inGENIEur Magazin - High-Tech Panther

 

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Das OÖ. Magazin für technikbegeisterte Menschen und angehende Ingenieure.

Popular Pages


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DAS OÖ. MAGAZIN FÜR TECHNIKBEGEISTERTE MENSCHEN UND ANGEHENDE INGENIEURE. AUSGABE NO.5 | 2015/16 HIGH-TECH PANTHER KAMPF DEN VIREN – KUNSTSTOFF ALS LEBENSRETTER

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WERDEN DIE VIER IHR KÖPFCHEN IM BERUF BEWEISEN KÖNNEN? Unsere Industrie schafft jeden 2. Arbeitsplatz in Oberösterreich. Das soll auch in Zukunft so sein. Wir erzeugen Zukunft Die OÖ. Industrie Schaffen wir jetzt gemeinsam die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft in Oberösterreich. Das braucht die OÖ. Industrie: • Beste Bildung in Kindergarten und Volksschule _ Mehr Mittel für frühkindliche Bildung _ Hervorragende Beherrschung der Grundschulkenntnisse • Erstklassige technische Ausbildung in HTL, FH und Universität _ Weiterentwicklung des HTL-Angebotes _ Kräftiger Ausbau von FH und JKU im technischen Bereich • Hervorragende internationale Infrastrukturanbindung _ Straße, Schiene, Fluganbindung, Energie, Breitband www.wirerzeugenzukunft.at 2 • 4 Prozent Forschungsquote bis 2020 _ Rasche Verdreifachung des Forschungsbudgets des Landes _ Neue Perspektiven durch Initiative Industrie 4.0 • Gesunder Landeshaushalt und effizienter öffentlicher Sektor _ Fortsetzung der Verwaltungsreform _ Abbau der Bürokratie für Unternehmen

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SPANNUNG. VIELFALT. TECHNIK! Die Anforderungen, die Sie wie viele aufstrebende junge Menschen an Ihren zukünftigen Job stellen, sind vermutlich hoch. Spannend sollte er sein, vielfältig und abwechslungsreich. Vielleicht sollte er Sie auch ins Ausland bringen und Ihnen ermöglichen, andere Kulturen kennen zu lernen? Dass der Beruf interessant ist, wird ohnehin vorausgesetzt – auch in finanzieller Hinsicht. Die hohen Erwartungen an Ihren späteren Arbeitsplatz sind durchaus berechtigt. Denn der Job nimmt einen viel zu wichtigen Teil unseres Lebens ein, um gerade einmal die Grundversorgung zu sichern. Deshalb sollte er Ihnen Freude bereiten, Spaß machen und obendrein den finanziellen Spielraum für die Erfüllung des einen oder anderen Lebenstraumes bieten. Damit diese Vision zur Realität wird, müssen Sie selbst einige Beiträge dazu leisten. Eine optimale Ausbildung und Vorbereitung auf das spätere Berufsleben gehört ebenso dazu wie die richtige Berufswahl. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich rechtzeitig mit Ihren eigenen Begabungen, Fähigkeiten und Wünschen auseinandersetzen. Wissen Sie eigentlich in welchen Berufsfeldern Sie Abwechslungsreichtum, Karrierechancen und gehobenes Einkommen gleichzeitig vorfinden? Genau: in technischen Berufen! Wie die Technik selbst sind sie besonders vielfältig, abwechslungsreich und auf die Zukunft ausgerichtet. Wenn Sie sich für eine Ausbildung an einer HTL oder für ein technisches Hochschulstudium an einer Universität oder an einer Fachhochschule in Oberösterreich entscheiden, gehört die Zukunft Ihnen! Bei der Lektüre des inGENIEur-Magazins, das Sie gerade in Händen halten, werden Sie erkennen, wie vielfältig und abwechslungsreich die Technik tatsächlich ist. Oder wussten Sie bereits, dass ein scheinbar simples Blutabnahmeröhrchen – auch VACUETTE genannt – ein echtes High-Tech-Produkt ist, in dem jede Menge Forschung und Technik steckt? Beim Flughafenlöschfahrzeug PANTHER der 3 Firma Rosenbauer ist dies augenscheinlich, ebenso bei den Wälzlagern von SKF, die übrigens auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen. Alle diese Produkte werden von Industriebetrieben in Oberösterreich hergestellt und in der ganzen Welt verkauft. Blättern und lesen Sie sich also durch die neue Ausgabe des inGENIEur-Magazins! Bestimmt werden Sie dabei entdecken, wie spannend Technik sein kann, und dass Technik in jeder Hinsicht Zukunft bedeutet. Ihr Dr. Axel Greiner Präsident - Industriellenvereinigung Oberösterreich

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INHALT 30 PFERDE RASANTE MAGAZIN NO.5 2015/2016 06 IV OÖ DIGITAL IN DIE ZUKUNFT DER NEUE PANTHER 08 RAUBTIER AUF DER PIRSCH PLASTICS FOR LIFE 12 18 KUNSTSTOFF ALS LEBENSRETTER VOM SCHROTT ZUM HIGHTECH-WERKSTOFF IM INTERVIEW MIT LEICHTIGKEIT IN DIE KURVEN 23 24 29 30 34 40 MAG.A DORIS HUMMER HIGHTECH-NAHRUNG VOM FELD MIT INTELLIGENTER TECHNIK ZUR PERFEKTEN SAAT IM INTERVIEW DR. MICHAEL STRUGL RASANTE PFERDE VON NULL AUF 100 IN ETWA 2 SEKUNDEN EFFIZIENTES KUNSTSTOFFRECYCLING GRÜNE INNOVATION DEN TÄTERN AUF DER SPUR INNOVATIVE GASTECHNOLOGIEN 46 OBERÖSTERREICHS SILICON VALLEY ENTWICKLUNGEN MIT P-APP MECHATRONIK – DIE ZUKUNFT IST HEUTE! 52 INTERNATIONALER MECHATRONIK-PREIS FH OBERÖSTERREICH 12 PLASTICS FOR LIFE Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH Wiener Strasse 80, 3580 Horn Auflage: 20.000 Stück Auflagegebiet: Oberösterreich Offenlegung nach § 25 Mediengesetz Alleineigentümer: Industriellenvereinigung Oberösterreich Eisenhandstraße 15, 4020 Linz 54 MEHR ERREICHEN MIT EINEM STUDIUM STUDIEREN AM LINZ INSTITUTE OF TECHNOLOGY OBERÖSTERREICHS HTL'S HTL VÖCKLABRUCK HTL NEUFELDEN 60 66 72 74 JOHANNES KEPLER UNIVERSITÄT LINZ IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: Industriellenvereinigung Oberösterreich DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch Eisenhandstraße 15, 4020 Linz Tel.: 0732 781976-0 Mail: inGENIEur-redaktion@iv-net.at www.ingenieurebrauchtdasland.at Chefredaktion: Mag. Paola Mich-Herrnbauer Layout, Artdirection: ADhouse Communication Group Daniela Aistleitner, Andreas Walchshofer, Aenreeya Mangta 4020 Linz, Marienstrasse 10A, Tel.: 0732 605850-0 Mail: office@ADhouseGroup.com www.ADhouseGroup.com DAS REICHHALTIGE BILDUNGSANGEBOT MIT WÄRME KÜHLEN ENTWICKLUNG EINER FERTIGUNGSANLAGE AKTE STRADIVARI – GELÖST! VON DER URPRODUKTION ZUM GENUSS WIE MAN REALE OBJEKTE IN 3D VERWANDELT DIAGNOSE ZÖLIAKIE? 76 78 80 84 HTBLA HALLSTATT HTL ELMBERG HTL LEONDING HTL WELS FÜR LEBENSMITTELTECHNOLOGIE

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34 INNOVATION GRÜNE 86 VOM MOLEKÜL BIS ZUM FERTIGEN BAUTEIL ORDENTLICH POWER JOB MASCHINE EHC-ENERGY OPTIMIZED HYBRID CAR BARRIEREN ÜBERWINDEN OPTIMIERUNG EINES PROBENLAGERS WISSEN, SÄEN UND ERNTEN SPARKY – DER XBOX-CLUSTER HTL ANDORF 88 90 92 94 96 HTL BRAUNAU HTL WELS HTL LINZER TECHNIKUM HTL TRAUN HTL RIED 100 HBLA ST. FLORIAN 102 HTL PERG 104 HTL GRIESKIRCHEN 106 HTL STEYR KLASSENPATENSCHAFTEN SOLIDARITÄT KENNT KEINE GRENZEN ERKLÄREN IST GUT – ILLUSTRIEREN IST BESSER! 108 HTL 1 BAU UND DESIGN 18 MIT LEICHTIGKEIT IN DIE KURVEN

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Digital in die Zukunft Die Digitalisierung der Welt und unseres täglichen Lebens schreitet munter voran. Sie betrifft nicht mehr nur die Kommunikationstechnologien sondern verändert mittlerweile viele weitere Produktgruppen und sogar die Produktionsprozesse. Das industriestarke Bundesland Oberösterreich muss daher seine Technologiekompetenz weiter ausbauen, um im globalen Wettbewerb auch in Zukunft vorne mit dabei zu sein. Dazu braucht es vor allem drei Dinge: Techniker, Techniker und... Techniker! Ohne Forschung keine innovativen Produkte, ohne Produktinnovationen keine Exporte und ohne Exporte kein Wohlstand. Oder anders ausgedrückt: Nur mit Technikerinnen und Techniker, die tolle Produkte entwickeln und produzieren, kann unser Land positiv in die Zukunft blicken. Vor allem, weil der technische Fortschritt weiter an Tempo zulegt und damit nicht nur Produkte sondern die gesamte Wirtschaft und überhaupt unser Leben massiv verändert. Ein Beispiel gefällig? Führende Mobiltelefon-Hersteller, die ehemals das Handyzeitalter eingeleitet und vorangetrieben haben, sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden, weil sie die Weiterentwicklung vom Mobiltelefon zum Smartphone versäumt haben. In den hochentwickelten Indu­ strieländern ist es mittlerweile Standard, mit dem Handy nicht nur telefonisch sondern auch per Mail oder Soci© Fotos: IV OÖ, Shutterstock al Media immer und überall erreichbar zu sein – nicht nur das Produkt ist „cooler“ geworden, auch die Wirtschaft und unser tägliches Leben haben sich dadurch verändert. Die voranschreitende Digitalisierung beeinflusst aber nicht nur die Kommunikationstechnologien sondern die gesamte Arbeitswelt und auch die Produktion. „Der Einzug des Internets in den Produktionsprozess, in die Produktionsanlagen und teilweise in die Produkte selbst wird rasant vonstatten gehen und die Industrie ebenso sehr verändern wie die Mechanisierung oder später die Elektrifizierung. Wir bezeichnen diese ‚Internetisierung’ der Industrieproduktion als vierte industrielle Revolution und wollen diese in Oberösterreich aktiv mitgestalten, um auch in 20 Jahren noch international erfolgreich zu sein“, erklärt dazu Dr. Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ). Technik gewinnt weiter an Bedeutung Auch wenn heute nur vage vorhergesagt werden kann, wie die einzelnen Arbeitsplätze in der Industrie der Zukunft aussehen werden, ist heute schon eines sicher: „Einfache, wiederkehrende Tätigkeiten wird es kaum mehr geben. Qualifizierte technische Jobs werden aber weiter massiv an Bedeutung gewinnen“, weiß der IV OÖ-Präsident. Denn bei aller Automatisierung und Vernetzung der Produktion braucht es weiterhin viele Menschen, die einerseits die Produkte entwickeln und andererseits die für die Produktion notwendigen Anlagen bauen, überwachen und servicieren. Handwerkliche Kenntnisse, produkt- und branchenspezifisches Wissen werden dazu ebenso notwendig sein wie technisches Know- Per Mausklick zum Erfolg Die interaktive Landkarte der IV OÖ verlinkt Ausbildungs- und Karrierechancen in Oberösterreich und stellt die wichtigsten Betriebe sowie sämtliche HTLs auf einer eigenen Homepage vor: www.industrielandkarte.at 6

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„Für den Ausbau der Technologiekompetenz braucht es kompetente Techniker!“ IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner how in allen Fachrichtungen – von den klassischen Ingenieursdisziplinen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik über die Werkstoffwissenschaften bis hin zur Informatik oder Mechatronik. „Unsere Technologiekompetenz muss weiter ausgebaut werden“, so Greiner: „dazu brauchen wir kompetente Techniker!“ Hervorragende Karrierechancen Wer daher über eine technische Ausbildung – egal ob als Facharbeiter mit Lehrabschluss, als HTL-Absolvent oder Diplomingenieur – verfügt, findet im Berufsleben hervorragende Aufstiegsund Karrierechancen vor. „Wer sich jetzt für eine technische Ausbildung entscheidet, dem stehen beruflich viele Türen offen“, erklärt auch IV OÖGeschäftsführer Dr. Joachim HaindlGrutsch. Und er weiß das am besten. Zum einen ist er selbst studierter Techniker, zum anderen verfügt er über den direkten Draht zu allen maßgeblichen Betrieben in unserem Land: „ Wer in eine manchmal doch etwas aufwändigere Technikausbildung investiert, wird mit einem überdurchschnitt- lichen Einkommen und tollen Karrierechancen belohnt.“ Frauen in die Technik! Damit steht fest: Die Berufswelt gehört den Technikern! Das gilt übrigens nicht nur für Männer sondern auch für Frauen. Gerade jungen Mädchen und Frauen ist daher anzuraten, eine Karriere als Technikerin anzustreben, statt einen klassischen Frauenberuf zu ergreifen. „Erfahrungsgemäß stehen Frauen ihren männlichen Kollegen um nichts nach“, räumt Haindl-Grutsch mit überholten Rollen-Klischees auf. Für ihn ist wichtig, dass das Interesse an technischen Zusammenhängen und Berufen möglichst frühzeitig geweckt wird. Für den IV OÖ-Geschäftsführer steht jedenfalls fest, dass technische Berufe interessant, abwechslungsreich, cool und wichtig für die Zukunft sind – für die Zukunft der Betriebe wie auch für die Zukunft jedes jungen Menschen. 7

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RAUBTIER AUF DER PIRSCH Lauernd wie eine Raubkatze, ist er jederzeit einsatzbereit. Denn wenn es hart auf hart kommt, muss es schnell gehen. Wenn ein Panther zum Einsatz gerufen wird, zählt jede Sekunde. Mit der vierten Generation des erfolgreichen Flughafenlöschfahrzeuges setzt Rosenbauer neue Maßstäbe in Punkto Löschtechnik und Sicherheit. 8

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Lange Anfahrtswege, im Ernstfall hunderte von zu rettenden Personen und mit Treibstoff vollbepackte Flugzeuge. Geht der Alarm für die Flughafenfeuerwehr los, beginnt ein minutiös vorbereitetes Szenario. Um den Panther einsatzbereit zu machen, braucht es nur einen Knopfdruck. Automatisch werden Motor, Blau- und Fahrlicht eingeschaltet, ein weiterer Knopfdruck setzt die Löschanlage in Betrieb. Die Türen schließen bei einer Geschwindigkeit von 3 km/h automatisch. Fahrer und Crew können sich sofort auf den Einsatz einstellen und vorbereiten. Binnen zwei Minuten muss das Löschfahrzeug laut internationalen Vorschriften an jedem Ort eines Flughafens sein. Von 0 auf 80 km/h in unter 28 Sekunden kommt der neue Panther dank seines sportlichen Konzepts mit 750-PS-Euro-6-Motor und 8-Gang-Getriebe. 9

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In der stärksten Version, als 8x8, bringt er es sogar auf eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h. Dass es der Panther auf seinem Weg mit Hindernissen oder unwegsamem Gelände zu tun bekommen könnte, wurde bei der Entwicklung natürlich berücksichtigt: Aufgebaut auf allradgetriebenen Fahrgestellen mit progressiven Schraubenfedern und ausgestattet mit Scheibenbremsen und Singlebereifung, ist der bis zu 52 Tonnen schwere Koloss dennoch höchst geländegängig. Innovative Technik für klare Sicht Zur Unterstützung des Fahrers wurde der neue Panther mit modernsten Assistenzsystemen ausgestattet: Abgesehen von der neuen Panoramakabine mit vergrößerten Glasflächen, die einem das Gefühl vermittelt in einem Helikopter zu sitzen, stehen nun auch Reifendrucküberwachung, elektronische Rollstabilitätsregelung oder ein eigenes Radarsystem zur Verfügung, das abhängig vom vorhergesagten Fahrweg eine Warnung vor Löschen via Joystick Mehr als 250 Tonnen Kerosin führt beispielsweise ein vollgetankter Airbus A 380 mit sich. Kommt es bei einem Flugzeug zu einem Brand, muss der Panther zur Höchstform auflaufen: Bis zu 19.000 Liter Löschmittel beim Panther 8x8 führt die motorisierte Raubkatze mit sich, um diese im Bedarfsfall binnen zwei Minuten auszubringen. Mit dem Frontwerfer werden Wurfweiten bis zu 80 Meter erzielt, mit dem Dachwerfer sogar bis zu 100 Meter. Neue Hochleistungspumpen sorgen dafür, dass 9.000 Liter Wasser und Schaum pro Minute ausgestoßen werden können. Die Bedienung des Löscharms, der Dach- und Frontwerfer erfolgt mittels ergonomisch verbesserten, hintergrundbeleuchteten Joysticks oder Steuergriffen. Modernster Komfort „Wir haben den Panther in unseren Entwicklungsschwerpunkten Sicherheit, Nutzungs- und Bedienkomfort sowie Lösch- und Fahrperformance optimiert, um unseren Kunden eine neue Generation der Löschfahrzeuge präsentieren zu 50 Stunden-Extremrallye Ein 50 Stunden-Dauerbelastungstest wurde mit dem Prototypen des neuen Panther durchgeführt. Michael Kaiser: „Dabei war das Fahrzeug mehrere Tage auf einer Teststrecke unterwegs, auf der auch Rallye-Trucks getuned werden." Etwa 200 Mal wurde diese umrundet, 10 © Fotos: Rosenbauer, iStock Kollisionen ausgibt. Das Birdview-System zeigt das Umfeld des Fahrzeuges zusätzlich aus der Vogelperspektive an. können", ist Rosenbauer-Produktmanager Michael Kaiser stolz auf das neue Baby der Panther-Familie. „Besonders bei den Anwendungen und Steuerungen haben wir darauf geachtet, diese möglichst intuitiv zu gestalten, damit Abläufe logisch und einfach vonstatten gehen können."

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einmal in Schrittgeschwindigkeit, einmal mit höchstem Tempo und jedes Mal über Asphalt- und Schlechtwege, durch wassergefüllte Watbecken und Schlaglöcher, über steile Rampen und eine Rüttelstrecke. „Nach insgesamt 50 Stunden Extremrallye ist ein gesamter Produktlebenszyklus nachempfunden." Um vor der Premiere im Juni 2015 möglichst 'unerkannt' zu bleiben, ließ man das mächtige Fahrzeug wochenlang im Tarnkleid durch die Gegend streifen. Metallerotik und Dynamik Im Bereich der Flughafen-Tanklöschfahrzeuge ist Rosenbauer Weltmarktführer. 1.400 Fahrzeuge dieser Art sind auf Flughäfen in 90 Ländern der Welt im Einsatz. 17 Stück des neuen Panther wurden bereits verkauft. Zwölf Monate in etwa beträgt die Zeit von der Bestellung bis zur Auslieferung eines Panther. An der Entwicklung und dem Bau eines neuen Löschfahrzeuges dieser Art sind bis zu 50 Rosenbauer-Mitarbeiter beteiligt. Dass die Rosenbauer-Welt nach wie vor sehr männerdominiert ist, erklärt sich Mag. Gerda Königstorfer, Leitung Unternehmenskommunikation, so: „Einerseits liegt es am Instinkt des Mannes, Leben zu retten und das Feuer zu bezwingen. Viele unserer Mitarbeiter sind in ihrer Freizeit auch Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren. Andererseits liegt es mit Sicherheit an der Metallerotik, an der Dynamik und Geschwindigkeit, die unsere Produkte mit sich bringen, warum sehr viele Männer bei uns arbeiten. Aber die Frauenquote steigt: Im Vertrieb, aber auch in der Entwicklung sind bereits einige Damen in Schlüssel- und Führungspositionen eingesetzt." Der Panther im Dauerbelastungstest: „Nach insgesamt 50 Stunden Extremrallye ist ein gesamter Produktlebenszyklus nachempfunden." Michael Kaiser, Rosenbauer-Produktmanager 11

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PLASTICS FOR LIFE 12

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„Gleich wird's ein bisschen pieksen.” Meist drehen wir nach diesem Satz des Arztes tapfer den Kopf zur Seite, denn wer will schon zugeben, welche Ängste manch einer vor einer Blutabnahme aussteht. Habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum sich Ärzte nicht nur mit ein paar Tropfen eures Blutes zufrieden geben, sondern gleich mehrere Röhrchen damit füllen? Und warum die Kappen der Behälter alle eine andere Farbe haben? Je nachdem, welche Blutwerte bestimmt werden sollen, müssen dem Blut verschiedene chemische Substanzen in fester oder flüssiger Form zugesetzt werden. Diese befinden sich bereits in den Blutentnahmeröhrchen, die bei Greiner Bio-One VACUETTE genannt werden. Sie ermöglichen, dass das Blut für manche Analysezwecke beispielsweise schneller gerinnt. Um die verschiedenen Blutentnahmeröhrchen leicht unterscheiden zu können, sind sie farblich unterschiedlich gekennzeichnet. Dass das Blut bei der Entnahme rasch in die Röhrchen gelangt, liegt an einem Unterdrucksystem. Das Blut wird daher bei der Punktion einer Vene automatisch angesaugt. Jährlich werden bei Greiner Bio-One mehr als zwei Milliarden VACUETTE-Röhrchen produziert. Im Schnitt verbraucht jeder Österreicher in seinem Leben rund 500 Blutentnahmeröhrchen und 100 Nadeln von Greiner Bio-One. 13

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„MEDIZINISCHE PRODUKTE, WIE ETWA BLUTENTNAHMESYSTEME, MÜSSEN IN IHRER FUNKTION HOHE ANFORDERUNGEN ERFÜLLEN.” Richard Haugeneder, Produktionsleiter Werkzeuge, die Leben retten Weltweite Studien belegen, dass sich Mitarbeiter im Gesundheitswesen alle ein bis zwei Jahre an spitzen Gegenständen, wie Spritzen oder Kanülen stechen und dies am häufigsten bei der Nutzung und Entsorgung des jeweiligen Gegenstandes geschieht. Dadurch steigt natürlich das Infektionsrisiko für Gefahr im Keim ersticken In Krankenhäusern und Altenheimen gibt es eine ganze Reihe von Bedrohun- 14 © Fotos: Greiner Bio-One, Shutterstock Kunststoff als Basis Als Hersteller von Produkten für das Gesundheitswesen kennt man Greiner Bio-One bereits weltweit. Für fast alle Produkte von Greiner Bio-One stellt Kunststoff die Basis dar. Was im Grunde einfach klingt, ist in der Umsetzung äußerst komplex. „Medizinische Produkte, wie etwa Blutabnahmesysteme, Spezialprodukte für die Kultivierung und Analyse von Zellkulturen sowie Microplatten für das Hochdurchsatz-Screening im Labor, müssen in ihrer Funktion hohe Anforderungen erfüllen”, betont Richard Haugeneder, Produktionsleiter am GBOStandort in Rainbach. „Steril und speziell präpariert, stabil, bruchsicher oder luftundurchlässig. Und neben ihrer Funktionalität müssen die Produkte auch noch benutzerfreundlich sein. Immerhin arbeiten Menschen mit unseren Produkten.” Eine Vielzahl an Fachpersonal – wie etwa Kunststofftechniker, Produktionstechniker, Chemielaboranten oder biomedizinische Analytiker – arbeiten bei Greiner Bio-One an der Entwicklung von neuen Produkten bzw. Innovationen für mehr Sicherheit im medizinischen Bereich. eine übertragbare Krankheit wie etwa Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV um ein Vielfaches. Um die Verletzungsgefahren einzudämmen, entwickelt Greiner Bio-One Sicherheitsprodukte, wie etwa Schutzkappen für Kanülen oder spezielle Entsorgungsboxen. Die Eindämmung von Gesundheitsrisiken ist auch das erklärte Ziel des neu geschaffenen Geschäftsbereiches Greiner BioOne Diagnostics mit Sitz in Rainbach. Die Mitarbeiter dieses Bereiches arbeiten an Methoden zum Nachweis von Infektionskrankheiten, insbesondere durch Bakterien und Viren.

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gen durch Infektionen, vor allem durch Antibiotika-resistente Keime wie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) oder CDI (Clostridium difficile). Allein in Österreich infizieren sich jährlich bis zu 10.000 Patienten mit den gefährlichen Keimen. Im vergangenen Jahr verliefen die Infektionen bei mehr als 700 betroffenen Menschen sogar tödlich. „Es ist entscheidend, die Besiedlung oder Infektion eines Patienten so schnell wie möglich nachzuweisen und, falls notwendig, diesen Patienten separat von anderen zu behandeln”, so Dr. Christian Mittermayr, Project & Innovationmanager bei Greiner Bio-One Diagnostics. „Und genau hier spielen wir eine Rolle, indem wir einen sehr simpel handhabbaren Test entwickelt haben, der in nie dagewesener Schnelligkeit und Präzision Ergebnisse liefert und so ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglicht.” Die neuartige Technologieplattform nennt sich Genspeed. Dieser – auf DNA basierender – Schnelltest, weist Bakterien und Viren in einer Probe innerhalb von 75 Minuten nach. Nach der Probenentnahme aus Rachen oder Nase, wird DNA aus den Zellen freigesetzt und mittels Pipette auf einen Chip aufgetragen. Genspeed analysiert automatisch und überträgt die Ergebnisse direkt auf den Computer. Kampf den Viren „Als Unternehmen im Gesundheitsbereich mit Fokus auf Infektionsvermeidung und starker Forschungsorientierung haben wir die Verantwortung, einen Beitrag zur Heilung und Vorbeugung von Infektionen mit tödlichen Viren zu leisten”, unterstreicht auch Astrid Heuzonter, Head of Human Resources by Greiner Bio-One. Auch zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie im Jahr 2014 leistete Greiner nicht nur großzügige finanzielle Unterstützung, sondern auch in Form von medizinischen Produkten wie etwa den VACUETTE-Blutentnahmeröhrchen. 15

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