Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 02/2015

 

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Orthopädie und Unfallchirurgie - Mitteilungen und Nachrichten Ausgabe 02/2015

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten April 2015 Orthopädie-Vertrag in Baden-Württemberg Unfallchirurgie beim VSOU-Kongress Umsatzsteuer auf menschliches Gewebe

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Editorial „Qualität“ … und kein Ende …?! „Angst und Profit untergraben die Qualität der Medizin“ (FAZ, 11.2.2015) Das Erfüllen eines möglichst alle Lebensbereiche umfassenden Sicherheitsbedürfnisses weiter Teile der Bevölkerung gehört zum akzeptierten politischen Grundkonsens. Dies betrifft im besonderen Maße die Gesundheitsversorgung. Am besten versehen mit „TÜV-Stempel“ und mit garantiertem und komplikationslosem Behandlungserfolg. Also: ohne „(Ärzte)-Pfusch“… Dieser politische Konsens äußert sich unter anderem in immer neuen gesundheitspolitischen Gesetzen und Gesetzentwürfen zu Krankenhausreformen, Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklung, zur Versorgungsstärkung und zum e-Health. Qualität und Qualitätssicherung in Klinik – und Praxis – sind in aller Munde. Gesagt wird „Qualität“, gemeint wird am Ende jedoch meistens „Geld“. Praktisch alle deutschen Kliniken haben in den vergangenen Jahren ein strukturiertes Qualitätsmanagement (QM) aufgebaut, aufbauen müssen. Reportings mit teilweise wenig definierten oder „unscharfen“ Kennzahlen – wie in oft für Patienten wenig aussagefähigen QMJahresberichten – und Benchmarking von Kliniken untereinander sind ein „Muss“. Internetbewertungen von Kliniken und Ärzten über entsprechende Portale, Apps und Social-Networks, „Bestenlisten“ und vieles mehr erleben einen Hype. Was wird da gemessen, verglichen? Ist es objektiv, ist es fair? Nachvollziehbar? Transparent? Schlüsselbegriffe wie Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität sowie Risikoadjustierung sind – je nach Standort der am Gesundheitsmarkt Beteiligten – manchmal nicht viel mehr als weit interpretierbare Sprechblasen. Man darf gespannt sein, wie all diese Fragen und Probleme von dem auf Bundesebene neuen Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) angegangen werden und für alle Mitspieler im Gesundheitswesen konsentierte sowie praktikable Lösungsmöglichkeiten erhalten. Qualitätsansprüche und Begrifflichkeiten müssen zunächst einheitlich und bundesweit „in Form“ gebracht, i. e. definiert – und damit wirklich vergleichbar – gemacht werden. Bereits das: eine Herkulesaufgabe… Nach ersten Verlautbarungen anlässlich des kürzlich stattgefundenen RheinMain-Zukunftskongresses wird sich das IQTIG aber wohl auf Begrifflichkeiten wie „Legitime Anforderungen“ mit Bezug auf Mindestqualität und Exzellenzqualität zurückziehen. Dies auch im Hinblick auf eine Justiziabilität. Die Erfüllung dieser Anforderungen muss dann nachgewiesen werden und wird vermutlich vergütungsrelevant werden. Diese Bewertungen sollen jeweils abteilungsfokussiert und nicht klinik- oder personenorientiert erfolgen. Bei dauerhaftem Nichterreichen der Mindestqualität droht der Entzug des Versorgungsauftrags. Die „Bäumchen“ des Krankenhausnavigators der AOK lassen grüßen… Mancher „Wald“ wird wohl abgeholzt werden. Man darf bei der jetzigen Struktur der Risikoadjustierung davon ausgehen, dass „schlechte Risiken“ auf – womöglich mehrere – Wartelisten kommen werden, um häufig dort zu enden. Patienten mit hohem allgemeinem oder lokalem Risiko könnten bei Eintreten einer Früh- oder auch Spätkomplikation die Abteilungsstatistik bezüglich der erzielten „Qualität“ negativ beeinflussen und damit deren Existenz gefährden – in einer alternden Bevölkerung mit immanenter Multimorbidität eine besondere Hypothek. Also: Defensivmedizin – um die Statistik sauber zu halten? Dem wird man schon mit immer neuen Mindestmengenregelungen beikommen, die Fallzahlen sozusagen „erzwingen“ wie sie nur mit „Null-Risiko-Patienten“ nicht zu erbringen sein werden. Bereits heute ist dies gelebte Realität in maximal versorgenden Abteilungen und Kliniken, in denen sich die Risikopatienten sammeln. Die Agenda ist klar: es geht um Schließung von vermeintlichen oder tatsächlichen „Überkapazitäten“, es geht um Marktbereinigung, es geht um Geld – dies unter dem Deckmantel einer breit geführten Qualitätsdiskussion. Allzu gerne wird inzwischen medial weiter der sogenannte „Shitstorm“ bemüht, um vermeintlichen handwerklichen Pfusch, Hygienemängel, Organisations- Prof. Dr. Reinhard Hoffmann versagen und vieles mehr anzuprangern und als Mitnahmeeffekt die ärztliche Profession zu diskreditieren. Hier wird betroffen „enthüllt“ – und Geld verdient. Auflagen und Einschaltquoten zählen. Das Publikum wartet schon gespannt und empört, aber bestens unterhalten, welche „Sau“ in der kommenden Woche durch das Dorf getrieben wird. In der juristisch geschützten, komfortablen Anonymität des Internets kann man einstweilen auch als Privatperson ungeniert sein „Mütchen kühlen“. Hierdurch wird zunehmend das Vertrauensverhältnis Patient-Arzt nachhaltig – und bewusst – gegenseitig beschädigt. Die Beziehung Patient-Arzt wird trotz noch so umfassender Google-Suche und Medienrecherche nie ganz symmetrisch sein: der Arzt ist der langjährig ausgebildete und erfahrene Fachmann – der Patient in der Regel der (mehr oder weniger halbgebildete) Laie. Das verpflichtet den Arzt ganz besonders. Eine empathische und sachbezogene Kommunikation ohne Eigeninteressen sowie eine gewissenhafte Dokumentation gehören zum unabdingbaren ärztlichen Handwerkszeug: Fachkompetenz, Glaubwürdigkeit und Empathie sind angewandtes QM. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 101

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Editorial Den Patienten selber interessiert am Ende der Therapie folgerichtig in erster Linie das Behandlungsergebnis. Er möchte optimal behandelt werden: immer, überall, zu jeder Zeit, Vollkasko. Gerade das Behandlungsergebnis, das auch das persönliche Empfinden der Lebensqualität umfasst, kann allerdings nicht – oder noch nicht – gemessen werden. Denn es ist schwer zu definieren, noch schwerer zu fassen und stets multifaktoriell überlagert oder beeinflusst. Mortalitäts-, Infektions- und Revisionsstatistiken sind wichtige, ganzheitlich betrachtet aber nur unzureichende Parameter. Man redet beim QM in erster Linie auch von Struktur- und Prozessqualität und setzt voraus, dass, wenn das nur stimmt, es schon in eine gute Ergebnisqualität münden wird. Die „Performance“ muss halt stimmen. Also: Pay for Performance? Kliniken werden daher flächendeckend und ganzjährig mit QM-Maßnahmen, Audits und Zertifizierungen überzogen. Strukturen, Prozesse werden angepasst und optimiert. Abläufe werden verbessert. Das Management wird „lean“. Die Kennzahlensysteme – sofern sie denn überhaupt existieren – fokussieren sich hierbei fast ausschließlich auf betriebswirtschaftlich relevante Daten. Damit setzt sich das QM jedoch in der Ärzteschaft zunehmend dem Verdacht aus, nicht unwesentlich primär wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Konsequent wird das QM in Klinik-Organigrammen zunehmend auch gerne direkt bei der kaufmännischen Geschäftsführung und nicht bei der Ärztlichen Direktion verortet. Die für die vielfältigen Kommissionen, Zirkel, Audits u. ä. erforderlichen Personalressourcen sind allerdings in den Refinanzierungssystemen nicht „eingepreist“. In der Berechnung ärztlicher Stellenpläne spielen diese „Zeitfresser“ keine Rolle! Dass gute Strukturen und Prozesse eine wesentliche Grundvoraussetzung für gute Behandlungsergebnisse und Patientensicherheit sind, soll hier keinesfalls in Frage gestellt werden. Sie bilden aber lediglich den Rahmen, das Korsett für die individuelle Patientenbehandlung, die aus ärztlicher Sicht immer eine in ein multiprofessionelles Team eingebettete „Eins zu Eins“-Behandlung sein muss – höchst individuell und maßgeschneidert für jeden einzelnen Patienten. Auch „Clinical Pathways“ und „SOP’s“ können in diesem Sinne nur Leitplanken eines individuellen Therapieplans darstellen. Dies gilt gleichermaßen für Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften: diese haben allerdings bereits im Kern angelegt lediglich einen Empfehlungscharakter und beachten damit sowohl die Individualität des Patienten als auch die Behandlungsfreiheit des Arztes. Normierungsbestrebungen von Facharztweiterbildungen, Behandlungsabläufen und auch Operationsverfahren wie gerade von europäischer Ebene derzeit vorangetrieben, führen im Endergebnis zu einer endgültigen Industrialisierung und Kommerzialisierung der „Gesundheitswirtschaft“: mit dem Patienten als „Kunden“. Folgerichtig sucht man auf Kongressen für „Entscheider“ und „Netzwerker“ im Gesundheitswesen am Patienten tätige Ärzte auch meist vergebens. Sie stören die Planung der Prozessabläufe! Die Bedeutung der persönlichen Erfahrung, Expertise und Exzellenz des behandelnden Arztes für einen Behandlungserfolg wird in der Diskussion um Strukturund Prozessqualität gerne ausgeblendet. Diese Expertise bezieht sich nicht nur auf fachliche Kenntnisse oder handwerkliche Fertigkeiten sondern ebenso auf menschlich-charakterliche Eigenschaften wie Empathie, Zuwendung, Kommunikationsverhalten. Diese dem verantwortungsvollen Arzt natürlichen Eigenschaften werden immer wieder „ganzheitlich“ eingefordert – aber nicht gewürdigt oder der Zeitaufwand gegenfinanziert. Gleichzeitig wird die Etablierung neuer Berufsbilder im Gesundheitswesen gefordert und gefördert, die diese „Defizite“ ausgleichen sollen. Kein Verein der Fußballbundesliga käme auf die Idee, dass durch gute Strukturund Prozessqualitäten im Management des Vereins auf die „Spielkunst“ exzellenter Spieler verzichtet werden könnte. Beides gehört zum Erfolg zusammen! Das Management schafft ein Umfeld, in dem die Spieler Top-Leistungen erbringen können, und nicht gegängelt werden. Das Management als Wegbereiter und Dienstleister des Erfolgs. Denn: Auch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften „surfen“ einstweilen auf der QM-Welle kräftig mit – z. B. durch zertifizierte Zentrenbildungen und Personenzertifikate. Hierdurch werden neben Qualitäts- stets aber auch Marktaspekte bedient: zwei Seiten derselben Medaille. Eine Unterscheidung der Gewichtung ist dabei nicht immer leicht. Spätestens wenn „Alle“ zertifiziert sind, werden vermeintliche Marktvorteile jedenfalls irrelevant. Dieser „Tsunami der Zertifikate“ ist auch heute schon selbst für „Insider“ kaum bewertbar oder beherrschbar. Der wissenschaftliche Nachweis, dass durch diese „Zertifizitis“ irgendeine tatsächliche Verbesserung einer imaginären Ergebnisqualität resultiert, ist noch längst nicht erbracht. Perspektivische finanzielle Zuschläge oder Selektivverträge mögen daher zur Motivation nicht unerheblich beitragen. Auch zur Erfüllung bestehender oder zukünftiger (personifizierter) „Mindestmengen“. Bisher haben sich die Erwartungen an eine institutionelle „on top“-Honorierung von besonderen Qualitätsanstrengungen und kostenintensiven Vorratshaltungen (z. B. für die Katastrophenmedizin) aber mehrheitlich noch nicht nachweisbar erfüllt. Aufwand und Kosten für die Zertifizierungen allerdings bleiben. In jedem Fall wird durch diese Entwicklungen einer möglichst frühzeitigen Superspezialisierung auch schon während der Facharztweiterbildung Vorschub geleistet. Zum Schaden der Breite eines Fachgebiets? Wer früh im Schwerpunkt für spezifische Indikationen, Verfahren und Techniken ausgebildet, trainiert und zertifiziert wurde, wird auch zukünftig seinen Lebensunterhalt hier verdienen wollen – oder müssen. Er wird versuchen, seine Superspezialisierung durch weitere Diagnosen- und Methodenverfeinerungen auch am Markt abzusichern – als „Experte“. Ob dies der Verbesserung einer breiten Versorgungsqualität dient, bleibt fraglich – zumal viele als Fortschritt gefeierte „Innovationen“ häufig weder wissenschaftlich validiert noch gesundheitspolitisch in der Breite finanzierbar sind. Vielleicht werden die Register- und Versorgungsforschung sowie die Analyse von Routineergebnisdaten – gemeinsam durch Fachgesellschaften und Kostenträger – bei der Bewertung hier zukünftig weiterhelfen. „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“ (Otto Rehagel) 102 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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Editorial Ärzte allein werden diese Entwicklungen und Bewertungen jedenfalls nicht durch wissenschaftliche Fachgesellschaften und Berufsverbände lösen können. Breite gesellschaftspolitische Diskurse zur Finanzierbarkeit und Priorisierung werden erforderlich sein. Wieviel und welche Qualität brauchen wir? Was macht Sinn, was ist finanzierbar? Was wollen wir, was können wir, was müssen wir uns leisten? Ehrlichkeit und die Diskussion unbequemer Wahrheiten ohne Denkverbote sind erforderlich. Lösungen „gegen“ eine am Patienten praktisch tätige Ärzteschaft werden jedenfalls sicher scheitern. Es bleibt somit zu hoffen, dass das IQTIG praktisch ärztlichen Sachverstand auch über die wis- senschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbände in seine Bewertungen und Entscheidungsprozesse angemessen einbezieht. Dies gilt besonders auch für die Bewertung von Zertifikaten der wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Dies wird jedenfalls eine der Aufgaben der TO DO-Liste des IQTIG sein – mit sich daraus ableitenden Empfehlungen für die Patienten und die Öffentlichkeit. Dieses Projekt soll bereits in 2016 angegangen werden. Die DGOU macht sich daher bereits jetzt auf den Weg, mit Ihren Säulen DGOOC und DGU sowie mit ihren Sektionen und AG’s in eine kritische Diskussion einzutreten. Welche QM-Maßnahmen machen Sinn, welche Zertifikate, Qualitätssiegel und Zentren brauchen wir, welche Register? Welche Intervalle für Re-Audits? Sicher keine leichte Aufgabe angesichts langjährig gewachsener Strukturen und Erwartungen. Der Aufwand für Kliniken und Praxen muss jedenfalls wieder sinnvoll und machbar werden. Marktaspekte sollten für die Ärzteschaft bei dieser Diskussion keine Rolle spielen – sondern in der Tat: Qualität und Sicherheit für die Patienten! Bitte bringen Sie sich in diese Diskussionen engagiert ein! Ihr Reinhard Hoffmann Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 103

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Editorial „Qualität“...und kein Ende...?! 101 SEKTION DER DIVI Ärztliche Qualifikation für „Interdisziplinäre Notaufnahme“ P. A . R . T. Y. D E R D G U 132 Impressum Nachrichten Kurz und bündig Orthopädie-Vertrag in BadenWürttemberg: Ein gutes Jahr ist der Orthopädie-Vertrag nach 73 c in Baden-Württemberg nun in Kraft. Eine flächendeckende Teilnahme der Orthopäden und Chirurgen ist gegeben. 108 The P. A. R. T. Y. goes on and on 134 Recht 110 U M S AT Z S T E U E R A U F MENSCHLICHES GEWEBE 120 Trojanisches Pferd: Versorgungsstärkungsgesetz Studie relativiert hohe OP-Zahlen in Deutschland Sicherheit durch zweite Meinung Chancen erkennen und nutzen Schmerzgesellschaft für Cannabinoide Problemzone Knie 110 Der „Knochen-Erlass“, ein Schritt in die falsche Richtung 136 KO M M E N TA R D E S A G A - G E W E B E KO M I T E E S 112 112 113 Zur Stellungnahme des Deutschen Instituts für Zell- und Gewebeersatz gGmbH 140 D W G -S Y M P O S I U M 113 114 Medizin im Kontext der Rechtsprechung 141 Unterwegs REISEBERICHT EINES EHRENAMTLICHEN Aus unserem Fach 6 3 . J A H R E S TA G U N G V S O U Unfallchirurgie beim VSOUKongress: Auf der diesjährigen Jahrestagung der VSOU vom 30.04. bis 02.05. in Baden-Baden sind durch die erstmalige Präsenz einer Doppelspitze verstärkt unfallchirurgische Inhalte vertreten. Afghanistan im November 2014 142 116 Unfallchirurgie beim VSOUJahreskongress angekommen! D KO U 2 0 1 5 116 D E U T S C H - L AT E I N A M E R I K A N I S C H E S FELLOWSHIP Gastnation Türkei beim DKOU O R T H O PÄ D I E - V E R T R A G I N B W 118 Eine Reise durch soziale und medizinische Kontraste 146 Neue Chancen für eine bessere ambulante Versorgung – Ein Kraftakt KO M M E N TA R Z U M O R T H O PÄ D I E - V E R T R A G Namen 120 Personalia Wir gratulieren . . . 124 150 151 Alle Partner tragen zum Erfolg bei Was motiviert die AOK BadenWürttemberg zum Abschluss des Orthopädievertrages? „Weller-Tabelle“ für Ärzte A O K Z U M O R T H O PÄ D I E - V E R T R A G Für Sie gelesen 191 126 U N FA L L S A C H B E A R B E I T U N G D E R U V T Umsatzsteuer auf menschliches Gewebe: Der „Knochen-Erlass“ ist ein Schritt in die falsche Richtung. Denn er verletzt europäische ethische und gesetzliche Grundlagen und hat große Auswirkungen auf Knochenbanken. 136 128 6 . R E H A K I N D - KO N G R E S S Kinder-REHA ist kein Luxus 129 104 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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BVOU Januartagung des BVOU 30./31.01.2015 in Berlin Gemeinsamer Landeskongress 2014 in Stuttgart ORFA unterstützt das moderne OU-Praxismanagement Versicherungsservice für Nachwuchsmediziner in OU Neue Mitglieder Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken 153 DGOU Jahresbericht 2014 der AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik 162 DGMM-Positionspapier zur „Osteopathie“ in Deutschland Einladung zum deutschen Rheumatologenkongres Neue Mitglieder 159 160 Bericht der IG Konservative Therapie AGA-Akademie Kurs 2014 „Arthroskopie des Hüftgelenkes“ DGU Klinische Katastrophenplanungen beim MANV – Was ist zu tun? 180 Aktivitäten des Grundsatzausschusses der DGU 2014 Bericht der AG Fuß der DGU Ein Jahr SAV – Erste Erfahrungen und Ausblick Neue Mitglieder Die DGU trauert um ihre verstorbenen Mitglieder 156 164 182 184 157 166 167 186 187 168 160 169 187 DGOOC Für unsere Mitglieder Service / Preise Kursangebote Service / Kleinanzeigen OU Medizin und Markt 190 193 202 203 QSR-Indikatoren für Hüft- und Kniegelenkersatz bei Arthrose Aktueller Stand der EndoCert Initiative Aktivitäten der Sektion Sportorthopädie – Sporttraumatologie 170 VLOU Zur Wiedereinführung der Mindestmenge für KniegelenksTotalendoprothesen 188 174 176 lm Fokus: Knochengesundheit bei Kindern und Jugendlichen 177 Nachruf auf einen Pionier der Endoprothetik Prof. Dr. Rolf Dederich (1921 – 2014) Neue Mitglieder 178 178 F O L G E N S I E U N S A U F FA C E B O O K : www.facebook.de/dgou.ev 106 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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Impressum Herausgeber Für den Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Bernd Kladny (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: bernd.kladny@fachklinikherzogenaurach,de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19 E-Mail: dreinhoefer@bvou.net Schriftleitung DGU Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de Schriftleitung VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller Geschäftsstelle VLOU Straße des 17. Juni 106-108 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de Redaktion Ines Landschek Tel.: (0 30) 340 60 36 00 E-Mail: ines.landschek@snafu.de Verlag Georg Thieme Verlag KG Dr. Grit Vollmer Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 630 Fax: (07 11) 89 31 408 E-Mail: grit.vollmer@thieme.de www.thieme.de/oumn www.thieme-connect.de/products/oumn Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 470 E-Mail: christine.volpp@thieme.de Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 19 vom 1. Oktober 2014 ISSN 2193-5254 Satz und Layout L42 Media Solutions, Berlin Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Vorstand Präsident Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Vizepräsident Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Schatzmeister Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Alexander Beck, Würzburg Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Geschäftsstelle des BVOU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Erster Vizepräsident Prof. Dr. med. Bertil Bouillon, Köln Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Dritter Vizepräsident Prof. Dr. med. Ingo Marzi, Frankfurt/Main Generalsekretär Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/ Main Schatzmeister Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Schriftführer Prof. Dr. med. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsführer der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Prof. Dr. Johannes Sturm, München/Münster Geschäftsstelle der DGU Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 20 Fax: (0 30) 340 60 36 21 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de Mitglieder der oben genannten Verbänden und Gesellschaften erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft. JHSUIW)DFKDU]W6WXGLH Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Bezugspreise 2015* Persönliches Abonnement Abo Versandkosten Inland Europa Weltweit 36,80 44,90 36,80 44,90 Gesamtkosten Inland 266,60 452,60 Europa 368,80 454,80 Weltweit 276,90 462,90 232,00 34,60 Institutionelles Abonnement 418,00** 34,60 * Jährliche Bezugspreise in € (D); unverbindlich empfohlene Preise. Preisänderungen vorbehalten. Preis für ein Einzelheft 9,50 € zzgl. Versandkosten ab Verlagsort. Das Abonnement wird zum Jahreswechsel im voraus berechnet und zur Zahlung fällig. Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht eine Abbestellung zum 30. September vorliegt. **der institutionelle Jahresbezugspreis inkludiert Online-Zugriff für 1 Standort 108 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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Impressum Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Regensburg Stellv. Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC Prof. Dr. med. Florian Gebhard, Ulm Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Generalsekretär (und Generalsekretär der DGOOC) Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Stellv. Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. med. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Schatzmeister (und Schatzmeister der DGU) Prof. Dr. med. Joachim Windolf, Düsseldorf Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat Dr. med. Richard Stange, Münster Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Dr. med. Daniel Frank, Düsseldorf Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. Almut Tempka, Berlin Leiter des Ausschusses Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach Vertreter des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen (BDC) Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen Vertreter des Jungen Forums der DGOU Dr. med. Matthias Münzberg, Ludwigshafen DGOU-Geschäftsstelle Geschäftsführer Ulrich Biermann Straße des 17. Juni 106–108 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 00 Fax: (0 30) 340 60 36 01 office@dgou.de www.dgou.de Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. med. Rüdiger Krauspe, Düsseldorf 1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Henning Windhagen, Hannover 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ulm Generalsekretär Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Herzogenaurach Schatzmeister Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Präsident des Berufsverbandes BVOU Dr. med. Johannes Flechtenmacher, Karlsruhe Orthopädischer Vertreter der gemeinsamen Konferenz der Lehrstuhlinhaber für Orthopädie und Unfallchirurgie (gKLOU) Prof. Dr. med. Volker Ewerbeck, Heidelberg Vorsitzender VLOU Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig Geschäftsstelle der DGOOC Straße des 17. Juni 106–108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (0 30) 340 60 36 30 Fax: (0 30) 340 60 36 31 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Vorstand Präsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich 1. Vizepräsident Univ. Prof. Dr. Stefan Nehrer, Krems/Österreich 2. Vizepräsident Prim. Univ. Prof. Dr. Mag. Bernd Stöckl, Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr. Alexander Giurea, Wien/Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus, Österreich Schriftführer Univ. Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Dagmar Serfezi Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 407 13 82 74 E-Mail:ds@medacad.org Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen Deutschland e.V. Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig 2. Vorsitzender Prof. Dr. med. Dietmar Pennig, Köln Schatzmeister Dr. med. Wilhelm Baur, Schwarzenbruck Schriftführer Dr. med. Walter Schäfer, Gummersbach Geschäftsstelle des VLOU Straße des 17. Juni 106-108 (Eingang Bachstraße) 10623 Berlin Tel.: (030) 340 60 36 60 Fax: (030) 340 60 36 61 E-Mail: info@vlou.de www.vlou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 109

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Kurz und bündig Kassen könnten Beiträge senken Das BMG wirft den Krankenkassen vor, die Möglichkeiten für Beitragssenkungen nicht auszuschöpfen. Die bei zahlreichen Kassen Ende 2014 vorhandenen hohen Finanzreserven zeigten, dass die Spielräume für niedrigere Zusatzbeiträge 2015 bei weitem nicht genutzt würden. Seit diesem Jahr haben Kassen mehr Spielraum, ihre Einnahmen festzulegen. Ende 2014 verfügten die Kassen über Reserven von 28 Milliarden Euro. Experten haben aber vor einem drastischen Anstieg der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung gewarnt. Man gehe davon aus, dass die Kassen die Beitragssätze allein 2016 um 0,3 Prozentpunkte anheben müssten. Die Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung sind im vergangenen Jahr um 10,88 Milliarden Euro gestiegen, dabei hat ie er ma ei ahren er ema h . Die Differen on knapp 1,2 Milliarden Euro geht laut dem BMG zu einem Großteil darauf zurück, dass die Kassen ihre Versicherten über Prämien an ihren Finanz-Reserven beteiligt haben. (dpa) Foto: Fotolai_scusi Notfallpatienten „Die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) zeigt selber auf, da die ini en eine ei er ehende ffn n f r die am ante Versorgung nicht verkraften können“, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Er wies darauf hin, dass insbesondere kleinere Häuser viele ärztliche Leistungen gar nicht mehr vorhalten könnten. „Ohne die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ist eine gute Versorgung der Patienten nicht zu bewerkstelligen – insbesondere im Notfall. Der Facharztstatus im niedergelassenen Bereich bürgt zudem für Qualität. Im Krankenhaus kann sich der Pa ien ni h i her ein e he a i a ion der ehande nde Mediziner hat.“ Die KVen haben die bundesweite Rufnummer 116117 eingeführt. Allein 2014 haben über fünf Millionen Bürger davon Gebrauch gemacht. Das hat auch den eigentlichen Notfalldienst erheblich entlastet. (www.kbv.de) Trojanisches Pferd: Versorgungsstärkungsgesetz „Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Arzt und er ist nicht mehr da.“ – So lautet einer der Slogans der Kampagne von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zum geplanten Versorgungsstärkungsgesetz (VSG). „Dieses Gesetz ist in seiner jetzigen Form nicht geeignet, die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung zu stärken. Im Gegenteil, es schreckt junge Mediziner vor einer Niederlassung ab. Es schwächt in Wahrheit die Versorgung“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Das VSG setzt falsche Anreize und riskiert den Wegfall von tausenden Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten. „Dabei stehen wir vor der Herausforderung, bei steigender Lebenserwartung der Bevölkerung und sinkenden Arztzahlen eine wohnortnahe Versorgung von hoher Qualität zu sichern. Dieses Gesetz hindert uns daran“, sagte Gassen. Der geplante Aufkauf von Praxen in sogenannten „überversorgten“ Gebieten sei ein fatales Signal an junge Ärzte. Zudem versorgten heute die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in den großen Städten viele Patienten aus dem ländlichen Umland mit. Die Regierung will eine Termingarantie für Facharztbesuche vorschreiben, die mit Servicestellen an den KVen organisiert werden soll. „Den Patienten muss klar sein, dass sie dort nicht den Wunschtermin bei ihrem Wunscharzt erhalten, sondern irgendeinen Termin bei irgendeinem Arzt. Bei Nichterfüllung der Vier-Wochen-Frist sollen die Patienten in das nächste Krankenhaus geschickt werden. „Dabei sind die Kliniken überhaupt nicht in der Lage, die Art und Qualität von fachärztlicher Grundversorgung zu leisten, wie sie der ambulante Sektor bietet. Die KBV wird daher ihre Aktivitäten fortsetzen, die ambulante Versorgung zukunftsfähig zu machen. Wir wollen nicht nur kritisieren. Wir ergreifen kreative Maßnahmen, um der Bevölkerung zu zeigen, was dieses Gesetz wirklich bedeutet. Das VSG darf sich nicht als ein trojanisches Pferd herausstellen“, betonte Gassen. (www.kbv.de) Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 Osteopath abgelehnt DGOU, DGMM und BVOU lehnen den eigenständigen Beruf des Osteopathen ab und halten fest, dass es in Deutschland eine gute nd hende ende o eo a hi he er or n d r h r e und Physiotherapeuten gibt. Sie sprechen sich ausdrücklich gegen die vom Verband der Osteopathen e. V. geforderte Einführung eines nichtärztlichen Osteopathen aus, der ohne umfassende medizinische Ausbildung direkten Zugang zum Patienten erhält. Lesen Sie entsprechende ausführliche Stellungnahmen dazu in die em Hef a f . ff. (red) 110 Foto: Fotolia_6sous

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Nachrichten Studie relativiert hohe OP-Zahlen in Deutschland „Deutschland doch kein Operationsweltmeister“ – so hat das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) eine Studie zur OP-Häufigkeit im internationalen Vergleich zusammengefasst. In der Studie haben sich die Wissenschaftler des Instituts die Gesundheitsstatistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgenommen. Diese wird häufig herangezogen, um das deutsche Gesundheitssystem mit dem anderer Länder zu vergleichen. Aus hohen Operationszahlen beispielsweise bei Hüft-Operationen wird in der OECD-Kommentierung ein „Operationsweltmeister Deutschland“ – mit dem Unterton, dass zu viele OPs stattfänden. Die WIP-Wissenschaftler kritisieren jetzt die Art, wie die Zahlen zustande gekommen sind und wie sie zwischen den Ländern miteinander verglichen werden. Ihr Hauptargument dabei: Die OECD-Daten berücksichtigten in der Regel nicht den Einfluss des unterschiedlichen Bevölkerungsalters in den einzelnen Ländern, obwohl eine Vielzahl medizinischer Eingriffe eindeutig altersabhängig sei. Die Autoren der WIP-Studie zeigen für 15 chirurgische Eingriffe sowie für die Gesundheitsausgaben insgesamt deren starke Altersabhängigkeit. Dies ist relevant, weil die Deutschen mit 44,3 Jahren das zweithöchste Durchschnittsalter in der OECD haben, nur die Japaner sind mit 44,6 Jahren älter. Die WIP-Statistiker haben nun errechnet, wie viele Hüft-, Gallenblasen- und andere OPs es in den übrigen OECD-Ländern gäbe, wenn das Durchschnittsalter dort so hoch wäre wie in Deutschland. Beim an- Foto: BG_Kliniken schließenden Ländervergleich mit diesen altersjustierten Daten zeigt sich, dass Deutschland bei den OP-Zahlen und den Kosten im guten Mittelfeld liegt: Bei der Häufigkeit der Hüft-OPs beispielsweise auf Platz fünf und bei den Gallenblasen-OPs auf Platz zwölf. „Von einer unangemessenen Rolle als Operationsweltmeister zu reden, ist daher in keiner Weise gerechtfertigt“, lautet das Fazit des WIP. (WIP) Sicherheit durch zweite Meinung VLOU macht deutlich: Patienten können vor Operationen einholen und sollten Spezialisten wählen. „Man kann es nicht deutlich genug sagen: Jeder Patient hat das Recht, die gestellte Diagnose von einem anderen Arzt begutachten zu lassen“, betont VLOU-Vorsitzender Prof. Dr. Karl-Dieter Heller. Häufig kommen verunsicherte Patienten zu ihnen. Grund dafür sind die immer wiederkehrenden Schlagzeilen: Man wirft Ärzten zu Unrecht vor, oft aus rein wirtschaftlichen Interessen zu operieren, ohne dass es eine medizinische Notwendigkeit gäbe. So kommen Zweifel an der Diagnose und an den vorgeschlagenen Behandlungen auf. Die Empfehlungen der Ärzte werden schlicht grundlos in Frage gestellt. „Natürlich möchte sich niemand operieren lassen, wenn das nicht notwendig ist. Und genau dafür gibt es ja so etwas wie ein Zweitmeinungs-System“, macht Karl-Dieter Heller deutlich. Dabei handelt es sich um ein Angebot vieler Krankenkassen, sich in ausgewiesenen Zweitmeinungs-Zentren von Spezialisten der Fachbereiche eine weitere Beurteilung einzuholen. So erhalten verunsicherte Patienten eine zusätzliche, neutrale Bewertung ihrer Unterlagen und können sich mit einem kostenfreien Rat zu Diagnose und Behandlungsvorschlägen Sicherheit verschaffen. „Bei einer zweiten Meinung geht es nicht darum, die Behandlung des Patienten in einem anderen Haus durchführen zu lassen. Es geht um die Bewertung der Behandlungs-Empfehlung“, so Heller. „Eine solche Zweitberatung kann zu zwei Ergebnissen führen: Entweder wird die Diagnose für die empfohlene Operation bestätigt – oder eben nicht. Wenn das so ist, wird der Arzt von einem solchen Eingriff zu diesem Zeitpunkt abraten und Alternativen aufzeigen“, erläutert er. Erfahrene Spezialisten wählen Für Karl-Dieter Heller gehört zur Patienten-Entscheidung auch, dass dieser sich vor einem Eingriff über das Krankenhaus und den behandelnden Arzt sachkundig macht. Er empfiehlt, sich die Jahresberichte der Klinik in Bezug auf Operationszahlen anzusehen und den Chirurgen nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten im Zusammenhang mit dem gewählten Verfahren zu befragen. „Eine hohe Erfahrung des Operateurs bei einem speziellen Eingriff ist sinnvoll“, erläutert Karl-Dieter Heller seine Empfehlung.“ Denn für jeden Bereich gibt es erfahrene Spezialisten. Sigrid Baum, Pressesprecherin, VLOU 112 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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Nachrichten Plakat DKOU zu „Chancen erkennen und nutzen“ versagen, von der Anwendung der Cannabinoide sehr stark profitieren“, so der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., der mit rund 3.400 Mitgliedern größten wissenschaftlichmedizinischen Schmerzfachgesellschaft Europas. Dies scheint insbesondere Patienten zu betreffen, deren Schmerzen eine spastische Komponente haben, wie z. B. bei der multiplen Sklerose, einer Querschnittslähmung oder Nervenverletzung. Auch manche Patienten mit neuropathischen Schmerzen bei HIV, bei denen erprobte Verfahren versagen, können in Einzelfällen eine deutliche Linderung durch Cannabinoide erfahren. Andere therapeutische Wirkungen, wie antiemetische, appetitsteigernde oder antientzündliche Wirkungen werden den Cannabinoiden zugeschrieben, jedoch liegen für diese Indikationen als auch für viele Schmerzsyndrome bisher keine qualitativ hochwertigen Studien vor. Die vorliegenden Studien und Erfahrungsberichte zeigen deutlich, dass Cannabinoide einerseits in vielen Fällen nur sehr schwach schmerzlindernd wirksam sind, andererseits für einzelne ausgewählte Patienten durchaus hilfreich sein können. Diesen Patienten sollte daher eine Möglichkeit eröffnet werden, nach Versagen empfohlener Therapieverfahren einen individuellen Therapieversuch zu unternehmen. Sollte dieser erfolgreich sein, sollte die Gabe eines Cannabinoids in Absprache mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner Begleiterkrankungen, möglicher Kontraindikationen, der Patientenpräferenzen und dem Wirkungs-Nebenwirkungsprofil der jeweiligen Substanz erwogen werden, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. Chancen erkennen und nutzen So viele Anmeldungen für Abstracts gab es noch bei keinem DKOU-Kongress: Insgesamt wurden 1.451 Beiträge über die Online-Plattform angemeldet – eine ganz hervorragende Bilanz! Damit hatte niemand gerechnet, noch kurz vor Ablauf der Abstract-Frist sah alles ganz normal aus … Erst danach war klar: 2015 setzt neue Maßstäbe! Welche Qualitätsmaßnahmen gelten bei der Auswahl der Beiträge? Bewertet werden Zielsetzung und Fragestellung (originell, wichtig, klar definiert), Material und Methodik (adäquates Studiendesign, prospektive / retrospektive Studie), Ergebnisse (vollständig, richtungweisend, statistisch abgesichert) und Schlussfolgerung (kritisch, gut abgeleitet, aktuelle Literatur). (red) Indikationskriterien untermauern Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. befürwortet daher im Einzelfall eine Behandlung mit Cannabinoiden in Betracht zu ziehen, empfiehlt aber, die Indikationskriterien weiterhin empirisch zu untermauern. Insbesondere sieht es die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. als dringend notwendig an, wie bei allen anderen schmerztherapeutischen Verfahren auch, ein solches Therapieverfahren immer im Kontext einer multimodalen Schmerztherapie und nicht als isoliertes Therapieverfahren anzuwenden. Die Anwendung sollte durch eine obligate Erfassung und Analyse der Effektivität und unerwünschter Wirkungen begleitet werden, hierfür bietet das Schmerzregisterprojekt „KEDOQ“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. ideale Voraussetzungen. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. spricht sich weiterhin für die Durchführung methodisch hochwertiger Studien zur medizinischen Anwendung von Cannabinoiden in der Schmerzmedizin aus. Unter einer Therapie mit Cannabinoiden kann es zum Auftreten von gering ausgeprägten zentralen Nebenwirkungen kommen, wie z. B. Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, kognitive Beeinträchtigungen und Stimmungsschwankungen. Die bisherigen Studien beziehen sich auf kurze Behandlungszeiträume von wenigen Wochen bis Monaten, die besonderen Risiken einer Langzeitbehandlung sind weitestgehend unklar. Grundsätzlich ist aber für die Langzeiteinnahme und insbesondere bei Jugendlichen von einem Abhängigkeitspotential auszugehen und es kann in Einzelfällen zur Ausbildung von Angststörungen und Psychosen kommen. Ein Themenheft, das den aktuellen Wissensstand und klinische Handlungsempfehlungen darstellt, wird Anfang 2016 in der medizinischen Fachzeitschrift „Der Schmerz“ erscheinen. (red) Schmerzgesellschaft für Cannabinoide Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. unterstützt die Initiative von Frau Marlene Mortler MdB, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, den therapeutischen Einsatz von Substanzen aus der Hanfpflanze, den sogenannten Cannabinoiden, zu erleichtern. Sofern eine medizinische Indikation besteht, sollte eine unbürokratische Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen ermöglicht werden. „Allerdings bedarf es einer differenzierten Betrachtung und genauen Indikationsstellung sowie Qualitätssicherung der Therapie.“, so Prof. Dr. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Denn der therapeutische Einsatz von Cannabinoiden wird derzeit aktiv in der Öffentlichkeit und von unterschiedlichen Fachgesellschaften kommentiert. Die Diskussion suggeriert, dass Cannabinoide ein wirksames Schmerzmittel seien und bisher der betroffenen Mehrheit an Schmerzpatienten und -patientinnen aus regulatorischen Gründen vorenthalten wurden. Nach derzeitigem Wissens- und Erfahrungsstand sind Cannabinoide jedoch nur bei einzelnen ausgewählten Schmerzpatienten ausreichend wirksam. In der Mehrheit der chronischen Schmerzpatienten zeigen Cannabinoide lediglich eine geringe bis mäßige Schmerzlinderung, sodass Cannabinoide anderen bisher gebräuchlichen Schmerzmitteln nicht überlegen sind. Spezielle Patienten profitieren „Bemerkenswert ist jedoch, dass in Einzelfällen speziell ausgewählte Patienten, bei denen die gebräuchlichen Schmerzmittel Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 113

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Nachrichten Problemzone Knie Das weltweit erste Knorpelregister der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU) führt gut ein Jahr nach seiner Einführung im Oktober 2013 über 800 Operationsdaten nach knorpelchirurgischen Eingriffen. Es verfolgt den Heilungsverlauf nach Knieoperationen zur Knorpelreparatur, auch unter aktiver Einbeziehung der Betroffenen, über einen Zeitraum von fünf Jahren und ermöglicht die Zusammenführung der Daten von bereits über 50 teilnehmenden Kliniken. Die sich daraus ergebende umfangreiche Datenmenge erlaubt den Experten die präzise Beantwortung wissenschaftlicher Fragen, den Vergleich verschiedener Operationstechniken und die Auswertung von Komplikationen. „Mit dem erfolgreichen Start des KnorpelRegisters DGOU ergänzen wir unsere umfangreiche Registerarbeit im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, die die Versorgung unserer Patienten sicherer und effektiver machen soll“, sagt Professor Bernd Kladny, Generalsekretär der DGOU. Sehr verletzungsanfällig Das Knie ist das für Verletzungen anfälligste Gelenk des Menschen. „Knorpelschäden, beispielsweise nach einem Sportunfall, werden in etwa 60 Prozent aller durchgeführten Kniearthroskopien diagnostiziert. Auch wenn viele dieser Knorpelschäden fortgeschrittene Schädigungen im Sinne einer Arthrose aufweisen, für die eine knorpelreparierende Therapie nicht mehr indiziert ist, so ist ein relevanter Anteil dieser Schädigungen für eine Knorpelersatzoperation geeignet“, sagt Professor Dr. Philipp Niemeyer von der AG Klinische Geweberegeneration der DGOU und Mitinitiator des KnorpelRegisters DGOU. Chirurgische Verfahren zur Regenerierung von Knorpelgewebe, zu denen Knorpelzelltransplantationen und knochenmarkstimulierende Techniken zählen, haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie dienen der Heilung des Knorpeldefekts durch den Einsatz körpereigenen Knorpelgewebes bzw. ermöglichen das Nachwachsen von Ersatzknorpelzellen. fünf Jahre danach einer besseren Kontrolle und Beurteilung ihres Genesungsverlaufes unterliegen. Und auch für bisher nicht am Register beteiligte Experten ergibt sich ein positiver Effekt – sie profitieren von den Forschungsergebnissen und können zukünftig eine Knorpeltherapie auf neuestem medizinischem Niveau leisten“, sagt Niemeyer, der als Sektionsleiter Knorpelchirurgie an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg arbeitet. Register arbeitet industrieunabhängig Erste Auswertungen und wissenschaftliche Publikationen aus dem KnorpelRegister DGOU plant die AG Klinische Geweberegeneration der DGOU für diesen Herbst. „Es wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir die Ergebnisse in eine Leitlinie einfließen lassen können“, sagt Niemeyer. Das KnorpelRegsiter DGOU wurde nach Vorbild der skandinavischen Register zur Behandlung der Kreuzbänder aufgebaut und ging im Oktober 2013 an den Start. Nach erfolgreicher Implementierung des „Kniemoduls“ sind 2015 die Module „Sprunggelenk“ und „Hüfte“ dazugekommen. Das KnorpelRegister DGOU ist eine innerärztliche durch die Fachgesellschaft initiierte Qualitätssicherungsmaßnahme. Das KnorpelRegister DGOU arbeitet industrieunabhängig und wird unterstützt durch die Deutsche Arthrosehilfe e. V. und die Stiftung OscarHelene-Heim. Die technische Umsetzung des KnorpelRegister DGOU erfolgt in enger Kooperation mit dem Studienzentrum des Universitätsklinikums Freiburg. Für eine optimale Versorgung aller Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und zur Qualitätstransparenz betreiben die Fachgesellschaften DGOU, DGU und DGOOC neben dem KnorpelRegister DGOU weitere Register, wie beispielsweise das Endoprothesenregister und das TraumaRegister DGU®. Susanne Herda Prävention von Arthrose Neben der Beschwerdelinderung dient die Knorpelchirurgie auch der Prävention von Arthrose. Denn viele der anfänglich klar umrissenen Knorpelschäden weisen eine Tendenz zur Ausweitung auf größere Knorpelflächen auf und stellen unbehandelt in vielen Fällen den Ausgangspunkt einer Arthrose dar. Eine Knorpelreparatur ist jedoch nur bei sehr kleinen Defekten möglich. „Das KnorpelRegister DGOU ist eine Win-Win-Option für alle Beteiligten“, sagt Professor Dr. Philipp Niemeyer von der AG Klinische Geweberegeneration der DGOU. Von dem Register profitieren die Wissenschaftler für die Versorgungsforschung und die Patienten, indem sie durch das regelmäßige Ausfüllen online-gestützter Fragebögen zum Zeitpunkt der Operation bis 114 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 Foto: Fotolia_Photographee.eu

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Aus unserem Fach Foto: C. Podolski 6 3 . J A H R E S TA G U N G V S O U Unfallchirurgie beim VSOUJahreskongress angekommen! Auf der diesjährigen Jahrestagung der Vereinigung der Süddeutschen Orthopäden und Unfallchirurgen vom 30.04. bis 02.05.2015 im Kongresshaus Baden-Baden sind durch die erstmalige Präsenz einer Doppelspitze auch verstärkt unfallchirurgische Inhalte vertreten. Die Kongressleitung haben Prof. Dr. Volker Bühren, Murnau, und Prof. Dr. Thomas Horstmann, Bad Wiessee, inne. Unfallchirurgische Schwerpunkte sind die Komplexverletzungen und das Polytrauma, implantatassoziierte Frakturen und die Frakturendoprothetik sowie die Weichteil- und Defektdeckung nach Trauma und die Rehabilitation im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren. Komplexverletzung – Polytrauma In der Sitzung Komplexverletzung unter Leitung von Prof. Christian Hierholzer, Murnau, und Prof. Peter Biberthaler, München, werden die Behandlungsoptionen komplexer Gelenkverletzungen der Schulter und des Kniegelenkes vorgestellt. Weiterhin stehen die Diagnostik sowie die Behandlung komplexer Becken- und Femurfrakturen im Fokus dieser Sitzung. Kongresssaal II: 30.04.2015 von 14.00 Uhr – 16.00 Uhr Unter Leitung von Prof. Ingo Marzi, Frankfurt / M., und Prof. Alexander Woltmann, Murnau, werden zum Thema Polytrauma wissenschaftliche Beiträge vorgestellt. Diese thematisieren, wie die Verletzungsschwere beim Polytrauma am besten zu quantifizieren ist bzw. welche neuen Behandlungsprinzipien bei der schrittweisen Versorgung des Polytrauma-Patienten beachtet werden müssen. Die Besonderheiten beim den zahlenmäßig zunehmenden älteren Patienten werden ebenfalls herausgearbeitet. Kongresssaal II: 01.05.2015 von 14.00 – 16.00 Uhr Implantatassoziierte Frakturen – Frakturendoprothetik Prof. Steffen Ruchholtz, Marburg, und Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, München, führen durch das Thema implantatassoziierte Frakturen, das periimplantäre Frakturen am Humerus sowie an der Hüfte bzw. am Femur näher beleuchtet. Dies geschieht unter Berücksichtigung der periprothetischen Frakturen sowie der Revisionsendoprothetik. Kongresssaal II: 02.05.2015 von 14.30 – 16.30 Uhr Komplettiert wird diese Thematik durch die von Prof. Michael Nerlich, Regensburg, und Prof. Florian Gebhard, Ulm, geleitete Sitzung Frakturendoprothetik. Die hier ausgewählten Vorträge werden Indikationen und Konzepte für die Endo- 116 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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Aus unserem Fach unterschiedlichen Therapieansätze diskutiert. Seminarraum 3: 30.04.2015 von 14.00 – 16.00 Uhr Rehabilitation im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren Die Rehabilitation ist nach der akut stationären Versorgung ein weiterer Schritt für die erfolgreiche Rückführung des berufsgenossenschaftlich Versicherten ins Erwerbsleben. Welche besonderen Möglichkeiten und Chancen dieses Heilverfahren bietet, werden Prof. Bernd Kladny, Herzogenaurach, und Dr. Stefan Simmel, Murnau, herausarbeiten. Neben den spezifischen Möglichkeiten des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens findet auch die Schmerzrehabilitation/-therapie gesonderte Beachtung. Kongresssaal I: 30.04.2015 von 08.00 Uhr – 10.00 Uhr prothetik bei Frakturen am proximalen Femur und am Knie- bzw. Ellenbogengelenk herausarbeiten. Kongresssaal II: 02.05.2015 von 11.00 – 13.00 Uhr Weichteildeckung – septische Defektwunden Den rekonstruktiven Möglichkeiten bei großen Weichteildefekten im Rahmen von Komplikationswunden widmet sich die Sitzung Weichteildeckung, geleitet von Dr. Volkmar Heppert, Ludwigshafen, und Dr. Markus Öhlbauer, Murnau. Inhalt ist hier sowohl die temporäre sofortige Weichteildeckung inklusive der Vakuumtherapie sowie die definitiven plastischen Verfahren zur Rekonstruktion von großen Weichteildefekten. Seminarraum 1: 01.05.2015 von 08.00 Uhr – 10.00 Uhr Die Behandlung septischer Defektwunden wird von Dr. Hans-Georg Palm und Prof. Benedikt Friemert, beide Ulm, mit ausgesuchten Referenten erarbeitet. Ergebnisse der Behandlung septischer Defektwunden aus dem militärischen sowie aus dem zivilen Arbeitsbereich und speziell aus dem berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren werden miteinander verglichen und die ggfs. Translationale Forschung – Knochenersatz Auch in den Grundlagen- und translationalen Forschungssitzungen sind unfallchirurgische Inhalte bei der VSOU Jahrestagung in besonderem Maße präsent. Dazu haben Prof. Markus Huber-Lang, Ulm, und Prof. Sascha Flohé, Düsseldorf, renommierte Experten auf dem Gebiet der Entzündungsforschung eingeladen. Es werden u.a. zu den Themen Inflammation und Frakturen, mesenchymale Stammzellentherapie beim Polytrauma sowie Immunmonitoring beim Polytrauma die aktuellsten Forschungsergebnisse vorgestellt. Kongresssaal I: 01.05.2015 von 13.30 Uhr – 15.00 Uhr Die Sitzung Knochenersatz leiten Prof. Peter Augat, Murnau, und Prof. Martijn van Griensven, München. Präsentiert werden Forschungsarbeiten und klinische Ergebnisse, die sich mit der Heilung von Knochendefekten beschäftigen. Thematisch aufgegriffen wird, ob körpereigenes Gewebe als Knochenersatz dienen kann. Ebenfalls diskutiert wird die Rolle von Knochenersatzstoffen sowie von rekombinanten kommerziell erhältlichen Wachstumsfaktoren. Kongresssaal I: 01.05.2015 von 15.30 Uhr – 17.00 Uhr AGs und Sektionen Die vermehrte Präsenz unfallchirurgischer Kongressinhalte zeigt sich auch an der Teilnahme verschiedener Sektionen und Arbeitskreise der DGU. So wird die Arbeitsgemeinschaft Einsatz-, Katastrophen- und taktische Chirurgie im Rahmen der VSOU-Jahrestagung ihr Sektionsmeeting abhalten. Besonderer Schwerpunkt ist die Erstellung von Alarmplänen für Kliniken sowie die Entwicklung eines bundesweiten Netzwerkes für Katastrophenmedizin. Seminarraum 5: 30.04.2015 von 10.30 Uhr – 12.00 Uhr Die Sektion Septische Chirurgie der DGU wird das Thema „Periprothetische Infektionen bei Problemkeimen“ inkl. der notwendigen Diagnostik und der therapeutischen Strategien bei der operativen Behandlung diskutieren. Seminarraum 6: 01.05.2015 von 08.00 Uhr – 10.00 Uhr Weiterhin sind die Sektionen Bildung und Nachwuchs der DGOU, die AG Lehre der DGOU, die AG Bildgebende Verfahren der DGOU, Sektion Rehabilitation der DGOU sowie das Junge Forum der DGOU mit separaten Sitzungen auf dem Kongress vertreten. Unfallchirurgisches-Orthopädisches OP-Training Zum ersten Mal werden sowohl orthopädische als auch unfallchirurgische Inhalte gleichsam abgedeckt. Die AIOD Deutschland e. V. gestaltet hierbei den unfallchirurgischen Teil des Operationstrainings. Thematisch wird in den Workshops die Frakturversorgung am proximalen und distalem Humerus und Radius, am Femurschaft und an der proximalen Tibia, am OSG und am Becken praktisch instruiert. Seminarräume 9 bis 13: 30.04./01.05.2015 von 08.00 Uhr – 10.00 Uhr, 02.05.2015 von 08.30 Uhr – 10.30 Uhr Weitere Informationen, Online-Anmeldung und Eintrittskarten für Rahmenprogramm unter: www.vsou.de Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015 117

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Aus unserem Fach INVITATION We have the great honour and pleasure to declare Turkey as the official guest nation of the German Congress on Orthopaedics and Trauma Surgery 2015 and to invite Professor S. Ada MD, President TSOT / TOTBID Professor M. Yazici MD, Representative TSOT / TOTBID Ö. Kilicoglu MD, Representative TSOT / TOTBID representing the Turkish Society of Orthopaedics and Traumatology TSOT / TOTBID to Berlin, October 20 – 23, 2015 We are looking forward to a successful cooperation. See you in Berlin! Prof. Dr. R. Krauspe Präsident DGOOC 2015 Prof. Dr. M. Nerlich Präsident DGU 2015 Dr. H.-J. Hesselschwerdt Kongresspräsident BVOU 2015 in ad n rD Professor Yazici. nd die Referen en Profe or da D ii o nd D KO U 2 0 1 5 Gastnation Türkei beim DKOU Einer guten Tradition entsprechend wird für den diesjährigen DKOU Kongress die Türkei unser Gastland sein. Die i en haf i he a h e e haf n ere Par ner die r r o edi e ra ma o o i ir i i Derne i Turkish Society of Orthopaedics and Traumatology wurde 1970 gegründet. Seinerzeit fand der „First International Mediterranean and Middle-Eastern Orthopaedics and Traumatology Congress“ in Ankara statt. Eine Arbeitsgruppe gründete hiernach die wissenschaftliche Gesellschaft unter Leitung von Professor Dr. Ridvan Ege. Professor Ege war Präsident der Gesellschaft von 1970 bis 2000 (!). Es ist selbsterklärend, dass Professor Ege dieser Gesellschaft wesentliche Impulse und Strukturmerkmale gegeben hat. Als er im Jahre 2000 sein Präsidentenamt zur Verfügung stellte, wurde er Ehrenpräsident der TOTBID / TSOT. Seither wechselt die Präsidentschaft im 2-Jahres-Rhythmus; derzeit ist Professor Dr. Sait Ada Präsident der Gesellschaft. Wie in vielen Fachgesellschaften haben sich Spezialgebiete entwickelt und bilden Substrukturen unter dem Dach der TOTBID / TSOT, darunter findet sich u. a. die Arbeitsgruppe „Fuß- und Sprunggelenk“, „Knochen- und Weichteiltumorchirurgie“, „Wirbelsäulen-Studiengruppe“, „Orthopädische Traumatologie“, „Sporttraumatologie“, „Biomechanik“ und „Grundlagenforschung“. Zwischen Vertretern der TOTBID / TSOT und deutschen O & U Kollegen bestehen bereits seit vielen Jahren freundschaftlich kollegiale Beziehungen. Bis zum Jahre 2014 fand der nationale Kongress der TOTBID / TSOT alle 2 Jahre statt. Aufgrund der dynamischen Entwicklung im Gebiet Orthopädie und Unfallchirurgie auch in der Türkei hat die Gesellschaft dann beschlossen, zu einem jährlichen Kongress überzugehen. Es werden mehrere Publikationsorgane über die Fachgesellschaft gepflegt: Ein Newsletter, ein TOTBID / TSOT Newsletter, ein Journal sowie die Acta Ortopedica et Traumatologica. Letztere wird unterstützt von einem nationalen und einem internationalen Editorial Board, an dem auch mehrere deutsche Kollegen mitwirken. Deutsch-Türkischer Freundeskreis Unter tatkräftiger Mitwirkung von Professor Willert, Göttingen, war in den 1980er Jahren ein Deutsch-Türkischer Freundeskreis für Orthopädie gegründet worden, und es fanden im Wechsel Symposien in der Türkei und in Deutschland statt. Diese Kooperation war in der Vergangenheit ohne weitere Aktivitäten geblieben und eingeschlafen. Mit unserer Entscheidung für die Türkei als Gastland des DKOU 2015 soll für die Beziehung zur Türkei ein Wendepunkt gesetzt werden. Erfreulicherweise fand unser Einladungsschreiben ein großes Echo bei der Partnergesellschaft. So hat die Türkische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie sofort mit großer Freude die Einladung angenommen und ihrerseits eine Einladung für den eigenen Kongress 2014 ausgesprochen. Bei der Programmgestaltung werden dort ebenfalls Internationale Sitzungen mit englisch-sprachigen Vorträge organisiert. So wurde ich eingeladen zu dem Thema „Slipped capital femoral epiphysis – current concepts“ und „Total hip arthroplasty in adolescents: Paediatric Orthopaedic Surgeons perspective“ zu sprechen. Die internationalen Sitzungen fanden im größten Kongresssaal statt und waren außerordentlich gut besucht und es wurde sehr lebhaft, zum Teil in türkischer Sprache, diskutiert. Neben dem wissenschaftlichen Austausch war der Vorstand der TSOT mit mehreren Kollegen sowohl bei Planungsgesprächen wie auch bei festlichen 118 Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | April 2015

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