enter the hyperspace, frank richter

 

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enter the hyperspace

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1994 2011 c -print s works selecte d frank richter enter the hyperspace

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enter the hyperspace c-prints frank richter 19 9 4 - 2 011

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enter the hyperspace ein 4dimensionaler würfel setzt einen raum voraus, der durch vier koordinatenachsen bestimmt wird, die alle zueinander in einem rechten winkel stehen. einen körper in solch einem raum kann man nicht als eine reale gegebenheit wahrnehmen. sondern nur als ein mathematisches konstrukt akzeptieren, das gesetzt, erdacht und als ein reines gedankengebilde hervorgebracht wurde. –-wie auch die 4dimensionale fläche, den hypertetraeder, den hypertorus oder die hyperkugel, welche sich aber in ihrer äusseren erscheinung nicht wesentlich von einer gemeinen kugel unterscheidet. obwohl in ihrer vielschichtigkeit schwer durchschaubar, sind dem gehirn als ein mit hoher komplexität entwickeltes organ eigentlich hyperdimensionale strukturen nicht fremd. da jede nervenzelle sich über synapsen hochgradig, d.h. ungleich höher als bei einem superschnellen parellelrechner vernetzt, können menschliche denkbahnen mit sehr vielen freiheitsgraden operieren. mit diesem potential überschreiten sie in einer zeit, die durch schwer überschaubare daten- sowie kommunikationsnetze bestimmt wird, zwangsläufig die drei dimensionen der alltäglichen vorstellungswelt. ---demgegenüber steht aber die unfassbarkeit von räumen, welche die dimensionalität unserer körperlichen verfasstheit übersteigen. es ist aber immerhin möglich, den hyperraum als eine schematische fortschreibung des bekannten 3dimensionalen koordinatensystems zu verstehen. wenn jeder punkt des 3dimensionalen erfahrungsraumes durch drei zahlen exakt bestimmt werden

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kann, lässt sich auch ein vektor mit vier zahlen als repräsentanten eines punktes in einer 4dimensionalen welt fixieren. fünf zahlen repräsentieren dann eine position in einem 5dimensionalen universum, die sich mit anderen derartigen positionen ganz einfach zu 5dimensionalen körpern verbinden. ---eine entität in einer solcher vektor-matrix wird allein von daten bestimmt und ist von den beschränkungen der materiellen gegebenheiten frei. also zunächst einmal virtuell. enter the hyper space abbildbar sind hyperräumliche konstellationen, wenn sie sich -wie beim schattenriss eines 3dimensionalen körpers- als projektionen darstellen. ein 4d-würfel kann auf diese weise als eine plastik konstruiert werden, wobei die kanten der vierten dimension nicht im 3dimensionalen raum liegen, sondern verkürzt als projizierte tiefe vorliegen. ebenso wird ein gewöhnlicher würfel auf einer ebene orthogonal mit verzerrten kanten wahrgenommen. jede dimension formiert sich somit zu einer unendlichen zusammensetzung der vorherigen dimension. d.h. die erste dimension bildet sich aus einer unendlichen anzahl von punkten der nullten dimension und die zweite dimension aus einer unendlichen anzahl von linien heraus. überträgt man diese analogie auf den hypersphäre, dann ist diese die synthese unendlich vieler 3dimensionaler räume. ---allein die vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich die vierte dimension tatsächlich vorzustellen. es gilt also den hyperraum einzuholen, ohne ihn zu überholen. zunächst einmal gibt es den hyperraum nur als eine einfache erweiterung des bekannten 3dimensionalen koordinatensystems. hierfür wird eine zusätzliche achse eingeführt, die nicht im raum der anderen dimensionen liegt, diese aber kugelförmig umfasst. eine solche progression lässt sich mit der

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formalisierung des raumes auf der grundlage des kartesischen koordinatensystems berechnen. wenn jeder punkt im raum exakt mathematisch beschreibbar ist, können multiple verknüpfungen mit stetig wachsenden freiheitsgraden erzeugt und am computer als animation generiert werden. ---ein betrachter, der solche komplexitäten nicht im detail nachvollziehen kann, wird unweigerlich mit den grenzen seiner sinnlichen wahnehmung und dem prinzipiell unbegrenzten operieren mit abstraktionen konfrontiert. mit dem hyperraum als imaginären überraum verbindet man heute nicht nur formal in der superstring-theorie die gravitation mit der quantenphysik, sondern es ist auch bereits usus, in multivarianten, also mehrdimensionalen datenbanken die unterschiedlichsten informationen zu vernetzen. auf diese weise werden weitreichende relationen deutlich, die mit herkömmlichen methoden nicht ermittelbar sind. z.b. in elektronischen klimakarten der weltweit operierenden meteorologen oder in datenbanken von international agierenden geheimdiensten, wo fakten sich zu kraftfeldern generieren, die kleinste energetische ladungen miteinander in beziehung setzen und auch die unwahrscheinlichsten entladungen aufspüren. ---der extradimensionale raum ist ein unort, d.h. eine utopie, die uns als ästhetischer überbau globaler kommunikations- und informationsnetze längst eingeholt hat. verknüpfungen in einer hyperdimensionalen topologie* generieren, wie in science-fiction-filmen mit vielen effekten vorgeführt, labyrinthische strukturen mit permanenten ausdifferenzierungen. dies führt zu schwer überschaubaren konstellationen, in denen unterschiedliche teilsysteme quantitative beziehungen eingehen. solche konglomerate können sich zu komplexen raumstrukturen konkretisieren, welche permanent bizarre verflechtungen Grössenbegriffe sind nur da möglich, wo sich ein allgemeiner Begriff vorfindet, der verschiedene Bestimmungsweisen zulässt. Je nachdem unter diesen Bestimmungsweisen von einer zu einer andern ein stetiger Uebergang stattfindet oder nicht, bilden sie eine stetige oder discrete Mannigfaltigkeit; die einzelnen Bestimmungsweisen heissen im erstern Falle Punkte, im letztern Elemente dieser Mannigfaltigkeit. Bernhard Riemann, Ueber die Hypothesen, welche der Geometrie zu Grunde liegen. 1854

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herstellen. es liegen dabei ordnungen vor, die sich wechselseitig durchdringen und im detail durchmischen. alle elemente sind miteinander mehrfach verschränkt und reproduzieren bereits mit ihren freiheitsgraden die gesamte konfiguration. obwohl die vielschichtigkeit von bezügen, in denen daten von einer multidimensionalen matrix aufgespannt werden, schwindelnde höhen erreicht, sind in der regel die anvisierten korrelationen mit einer entsprechenden software und rechnerleistung einfach zu beherrschen. enter the hyper space ---mit meta-theorien, die wie bei platons idealen in der Politeia ausserhalb der menschlichen beschränkheit angesiedelt sind, kann selbst das disparate miteinander verbunden werden. so lösen sich in mehrfach verschränkten dispositionen auch dissonanzen bald auf. eine hyperdimensionale datenstruktur vereint mit einer nicht-linearen anordnung unendlich wachsende gegebenheiten, da ihre strukturen stetig sich potenzierende anschlüsse, d.h. verbindungen mit multiplen knoten herstellen. als zumeist offene, dynamische systeme verfügen solche wissensspeicher über ungeheure wachstums- und interpretationspotentiale und können deshalb erkenntnisse und theorien ganz unterschiedlicher informationsbereiche, auch sich widersprechende, direkt oder über umwege strukturell vereinen. alle möglichen verknüpfungen und systemverschränkungen werden durch eine mathematische kausalität aus höheren dimensionen logisch abgesichert. der hyperraum favorisiert sich so zu einer erkenntnisform, mit der voneinander völlig unabhängige richtungen und topoi als zusammengehörig erfahren werden. ---wer sich den hyperraum vorstellen kann, der kann sich in dieser welt fast alles vorstellen. frank richter, 2004

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hyperset - a abbildbar sind hyper-konstellationen, wenn sie sich wie beim schattenriss eines 3dimensionalen körpers als projektionen darstellen. ein 4d-würfel kann auf diese weise als eine plastik konstruiert werden, wobei die kanten der vierten dimension nicht im 3dimensionalen raum liegen, sondern verkürzt als projizierte tiefe erscheinen.

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6d-hyperset 02. 071248.05, c-print, 1996

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WP-02/ 1992/ 70 x 50cm/ C-PRINT

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p. 12

6d-hyperset 05.2909.02, c-print, 1998

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p. 13

WP-02/ 1992/ 70 x 50cm/ C-PRINT

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p. 14

6d-hyperset 07.0011.14, c-print, 2002

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WP-02/ 1992/ 70 x 50cm/ C-PRINT

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