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Drucksache-Nr. Beschlussvorlage Dienststelle/Aktenzeichen Fachgebiet Tiefbau 656.22 Beratungsfolge öff 15.070 Datum 27.02.2015 nicht öff. Sitzungstermin TOP Bau- und Umlegungsausschuss Betreff X 11.03.2015 3 a.) Leopoldsplatz -Gestaltungsvarianten b.) Sachstandsbericht zur Machbarkeitsstudie hinsichtlich der Ver- und Entsorgungsleitungen Beschlussvorschlag 1. Der Bau- und Umlegungsausschuss stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, auf  dem  Leopoldsplatz  die  Variante  A  „Schachbrett“  zu  verwirklichen. 2. Die endgültige Festlegung, welche Oberflächentextur, Farbgebung und Farbabstufung zur Ausführung kommt, erfolgt anhand der Musterfläche auf der Grundlage eines Vor-Ort-Termins des Bau- und Umlegungsausschusses auf dem Gelände der Baden-Baden-Linie. 3. Den Sachstandsbericht hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise bezüglich den Versorgungsleitungen unter dem Leopoldsplatz nimmt der Bau- und Umlegungsausschuss zur Kenntnis Beratungsergebnis Gremium Sitzung am TOP Einstimmig Mit Stimmenmehrheit Anzahl Ja Anzahl Nein Anzahl Enthaltungen Laut Beschlussvorschlag Abweichender Beschluss (siehe Protokoll) Seite 1 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Zusammengefasster Sachverhalt Nachdem der Gemeinderat sich für die RStO konforme Betonbauweise, vorbehaltlich der detaillierteren Darstellung welche Gestaltungsvariante in Beton möglich ist, ausgesprochen hat, wurden hierzu vier Gestaltungsvarianten ausgearbeitet. Dies sind die Varianten  „Schachbrett“,  „Intarsien“,  „Parkett“  und  die  Variante  „Netz“. Ein Hauptaugenmerk besteht darin auf dem Leopoldsplatz einen ruhigen und ausgeglichenen Platzcharakter zu erzeugen. Dies ist nur über ein einheitliches Erscheinungsbild, d.h. ohne eine Trennung zwischen den befahrbaren und den rein begehbaren Bereichen, möglich. Im  Ergebnis  wird  die  Variante  „Schachbrett“  der  Kombination  aus  Gestaltung,  Bauau sführung und Bautechnik am ehesten gerecht. Im  Detail  besteht  die  Variante  „Schachbrett“  aus  untereinander  systemlos  in  drei  ve rschiedenen Grautönen abgestufte Einzelfelder der Abmessung 3,5 m x 3,5 m. Ein großer  Vorteil  der  Variante  “Schachbrett“  stellt  die  untereinander  systemlose  Grauabst ufung der Einzelfelder dar. In Herstellung und Unterhalt sind die Farbergebnisse witterungsbedingten Schwankungen unterworfen, was sich im Gesamtbild bei einer homogenen Farbgestaltung eher negativ auswirken würde. Hat die Beschlussvorlage finanzielle Auswirkungen oder werden Finanzmittel bewirtschaftet? nein ja, weitere Ausführungen Gesamtkosten/-einnahmen der Maßnahme im Haushaltsjahr: Ist die Maßnahme im Haushaltsplan veranschlagt? ja, Haushaltsansatz insgesamt: 1.000.000 €,  Teil-HH/Sachkonto bzw. Investition: I263003004 nein: Ist eine außerplanmäßige Ausgabe erforderlich? nein ja bei Teil-HH/Sachkonto bzw. Investition: Deckung durch Sachkonto/Kostenstelle: Ist der Ansatz ausreichend bzw. werden die geplanten Einnahmen erreicht? ja nein, ÜPL €,  Deckung  bei  Sachkonto/Kostenstelle:   erwartete Mindereinnahme: € Auswirkungen auf künftige Ergebnishaushalte, gibt es jährliche Folgekosten? nein ja, Höhe? € Gibt es eine Gegenfinanzierung (Zuweisungen, Zuschüsse)? nein ja, Sachkonto/Kostenstelle Höhe: € Ist die Gegenfinanzierung dauerhaft? nein ja Ggf. ergänzende Erläuterungen zu den finanziellen Auswirkungen: Nach der Beschlussfassung und Festlegung welche Oberflächengestaltung zur Ausführung kommt, kann nun eine detaillierte Kostenberechnung erstellt werden OB EBM BM FB Finanzen Rechtsamt FB P+B FG Tiefbau Leiter/in Sachbearbeiter/in gez. Mergen gez. Hirth gez. Mühlen Seite 2 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Begründung A. Gestaltungsvarianten Leopoldsplatz 1. Ausgangssituation In der Bau- und Umweltausschusssitzung vom 20.02.2014 und in der Gemeinderatssitzung vom 24.02.2014 wurden die Ergebnisse der Markterkundung vorgetragen und seitens der Verwaltung die Betonbauweise vorgeschlagen. Das gemeinderätliche Gremium folgte nach Diskussion dieser Empfehlung, jedoch noch vorbehaltlich der detaillierteren Darstellung welche Gestaltung, zugeschnitten auf den Leopoldsplatz, mit diesem Material möglich ist. So wurde die Verwaltung beauftragt, konkrete Gestaltungsvarianten auszuarbeiten und dann dem Bau- und Umlegungsausschuss zur endgültigen Entscheidungsfindung vorzulegen. Auf Grund der hohen Anforderungen an Funktion und Gestaltungsqualität war es erforderlich sowohl das ingenieur- und materialtechnisch Machbare als auch die gestalterischen Belange als Voraussetzung zugrunde zu legen, um so ein technisch und gleichermaßen gestalterisch tragfähiges Konzept zu erhalten. Dies wurde in einer Arbeitsgruppe mit Fachleuten erarbeitet. Die  gestalterischen  Belange  wurden  durch  das  Büro  „Henne  Korn  Landschaftsarchite kten“  aus  Freiburg  eingearbeitet. Herr Siegfried Riffel, in seiner Funktion als Projektmanager Infrastruktur der HeidelbergerCement AG, hat im Zuge des Verfahrens der Markterkundung das Konzept der Ortbetonbauweise und sein fundiertes bautechnisches und betontechnologisches Fachwissen eingebracht. Über die ortsansässige Firma Peter-Beton, wurde Herr Rolf Werner aus der Schweiz eingebunden. Als Spezialist, insbesondere für Verkehrsflächen in Beton und als unabhängiger beratender Ingenieur wurden so die betonspezifischen Fachkenntnisse erarbeitet. 2. Weitere Vorgehensweise In der Arbeitsgruppe wurden die besonderen Randbedingungen des Leopoldsplatzes und die zu beachtenden Eigenarten des Werkstoffes Beton analysiert und die Rahmenbedingungen für die Gestaltung erarbeitet. Seite 3 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Im Ergebnis wurde deutlich, dass sich gestalterische Akzente über die Fugenarten, den Fugenverlauf, über die Farbgebung und über die Textur der Ortbetonoberfläche (z.B. gestrahlt, gestockt, gegrindet etc.) erzielt werden können. Der generelle Oberbau wurde, auf der Grundlage der hohen Busbelastung auf dem Leopoldsplatz und gemäß den Vorgaben der RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen) gewählt. Hinsichtlich des Tragverhaltens der Konstruktion bzw. aus stabilitäts- bzw. statischen Gründen sollten die durch die Fugen entstehenden Felder der quadratischen Form möglichst nahe kommen. Die Einzelflächenabmessungen sollten auf die hohe Verkehrsbelastung abgestimmt sein, wodurch die Dauerhaftigkeit bzw. Lebensdauer der Verkehrsfläche verbessert und der Unterhaltungsaufwand minimiert werden kann. Im Falle des Leopoldsplatzes sollte die Kantenlänge in der Bandbreite zwischen 3,0 bis 6,0 m liegen und 2,0 m nicht unterschreiten. Helle Farbnuancen sind bei stark befahrenen Flächen auf Grund des eventuellen Reifenabriebs und möglicher Tropföle zu vermeiden. Maßgabe war es somit für die Ortbetonfläche sowohl eine geeignete Oberflächenstruktur, als auch durch eine entsprechende Fugenausbildung eine ansprechende Oberflächengliederung zu entwickeln. Nicht nur aus gestalterischen Gesichtspunkten, sondern auch zur Gewährleistung einer dauerhaften Griffigkeit in Bezug auf die Verkehrssicherheit muss die Ortbetonoberfläche texturiert werden. In der Folge wurden dann fünf Gestaltungs- bzw. Ausbauvarianten, zunächst als Entwurfsskizzen, ausgearbeitet und innerhalb der Arbeitsgruppe fachlich diskutiert. Eine Untergliederung der Gestaltung zwischen befahrbaren und rein begehbaren Flächen würde zu einer Zäsur führen. Eine ausgeglichener und ruhiger Platzcharakter, wäre auf diese Art und Weise nicht zu erreichen. Das Erscheinungsbild muss sich vielmehr einheitlich über die gesamte zur Verfügung stehende Fläche des Leopoldsplatzes erstrecken. Die ausgearbeiteten Gestaltungsvarianten orientieren sich, wie eingangs erläutert, an den baulichen und materialtechnischen Möglichkeiten der Betonbauweise. Dies sind in der Hauptsache die verschiedenen Oberflächentexturen (Kugelstrahlen, Feuchtsandstrahlen, Stocken, Grinding, Waschbeton) als auch die möglichen Farbgebungen, in Abhängigkeit vom Pigmentanteil und den Zuschlagsstoffen des Ortbetons, sowie dem Fugenverlauf. 3. Gestaltungsvarianten Im Ergebnis stand schließlich die Aufgabenstellung, von fünf, zunächst handskizzierten Gestaltungsvarianten, vier Varianten nochmals detaillierter herauszuarbeiten und darzustellen. Bei einer Variante wurde deutlich, dass insbesondere bauablauftechnisch als auch materialtechnisch diese nicht den Anforderungen an eine derart intensiv befahrene und hoch belastete Fläche gerecht werden kann. Deshalb wurde diese Variante bereits in einem relativ frühen Stadium verworfen. Die vier, einer engeren Betrachtungsweise unterzogenen Varianten, stellen sich wie folgt dar. Seite 4 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 3.1 Variante A - „Schachbrett“  (siehe Anlage 1) Diese Gestaltungsvariante besteht aus Einzelfeldern der Größe 3,50 m x 3,50 m, die untereinander in drei verschiedenen Grautönen systemlos aufeinander folgend variiert werden. Entlang der Bebauung wird die Fläche mit Basaltmosaikpflaster eingefasst. Wie eingangs erläutert erfolgt keine gestalterische Trennung zwischen begehbaren und befahrbaren Flächen, um den Eindruck eines  „großzügigen“  und  „ruhigen“  Platzcharakters   zu erzeugen. Ein maßgeblicher Vorteil dieser Variante ist die Tatsache, dass bei späteren Aufgrabungen für Unterhaltungsarbeiten diese felderweise geöffnet und wieder in einer entsprechenden materialtechnischen und farblichen Qualität verschlossen werden können. Auf Farbabweichungen beim Wiedereinbringen des Ortbetons muss also bei dieser mit Grautönen abgestuften Variante nicht in dem Maße geachtet werden, als wenn es sich um eine farblich einheitlich gestaltete Fläche handeln würde. Dies begründet sich wie eingangs erwähnt in der systemlosen Variation der Grautöne. Ähnliches gilt für kleinere bzw. schwach ausgeprägte Verschmutzungen, die sich, auf Grund der abgestuften Farbkonstellation dieser Variante, im Platz verlieren. Diese Variante wird vorgeschlagen. 3.2 Variante B - „Intarsien“  (siehe Anlage 2) Bei Intarsien handelt es sich um eine Dekorationstechnik in Oberflächen. Bei dieser Gestaltungsvariante wird eine Flächenrasterung mit Quadraten der Größe 6,00 m x 6,00 m gewählt, bei der in den nicht befahrbaren Bereichen, die Möglichkeit besteht Gestaltungselemente in die Ortbetonoberfläche einzulegen. Diese Akzentuierungen können als Steinmetzarbeiten, Prägungen oder auch als Schriftzüge ausgeführt werden. Die Randeinfassung entlang der Gebäude erfolgt bei dieser Variante gleichermaßen mit Basaltmosaikpflaster. Die Oberflächengestaltung ist einfarbig in einem entsprechenden Grauton vorgesehen. Erforderliche Gefälleverhältnisse und Verwindungen sind mit dem relativ großen Plattenformat 6,00 m x 6,00 m nicht ohne weiteres herzustellen, insbesondere wenn durch entsprechende Randbedingungen die Höhen, wie im Falle des Leopoldsplatzes, unveränderbar vorgegeben sind. Bei einfarbig angelegten Ortbetonoberflächen sind sowohl Verschmutzungen, als auch Farbtoleranzen bei der Herstellung und im Reparaturfall deutlicher zu erkennen, bzw. heben sich erkennbar ab. Bei der erstmaligen Herstellung ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die jeweils am Einbautag vorhandene Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit, wenn auch nur in Nuancen, das Farbergebnis der Tageseinbauleistung negativ beeinflusst. Ein Nachjustieren ist in diesen Fällen dann nicht mehr möglich. Das Gleiche gilt für spätere Belagsreparaturarbeiten. Diese Variante scheidet aus diesen Gründen aus. Seite 5 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 3.3 Variante C - „Parkett“  (siehe Anlage 3) In dieser Ausführungsvariante sind Rechteckformen mit den Kantenlängen 5,00 m x 2,00 m optisch wahrnehmbar. In der Herstellung ist die Grundform eine nahezu Quadratische mit den Kantenlängen 5,00 m x 4,00 m, aus welcher durch „PseudoScheinfugen“ die vom Betrachter erkennbaren Einzelflächen der Größe 5,00 m x 2,00 m erzeugt werden. Die Hauptcharakteristik dieser Variante sind die von Feld zu Feld wechselnden Oberflächentexturen (Strahlen, Grinding, Waschbeton, Stocken etc.). Die Farbgebung erfolgt mehrfarbig, in verschiedenen Grautönen. Die hierfür  erforderliche  Fugentechnik,  um  dem  „statischen  Grundsatz“ möglichst quadratischer Feldformen gerecht zu werden, als auch die unterschiedlichen mit verschiedenen Methoden zu erzeugenden Oberflächentexturen, bedingen in einem technisch aufwändigen und sehr anspruchsvollen Herstellungsprozess stark zu „verschachtelnde“  Einzelprozesse, die in der Gesamtheit zu einer entsprechend langen Bauzeit führen würden. Eine von Feld zu Feld wechselnde Oberflächentextur steht sowohl herstellungstechnisch als auch logistisch in keinem Verhältnis zum möglichen Ergebnis. Bei dieser Variante kann die Herstellung einer funktionalen, ausreichend dauerhaften und zuverlässigen Oberfläche, angepasst an die Charakteristik des Leopoldsplatzes, nicht sichergestellt werden. Unter anderem würde sich durch den hohen Fugenanteil der Unterhaltungsaufwand deutlich erhöhen. Deshalb scheidet auch diese Variante aus. 3.4 Variante D - „Netz“  (siehe Anlage 4) Diese Gestaltungsvariante soll vom Grundgedanken her durch gerichtete Fugenverläufe, unter Bildung von konischen Bahnen, den Verlauf der Sophienstraße über den Leopoldsplatz hinweg akzentuieren. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Ausgestaltung der Fugen z.B. mit Hilfe von eingelegten Metallbänderungen. Die Ortbetonoberfläche erhält eine einfarbige, in einem dunklen Grauton ausgeführte Oberflächengestaltung. Die Einfassung entlang der Gebäude erfolgt mit einem Basaltmosaikpflaster. Die Grundkonstruktion basiert auf einer großformatigen, statisch günstigen d.h. einer möglichst  quadratischen  Geometrie,  um  ergänzt  durch  „Pseudo -Scheinfugen“  den  gerichteten und optisch erkennbaren Fugenverlauf zu erhalten. Die über die Gesamtfläche einheitliche Farbgebung bedingt, wie bereits bei den anderen Varianten erläutert, eine erhöhte Aufmerksamkeit in der Herstellung und im Unterhalt. Hinsichtlich eventueller Verunreinigungen  wurde  auch  bei  der  Variante  „Netz“ die einheitliche Farbgebung kritisch hinterfragt. Aufgrund der spezifischen Randungen des Leopoldsplatzes wurde dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt. Seite 6 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 4. Musterfläche Das  „Planungsjahr  2015“  sollte  unter  anderem  genutzt  werden,  um  unter  möglichst  reellen Bedingungen, d.h. analog den technischen und optischen Anforderungen des Leopoldsplatzes eine Musterfläche in der Ortbeton-Bauweise herzustellen. Die Musterfläche soll weniger mit der Zielsetzung durchgeführt werden, die Stabilität der RStO (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen) konformen Gesamtkonstruktion zu überprüfen, sondern um das bau- und  baustofftechnische  „Knowhow“  weiter  zu  konkretisieren,  bzw.  den  spezifischen  Randbedingungen  des   Leopoldsplatzes enger anzupassen. Im Weiteren sollen die gestalterischen Ansätze, insbesondere die Oberflächentextur, Farbgebung, Farbabstufung und das Fugenbild bautechnisch, als Grundlage für die eigentliche Ausschreibung, weiter definiert werden. Die Musterfläche wird auf dem Bus-Depotgelände der Baden-Baden Linie in Lichtental angelegt. In enger Abstimmung mit der Baden-Baden Linie wurde innerhalb Abbildung 1: Musterfläche des Geländes eine Fläche gefunden, auf die sowohl Radial-/Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte von täglich rund 250 Bussen einwirken. Gemäß  der  vorgeschlagenen  Variante  A  „Schachbrett“  weisen  die  einzelnen  Musterfe lder  ein  Format  von  3,50  m  x  3,50  m  auf.    Als  „optische“  Referenzfläche  wird  eine  beto ngraue Oberfläche mit 0% Pigmentanteil (Flüssigfarbe schwarz) gewählt. Ausgehend von 1 % Pigmentanteil wird dieser kontinuierlich, von Musterfeld zu Musterfeld, bis auf 5 % erhöht,  was  dann  der  Farbe  „schwarz“  entspricht. Seite 7 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Die verschiedenen Oberflächentexturen werden durch Stocken, Feuchtsandstrahlen und Kugelstrahlen  hergestellt.  Die  Verfahren  „Waschbeton“  und  „Grinding“  stellen  hinsichtlich   der Erfordernisse im Bauablauf keine Option dar. Die Musterfläche soll bis Ende April 2015 realisiert werden. Es besteht dann die Möglichkeit, die Fläche im Ergebnis und in ihrer Entwicklung unter Dauerbelastung vor Ort zu besichtigen. Die Musterfläche soll auch dazu dienen, im Zuge des eigentlichen Ausschreibungsverfahrens  „Leopoldsplatz“,  den  interessierten  Bauunternehmungen  eine  Maßgabe  hinsich tlich der erwarteten Ausführungsqualität an die Hand zu geben. 5. Fazit bzw. Empfehlung der Verwaltung Die  Verwaltung  schlägt  vor  die  Variante  A  „Schachbrett“  auf  dem  Leopoldsplatz  zu  ve rwirklichen. Diese Variante erfüllt in hohem Maße den erwarteten gestalterischen Anspruch, die Anforderungen hinsichtlich der vorhandenen Busbelastungen und des Unterhalts. Bau- und bauablauftechnisch stellt diese Variante das beste Ergebnis, auf der Grundlage der Empfehlung der Arbeitsgruppe, dar. Maßgeblich ist unter anderem die Tatsache, dass bei der Ausführung in unterschiedlichen Grautönen von Feld zu Feld größere Farbtoleranzen akzeptiert werden können, ohne dass das Gesamtbild maßgeblich negativ beeinflusst wird. Diese Tatsache wirkt sich gleichermaßen positiv im Reparaturfall aus, d.h.in (Not-)Fällen in denen die Oberfläche zu öffnen ist. Vor einer Realisierung wird diese Variante anhand der Musterfläche auf dem Gelände der Baden-Baden Linie erhärtet werden. Die nicht alltäglichen Oberflächentexturen  „kugelgestrahlt,  feuchtsandgestrahlt“  und  „gestockt“  können  so  im  Original   „erlebt“  werden.   Seite 8 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Abbildung 2: Variante „Schachbrett“ B. Sachstandsbericht Ver- und Entsorgungsorgungsleitungen 1. Ausgangssituation Unter dem Leopoldsplatz verlaufen eine Vielzahl an Medien- sowie Ver- und Entsorgungsleitungen der Stadtwerke, der Telekom, als auch des Eigenbetriebes Umwelttechnik. In der Rotenbachverdolung, die den Leopoldsplatz von der Sophienstraße kommend in Richtung Luisenstraße mittig durchläuft, befinden sich im Bereich des Scheitels Nahwärme- und Wasserleitungen. Hierbei liegen die Vertikalabstände zwischen der Schutzplatte des Rotenbaches und der Oberkante des vorhandenen Plattenbelages des Leopoldsplatzes zum Teil unter 30 cm. Vor der Herstellung der neuen Oberfläche des Leopoldsplatzes muss endgültig festgelegt werden, welche Ver- und Entsorgungsleitungen zu sanieren, zu erneuern oder umzuverlegen sind. Nach der Neugestaltung des Leopoldsplatzes sind diese Leitungen nur noch schwer zugänglich, bzw. sollte zukünftig der Eingriff in die neue erstellte Oberfläche aus Ortbeton weitestgehend vermieden werden. Hinzu kommt, dass die derzeitigen Überdeckungen teilweise nur gering sind, so dass die neue Oberbaustärke mit rund 65 cm in die vorhandenen Leitungstrassen eingreifen würde. Eine wichtige Zielsetzung war es deshalb ein bauliches Konzept zu entwickeln, mit welchem nachträgliche Arbeiten an den Ver- und Entsorgungsleitungen, die unwillkürlich Seite 9 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 mit einem Aufbruch der neuen Oberfläche verbunden wären, zukünftig weitestgehend vermieden werden können. Im Rahmen einer im Jahr 2014 an das Ingenieurbüro Wald und Corbe aus Hügelsheim beauftragten Machbarkeitsstudie lautete die Aufgabenstellung deshalb, mögliche Ausführungsvarianten für die Sanierung bzw. Erneuerung der Medienleitungen zu untersuchen und im Zuge dieses Prozesses gleichermaßen die zukünftigen Reparaturund Austauschmöglichkeiten der Medien- sowie der Ver- und Entsorgungsleitungen aufzuzeigen. 2. Untersuchte Ausführungsvarianten In enger Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Umwelttechnik, den Stadtwerken als auch mit dem Fachgebiet Tiefbau wurden zunächst drei Ausführungsvarianten definiert, die in der Folge weiter untersucht wurden. 2.1 Variante 1 (sog.  „konventionelle Vorgehensweise“) Die Sanierung, Renovierung bzw. Neuverlegung der Ver- und Entsorgungs- und der sonstigen Medienleitungen erfolgt vor der Herstellung der neuen Oberfläche, zum Teil in voneinander getrennten, unabhängigen Leitungstrassen bzw. Einzeltrassen, aber auch mit der Möglichkeit der Bündelung. Gasleitung Strom Breitband Wasserleitung Nahwärme Verdolung Schmutzwasserkanal Abbildung 3: Variante 1, schematischer Schnitt durch Leitungstrassen Seite 10 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 2.2 Variante 2 („zentraler  Versorgungskanal“) Die Ver- und Entsorgungsleitungen, als auch die sonstigen Medienleitungen werden, soweit dies möglich ist, neu geordnet in einem einzigen begehbaren Versorgungskanal untergebracht. Die Arbeiten hierzu erfolgen, auch bei dieser Variante, im Vorfeld zur eigentlichen Oberflächengestaltung. Gasleitung Wasserleitung Nahwärme Verdolung Strom Breitband Schmutzwasserkanal Abbildung 3: Ausführungsvariante 2, schematischer Schnitt 2.3 Variante 3 (sog. „Tischlösung“) Diese Variante sieht die Herstellung einer neuen Oberfläche als statisch gelagerte Decke vor.   Nach   dem   Bau   dieses   sog.     „Tisches“   werden   anschließend   die Aushubarbeiten unterirdisch durchgeführt, sowie die Ver-/Entsorgungs- bzw. Medienleitungen nachträglich, quasi im Untertagebau, gesichert, saniert bzw. neu verlegt. Seite 11 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Gasleitung Wasserleitung Strom Breitband Nahwärme Verdolung Schmutzwasser-kanal Abbildung 4: Ausführungsvariante 3, schematischer Schnitt 3. Detaillierte Bestandsdatenerfassung Um festlegen zu können, welche Medien in welchem Umfang neu hergestellt oder umzuverlegen sind, mussten alle vorhandenen Leitungen unter Mithilfe der verschiedenen Versorgungsträger erfasst und bewertet werden. In einem weitergehenden Prozess müssen diese Bestandserfassungen tiefer gehend konkretisiert, respektive verfeinert werden. Hierzu werden derzeit weitere Bestandsuntersuchungen vor Ort durchgeführt. 4. Bearbeitungsstand Ver- und Entsorgungsleitungen (siehe Anlage 5) Die Leitungen, die den Leopoldsplatz queren, verlaufen größten Teils auf Einzeltrassen. Lediglich die in der Rotenbachverdolung verlegten Leitungen liegen, an den Verlauf der Verdolung gebunden, in einer gemeinsamen Trasse. Alle anderen Leitungen bilden derzeit ein ungeordnetes Netz mit vielen verschiedenen Kreuzungspunkten. Eine Sanierung oder Erneuerung auf den alten Trassen wäre daher aufwendig. Bereits in einem frühen Stadium der Machbarkeitsuntersuchung zeigt sich die Notwendigkeit einer umfangreichen substantiellen Erneuerung des Kanalnetzes. Als ein weiterer Kernpunkt der Machbarkeitsstudie galt es zu überprüfen inwieweit eine Vereinfachung, Entflechtung der einzelnen Leitungsnetze möglich ist. Von Seiten der Ver- und Entsorgungsträger werden diesbezüglich entsprechende Bedarfsberechnungen durchgeführt. Seite 12 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Zwischenzeitlich konkretisiert sich zunehmend die Möglichkeit einer deutlichen Vereinfachung der Kanaltrassen, d.h. mit der notwendigen substantiellen Erneuerung bietet sich nunmehr auch die Chance der Vereinfachung bzw. Entflechtung und Bündelung. Bei den Stadtwerken und den weiteren Versorgungsträgern laufen augenblicklich ebenfalls die entsprechenden Überprüfungen/Berechnungen gleichermaßen mit dem Ziel, das Versorgungsnetz zu vereinfachen. In einem nächsten Schritt werden für die noch notwendigen Leitungen möglichst gemeinsame Trassenverläufe entwickelt. 5. Beurteilung der Ausführungsvarianten Die augenscheinlich aufwendigste Lösungsvariante 3,   die   sog.   „Tischlösung“   verliert   insbesondere durch die sich oben dargestellte zunehmende Möglichkeit der Vereinfachung der Leitungsnetze an Attraktivität. Systembedingt wird, unabhängig von der Vereinfachung der Leitungsnetze, ein für diese Bauweise typischer und nicht unerheblicher Zeitraum für die Herstellung der statisch gelagerten Decke benötigt, bevor dann räumlich zur Oberfläche abgegrenzt, quasi im Untertagebau, die Leitungsnetze erneuert, saniert oder ausgetauscht werden können. Im Vergleich zu den anderen beiden Varianten bietet die Variante 3 keine maßgeblichen Vorteile.  Diese  sog.  „Tischlösung“  soll  daher  nicht  weiter  verfolgt  werden.   Der Schwerpunkt liegt nunmehr in der näheren Betrachtung der Varianten 1 und 2 mit der Vereinfachung und der Optimierung der Leitungsverläufe, in Kombination mit entsprechenden Trassenbündelungen. Mit dieser Vorgehensweise lässt sich voraussichtlich das wirtschaftlichere Ergebnis, als auch die kürzere Bauzeit erzielen. Auch in Bezug auf den Unterhalt bietet ein schlankeres Leitungsnetz Vorteile. Seite 13 von 14

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Drucksache-Nr. 15.070 Projektverlauf Nach derzeitigem Sachstand zeichnen sich folgende terminlichen Abläufe ab: Ende April/Anfang 2015: Herstellung der Musterfläche auf dem Gelände der Baden-Baden Linie Mitte 2015: Festlegung der Vorzugsvariante (Variante 1 oder 2) für Ver- und Entsorgungsleitungen Bis Ende 2015: Ausschreibung der Neuordnung bzw. Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen als auch der Oberflächengestaltung 2016: Bauliche Neuordnung und Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen 2017: Herstellung der neuen Oberfläche 6. Ziel für Baudurchführung Leopoldsplatz abschnittsweise sanieren Busverkehr in Teilbereichen aufrechterhalten Zugänglichkeit der Geschäfte während der Bauphase sichern Wirtschaftliche und daran ausgerichtet, zeitlich optimierte Bauweise (Unterbau und Oberfläche) Stetige baubegleitende Information und Kommunikation mit den betroffenen Anliegern, Gewerbetreibenden und der Bürgerschaft - Seite 14 von 14

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