Schlussbericht "Frühe nachbarsprachige Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen"

 

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Bestandsaufnahme 2014/2015 mit Daten und Fakten zu den Aktivitäten im Bereich der frühen Nachbarsprachbildung in Kindertageseinrichtungen im sächsischen Grenzraum

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Nachbarsprache von Anfang an! Sächsische Landesstelle f ür frühe nachbarsprachige Bildung Frühe nachbarsprachige Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen - Bestandsaufnahme 2014/2015 -

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IMPRESSUM Herausgeber: Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus (SMK): Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung c/o Landkreis Görlitz Bahnhofstraße 24 | 02826 Görlitz Telefon 03581 - 663 9307 E-Mail nachbarsprachen.sachsen@kreis-gr.de Internet www.nachbarsprachen-sachsen.eu Inhalt: Dr. Regina Gellrich (Gesamtleitung) Anne Bartusiak (Kap. 5) Mariann Schönfelder (Kap. 6 ff.) Redaktion und Layout: Dr. Regina Gellrich, Claudia Meusel, Cynthia Rabel Fachliche Begleitung: Expertenbeirat „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ des SMK (vgl. Anlage 6) Wir danken für die Unterstützung durch: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (Dr. Stefanie Hildebrandt); Deutsch-Polnisches Jugendwerk; Euregio Egrensis; Euroregion Elbe/Labe; Euroregion Erzgebirge/Krušnohori; Euroregion NeisseNisa-Nysa; Euroregion Spree-Bobr; Integratives Kinderhaus „Spielekiste“ Olbersdorf (Petra Schoening); Jugendämter der Landkreise Bautzen, Erzgebirge, Görlitz, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Vogtlandkreis; Andrea Kretschmar; Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen (Sarah Girlich); Landkreis Görlitz, Bildungsmonitoring (Sandra Winkler); Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen; Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz (Irina Biryukova, Julia Förster, Steffen Fritzsche, Eva Rottmann, Tina Reuter, Anne Seifert); TANDEM-Koordinierungszentrum DeutschTschechischer Jugendaustausch; TransMit - Transferagentur Mitteldeutschland (Peggy Diebler) sowie alle Kitas in den sächsischen Grenzregionen, die im Zeitraum 04-05/2015 an der OnlineBefragung zur frühen nachbarsprachigen Bildung teilgenommen haben. Bildnachweis: Deckblatt: © Aliaksei Lasevich -Fotolia.com Inhalt: Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung Auflage: 100 Stück Redaktionsschluss: August 2015 © Landkreis Görlitz, Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Einverständnis und Quellenangabe

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Frühe nachbarsprachige Bildung in Kitas der sächsischen Grenzregionen - Bestandsaufnahme 2014/2015 -

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1 Inhalt Vorwort .................................................................................................................................3 Einführung ............................................................................................................................4 1 2 Begriffsverständnis.......................................................................................................6 Ausgangssituation ........................................................................................................7 2.1 2.2 2.3 2.4 Nachbarsprachige Arbeit in den Kitas und Grundschulen.........................................7 Fachliche Begleitung und Unterstützung ..................................................................8 Umsetzung des Immersionsansatzes .......................................................................9 Rahmenbedingungen .............................................................................................11 Rechtlicher Rahmen ........................................................................................11 Finanzierung nachbarsprachiger Angebote......................................................12 Personal ..........................................................................................................13 2.4.1 2.4.2 2.4.3 2.5 3 4 Datenlage...............................................................................................................13 Ziele..............................................................................................................................16 Methodisches Herangehen .........................................................................................17 4.1 4.2 4.3 Mehrstufiges Vorgehen ..........................................................................................17 Regionale Eingrenzung ..........................................................................................18 Datenbasis .............................................................................................................20 5 Ergebnisse der Umsetzungsstufe 1 ...........................................................................21 5.1 5.2 Datenerhebung ......................................................................................................21 Datenauswertung ...................................................................................................21 Quantitative Aussagen .....................................................................................21 Qualitative Aussagen .......................................................................................27 5.2.1 5.2.2 5.3 6 Schlussfolgerungen................................................................................................28 Ergebnisse der Umsetzungsstufe 2 ...........................................................................30 6.1 Datenerhebung ......................................................................................................30 Entwicklung des Online-Fragebogens ..............................................................31 Pretest .............................................................................................................31 Durchführung ...................................................................................................32 6.1.1 6.1.2 6.1.3 6.2 Datenauswertung ...................................................................................................32

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2 2 2 6.2.1 6.2.2 6.2.3 6.2.4 6.2.5 6.2.6 6.2.7 6.3 Zusammenarbeit mit einer Partnereinrichtung im Nachbarland ........................33 Regelmäßiges Nachbarsprachlernangebot ......................................................36 Sonstige Formen der Nachbarsprachvermittlung .............................................39 Gelingensbedingungen/Voraussetzungen für die Umsetzung früher nachbarsprachiger Bildungsangebote ..............................................................40 Herausforderungen für die finanzielle Absicherung nachbarsprachiger Lernangebote...................................................................................................41 Aufgeschlossenheit gegenüber nachbarsprachigen Angeboten .......................43 Qualitative Aussagen, Hinweise und Anregungen der Kitas .............................43 Schlussfolgerungen ................................................................................................44 7 8 Auswertung der Ergebnisse .......................................................................................46 Schlussfolgerungen ....................................................................................................48 8.1 8.2 8.3 Grundlegende Entwicklungserfordernisse ..............................................................48 Handlungsempfehlungen .......................................................................................49 Überlegungen zum Aufbau eines Monitorings ........................................................54 9 Zusammenfassung und Ausblick ..............................................................................58 Begriffserläuterungen ........................................................................................................61 Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................62 Abkürzungsverzeichnis .....................................................................................................63 Quellen ................................................................................................................................64 Anlagen ...............................................................................................................................67

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3 Vorwort Grenzen haben einerseits natürlich etwas Trennendes, zum anderen erwecken sie – gerade auch bei Kindern – Neugier. Was und wer ist dahinter? Wie spricht der andere jenseits der Grenze? Womit beschäftigt er sich, hat er ähnliche Interessen? Neugier ist letztlich der beste Anlass, die Welt und ihre vielfältigen Erscheinungen zu entdecken. Neugier wird zum Anlass, gewissermaßen zum Enzym der Bildung. Der Sächsische Bildungsplan geht davon aus, Kindern durch lebendige Anregungen Lust zu machen zu forschen, Neues zu entdecken, im Spiel Neues auszuprobieren. Welch ein Potenzial dabei die Begegnung mit Kindern aus dem Nachbarland mit der anderen Sprache hat, erleben Erzieherinnen und Erzieher, aber auch Eltern in den rund 65 Kindergärten im grenznahen Raum, die regelmäßige Kontakte zu Einrichtungen im Nachbarland pflegen und nachbarsprachige Angebote machen, immer wieder. Die Sächsische Landesstelle für frühe nachbarsprachige Bildung ist nun seit einem Jahr in Görlitz tätig und legt mit dem vorliegenden Bericht eine beachtliche Bestandsaufnahme vor. Sie zeigt zum einen, dass es viele zum Teil schon bewährte Aktivitäten im Bereich der Nachbarsprachen gibt. Zum anderen ist dieses Feld auch sehr bunt und mitunter stark abhängig von individuellen Initiativen der Fachkräfte. Der hier vorliegende Bericht ist die bisher umfassendste und vollständigste Erfassung auf diesem Gebiet. Für die akribische und fleißige Arbeit gebührt den Mitarbeiterinnen der Landesstelle Dank und Anerkennung. Im Weiteren soll es nun darum gehen, fachliche Unterstützung für die Ausgestaltung des Austauschs, der Begegnungen und der sprachlichen Angebote zu geben. Es gilt, ein Nachbarsprachlernkonzept zu erarbeiten und mehr Kontinuität in die Aktivitäten zu bringen. Dazu bedarf es sowohl der Fachlichkeit derer, die den Kindern den Weg zur Nachbarsprache weisen, als auch der materiellen und ideellen Unterstützung durch die Träger der Einrichtungen auf beiden Seiten der Grenze. Zu danken ist jetzt schon den Städten und Gemeinden ebenso wie den freien Trägern, die dieses grenzüberschreitende Lernen seit langem ermöglichen oder sich dazu auf den Weg machen. Für die nächste Etappe der Arbeit der Landesstelle wünsche ich den Mitarbeiterinnen gutes Gelingen, ein lebhaftes Echo aus den aktiven Kindertageseinrichtungen und kräftige Unterstützer. Arnfried Schlosser Referatsleiter Kindertagesbetreuung im Sächsischen Staatsministerium für Kultus

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4 „Gesellschaftliche und individuelle Mehrsprachigkeit sind die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Europa. Durch Migration und Globalisierung der Wirtschaft sind alle europäischen Staaten auf dem Weg zur Mehrsprachigkeit. Der Erwerb von Sprachkenntnissen ist nicht mehr länger eine akademische Frage. Sie ist ein essentieller Bildungsauftrag für jeden. Die Grenzregionen haben hier eine große Bildungschance. Hier ist Sprachenlernen in einem authentischen Verwendungskontext möglich. Kinder erwerben dadurch Lernstrategien, die sie im Sinne des lebenslangen Lernens immer wieder einsetzen können. Diese Bildungschance muss im Mittelpunkt jeder Bildungspolitik stehen und professionell verwirklicht werden.“ Dr. Thomas Vogel (Mitglied des Expertenbeirats „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“) Einführung Die besondere Förderung des Erlernens der Nachbarsprachen Polnisch bzw. Tschechisch in den Grenzregionen des Freistaates Sachsen ist von grundlegender (bildungs-)politischer Bedeutung und im Regierungsprogramm 1 festgeschrieben: Die Möglichkeit der alltäglichen Begegnung mit den polnischen bzw. tschechischen Nachbarn und Nachbarinnen, ihrer Sprache und Kultur macht die sächsischen Grenzregionen nicht nur zu einem besonderen „Lernort“ mit spezifischen Chancen und Potenzialen für den Erwerb von Schlüsselkompetenzen. Darauf abgestimmte Bildungskonzepte tragen dazu bei, Toleranz und regionale Verbundenheit zu fördern und den hier beheimateten Menschen interessante Arbeits- und Lebensperspektiven vor Ort zu eröffnen. Gleichzeitig leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des vorrangig ländlich geprägten, strukturschwachen sächsischen Grenzraums als Nahtstelle zu den europäischen Nachbarländern. Für eine kontinuierliche und systematische Förderung des Erlernens der Nachbarsprachen bedarf es im Freistaat Sachsen eines wissenschaftlich fundierten und nachhaltig wirkenden Nachbarsprachlernkonzeptes für den sächsischen Grenzraum, das auf die spezifischen Bedingungen und Möglichkeiten des „Lernorts Grenzregion“ methodisch-didaktisch abgestimmt ist und durchgängige Bildungslinien Polnisch/Tschechisch über alle Bildungsphasen im Sinne der Anschlussfähigkeit erworbener Kompetenzen ermöglicht. Dem alltagsintegrierten Frühstart in das Nachbarsprachenlernen bereits in den Kindertageseinrichtungen (Kitas) kommt darin eine Schlüsselrolle zu. Mehrsprachig aufzuwachsen bietet dabei nicht nur eine wertvolle Basis für gelingende Bildungsbiografien. Inzwischen belegen auch Forschungsergebnisse, dass eine methodisch gut umgesetzte frühe mehrsprachige Förderung Kindern hilft, Sprachkompetenz nicht nur in der Fremdsprache, sondern auch in der Muttersprache zu entwickeln. 2 1 2 Sachsens Zukunft gestalten. Koalitionsvertrag 2014 bis 2019, S. 14 SMK (2009)

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5 Derzeit werden nachbarsprachige Angebote nur punktuell in einzelnen Kitas unter Nutzung verschiedenster Methoden und Modelle umgesetzt. Vor allem für den Einsatz der am nachhaltigsten wirksamen Immersionsmethode 3 fehlt es noch an Rahmenbedingungen. Auch gibt es bislang keine Qualitätsstandards für den frühen Nachbarspracherwerb in den Kitas der Grenzregion. Grundschulen können damit nur in Ausnahmen an die in der Kita erworbenen nachbarsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen der Kinder anknüpfen. Vor diesem Hintergrund hat das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) auf Initiative der PONTES-Agentur/Servicestelle Bildung des Landkreises Görlitz im September 2014 die Sächsische Landesstelle für nachbarsprachige Bildung (LaNa) als Schnittstelle zur sachsenweiten und überregionalen Vernetzung aller relevanten Akteure aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Verwaltung eingerichtet. Ziel ist die Zusammenführung ihrer unterschiedlichen Kompetenzen zur Entwicklung, Erprobung und nachhaltigen Umsetzung eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes für die frühe nachbarsprachige Bildung in den Kitas des grenznahen Raumes in Sachsen einschließlich der Sicherung der Anschlussfähigkeit erworbener Kompetenzen am Übergang von der Kita in die Grundschule. Um dafür eine solide Ausgangsbasis zu schaffen, führte die LaNa im Zeitraum 10/2014 bis 06/2015 eine Bestandsaufnahme zu den Aktivitäten in den Kitas der sächsischen Grenzregionen im Kontext der frühen nachbarsprachigen Bildung durch. Der vorliegende Bericht stellt das dabei gewählte Vorgehen sowie die wichtigsten Ergebnisse dar. Sie wurden dem Expertenbeirat „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ sowie am 23. Juni 2015 auf einer sachsenweiten Arbeitstagung einem breiten interdisziplinären Fachpublikum aus Kita-Praxis, Verwaltung, Politik und Wissenschaft vorgestellt und gemeinsam diskutiert, um daraus Schlussfolgerungen für notwendige Schritte zur Weiterentwicklung in diesem Bereich abzuleiten. Die dabei formulierten Empfehlungen sind ebenfalls im Bericht beschrieben. Sie bilden die Grundlage für die Planung der weiteren Arbeit der LaNa auf dem Weg zur „Nachbarsprache von Anfang an“ in Sachsens Grenzregionen. 3 Wode (2007)

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6 1 Begriffsverständnis Im Fokus des vorliegenden Berichtes stehen Kitas im sächsischen Grenzraum zu Polen bzw. Tschechien, in denen die Kinder bereits im Kindergartenalter an eine der Nachbarsprachen Polnisch bzw. Tschechisch als Zweitsprache herangeführt werden. Der dabei verwendete Begriff „frühe nachbarsprachige Bildung“ umfasst in diesem Kontext alle Bildungsaspekte im Elementarbereich, die darauf ausgerichtet sind, dass sich Kinder ihr Lebensumfeld in der Grenzregion mit seinen sprachlichen und (inter-)kulturellen Besonderheiten des Grenzraumes erschließen und sich die erforderlichen Kompetenzen aneignen können, um im partnerschaftlichen Miteinander mit Menschen aus dem Nachbarland erfolgreich im Alltag der Grenzregion interagieren und kommunizieren zu können. Er folgt damit dem ganzheitlichen Ansatz von Raasch (2008), der für die Einbettung des Nachbarspracherwerbs und des interkulturellen Lernens in Grenzregionen in die Ausprägung von sog. „Grenzkompetenz“ 4 plädiert und eine entsprechende spezifische Fremdsprachendidaktik in Grenzregionen einfordert. 5 Mit dem Frühbeginn der Heranführung von Kindern an Sprache und Kultur ihrer Nachbarn bereits in den Kitas der Grenzregionen können hierfür – neben den vielfältigen anderen nachgewiesenen positiven Effekten der sprachlichen Bildung über die eigene Muttersprache hinaus 6 – bereits wertvolle Grundlagen gelegt werden. Dabei ist es zunächst unerheblich, mit welchen Methoden dies geschieht – ob im Rahmen von Begegnungen mit Kindern einer Partnereinrichtung aus dem Nachbarland, in der Projektarbeit, über die Betreuung durch muttersprachliches pädagogisches Personal oder im gemeinsamen Spiel mit in der Kita betreuten Kindern aus dem Nachbarland etc. Dieses weit gefasste Verständnis vom Begriff „frühe nachbarsprachige Bildung“ bildet die Grundlage für die vorliegende Bestandsaufnahme zu den Aktivitäten der Kitas im sächsischpolnischen bzw. sächsisch-tschechischen Grenzraum in diesem Bildungsbereich. 4 Grenzkompetenz: Fähigkeit, ein bewusst lebender, fühlender, denkender und handelnder Bewohner der Grenzregion zu sein, siehe Raasch, A. (2008) 5 Schwarz, U. (2004) 6 SMK (2009)

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7 2 Ausgangssituation Die nachfolgend überblickshaft beschriebenen Aspekte zum Stand der frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsen bildeten den Ausgangspunkt für die Konzipierung der Bestandsaufnahme in den Kitas der sächsischen Grenzregionen. Die Darstellung beruht in erster Linie auf den langjährigen Erfahrungen in der Arbeit der Lernenden Region PONTES (2002–2014) sowie auf Recherchen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr dient sie dazu, die Vielschichtigkeit der Thematik und die vielfältigen bereits vorhandenen Potenziale ebenso wie Ansatzpunkte für die Systematisierung und Weiterentwicklung aufzuzeigen. 2.1 Nachbarsprachige Arbeit in den Kitas und Grundschulen In den Grenzregionen des Freistaates Sachsen zu seinen Nachbarstaaten Republik Polen und Tschechische Republik gibt es bereits seit Mitte der 90er Jahre einzelne Initiativen in Kitas und Grundschulen, die sich der Vermittlung der Nachbarsprachen in der frühen Kindheit zuwenden. Mit viel ehrenamtlichem Engagement und mit Blick auf die Chancen, die sich in der Grenzregion aus der Vermittlung von interkulturellen und nachbarsprachlichen Kompetenzen ergeben, haben Eltern, Erzieher/innen und Grundschullehrer/innen hier vielfältige Angebote der frühen nachbarsprachigen Bildung initiiert. Folgende Ansätze der Nachbarsprachvermittlung in den Kindertageseinrichtungen existieren bereits: • • • • regelmäßig stattfindende (spielerische) Sprachkurse, alltagsintegrierte Sprachvermittlung (Benennung einzelner Gegenstände, Aktionen, Lieder), regelmäßige interkulturelle Begegnungen mit Kindern des Nachbarlandes, (teil-)immersive Arbeit durch Einsatz von Muttersprachlern/innen in Form von Praktikanten/innen, Sprachassistenten/innen oder befristet beschäftigten Honorarkräften bis hin zu fest eingestellten Muttersprachlern/innen in Ersatz einer deutschsprachigen pädagogischen Fachkraft (in Einzelfällen). Folgende Formen der Nachbarsprachvermittlung in den Grundschulen gibt es: • • • • Nachbarsprachunterricht ab Klasse 1 an einzelnen Schulen auf Grundlage des Lehrplans „Intensives Sprachenlernen Französisch, Polnisch, Tschechisch“, Tschechisch- und Polnisch-Unterricht im AG-Bereich, Tschechisch- und Polnisch-Unterricht im Ganztagsschulangebot, Interkulturelle Begegnungen im Rahmen von Schulpartnerschaften. Systematische Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der in der Kita erworbenen nachbarsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen der Kinder am Übergang in die Grundschule sind dabei selten. Ebenso finden erst nach und nach Fragen der Dokumentation und Anerkennung erworbener Kompetenzen in

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8 diesem Bereich Eingang in die Kita-Praxis und es werden entsprechende Instrumente (z. B. KOMPI 7) dafür entwickelt. Die Gründe für die Orientierung hin zur Vermittlung der Nachbarsprachen liegen zumeist in der unmittelbaren Grenzlage zu Tschechien und Polen und einem persönlichen Interesse von Eltern und Erziehern/innen bzw. Lehrern/innen am Lernen und Vermitteln der Nachbarsprache. Die Intensität, mit der die Nachbarsprachen vermittelt werden, variiert stark und ist vor allem in den Kitas abhängig vom individuellen Engagement der Erzieher/innen. Im überwiegenden Teil der Kitas, die sich der Mehrsprachigkeit widmen, lernen die Kinder die Nachbarsprache meist nur durch einige Redewendungen, Vokabeln, Lieder und Gedichte kennen. Die erzielten Effekte bei den Kindern sind deshalb nach wie vor meist gering. 8 2.2 Fachliche Begleitung und Unterstützung Der Begleitung der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen und ihrer fachlichen Unterstützung in der nachbarsprachigen Bildungsarbeit widmet sich in der Euroregion NeisseNisa-Nysa (ER NNN) seit 2003 das grenzüberschreitende Bildungsnetzwerk PONTES 9, welches im Rahmen des Bundesprogramms „Lernende Regionen“ bis April 2007 eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erfahren hat. Mit der PONTES-Werkstatt „Nachbarschaft und Sprache“ wurden in dieser Zeit u. a. folgende Unterstützungsangebote entwickelt und unterbreitet: • • • • • • Fortbildungen zur Qualifizierung der Erzieher/innen in der interkulturellen und mehrsprachigen Arbeit, Fachtagungen, u. a. „Erfolgreich über Immersion zur Mehrsprachigkeit in der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa" (28./29.09.2007), regelmäßige Erfahrungsaustausche in der Arbeitsgruppe „Pädagogen der Nachbarsprachen", Hospitationen der Erzieher/innen im Nachbarland, Vermittlung von Muttersprachlern/innen zum Einsatz in den Kitas, regionale und überregionale Öffentlichkeitsarbeit für das Erlernen der Nachbarsprachen. Durch die Arbeit der PONTES-Werkstatt „Nachbarschaft und Sprache" ist es gelungen ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Erziehern/innen in Kindertageseinrichtungen zu knüpfen 10. Dieses Netzwerk wird seit 2012 auch durch den ausschließlich ehrenamtlich agierenden, trinationalen Verein TriLingo e. V. 11 durch verschiedene Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wie dem jährlichen „Tag der Nachbarsprachen“, einer Wanderausstellung mit der Präsentation von Kita-Partnerschaften u. a. unterstützt. 7 8 www.bildungsmarkt-neisse.eu/kompi Merkel, K. (2012) 9 www.pontes-pontes.eu 10 Gellrich, R. (2008) 11 www.trilingo.eu

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9 Im Rahmen seines Modellvorhabens „Zukunft durch Bildung im Landkreis Görlitz. Mit Energie und ohne Grenzen“ im Bundesprogramm LernenvorOrt griff der Landkreis Görlitz bisherige Entwicklungen in der Lernenden Region PONTES auf und entwickelte sie weiter. So erfolgte durch die PONTES-Agentur/Servicestelle Bildung des Landkreises Görlitz im Zeitraum 2009-2014 u. a. die Fortführung der Netzwerkarbeit einschließlich des Angebots von Fortbildungen und Fachtagungen zur nachbarsprachigen und interkulturellen Bildung im frühkindlichen Bereich, die Entwicklung von KOMPI 12 als Anerkennungssystem für interkulturelle und nachbarsprachige Bildung im Kindergarten sowie der Aufbau von Referenzstandorten (Kommunen mit beispielhaften Ansätzen für das durchgängige Polnisch- bzw. Tschechisch-Lernen, beginnend ab der Kita) 13. Eine ähnliche Intension wie PONTES verfolgt seit 2004 das in Sachsen und Bayern aktive Koordinierungszentrum für deutsch-tschechische Jugendbegegnung (TANDEM) mit seinem Programm „Von klein auf“ 14. TANDEM unterstützt dabei die Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschechischen Kindergärten entlang der gesamten deutsch-tschechischen Grenze nicht nur finanziell, sondern organisiert darüber hinaus auch Seminare und Infoveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte, informiert über erfolgreiche Projekte und koordiniert die Zusammenarbeit im Vorschulbereich. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten eines ZIEL3-Projekts 15 gehörten in den Jahren 2009-2011 die Fokussierung auf die ersten Kontakte der Kinder mit Tschechisch bzw. Deutsch als Nachbarsprache sowie das Angebot der Sprachanimation speziell für den Vorschulbereich. Basierend auf einer Evaluation der deutsch-tschechischen Kita-Projekte schloss sich im Zeitraum 2012-2014 das Projekt „Schritt für Schritt ins Nachbarland“ 16 an, dessen Fokus auf niederschwelligen Angeboten zu Nachbarland und Nachbarsprache, wie dem Einsatz von „Botschaftern/innen“, und deutsch-tschechischer Projektarbeit lag. Vergleichbare systematische Aktivitäten im Vorschulbereich für den sächsisch-polnischen Grenzraum gibt es seitens des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes bislang nicht. Gleichwohl bietet das Jugendwerk punktuell Fortbildungen zur Sprachanimation und zur deutschpolnischen Projekt- und Begegnungsarbeit an, die auch von Kitas in Anspruch genommen werden können. Seit 2005 unterstützt die Euregio Egrensis im Rahmen ihrer „Deutsch-tschechischen Sprachoffensive“ 17 Kindereinrichtungen und Schulen durch die Übernahme der Finanzierung von wöchentlichen Sprachanimationen und arbeitet dabei mit TANDEM zusammen. 2.3 Umsetzung des Immersionsansatzes Der durch die Arbeit des PONTES-Bildungsnetzwerkes begonnene Schwerpunkt der Förderung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder in den grenzüberschreitend aktiven Kinder- 12 13 www.bildungsmarkt-neisse.eu/kompi Landkreis Görlitz (2014b), (2014c) 14 www.vonkleinauf.info 15 TANDEM (2011b) 16 http://www.schrittfuerschritt.info 17 http://www.euregio-egrensis.de/sprachoffensive.htm

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10 tageseinrichtungen wurde im Zeitraum 2007-2008 durch das INTERREG IIIA-Projekt „Aufbau und Entwicklung bilingualer Konzepte in Kindertageseinrichtungen der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa“ vertieft. Dabei konnte u. a.: • • • • • • • • • in vier Kindertageseinrichtungen die Immersionsmethode für mind. ein Jahr erprobt, ein Praktikum von sechs tschechischen Schülerinnen der Pädagogischen Mittelschule Liberec in deutschen Kindertageseinrichtungen durchgeführt, drei COMENIUS-Sprachassistentinnen in Kindertageseinrichtungen eingesetzt, vier neue intensive grenzüberschreitende Kita-Partnerschaften aufgebaut, eine Fachtagung zur Immersionsmethode gemeinsam mit der Domowina e.V. veranstaltet, drei einbzw. zweitägige Weiterbildungen Kindertageseinrichtungen durchgeführt, für Pädagogen/innen in ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch der Pädagogen/innen in der „AG Pädagogen der Nachbarsprachen“ fortgesetzt, zwei Broschüren zu den mehrsprachigen Angeboten in Kindertageseinrichtungen im deutschen und tschechischen Grenzraum 18 erstellt und die Aufnahme der Nachbarsprachen Polnisch und Tschechisch in die Stundentafel der Fachschule für Sozialpädagogik der Euro-Schulen Görlitz/Zittau in den Ausbildungsgang „Staatlich anerkannter Erzieher“ angeregt werden. Im Projektbeirat mit Vertretenden des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales (SMS), der Städte Görlitz und Zittau, der Arbeiterwohlfahrt, des PONTES-Bildungsnetzwerkes und der Hochschule Zittau/Görlitz wurden 2008 wichtige Handlungsschritte zur Umsetzung der Mehrsprachigkeit im sächsischen Grenzraum in einem Impulspapier an das SMS als damals zuständiges Ministerium zusammen gefasst, das eine positive Resonanz erhielt. In der von SMS und SMK gemeinsam eingerichteten Arbeitsgruppe zur Mehrsprachigkeit am Übergang Kita-Grundschule wurde in der Folge u. a. ein Orientierungsrahmen „Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen“ 19 erarbeitet, der jedoch die Spezifika der frühen nachbarsprachigen Bildung in der Grenzregion nur anreißt. Unmittelbar anknüpfend an die Ergebnisse des INTERREGIIIa-Projektes wurde in der neuen EU-Förderperiode 2007-2013 von verschiedenen Akteuren des Bildungsnetzwerks PONTES ein gemeinsamer Projektvorschlag „Mit zwei Sprachen groß werden“ für das sächsischtschechische ZIEL3-Programm erarbeitet. Schwerpunkt sollte die praktische Umsetzung der Immersionsmethode in je zwei deutschen und tschechischen Kindertageseinrichtungen sowie deren wissenschaftliche Begleitung sein, um auf diesem Wege einen transferierbaren Leitfaden für die frühe nachbarsprachige Bildung in Kitas im grenznahen Raum Sachsens zu erarbeiten und auf dieser Grundlage pädagogische Fachkräfte zu qualifizieren. Das komplizierte und langwierige Antragsverfahren und die finanziellen Rahmenbedingungen (u. a. Aufbringung der Eigenmittel, Notwendigkeit längerer Phasen der Vorfinanzierung) stellten die Projektpartner/innen und insbesondere die beteiligten Kitas vor unlösbare Probleme, so dass 18 19 SMS (2007) SMK (2010)

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11 das gemeinsame Vorhaben nicht zustande gekommen ist. Damit stagniert seit 2008 auch die Entwicklung von bilingualen Kitas in der ER NNN. Ein Erfolg versprechender Ansatz ist das von der Kita „Knirpsenland“ Oderwitz gemeinsam mit ihrer tschechischen Partner-Kita in Jablonec n. N. umgesetzte Modell des grenzüberschreitenden Austausches von Erzieherinnen, um damit zumindest tageweise immersiv zu arbeiten und dies mit interkulturellen Begegnungen der Kinder zu verknüpfen. Er ist jedoch bislang wieder nur durch das besondere Engagement der Erzieherinnen und Eltern beider Einrichtungen und durch die aufwendige Akquise von Projektgeldern umsetzbar. Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales förderte TANDEM in einem Pilotprojekt bis 2014 den Fachkräfteaustausch zwischen deutschen und tschechischen Partner-Kitas für eine Dauer von mind. 10 und max. 60 Arbeitstagen pro Fachkraft. Ein vergleichbares Förderprogramm gibt es bislang in Sachsen nicht. Das im sorbischen Gebiet bereits seit 1998 erfolgreich erprobte, wissenschaftlich begleitete und evaluierte Projekt WITAJ, in dem die Immersionsmethode für Kinder, in deren Familien kein Sorbisch gesprochen wird, angewandt wird, kann als Beispiel guter Praxis für die Umsetzung der Immersionsmethode in der frühen nachbarsprachigen Bildung im sächsischen Grenzraum herangezogen werden. Es bietet die Chance, aus den dort gemachten methodisch-didaktischen Erfahrungen zu lernen und die Übertragbarkeit der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den frühen Nachbarspracherwerb Polnisch/Tschechisch im grenznahen Raum zu prüfen. 20 2.4 Rahmenbedingungen 2.4.1 Rechtlicher Rahmen Das auf dem Achten Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) beruhende Sächsische Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen (SächsKitaG) 21 bildet den Rahmen für die Umsetzung früher nachbarsprachiger Bildung in den Kitas der sächsischen Grenzregionen. Hierin ist nicht nur der ganzheitliche Bildungs-, Erziehungsund Betreuungsauftrag zum „… Erwerb und der Förderung sozialer Kompetenzen wie der Selbständigkeit, der Verantwortungsbereitschaft und der Gemeinschaftsfähigkeit, der Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen, Kulturen und Lebensweisen sowie gegenüber behinderten Menschen …“ sowie zur “… Ausbildung von geistigen und körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten insbesondere zum Erwerb von Wissen und Können, einschließlich der Gestaltung von Lernprozessen …“ bis hin zur Gestaltung des Übergangs in die Schule festgeschrieben. Fixiert ist darin auch der Sächsische Bildungsplan als Grundlage für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit in den Kitas. Dieser Leitfaden bietet den pädagogischen Fachkräften vielfältige Ansatzpunkte für die Umsetzung nachbarsprachiger Angebote 22. 20 21 Kaulfürst, J. (2008) SächsKitaG § 2 22 www.bildungsmarkt-neisse.eu/kompi, Kap. 1

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12 2.4.2 Finanzierung nachbarsprachiger Angebote Grundsätzlich wird die Finanzierung der pädagogischen Arbeit in den sächsischen Kitas über das SächsKitaG, Abschnitt 3 geregelt: Personal- und Sachkosten für den ordnungsgemäßen Betrieb der Kita werden über Elternbeiträge, Zuschüsse der Gemeinde und des Landes Sachsen sowie ggf. einen angemessenen Eigenanteil des Trägers der freien Jugendhilfe refinanziert. Darüber hinaus können Kosten, die durch zusätzliche Angebote der Kindertageseinrichtungen bedingt sind, gegenüber den Erziehungsberechtigten im Einvernehmen mit dem Elternbeirat geltend gemacht werden 23. Kitas, die Kinder aus dem Nachbarland betreuen, können beim SMK einen Landeszuschuss nach § 18 SächsKitaG für die Betreuung der polnischen bzw. tschechischen Kinder erhalten. Voraussetzungen für die Gewährung eines Landeszuschusses sind:  die Zahlung des Gemeindeanteils für den Betreuungsplatz durch die Standortgemeinde der Einrichtung, sofern dieser nicht durch die Wohngemeinde der Kinder übernommen wird,  die bilinguale Erziehung der deutschen und tschechischen bzw. polnischen Kinder unter Anwendung der Immersionsmethode, damit auch die sächsischen Kinder die Sprache des Nachbarlandes lernen können, sowie  der partnerschaftliche Austausch mit Einrichtung/en im Nachbarland. 2013 wurden 6 Kitas solche Landeszuschüsse für insgesamt bis zu 76 Plätzen bewilligt. Davon betreuen 3 Einrichtungen polnische Kinder und 3 Einrichtungen tschechische Kinder, insgesamt waren dies 45 Kinder (Stand Mai 2013). Diese Kitas verfügten insbesondere auch über muttersprachliches pädagogisches Personal. Kitas, die über kein eigenes muttersprachliches Personal für Polnisch bzw. Tschechisch verfügen und/oder grenzüberschreitende Partnerschaften mit Kitas aus dem Nachbarland pflegen, sind i. d. R. auf die Einwerbung zusätzlicher finanzieller Mittel über Projekte zur Finanzierung ihrer Aktivitäten angewiesen.  Für die Finanzierung von Sachkosten für die Durchführung von Begegnungsmaßnahmen oder kleinere grenzüberschreitende Projekte können dabei Förderprogramme der Euroregionen, von TANDEM, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und vom DPJW genutzt werden.  Die Finanzierung von Personalkosten für den zusätzlichen Einsatz von muttersprachlichen Fachkräften zur Umsetzung der Immersionsmethode erfolgte bisher punktuell über EU-Projekte im Rahmen der Operationellen Programme SachsenNiederschlesien bzw. Sachsen-Tschechien (INTERREG, Ziel3) oder in Ausnahmen auch über den Einsatz von COMENIUS-Sprachassistenten/innen. Der mit der Beantragung, Verwaltung und Abrechnung der Projektmittel sowie mit der z. T. erforderlichen Vorfinanzierung bzw. der Erbringung von Eigenmitteln verbundene personelle und finanzielle Mehraufwand ist für einzelne Kitas bzw. deren Träger oft nur schwer oder gar nicht zu realisieren. Er stellt damit eine Barriere für die Umsetzung nachbarsprachiger Bildung dar und führt gleichzeitig dazu, dass begonnene Aktivitäten nach Projektende wieder 23 SächsKitaG §15 (4)

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