Richard von Weizsäcker - "Was für eine Welt wollen wir?"

 

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Positionen von Schülerinnen und Schülern des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs zu Zitaten vom Namensgeber der Schule

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Sandy Murray Richard von Weizsäcker »Was für eine Welt wollen wir?« Positionen von Schülerinnen und Schülern des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs

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Geleitwort Liebe Leserinnen und Leser, dies ist ein Buch, das Sie zwar nicht in den Händen halten, dafür aber immer und überall lesen können, wo Sie Internet haben oder ein Gerät, auf das Sie es heruntergeladen haben. Sie werden es wahrscheinlich nicht chronologisch tun, sondern immer einen Teil lesen, der Sie gerade interessiert. Vielleicht wird sie manches nachdenklich stimmen. Entstanden sind die Texte und Bilder in diesem Buch anlässlich des Projekttages am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, den wir anlässlich des offiziellen Staatsaktes am 11. Februar 2015 in unserer Schule veranstaltet haben. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich mit Zitaten Richard von Weizsäckers auseinandersetzen, die Form war ihnen freigestellt. Die Idee dahinter: Eine Sammlung von Beiträgen zu erhalten, die sich einerseits mit den durch den Altpräsidenten vermittelten Werten und den von ihm vertretenen Themen auseinandersetzt, andererseits aber auch vermittelt, wie junge Menschen im Alter zwischen ca. 16 und 21 Jahren heute über unsere Gesellschaft, unsere Welt denken. Was mit diesem Online-Book jetzt vorliegt, ist natürlich nur ein Auszug aus all den Beiträgen, die an diesem Tag in Lüdinghausen und Dülmen entstanden sind. Ganz viele haben sich mit der Frage „Was für eine Welt wollen wir?“ befasst, deshalb nimmt dieser Teil auch einen breiten Raum ein. Fasziniert hat unsere Schüler auch ein Zitat Richard von Weizsäckers zu einem chinesischen Schriftzeichen. Auch hier haben wir letztlich unter vielen phantasievoll gestalteten Blättern auswählen müssen. Entstanden sind nebenbei übrigens auch so manche selbstgezeichnete Portraits. Letztlich zeigt das Buch damit auch die Vielfalt der in diesem Medium darstellbaren Begabungen unserer Jugendlichen. Mein Dank geht nicht nur an die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv an der Verwirklichung der Idee zu diesem Buch beteiligt haben, sondern auch an Dr. Ulrike Herrmann, die viel Zeit dafür investiert hat, es auch zu einem richtigen Online-Book werden zu lassen! Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen! Sabine Neuser 3

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»Nichts schadet einem jungen Menschen mehr als das Gefühl, keinen Platz zu finden, nicht gebraucht zu werden und von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.« Richard von Weizsäcker war ein hilfsbereiter, engagierter, interessierter Mensch. Er interessierte sich viel für die Schüler unseres Berufskollegs. In seiner Kindheit lernte Richard von Weizsäcker viele junge Menschen aufgrund der verschiedenen Berufsorte seines Vaters kennen und hat dadurch an Menschenkenntnis gewonnen. Auch dass seine Beschützer und Begleiter bei seinen Besuchen an unserem Berufskolleg nur mit Mühe hinter dem engagierten und selbstbewussten Namensgeber dieser Schule hinterherkamen, brachte Richard von Weizsäcker bei den Gesprächen mit den Schülern nicht aus der Ruhe. Dieses Engagement unterstützt das Zitat in seiner Bedeutung und zeigt seine guten Taten. Kamilla, Nivetha, Pauline, Victoria 4

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5 HG26: Katharina Hagedorn, Carolin Jansen-Müller, Lana Strüwer

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»Möglichst viele sollten möglichst viel wissen.« 6 Durch „mehr Wissen“ werden die Beziehungen zwischen den Ländern besser. Es fördert die Zusammenarbeit. Dadurch gibt es weniger Krieg. Wenn man viel weiß, dann weiß man, dass Krieg und Zerstörung sowie andere Konflikte sinnlos sind und uns nur aufhalten, die Zukunft besser zu machen. Durch diese Zusammenarbeit wird der technische Fortschritt verbessert und erweitert. Wir wünschen uns, dass mehr Menschen (vor allem Politiker) so wären wie Richard von Weizsäcker war. Und dass sie auch so denken würden wie er. Das würde die Welt besser machen. In Gedenken an Richard von Weizsäcker, dem ersten Bundespräsidenten eines vereinten Deutschlands. HH 33L: Nico, Dominik, Thomas, Tobias

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»Es wäre keine menschlich überzeugende Gesellschaft, der alles wertlos gilt, was nicht bezahlt wird.« ‣ Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Geld. ‣ Menschlichkeit sollte immer an oberster Stelle stehen. ‣ Nicht alle Probleme können mit Geld gelöst werden. ‣ Der Mensch an sich ist wichtiger als sein Einkommen. Der Wert eines jeden Menschen kann nicht mit Geld berechnet werden. ‣ Alle Menschen sollten im Leben die gleichen Chancen bekommen – unabhängig von ihrem Einkommen. Lena und Jasmin »Lassen Sie uns alles daransetzen, dass wir der nächsten Generation, den Kindern von heute, eine Welt hinterlassen, die ihnen nicht nur den nötigen 8 Lebensraum bietet, sondern auch die Umwelt, die das Leben erlaubt und lebenswert macht.« Uns beeindruckt das Zitat von Richard von Weizsäcker sehr und wir sind der Meinung, dass dieses Zitat von Generation zu Generation immer aufrecht erhalten werden sollte. Das kann nur ermöglicht werden, wenn jeder einzelne Bürger sein Bestmögliches dazu beiträgt. Für uns ist es ebenso wichtig, dass die Welt lebenswert bleibt und wir den nächsten Generationen eine Welt hinterlassen, in der sie die Chance haben, sich wohl zu fühlen. Eine lebenswerte Welt bedeutet für uns, dass wir die Möglichkeit bekommen, auf unsere Bedürfnisse einzugehen und unsere Freiheiten zu nutzen. Dazu gehört auch, dass wir uns wünschen, dass noch mehr Menschen auf der Welt die Freiheit erhalten und so eine lebenswertere Welt für sich aufbauen können. Jeder sollte sich da wohlfühlen, wo er auf der Welt lebt. HH 37D: Julia Schneider, Sina Vogelsang

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»Von den Chinesen können wir einiges lernen. Man hat mir gesagt, sie hätten ein und dasselbe Schriftzeichen für die Krise und für die Chance.« Die Frage ist, ob man das Glas als halb leer oder halb voll betrachten kann. Das Positive zu sehen ist etwas, das uns Menschen immer sehr schwer fällt. Doch jeder Fehler, den man macht, ist eine CHANCE, aus den eigenen Fehlern zu lernen. Jede KRISE kann eine CHANCE für einen Neuanfang sein. Vielleicht ist sie eine CHANCE, die einem Angst macht. Wir wollen das Leben von Richard von Weizsäcker als Chance sehen, von ihm zu lernen und eigene Krisen als Chancen sehen, etwas zu ändern. Lasst uns daran zurückdenken, welche Chancen er gesehen hat. HH 37D: Julia Schneider, Sina Vogelsang 9

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»Jeder Mensch hat eine andere Art das Leben zu leben, daher ist es normal verschieden zu sein.« 10

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»Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren.« Gerade in unserer heutigen Welt ist es wichtig, bewusst dagegen an zu arbeiten, denn es ist ein Prozess, in dem wir lernen müssen, keine Angst zu haben. Viele Menschen lassen ihre Ängste über ihr Leben bestimmen. Aus Angst entstehen Vorurteile und daraus entsteht Feindschaft und Hass. Das ist grausam. Ich will in einer Welt ohne Angst leben. Richard von Weizsäcker hat unsere Welt, unser Land ein Stück von der Angst befreit. Sein Tod hat uns in der Zeit von Pegida wieder daran erinnert, freundschaftlich und mutig zu sein und keine Angst haben zu müssen, da wir alle nur Menschen sind. Richard von Weizsäcker hat uns allen den Weg bereitet, der Welt gegenüber ein kleines bisschen offener zu sein. HG 35 »Der Freund des Gespräches aber ist der Freund des Friedens, der nur auf dem Gespräch der Menschen miteinander ruhen kann.« Dieses Zitat von Richard von Weizsäcker ist sehr wichtig für alle Menschen und gerade für uns Jugendliche in der heutigen Zeit. Es besagt, dass es nur Frieden geben kann, wenn die Menschen miteinander sprechen. Heute werden Konflikte nicht nur mit Gesprächen geregelt, sondern auch mit Gewalt, Mobbing oder gar Aus-dem-Weg-gehen. Wir haben vergessen, dass man Gewalt nicht mit Gegengewalt lösen kann, dass man Mobbing nicht mit Gegen-Mobbing lösen kann und dass man Ignoranz nicht mit Ignorieren lösen kann. Gerade deswegen ist es wichtig, uns an das Zitat von Richard von Weizsäcker zu erinnern und darüber nachzudenken. Nicht nur, um unsere persönlichen Konflikte zu lösen, sondern auch, um ein bisschen mehr Frieden auf die Welt zu bringen. HH 37D: Julia Schneider, Sina Vogelsang 11

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12 Linda (19), Sylvia (18), Merle (18), Patrick (20)

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»Die Freiheit ist kein Geschenk, von dem man billig leben kann, sondern Chance und Verantwortung.« Die Freiheit wird von uns Menschen nicht genug wertgeschätzt. Wir beklagen uns oft darüber, dass wir von vielen Gesetzen in unserem Handeln eingeschränkt werden. Jedoch bedenken wir nie, dass es Länder gibt, in denen die Gesetze wesentlich strenger sind und die Menschen keinerlei Handlungsfreiheiten haben. Ein Beispiel dafür ist die Heirat von homosexuellen Paaren. Hier hat jeder die Möglichkeit unterstützt zu werden, egal ob durch Beratungsstellen oder finanzielle Unterstützung. Diese Leistungen bieten jedem die Möglichkeit, das Leben einigermaßen vernünftig leben zu können, Probleme zu bewältigen und Lösungen zu finden. Es liegt in der Verantwortung von jedem selbst, diese Chance zu nutzen. HB 32G: Désireé Die Freiheit ist kein Geschenk, man muss darum kämpfen, doch das wissen viele nicht zu schätzen. Sie beklagen sich über die Gesetze und sehen nicht, dass viele das Privileg der Freiheit nicht genießen dürfen. Manche Menschen haben nicht die Chance, in Frieden leben zu dürfen. Wir haben stark darum gekämpft, in Freiheit leben zu dürfen und sollten Verantwortung zeigen und dafür sorgen, dass es auch so bleibt. FO 32S: Lars Kuck, Elisa Papst, Maria Ickerodt, Steffen Beckenhusen 13 »Wer Freiheit will, muss Unbequemlichkeit ertragen.« Wenn man sich Freiheit wünscht, muss man Unbequemlichkeiten ertragen. Das stimmt, denn wenn Menschen frei sein sollen, müssen sie dafür etwas tun, denn man kann nichts verlangen, ohne etwas dafür getan zu haben. Viele Menschen denken, sie wären frei, aber sind sie das wirklich? Meiner Meinung nach ist man erst frei, wenn man seinen Verpflichtungen ohne Leiden nachgehen kann, also die Freude an seinen Tätigkeiten findet. Man muss glücklich sein, um frei zu sein. Auch mit Verpflichtungen kann man frei sein, zwar nicht von der Verpflichtung aber von seinen persönlichen Leiden. Andere fühlen sich erst frei, wenn sie genug Geld auf dem Konto haben, nicht mehr arbeiten müssen, überall hinreisen können und sich alles kaufen können, was sie wollen. Aber auch diese Menschen mussten vorher für die Freiheit viele Unbequemlichkeiten ertragen. FO 32S: Vanessa Töster

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»Was für eine Welt wollen wir?« Eine gute Frage, die Richard von Weizsäcker uns da stellt, da jeder die Welt anders haben will. Eine Welt, die alle haben wollen? Eine Welt, die gerecht für jeden sein soll? Eine Welt, die voller Gleichberechtigung ist? Für jeden eine richtige Welt zu entwickeln, ist nicht möglich, da jeder seine eigenen Vorstellungen vom Glück hat und wir nicht die Möglichkeit haben, Welten zu erschaffen. Also müssen wir die Bedingungen auf unserer Welt für alle gleich machen, so dass keiner ausgeschlossen wird, so dass jeder seine Rechte hat und ausüben kann, ohne dass ein anderer diese Rechte beschneidet bzw. unterdrückt. Das Problem ist nur, wie schaffen wir es, die Welt und ihre Bedingungen zu ändern? Die Politik eines jeden Landes müsste sich bereit erklären, ihre Gesetze auf den Menschenrechten aufzubauen. Weder Religion noch eigene Arroganz der Politiker dürften diese Erklärung beeinträchtigen. Hinzu kommt auch noch, dass sich die Politik einiger Länder von ihren alten Traditionen abwenden müsste, um die Menschenrechte zu akzeptieren. Ein Beispiel dafür ist Saudi-Arabien. Es ist Mitglied der UNO und hält sich dennoch nicht an die Menschenrechte. Saudi-Arabien hängt in seinen Traditionen fest und akzeptiert weder das Recht der Meinungsfreiheit noch das Recht auf Gleichberechtigung der Geschlechter. Die Politik dieses Landes müsste ihre an die Religion gebundenen Traditionen verwerfen und die Gesetze neu auf den Menschenrechten aufbauen. Das Volk Saudi-Arabiens würde diese Verwerfung aber nicht zulassen und lieber die Politik bzw. Regierung stürzen. Wir können nur hoffen, dass das Volk selbst diesen Wandel einleitet und die Politik darauf reagiert und den Wandel unterstützt. Bis dahin müssen andere Staaten Vorbild sein. Diese umfassende Änderung, auch wenn sie vom Volk käme, würde einigen Politikern bzw. Fanatikern nicht gefallen. Sie würden mit allen Mitteln versuchen, die Welt wieder einer religiösen bzw. diktatorischen Ordnung zu unterwerfen. Diese Versuche darf man nicht zulassen. Man muss sie unterbinden und auch den folgenden Generationen beibringen, dass dieser Fanatiker-Wahnsinn keinem Menschen etwas bringt, sondern nur Leid, Kummer, Rachegefühl und Bosheit aufsteigen lässt. Im Weiteren sollte man auch an die Vergangenheit denken, da sie, wie man weiß, oft das beste Beispiel dafür ist, wie man es nicht macht. Ein Mann allein kann die Welt nicht regieren. Nur die vereinte Menschheit kann eine Welt schaffen, in der jeder gleichberechtigt ist, in der 15

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