspiel w w er ch ra Sp . stärkt keit optimal ge e Künstlerin freischaffend Anna Ansorge Zittau zum Thema Wortmeldungen an! g von Anfang Sprachförderun wissenswert: Der Erwerb der Muttersprache ist ein Prozess, den alle Kinder durchlaufen. Viel zu oft übersieht man als Erwachsener und auch als pädagogische Fachkraft, wie hochkomplex dieser Vorgang ist. Aus einem Wust von Lauten schaffen es Kinder, einzelne Töne und Worte herauszuhören (Phonologie). Diesen Tönen und Worten muss wiederum eine Bedeutung zugeordnet werden (Semantik) und die Worte sind zusätzlich, je nach Position und Verwendung, veränderlich (Morphologie). Als würde dies nicht schon genug sein, müssen die Worte in eine Reihung gebracht werden, damit ein Satz daraus werden kann (Syntax). Dann lernen Kinder noch, dass nicht jedes Wort zu jeder Zeit gleichermaßen erwünscht oder angebracht ist (Pragmatik). All dies passiert scheinbar ganz nebenher. klu Sprachentwic Meilensteine der ng es ist erstaunlich, nach welch kurzer zeit unsere tochter (5 Jahre) schon ganze sätze in englisch sprechen kann. Der spielerische umgang damit hat bei ihr eine große offenheit gegenüber der sprache bewirkt. oft fragt sie uns mitten am nachmittag oder beim Abendessen, was dieses oder jenes auf englisch heißt und möchte immer mehr erfahren. wir freuen uns, dass ihr das lernen so viel spaß macht. Eltern von Antonia, KITA „Benjamin Blümchen“ Bautzen 4 Jahren werden die Sprachäußerungen der Kinder immer länger und der aktive Wortschatz 5-jähriger Kinder umfasst inzwischen schon 3.000 bis 5.000 Wörter. Die Voraussetzungen des Spracherwerbs sind einerseits organisch und neurologisch, andererseits sind die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder aber auch von ihrem Umfeld abhängig. Je reichhaltiger das Sprachmenü ist, das Kindern gereicht wird und je wertschätzender der Dialog mit ihnen geführt wird, desto besser können sich die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder entwickeln. Sarah Girlich Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen Grimmaische Straße 10, 04109 Leipzig Sarah Girlich, Projektkoordination girlich@lakos-sachsen.de Fortbildungen, Fachtage, Informationsmaterial und vieles mehr zum Thema „Alltagsintegrierte Sprachförderung" finden Sie auf: www.lakos-sachsen.de. Grundlegende kommunikative Fähigkeiten von Kindern entwickeln sich bereits vor der Geburt und finden ihren ersten Ausdruck in Reflexschreien nach der Geburt. Danach beginnt ein rasantes Voranschreiten dieser Kompetenzen. Aus anfänglicher Aufmerksamkeit bei sprachlicher Zuwendung entwickeln sich erste, vorkommunikative Verhaltensweisen, wie Blickkontakt und Zeigegesten. Um den ersten Geburtstag herum produzieren Kinder die ersten Worte und Einwortäußerungen mit unterschiedlichen Satzmelodien. Zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat wird die 50-Wortgrenze erreicht und der nachfolgende Wortschatzspurt, bei dem fast täglich neue Wörter hinzukommen, startet. Im zweiten Lebensjahr beginnt das Kind in der Ich-Form zu sprechen und versteht Äußerungen mit zwei Inhalten. Ab dem 3. Lebensjahr verfügen die Kinder über grundlegende sprachliche Fähigkeiten, um sich in Rollenspielen auszuprobieren. Mit Die alltagsintegrierte sprachförderung für Kinder mit Deutsch als zweitsprache reicht meist nicht aus! man muss spiele entwickeln, in denen viele neue Begriffe gelernt werden, die die Kinder dann im Alltag anwenden können. elisabeth schneider, studentin der kindheitsspädagogik an der hochschule zittau/görlitz Unser deutsch-polnisch-sorbisch-tschechisches „Viersprachenland“ bietet beste Voraussetzungen für mehrsprachiges Aufwachsen, denn hier erleben Kinder von Klein auf die Sprache und Kultur ihrer Nachbarn authentisch im Alltag und sie können sich diese in der unmittelbaren Begegnung und in der Interaktion mit Muttersprachlern spielerisch erschließen. Nutzen wir also in den Familien und in den Kitas die Neugierde, Unvoreingenommenheit und Freude der Kinder beim Entdecken ihres Lebensumfeldes, um diesen Schatz des Frühstarts in eine Nachbarsprache zu heben und damit unseren Kindern ein gutes Fundament für ihre Zukunft in unserer multikulturellen Welt mitzugeben. Dr. Regina Gellrich, Leiterin der Sächsischen Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung Frühzeitige Sprachentwicklung ist für mich als Tagesmutter: für die noch "Sprach-losen" Kinder "An-Sprech-Partner" zu sein, sie in Alltagssituationen in Sprache zu "baden", indem sie ständig von Sprache begleitender Tätigkeit/Rituale "umspült" werden, um daraus sich Strukturen und Wörter erschließen zu können und dabei Lebensfreude = Sprachfreude zu erleben. Bruni Hubert | Görlitz Kleine Kinder lieben "Glitzerwörter“, Rhythmus, Reime. Bringt eure Kinder zum Lachen beim Sprechen, sagt ihnen schöne Sachen in der Phase des "Wortschatzspurts", bestärkt sie im Probieren. Sprecht Hochsprache? Ja natürlich, aber auch alles andere, was die Muttersprache an Registern und Varianten so hergibt: Dialekt und kräftigen Ausdruck. Hört ihnen zu, rollt mal das "R", singt warmherzig und so gut ihr könnt mit ihnen, lobt, spielt mit Puppen, die "Jargon" reden oder welchen, die den Konjunktiv sehr mögen, schlau reden oder die schräge Einfälle wie Pippi Langstrumpf haben oder die die Register verwechseln! Freut euch, wenn eure Kinder die Nachbarsprache lernen und kümmert euch darum, dass sie eine Weltsprache lernen. Seid entspannt, wenn sie mit Freunden und Geschwistern "ihren" Sprachstil suchen. Bettina Bertram | Sprachwissenschaftlerin freie Journalistin Königshain Die Teilnahme am Fachtag Kulturelle Bildung im frühkindlichen Bereich bietet mir die Möglichkeit neue Akteure, Projekte und Initiativen der frühkindlichen Bildung kennenzulernen und mich zu vernetzen. Gleichzeitig ist es eine gute Gelegenheit sich mit den Teilnehmern über deren Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen und neue Impulse für die Arbeit von Lesekinder Görlitz aufzunehmen. Maria Günther Projektleiterin Kinder können Sprechen lernen – ein Haus entsteht Sprache ist mehr als das bloße Aneinanderreihen von Lauten. Sie ist den Kindern nicht angeboren. Was den Menschen angeboren ist, ist die Fähigkeit zu sprechen. Es wird ein umfassendes Bedingungsgefüge zur Sprachentwicklung benötigt. Wie beim Bau eines Haues muss Stein für Stein zusammengefügt werden. Quelle: aus „Sprechen wir gleich richtig….!? - Sprachliche Entwicklung von Kindern bis zum Schulalter“, Uwe Hempel, Sächsisches Staatsministerium für Soziales, 2004 4 5

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Praxisnah: ng Sprachförderu Alltagsintegrierte rei für Kinder unter D Praxisnah: Die Kuh tanzt Auf der lampe ernen Sprache spielend l spiele 2 Sprach(lern) Die Zittauer Kindertagesstätte „Querxenhäus'l“ hat sich in den vergangenen 2 Jahren besonders im Bereich der Alltagsintegrierten Sprachförderung für Kinder unter drei Jahren nach den Prinzipien des Deutschen Jugendinstitutes fortgebildet. Was bedeutet nun Alltagsintegrierte Sprachförderung für uns? 2. Wir nehmen uns im Alltag viel Zeit zum Sprachaustausch. 3. Mit dem Blick und der Augenhöhe der Kinder erkunden wir den Raum und bieten somit eine sprachanregende Umgebung. Bewacht den Käse! Bei diesem lustigen Spiel ist es vorteilhaft, wenn die Kinder Für dieses Spiel werden ebenfalls Bildkärtchen verschiedebereits über einen kleinen Wortschatz an Substantiven und Verben in der jeweiligen Sprache verfügen. Außerdem benötigen wir 3 Stapel verschiedener Bildkärtchen: ner Gegenstände oder diese selbst verwendet (hier Lebensmittel). Die Anzahl der Mitspieler muss ungerade sein. 1.Stapel: Subjekte des Satzes (Kärtchen von Personen, Figuren oder Tieren) 2.Stapel: Prädikate (Verben) des Satzes (Kärtchen mit abgebildeten Tätigkeiten) 3.Stapel: Objekte des Satzes (Kärtchen von Gegenständen) Die 3 Stapel liegen verdeckt nebeneinander. Ein Kind nach dem anderen versucht nun, einen einfachen 3-Wort-Satz zu bilden, indem es von jedem Stapel 1 Kärtchen aufdeckt. Sollten sich einzelne Kinder die Aufgabe nicht zutrauen, kann mit der ganzen Gruppe im Chor gesprochen werden. Dabei sollten alle Sätze die gleiche Präposition enthalten, am besten „auf“. Durch unterschiedliche Kärtchenkombinationen entstehen viele ulkige Sätze, wie z. B.: 1. Die Kinder erhalten viele Gelegenheiten zum Sprechen, so bekommen Sie Lust, sich nach ihren Möglichkeiten mitzuteilen und erleben sich dabei als kompetent. 4. Als Pädagoginnen nutzen wir für die tägliche Arbeit die Kamera zur Dokumentation des kindlichen Sprachhandelns und reflektieren unsere Beobachtungen. Dabei analysieren und reflektieren wir unser eigenes Interak­ tionshandeln. 5.Wir verwenden diese Videosequenzen in Elterngesprächen. Bis zum Ende des Jahres 2015 werden wir durch die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestarteten "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration" gefördert. So trägt auch der Bund neben den Ländern und Kommunen zur Weiterentwicklung der Sprachbildung und -förderung im Elementarbereich bei. Weitere Infos zum Projekt unter www.gernegross.info Träger: Zittauer Kita gGmbH „gernegroß“ Anschrift: Integrative Kindertagesstätte „Querxenhäus’l“, Juststraße 11 • 02763 Zittau Ansprechpartner: Annette Kanis Telefon: 03583 704218 E-Mail: kita-querxenhaeusl@gernegross.info Spielprinzip: Eine Maus schleicht durch die Speisekammer. Die Kinder sollen die Lebensmittel bewachen, die auf den im Kreis stehenden Stühlen liegen. Hinter jedem Stuhl bewachen je 2 Kinder gemeinsam dieses „Lebensmittel“. Da die Anzahl der Mitspieler ungerade ist, wird eines (z. B. „Käse“) von nur einem Kind (oder dem Betreuer) „bewacht“. Dieses einzeln stehende Kind wünscht sich nun ein anderes als 2. Wachposten herbei mit den Worten: „Komm zum Käse, Martin!“ Martin versucht, dieser Aufforderung zu folgen, wird jedoch von seinem Partner am Weglaufen gehindert. (Der darf nämlich versuchen, Martin fest zu halten.) Hat Martin es aber geschafft, muss sein Partner jetzt ein anderes Kind zu seinem Lebensmittel locken und bildet dazu ebenfalls den entsprechenden Satz. So setzt sich das Spiel fort. Das Spiel eignet sich gut zum Wortschatztraining in jeder beliebigen Sprache und bringt durch seine Dynamik jede Menge Spaß. Auch hier kann durch gemeinsames Sprechen im Chor einzelnen Kindern geholfen werden, Scheu zu überwinden. Subjekt (Stapel 1) Die Katze Die Kuh Prädikat (Stapel 2) tanzt schläft Objekt (Stapel 3) auf der Lampe auf dem Baum Ihr könnt es in jeder Sprache ausprobieren! Schon Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren erfassen das Prinzip schnell und haben Freude am selbständigen Bilden lustiger Sätze. Abenteuer-Englisch Beate Tarrach Soritz 24, 02627 Kubschütz info@liederliesel.de www.abenteuer-englisch.de 6 7

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Praxisnah: ung d Sprachförder Theaterspielen un Praxisnah: uer! len – ein Abente Geschichten erzäh Sprachentwicklung Theaterspielen beeinflusst die Sprachentwicklung der Kinder positiv, das erscheint insbesondere dann logisch, wenn das Einprägen von Text sowie das überzeugende und lebendige Vortragen Schwerpunkt der Theaterrolle ist. In unserem jüngsten Theaterprojekt „Die große Wörterfabrik” lag der Schwerpunkt jedoch auf der Körpersprache, da es nur wenige Dialoge gab und es entsprechend des Stückes auf andere Ausdrucks- und Darstellungsformen ankam. Das "Fehlen von Text" bedeutet meines Erachtens nicht, dass dann keine Sprachentwicklung erfolgt. Sprachentwicklung verlangt auch empathische Fähigkeiten, die letztlich beim Theaterspielen von besonderer Bedeutung sind:Wie fühlt der andere, wie kann ich das mit meinem Körper, meiner Mimik und Gestik ausdrücken? Sich in andere hineinversetzen können, trägt zur Ausbildung sprachlicher Fähigkeiten bei, die auch emotional differenziert sind. Steffen Kleint, Schulleiter der Grundschule Schöps­ tal ist das Niveau der Sprachbeherrschung stark differenziert. Das Theater ist ein besonders geeignetes Medium, bei dem Sprache und Gestaltung frühzeitig gefördert werden. Spielerisch entwickelt das Theaterspielen mit professionellen Kursleitern das konzentrierte und spaßvolle Miteinander, die Schüler entwickeln sich sichtbar individuell weiter. Besonders erfreulich ist die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der Kinder weit über die Klasse hinaus. Almut Hentschel Schulleiterin der August Moritz Böttcher Grundschule | Görlitz Das Erzählen ist so alt wie die Geschichten und Geschichten so alt wie das Erzählen. Seit Jahrtausenden haben sie nichts von ihrem Zauber verloren. Aktuell wird erfolgreich untersucht, dass Erzählen eine enorme Wirkung auf den Spracherwerb hat. Spätestens mit dem Projekt Erzählzeit Berlin wird die orale Form der Sprach- und Kulturvermittlung staatlich gefördert und aus der „betulichen Ecke“ geholt. Für den Raum Sachsen haben wir in diesem Jahr die Initiave ErzählRaum gegründet, die dem Berliner Modell folgt. Eine Erzählerin kommt einmal wöchentlich in die Kindertagesstätte. Sie hat kein Buch bei sich, keine Handpuppen, keine Kostüme. Manchmal bringt sie ein paar Zeichnungen oder einen Gegenstand mit. Mehr nicht. Sie setzt sich zu den Kindern, ist ihnen nah. Alles was in den nächsten Minuten passieren wird, beruht auf dem Kontakt zwischen ihr und den Zuhörern. Wenn das Glöckchen erklungen und der Satz „Es war einmal...“ gesprochen ist, werden die Kinder abgeholt auf eine Reise ins „bekannte Unbekannte“ und jedes von ihnen bringt etwas Eigenes aus dem Alltag mit, das sich auf der Fahrt verändern kann... Reaktionen, spontane Zurufe, Fragen, Ideen nimmt die Erzählerin ins Erzählen auf. So entsteht ein gemeinsames Erlebnis, bei dem die Sprache in ihrer Vielgestaltigkeit von poetischer Wortwahl, Rhythmik, Dynamik und Satzbau erlebt, erfühlt und erlernt wird. Erzählpädagogische Angebote (Sprachspiele, Erzählwürfel, Märchenkarten...) schließen die Stunde ab. Brit Magdon Mitbegründerin von ErzählRaum Sachsen E-Mail: nicole.aurich@gmx.de BritMagdon@web.de katharinarandel@web.de Anschrift: Brit Magdon Seidnitzer Straße 10, 01069 Dresden Tel. 0172 9059399 Hänsel und Gretel,Theaterprojekt der August Moritz Böttcher Grundschule Görlitz 4. Fachtag Kulturelle Bildung im frühkindlichen Bereich - Vorstellung der Ergebnisse des Workshops mit Brit Magdon (links) und Katharina Randel (rechts) Grundschule Schöpstal Schulstraße 5, 02829 Schöpstal, Telefon 03581 317259 E-Mail info@schule-schoepstal.de August Moritz Böttcher Grundschule Schulstraße 3, 02826 Görlitz, Telefon: 03581 407539 E-Mail: gs-schulstrasse@schulen.goerlitz.de in Kooperation mit dem Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz | Zittau Demianiplatz 2, 02826 Görlitz, Telefon: 03581 474735 E-Mail: r.scholz@g-h-t.de Die Erzählerin kennt zwar die handelnden Figuren und den Verlauf der Geschichte, aber wie ein Wanderführer lässt auch sie sich auf ein Abenteuer ein: denn es gilt so zu erzählen, wie die kleine Reisegesellschaft es erfordert. Sie sieht in die Augen der Kinder, nimmt wahr, was in jedem Moment der Erzählung gebraucht wird. Sie unterstreicht mit Körper, Mimik und Gestik was wichtig ist oder beruhigt mit dem Klang ihrer Stimme. Sowohl Worte als auch Satzbau werden frei gewählt, die passend für die kleinen Hörer sind. Auch Die große Wörterfabrik,Theaterprojekt der Grundschule Schöpstal „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick) Theater und Sprachförderung gehören zusammen. Ob verbal oder nonverbal, das Theater schult alle Formen der Kommunikation auf praktischen Wegen. Gerade in der Grundschule Die 4. Kulturelle fachtagung war für mich als lesepatin außergewöhnlich interessant und ich habe die Arbeit in der "erzählwerkstatt" sehr intensiv erlebt. unsere mentorinnen, zwei professionelle erzählerinnen, vermittelten uns u. a. einige tipps, wie man mit einfachen Atemtechniken Anspannung abbauen oder Konzentration aufbauen kann. Aber außer dem "luftholen" stand die Arbeit mit dem t ext im mittelpunkt unserer Arbeitsgruppe. obwohl die teammitglieder gut ausgebildet sind, hat jeder von uns neue erfahrungen für die eigene Arbeit gemacht. leider ist die zeit immer viel zu knapp. Besonders in den praktischen Übungen hätten wir gern noch weiter trainiert. ein gelungener, wertvoller tag - Danke den organisatoren. ursula schwarz ehrenamtliche lesepatin 8 9

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Praxisnah: lung Sprachentwick Singen fördert die Praxisnah: dI Projekt Sprache un ntegration Sowohl das Sprechen als auch das Singen unterliegen den gleichen Regeln der Melodie, des Rhythmus´ und der Akzentuierung (Prosodie) und werden durch den Atem geregelt. Zudem werden Musik und Sprache neurologisch in derselben Hirnregion verarbeitet. Interessant ist auch, dass sich die motorischen Areale für Sprache und Fingerbeweglichkeit teilweise auf der Hirnrinde überschneiden und in enger wechselseitiger Beziehung stehen. "Generationen unserer Vorfahren haben so mit Hilfe einer " intuitiven Didaktik" ihre Kinder mit Handgestenspielen etc. in der Sprachentwicklung gefördert." (Ingrid Clausmeyer) Sprachen kennen. Gerade Kindern, die Deutsch als Zweitsprache erlernen, geben Lieder und Verse dabei eine enthemmende Möglichkeit, sich mit der neuen Sprache vertraut zu machen und sie mit spielerischer Unterstützung leichter zu erlernen, dadurch gewinnen sie mehr Sicherheit und Selbstvertrauen. Das Kinderhaus "Am Löbauer Berg" ist eine integrative Einrichtung, in der Kinder gemeinsam kreativ sein können, Situationsverständnis entwickeln und alltäglich wiederkehrende Abläufe miteinander erleben. Die Betreuung in den Gruppen durch qualifizierte Erzieher ermöglicht eine gute Förderung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder. Yes we can Die Freude am Klang regt neben dem Singen auch zum aktiven Sprechen an. Scheuen Sie sich nicht alte Rituale wieder aufleben zu lassen, das Gute-Nacht-Lied vor dem Schlafengehen, das Aufsagen eines Verses vor dem Essen, das Singen von Wanderliedern während eines Spazierganges oder das Hören und Singen bekannter Kinderlieder während langer Autofahrten dienen so auf natürliche und spielerische Weise der Sprachentwicklung ihres Kindes. Bereits seit 2011 ist das Kinderhaus am bundesweiten Modellprojekt „Frühe Chancen – Sprache und Integration“ beteiligt. Das Projekt stellt Fördermittel für Weiterbildungen, unter anderem für die Ausbildung und Beschäftigung einer qualifizierten Fachkraft für Sprachförderung oder für die Anschaffung von Sprachfördermaterialien, wie Spiele und Bücher zur Verfügung. Sprachförderung beginnt in unserer Einrichtung in dem Moment, wenn das Kind morgens die Einrichtung betritt und begleitet den gesamten Tagesablauf. Der Kita-Alltag bietet unzählige Anlässe, die Sprachentwicklung der Kinder alltagsintegriert und kreativ zu fördern. Interessierten Eltern und Fachkräften stehen Frau Hölzer (Dipl.Soz.-Päd./Soz. Arb. [FH]) und Frau Schiese (Dipl. HP [FH]) als Einrichtungsleiterinnen und Frau Giebel als Fachkraft für Sprachförderung gern bei Fragen zur Verfügung. htung, fer Ac mitsin tig, los gen d ! un Das Auto von Lucio und Lieder vermitteln nicht nur den Wortschatz, sondern auch die grammatischen Formen der Sprache spielerisch. Durch das Singen, kontrolliert durch das Ohr, werden neben der Artikulation, auch die Intonation, der Sprachrhythmus und die Fähigkeit der sensorische Differenzierung trainiert, welche auch zur Speicherung des Gehörten beiträgt. Häufiges Singen bewirkt zudem über eine positive Grundstimmung eine kindgemäße Form der Wiederholung und des Übens von Sprachstrukturen. Reime Über Lieder lernen Kinder nicht nur die Muttersprache und ihre Kultur, sondern die auch anderer Länder und deren Projekt Solobiki - Lausitzer Spatzen: Sorbischer Künstlerbund e.V. Mühltorgasse 2, 02625 Bautzen E-Mail: zsw-skb@gmx.de Tel.: 03591 599661 Kontakt: Frau Janka Rögner Ann Tröger | Gesangspädagogin E-Mail: anntroeger@gmx.de Die Handpuppe Finki ist die Leitfigur eines Sprachprogrammes Kinderhaus „Am Löbauer Berg“ Haydnstraße 4 02708 Löbau Telefon: 03585 404629 E-Mail: kinderhaus-am-loebauer-berg@loebau.info Ziele des Modellprojektes sind: - Basiswortschatz aufbauen - Wortschatz erweitern und festigen - einfache Satzstrukturen kennen und anwenden - visuelle und auditive Wahrnehmung schulen - Farben und Formen erkennen (siehe Bild) - Mengen und Zahlen erfassen - feinmotorische Fähig keiten entwickeln 10 11

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GESICHTER DER REFORMATION WOBLI A REFORMACIJE TWARZE REFORMACJI T REFORMACE

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