vdw-magazin-2-2011

 

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vdw verband der wohnungs und immobilienwirtschaft in niedersachsen und bremen magazin 04 i qualitätssiegel sicheres woh n en vdw-m itglieder werden ausgezeichnet 09 i wer ist m itb ürger gedanken von prof paul s cheffer 20 i wie geht s weiter difu -beitrag zur sozialen s tadt 49 i die schere öff net sich weiter interpretationen der neuen gewos -studie trainieren mit profis 5 6.juli 2011 in garbsen bei hannover 0211 zeitschrift des vdw niedersachsen bremen in zusammenarbeit mit dem verband norddeutscher wohnungsunternehmen e v.

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höherer wohnwert zufriedene mieter attraktivere wohnobjekte mit multimedia1 aus dem kabelanschluss en ternehm ungsun wohn and.de eutschl beld www.ka kabel anschluss mehr wohnqualität bei bestandsimmobilien ohne großen kostenaufwand der kabelanschluss macht es möglich er bietet technik fürs leben einfach unkompliziert und alles aus einer hand · digitales fernsehen · schnelles internet1 · günstige telefonie1 · mobil telefonieren und surfen2 erfahren sie mehr über die multimedialen möglichkeiten des kabelanschluss bei ihrem persönlichen geschäftskunden-partner ihr kabelanschluss für fernsehen internet und telefon 1 in immer mehr ausbaugebieten und mit modernisiertem hausnetz verfügbar 2 nur in verbindung mit einem kabel deutschland internet phone vertrag möglich.

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inhalt t ite l f ot o d a s e rd haus dess pa r undbauvereinsistn ich t nur ein ech t er hingucker die mi tglie d er d er genossen scha ft aufd em kronsbergnutzenesauchals treffpunk t für die in tak te n achbarschaf t erhielt d er s paru nd bauverein da squal it ä tssiegel si cheres wohnen foto volker minkus m a ga z i n 0211 02 03 04 06 08 vdw inhalt iiiii vor wort bad zwischenahn qualitätssiegel sicheres wohnen stellungnahme wohnungsbauförderung stuzubi 09 12 15 20 27 30 thema 0211 32 38 44 iiiiiiiii nachbarschaft und integration inter view mit frank bielka energiekonferenz serie städtebauförderung serie design a nalogabschaltung unternehmensporträt buxtehude a ktuelle rechtsprechung immobiliensoftware 49 53 55 56 vdw iiii gewos-studie aal -projekte der johanniter namen und n achrichten stellenangebote » i c k seh di « ­ »dat freit mi!« tr aditioneller tr inkspruchimammerland bestensgeeignetalsleitmotivf ü rintaktenachbarsch aften.

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ber nd meyer i v erban dsdire kt or vdw m a ga z i n 02 11 n einem beitrag für die süddeutschen zeitung vom 25 märz schreibt bundesbauminister peter ramsauer das wichtigste instrument ist unser co2-gebäudesanierungsprogramm es sei gut eingeführt habe eine hohe akzeptanz und könne problemlos mehr erreichen wenn der bund mehr fördergeld zur verfügung stelle ich werde dafür sorgen betont der minister dass auch von 2012 an die mittel in der erforderlichen höhe zur verfügung stehen diese ausführungen sind so derartig bodenlos dass es einen schaudert denn schon in den tagen zuvor hatte die bundesregierung angekündigt keinerlei mittel für das co2-gebäudesanierungsprogramm in den haushalt 2012 einzustellen was denn nun herr minister sicher ist doch dass die hohen klimaschutzziele die im bereich des wohnens erreicht werden sollen ohne eine flankierende öffentliche unterstützung nicht erreicht werden können wer fordert muss auch entsprechend fördern sagte gdw-präsident axel gedaschko gegenüber der süddeutschen zeitung ­ sinnigerweise in der gleichen ausgabe nur einige seiten vom ramsauer-kommentar getrennt die wohnungswirtschaft steht vor intensiven diskussionen mit der politik vorwor t i dies gilt auch für das thema städtebauförderung dazu gibt es in unserer serie in dieser ausgabe des vdw magazins wieder interessante beiträge ­ unter anderem von experten des deutschen instituts für urbanistik der vdw schiebt die debatte über die zukünftige entwicklung an den regionalen wohnungsmärkten mit einer erneuten fortschreibung des gewos-gutachtens an näheres dazu in diesem heft von gewoschefin renate szameitat diskutiert wird gerade auch über die wohnraumförderung in niedersachsen und bremen auszüge aus der vdw-stellungnahme gibt es ebenfalls in diesem magazin einer der zentralen punkte aus sicht des vdw die stärkere einbindung der nbank bzw der bremer aufbaubank bei der wohnraumförderung ohnehin ist dieses vdw magazin voller interessanter themen bedanken möchte ich mich an dieser stelle ausdrücklich bei prof paul scheffer und frank bielka die mit ihren interessanten beiträgen schon intensiv auf das zwischenahner gespräch einstimmen mehr zu der 30 auflage unserer wichtigsten traditionsveranstaltung im nächsten heft » den wo hnungsbaugesellschaftenund genossenschaftenk ommt nach wie vor eineentscheidenderolleaufdemfeldderf ü rdieen twicklung der stadt sobedeutendenfrageder wo hnungsbaupolitikzu dies bezieht sich nich tnuraufdiefragedes wo hnungsneubaus sondern insbesonde re auch aufdiefrageder wo hnungsbestandsentwicklung « uwe bodemann stadtbaurat hannover quelle hannoversche allgemeine zeitung 2

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m a ga z i n 0211 30 zw i sc he n a h ne r ge s p r ä c h viele neue gesichter beim kleinen jubiläum ba dzwi sc he nahn hat die wohnungsgemeinnützigkeit noch eine zukunft mit diesem titel fing alles an ­ damals am 4 und 5 november 1976 beim ersten zwischenahner gespräch des vdw niedersachsen bremen ob der damalige verbandsdirektor prof dr helmut jenkis geahnt hat welche tradition sich daraus entwickeln würde heute 35 jahre weiter gehören die zwischenahner gespräch zu den wichtigsten wohnungspolitischen veranstaltungen bundesweit in diesem jahr treffen sich vertreter aus wohnungswirtschaft politik verwaltung banken und versicherungswesen zum 30 mal auf einladung des vdw in bad zwischenahn und wie in den gründungsjahren festgeschrieben finden sich auf der rednerliste fast ausschließlich neue gesichter dazu hatte prof jenkis einst formuliert bei der auswahl der referenten sollte vermieden werden dass dieselben-denselben-dasselbe erzählen unter der Überschrift nachbarschaften und netzwerke diskutieren am 7 und 8 april unter anderem die niedersächsische sozialministerin aygül Özkan der neue gdwpräsident axel gedaschko der niederländische soziologe prof paul scheffer und die gründerin des netzwerk nachbarschaft erdtrud mühlens erstmals ist auch prof dr christian pfeiffer leiter des kriminologischen forschungsinstituts niedersachsen referent beim zwischenahner gespräch er ist allerdings nicht der erste aus seiner familie sein bruder prof ulrich pfeiffer war bereits 1979 als damaliger ministerialdirektor im bundesministerium für raumordnung bauwesen und städtebau sowie 2000 als geschäftsführer von empirica dabei 1979 gab es sogar zwei zwischenahner gespräche das erste im april zum thema die wohnungspolitik am wendepunkt ­ diskussion der biedenkopf-miegel-studie das zweite dann im oktober mit dem titel das neue österreichische wgg ­ ein zukunftsweisendes gesetz die größte pause legte der vdw zwischen november 1986 und oktober 1989 ein thematisch war dies offenbar kein problem 1986 lautete der titel wende oder ende der wohnungspolitik bilanz am ende einer legislaturperiode drei jahre später hieß es wieder wende in der wohnungspolitik ­ diesmal war es die wende vom wohnungsleerstand zum wohnungsmangel in diesem jahr wird bei der analyse funktionierender sicherer nachbarschaften natürlich der blick auf die andauernde integrationsdebatte gelenkt die beiden folgenden gastbeiträge von prof paul scheffer und dr stefan luft von der universität bremen deuten bereits an wie kontrovers und vielfältig diskutiert wird und dass sich ein königsweg nicht abzeichnet 3 bad zwis che nahn

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a usze ic h nu n g en g eh en nach ha nnover nie n burg wo l fsburg un d o snabrÜ ck vier vdw-mitgliedsunternehmen erhalten qualitätssiegel für sicheres wohnen m a ga z i n 02 11 qualität nachbarschaft h a n no v e r intakte nachbarschaften gepflegte grünanlagen umsichtig geplante wegeverbindungen intelligente beleuchtungskonzepte einladende hauseingänge und treppenhäuser technischer komfort sowie wohnbegleitende dienstleistungen ­ das sind die zutaten für gutes und sicheres wohnen die mitgliedsunternehmen des vdw haben diese vorgaben vorbildlich umgesetzt gleich vier firmen wurden mit dem niedersächsischen qualitätssiegel für sicheres wohnen ausgezeichnet seit vielen jahren ist unser verband im landespräventionsrat und in der sicherheitspartnerschaft aktiv sicheres wohnen ist ein grundbedürfnis der menschen und unsere wohnungsgesellschaften und -genossenschaften haben dafür die richtigen angebote entwickelt sagte vdw-verbandsdirektor bernd meyer überzeugt dafür erhielten die osnabrücker von staatssekretär heiner pott das qualitätssiegel mit auszeichnung geschäftsführer ulrich saremba betonte wir sehen das siegel nicht nur als orientierungshilfe für wohnungssuchende sondern auch als ansporn für eigentümer und wohnungsunternehmen die wohnungsbestände und das umfeld permanent zu optimieren auch der neuland wohnungsgesellschaft in wolfsburg wurde das qualitätssiegel mit auszeichnung verliehen sie hat im stadtteil detmerode einen wohnkomplex mit früher 534 wohnungen komplett überplant die ganzheitliche modernisierung der neuen burg umfasst den rückbau von teilweise zehn etagen auf vier geschosse eine umfassende energetische sanierung sowie ein breites soziales engagement für mieter und bewohnergruppen im grünen eck heißt das neubauprojekt der gbn nienburg für das die kommunale wohnungsgesellschaft mit dem qualitätssiegel ausgezeichnet wurde inmitten eines traditionellen wohnquartiers hat die gbn hochwertige neubauwohnungen erstellt die alle ansprüche an sicheres und komfortables wohnen erfüllen dieprei st r äg erim Ü b e r blic k ein neubau mit insgesamt 16 wohnungen der stephanswerk wohnungsbaugesellschaft osnabrück hat die jury 4

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m a ga z i n 0211 qu alität ssiege l sich eres wo hnen bilder im uhrzeigersinn laudatorin karin kellner links und staatssekretär heiner pott mitte überreichten die qualitätssiegel an claus vollmer gbn nienburg heinz wensing spar und bauverein hannover manfred lork neuland wolfsburg sowie an ulrich saremba marlies wolf und gerda happe stephanswerk osnabrück bzw osnabrücker wohnprojekt e.v gleich fünf preise sammelten der spar und bauverein hannover und seine tochtergesellschaft die niedersächsische bauträger gmbh ein drei wohnanlagen der genossenschaft erhielten sogar das qualitätssiegel mit besonderer auszeichnung auf dem kronsberg hat der sparund bauverein vor der expo 114 wohnungen gebaut die immer noch sehr begehrt sind aus den 1920er jahren stammt der brüggemannhof ein städtebauliches kleinod mit 199 wohnungen in unmittelbarer innenstadtnähe 2008 fertiggestellt wurde eine seniorengerechte wohnanlage in hannover-groß-buchholz dort sind alle aspekte sicheren wohnens umgesetzt worden ­ bis hin zum conciergedienst für höchsten wohnkomfort ein qualitätssiegel gab es auch für das genossenschaftliche wohnquartier in hannover-vahrenwald dort hat die wohnungsgenossenschaft einen mietertreffpunkt eingerichtet von dessen sozialem angebot der gesamte stadtteil profitiert und in hannover-ricklingen hat ein neubau der niedersächsischen bauträger gmbh die jury überzeugt das netzwerk sicherheitspartnerschaft im städtebau in niedersachsen wurde 2005 gegründet neben der niedersächsischen landesregierung und dem vdw niedersachsen bremen gehören u.a auch das landeskriminalamt der mieterbund die architektenkammer und die leibniz universität hannover zu den mitgliedern mit dem qualitätssiegel hat die sicherheitspartnerschaft eine bundesweit einmalige auszeichnung entwickelt sie würdigt das engagement von hausbesitzern und planern die lebensqualität und die attraktivität von städten und gemeinden zu verbessern dabei wird dem thema sicherheit in wohngebieten eine besondere bedeutung beigemessen mehr informationen im internet unter www.sicherheit-staedtebau.de 5

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we ite r en tw i c k lu ng derw oh n r au mfÖrderu ng stellungnahmen des vdw niedersachsen bremen h a n no v e r sowohl in niedersachsen als auch in bremen steht die wohnraumförderung in der politischen diskussion der vdw als interessenvertreter der großen wohnungsgesellschaften und ­genossenschaften hat gegenüber beiden landesregierungen stellungnahmen abgegeben die hier in auszügen wiedergegeben werden m a ga z i n 02 11 niedersachsen in der stellungnahme zum niedersächsischen wohnraumförderungsgesetz nwofg hat der vdw im juli 2008 bereits eine weiterentwicklung der wohnraumförderung gefordert der vdw hatte unter anderem angeregt l vorrang für die bestandsentwicklung l vernetzung der wohnraumförderung mit der städtebauförderung l erweiterung der förderung für ­ genossenschaftliches wohnen ­ nichtinvestive maßnahmen ­ räumlichkeiten für soziale dienstleistungen ­ umbau von wohnungsbeständen abriss ­ neue modellprojekte aal l erhöhung der einkommensgrenzen und anpassung der mietobergrenzen der vdw hat zur vorbereitung seiner neuerlichen stellungnahme eine unternehmensbefragung durchgeführt die umfrage verdeutlicht dass zahlreiche unternehmen in den vergangenen jahren auf förderung verzichtet haben hintergrund ist wie bereits häufig formuliert das unausgewogene verhältnis zwischen dem geringen subventionsvorteil der förderung und den langfristigen belegungsbindungen der vdw ist sicher dass bei einer stärkeren flexibilisierung der auflagen wesentlich mehr unternehmen die wohnraumförderung in anspruch nehmen werden das zeigt die zahl von 52 unternehmen die grundsätzlich interesse haben im jahre 2013 endet die zweckbindung der kompensationsmittel für die wohnraumförderung des bundes in höhe von etwa 40 millionen euro jährlich das land niedersachsen hat in den vergangenen jahren keine eigenen mittel für die wohnraumförderung eingesetzt allerdings im nwofg einen fonds gebildet der rückfließende mittel aus der wohnraumförderung erneut für diesen zweck einsetzt der vdw fordert dass in zukunft die wohnraumförderung mindestens auf dem gleichen finanziellen niveau fortgesetzt werden muss weil llll das angebot preiswerter wohnungen rückläufig ist ein breites angebot von wohnungen für 1 und 2-personen-haushalte fehlt die modernisierung des mietwohnungsbestandes unterstützt werden muss der anteil der gebundenen sozialwohnungen sehr niedrig ist 2,2 im vergleich zu 4,6 im bundesdurchschnitt mit weiter abnehmender tendenz antworten 73mitgliedsunternehmen mu keineförderung indenletztenjahren förderung inanspruchgenommen neubau modernisierung problememitauflagen mietobergrenzen belegungsbindungen technik geringerzinsvorteil interess ea n f ö rderung ja n e in 60mu nach auffassung des vdw muss der schwerpunkt der öffentlichen förderung auf die entwicklung des wohnungsbestandes verlagert werden dabei gilt es zwei große herausforderungen zu bewältigen demografischer wandel und klimaschutz der vdw hält zur deutlichen steigerung der mittelbaren belegung folgende kriterien für erforderlich l l l 6mu5,0mio.euro 9mu13,9mio.euro 42mu 47mu 15mu 11mu wohnungstausch 1:1 verzicht auf die erhebung von ausgleichsbeträgen vorgaben zur miethöhe für die bestandswohnung nicht aber für die neubauwohnung 5 2 m u 2 1 m u außerdem hält der vdw hält im neubau eine anpassung der darlehnshöhe in städtischen regionen mittel und oberzentren für erforderlich von 40.000,00 auf 48.000,00 euro der vdw fordert dass die einkommensgrenzen angepasst oder ausgesetzt werden freistellung der wohnung wenn die gemischte belegungsstruktur eines wohnquartiers erhalten oder verbessert werden soll 6

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die regelung dass der vermieter nach geförderten modernisierungsmaßnahmen die mietanpassung nur auf grundlage der gesetzlich zulässigen und nicht der tatsächlichen wohnungsgrößen berechnen darf führt zu mietverzicht und ist nicht akzeptabel in zukunft wird sich regional der strukturelle wohnungsleerstand deutlich erhöhen darüber hinaus sind energetische modernisierungen z t nicht wirtschaftlich so dass ein abriss mit ersatzneubau geprüft werden muss der vdw regt an die förderung von wohnungsabrissen für begrenzte regionen zu prüfen hat in den vergangenen jahren die bundesmittel zur restfinanzierung früherer wohnungsbauprogramme eingesetzt und die neuen programme aus darlehnsrückflüssen finanziert.der vdw fordert wie auch für niedersachsen dass in zukunft die wohnraumförderung mindestens auf dem gleichen finanziellen niveau fortgesetzt werden muss weil llll der vdw schlägt vor die nbank und im lande bremen die bremer aufbaubank in die wohnraumförderung strategisch stärker einzubeziehen die förderbanken könnten ein darlehensprogramm auflegen dessen zinsvorteil gegenüber dem marktzins von den ländern bezuschusst wird damit könnte ein erhebliches darlehensvolumen für die soziale wohnraumförderung zur verfügung gestellt werden das angebot preiswerter wohnungen rückläufig ist ein breites angebot von wohnungen für 1 und 2-personen-haushalte fehlt die modernisierung des mietwohnungsbestandes unterstützt werden muss der anteil der gebundenen sozialwohnungen sehr niedrig ist 3,6 im vergleich zu 4,6 im bundesdurchschnitt und 13,4 in hamburg m a ga z i n 0211 der vdw hält im neubau eine anpassung der förderhöhe für erforderlich von 35.000,00 auf 50.000,00 euro damit werden die gestiegenen grundstücks und baukosten ebenso berücksichtigt wie die deutlich gestiegenen energetischen anforderungen in der modernisierung schlägt der verband vor die förderhöhe wie folgt anzuheben l w ohnu ngsb aufÖrderu n g bremen der wohnungsmarkt im lande bremen ist deutlich zweigeteilt in der stadtgemeinde bremen gibt es durch steigende nachfrage einen leichten nachfrageüberhang insbesondere gilt das bei preiswerten wohnungen für 1 und 2-personen-haushalte in bremerhaven besteht aktuell ein angebotsüberhang der sich trotz erheblicher aktivitäten der stadtpolitik voraussichtlich weiter verstärken wird bis 2020 prognostiziert gewos einen rückgang von 6 der haushalte schwerpunkt der wohnungspolitik müssen weiterhin die modernisierung des wohnungsbestandes sowie quartiersbezogene entwicklungsstrategien sein das land bremen hat die wohnraumförderung zwar kontinuierlich fortgesetzt allerdings auf einem niedrigen niveau insgesamt beträgt das zur verfügung stehende fördervolumen 4,5 millionen euro jährlich das ausschließlich als darlehen vergeben wird die förderbedingungen sind relativ unattraktiv weil einer geringen förderhöhe langfristige sozialbindungen gegenüberstehen der vdw erwartet dass bei einer steigerung der attraktivität die mitgliedsunternehmen interesse an einem wesentlich höheren fördervolumen haben werden im jahre 2013 endet die zweckbindung der kompensationsmittel für die wohnraumförderung des bundes in höhe von 3,1 millionen euro jährlich das land bremen l grundlegende modernisierung mit erheblichen baukosten von 30.000,00 auf 40.000,00 euro in besonders begründeten einzelfällen sind bis zu 50.000,00 euro erforderlich die mietobergrenzen sollten in der stadtgemeinde bremen im neubau angehoben werden von 6,10 euro/m² mtl auf 6,50 euro/m²/mtl und nach modernisierung von 5,60 euro/m²/mtl auf 6,00 euro/m²/mtl die miethöhe einer mittelbar belegten wohnung sollte in der stadtgemeinde bremen von 5,60 euro/m²/mtl auf 6,00 euro/m² mtl angehoben werden in der stadtgemeinde bremerhaven ist keine änderung erforderlich die demografische entwicklung macht die nachrüstung mit aufzügen notwendig eine umlage der investitionskosten ist in der marktmiete nicht darstellbar der vdw fordert daher eine 50 bezuschussung der investitionskosten eine aktuelle unternehmensbefragung innerhalb der gewos-studie hat ergeben dass die mitgliedsunternehmen zukünftig etwa drei prozent ihres bestandes abreißen müssen nach der befragung wird der schwerpunkt der abrisse insbesondere im wohnungsbestand aus den 50er und 60er jahren sein der vdw regt an die förderung von wohnungsabrissen zu prüfen l l in stadtteilen mit dauerhaftem strukturellem leerstand bei errichtung von ersatzneubau wenn die energetische modernisierung unwirtschaftlich ist 7

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a u s b il dungsmesse s tuzubi m a c ht zum erste n mal halt i n hann over angehende immobilienkaufleute informieren über ihren beruf aufder ka rrieremesse s tuzubi ­ bal d stude nt oder azubi p rä s e n ti e rt enin ha nnoverer st m als der gdw gemei ns am m it demvdwunddemausb ild u n gsfÖrderverei n fa i die i ma gek am pa g n e dubi st m ehr immobi lien profi als du de nks t ausbi ldu ng m a ga z i n 02 11 uf dem interaktiven messestand der ganz unter dem motto der kampagne stand informierten sich die jugendlichen über den ausbildungsberuf mit all seinen facetten sowie die möglichkeiten des studiums an der ebz business school mit rat und tat standen andreas winkler und kirstin schreiber vom ebz bereit ansonsten führten vornehmlich auszubildende aus hannoverschen wohnungsunternehmen die infogespräche zur ausbildung ann-christin wallisch dajana thiel vera ukena lukas russmann tim schreiber tobias bode christoph asche und mareile schiegel hatten mächtig spaß umfassend auskunft über job berufsschule und die richtige bewerbung zu geben als dankesschön dafür gab es von vdw-bildungsreferent karsten dürkop ein kleines präsent gepaart wurde das informationsangebot mit aktionen die für viel publikumsverkehr sorgten einen großen zulauf hatte der eigens engagierte airbrusher der live das motto der kampagne no hai ­ nur immobilienprofi auf den rücken der vdw-auszubildenden christina blinde sprühte und anschließend dem ansturm interessierter jugendlicher a kaum herr werden konnte die verschiedenste motive auf ihrer haut verewigt haben wollten praktisch ausprobieren konnten sich die messebesucher indem sie einen bauklötzchenturm auf wackliger unterlage entstehen ließen ­ ein test für die künftigen immobilienprofis wer es schaffte bekam ein tolles kampagnen-shirt als weiteres highlight war der lebensgroße hai der durch die messehalle zog und die besucher auf den stand der immobilienkaufleute hinwies Über hohen besuch konnten sich die macher vom gdw thomas schäfers und joachim eckert auch freuen verbandsdirektor bernd meyer und hannovers oberbürgermeister stephan weil schauten vorbei vdw-chef meyer lobte das engagement der azubis die sich an einem freien samstag tatkräftig für die wohnungswirtschaft einsetzten im nächsten jahr werden vdw und fai als federführende den immobilien-stand auf der stuzubi betreuen die messe ist eine ausgezeichnete möglichkeit die gewünschte zielgruppe über die berufsperspektiven in der branche zu informieren resümierte dürkop 8

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paul sc heffer professor fÜr stadtsozio logie an der un iversi tät ams terda m der professor für stadtsoziologie an der universität amsterdam und engagierte sozialdemokrat veröffentlichte im jahr 2000 einen beitrag mit dem titel das multikulturelle drama der von vielen als ein angriff auf das multikulturelle zusammenleben verstanden wurde sein aktuelles buch die eingewanderten toleranz in einer grenzenlosen welt wurde umgehend zum öffentlichen gesprächsthema momentan liegt in den niederlanden die zehnte auflage in den geschäften das buch ist eine suche nach dem was sich unter der oberfläche des multikulturellen zusammenlebens abspielt prof scheffer ist gastreferent beim zwischenahner gespräch i m a ga z i n 0211 zusammenleben ortswechsel akzeptanz immigration in einer offenen gesellschaft wirh ab en d a s be d Ü r fni snache in e r u nbefan gen en heran geh en sweise an die reibu nge n un d k on f l ik te dietypi sc h f Ü r a l le m igrat io n sbewegu n gen grÖ ss eren ausm ass es si nd scar handlin der berühmteste geschichtsschreiber der immigration in die vereinigten staaten ist eine quelle der inspiration handlin beschreibt in seinem buch the uprooted 1952 dem vielleicht einflussreichsten buch das je über dieses thema geschrieben wurde die ursachen und folgen der massenhaften einwanderung von menschen die aus europa nach amerika kamen seine geschichte lässt sich in einem einzigen satz zusammenfassen die geschichte der immigration ist die geschichte einer entfremdung und deren folgen entfremdung und verlust das sind die schlüsselbegriffe welche die ankunft von migranten in einer neuen umgebung beschreiben dabei denkt handlin vor allem an jene die kamen denn die folgen des ortswechsels waren für diese menschen härter als für die gesellschaft die sie aufnahm seine geschichte handelt von den millionen von menschen die sich in der zweiten hälfte des 19 jahrhunderts infolge von industrialisierung und einem enormen bevölkerungswachstum auf den weg machten die sich daraus ergebende entwurzelung und die armut die vor allem in ländlichen gegenden herrschte führten zu einer massenhaften auswanderung aus ländern wie irland deutschland italien schweden norwegen und polen große wirtschaftliche und soziale kräfte rissen menschen aus ihrer umgebung in der schon ihre vorfahren seit jahrhunderten gelebt hatten n achb ars chaft un d integr at ion o aber diese entfremdung ist kein dauerhafter zustand im gegenteil der amerikanische soziologe robert e park hat bereits in den zwanziger jahren des vorigen jahrhunderts den zyklus des verhältnisses von ethnien zueinander beschrieben seiner ansicht nach verläuft die entwicklung von vermeidung über konflikt zu akzeptanz die vorstellung hinter diesem zyklus ist deutlich die ankommenden migranten neigen dazu sich abzusondern auch aufgrund der ausweichenden reaktion der sie umgebenden gesellschaft in der darauffolgenden phase versuchen die migranten und ihre kinder sich einen platz in der aufnehmenden gesellschaft zu erkämpfen und das führt wiederum zu konkurrenz und konflikten die frage wie man zusammenleben soll stellt sich unausweichlich und wenn sie auf befriedigende weise beantwortet wird werden die nachkommen der früheren migranten mehr oder weniger problemlos in die gesellschaft eingegliedert natürlich kann der verlauf der migration nicht so sauber in phasen und generationen eingeteilt werden aber es geht hier vor allem um die feststellung dass jede migrationsgeschichte mit konflikten einhergeht das war in amerika so und das wiederholt sich im heutigen europa es lässt sich schwer voraussagen wie lange die phase des konflikts dauert und wie heftig sie sein wird aber wir lassen die phase der meidung allmählich hinter uns so viel 9

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ist inzwischen deutlich es ist notwendig die reibungen als einen teil der suche nach einer neuen art und weise zu betrachten wie alteingesessene und neuankömmlinge miteinander leben können der konflikt hat eine sozialisierende wirkung es s in d n ic htnurdie mi g ra n t en die u n te rderu ns i c he rhe itleid en e s leiden au chdiej eni g en diesc ho nindem auf n ehm en d e n la nd le b t en d as s c h lie ssl ich kein un beschrieb en esbl at t wa r so n dern e in l a nd m i t si tten un d ge b rä uc hen auch sie sind in eine schieflage geraten und müssen versuchen ein neues gleichgewicht zu finden wer sie hören will kann viele erzählungen von alteingesessenen aufzeichnen die sich in ihrem eigenen umfeld nicht mehr heimisch fühlen die so genannte weiße flucht ist die folge dessen ein phänomen dass wir bei allen umfangreichen migrationsbewegungen beobachten können wenn die unumkehrbarkeit der veränderungen die durch die immigration ausgelöst werden nicht mehr geleugnet werden kann dann wird der verlust auf beiden seiten spürbar und es kommt zu spannungen wir begreifen nur wenig von der geschichte der immigration wenn wir die bereicherung welche die immigration für eine gesellschaft bedeutet als ausgangspunkt wählen und den verlust der vertrauten welt nicht beachten die anerkennung dieses verlusts eröffnet eine möglichkeit viele erfahrungen die gemacht werden rational zu deuten solche zusammenstöße gehören zur immigrationsgeschichte und sie scheinen oft hilfreich für die akzeptanz einer neuen gesellschaftlichen umgebung zu sein das grundlegende dilemma unserer zeit ist die wachsende kluft zwischen gesellschaftlichen eliten die sich bequem in einer welt bewegen die immer weniger grenzen kennt auf der einen seite und einem größer werdenden teil der bevölkerung der sich durch die globalisierung bedroht fühlt und der außenwelt mehr und mehr den rücken zuwendet auf der anderen seite geht es um die angst vor sozialem abstieg die natürlich bei denen am stärksten ist die gerade in die untere mittelklasse aufgestiegen sind neben diesem sozialen konservatismus gibt es einen kulturellen dabei geht es um den erhalt dessen was als nationale identität betrachtet wird in der debatte über immigration und integration kommen diese beiden punkte zusammen sowohl über die materielle als auch die symbolische seite der immigration herrscht große unklarheit die debatte über kosten und nutzen der einwanderung wurde bisher auf höchst unglückliche weise geführt deutlich ist aber dass diese bilanz nicht sehr positiv ausfällt wie eine deutsche studie ungenutzte potenziale 2009 feststellt zugewanderte erzielen zur zeit nicht nur eine schlechte ökonomische bilanz sondern werden diese bei einer fortschreibung des status quo in den kommenden jahren weiter verschlechtern Über die mehr symbolischen aspekte besteht noch weniger deutlichkeit etwa bei der frage der doppelten staatsangehörigkeit oder der unsicherheit bezüglich der stellung des islams im öffentlichen raum auch in dieser hinsicht bietet die politische mitte viel zu wenig orientierung was nicht dasselbe ist wie der ruf nach verboten als die niedersächsische sozialministerin aygül Özkan zu recht die mangelhafte trennung von staat und kirche thematisierte war die empörung groß trotzdem kommt man um dieses problem nicht herum akzeptanz ­ jenseits der vermeidung und des konflikts ­ verlangt ein neues wir so zwi n gt da s komme n vo n m igrant e n ein e gese lls cha ft zur s elbs trefl exio n wa s vers tehen wir unt er b Ürgers cha f t u nd wen be trachte n wir al s mi tbÜrger obwohl das gleichzeitige vorhandensein von vermeidung konflikt und akzeptanz für große städte charakteristisch ist sind gesellschaften nicht dazu verurteilt immer wieder dieselben konflikte zu durchleben die geschichte lehrt dass immer wieder neue gruppen in die imaginierte gemeinschaft aufgenommen werden die dadurch größer wird früher einmal waren die katholischen iren im protestantischen amerika nicht willkommen und heute kann sich niemand mehr das land ohne sie vorstellen alte migrantengemeinschaften wie die italiener in frankreich oder die polen in deutschland haben eine ähnliche geschichte erlebt während einer diskussion in amsterdam mit vertretern der surinamischen gemeinschaft sagte jemand mit leicht beleidigtem ton niemand spricht mehr von uns der hintergrund war dass die probleme mit marokkanischen und türkischen jugendlichen im mittelpunkt des interesses standen doch ungewollt war diese klage eine hoffnung gebende zusammenfassung der immigrationsgeschichte diejenigen die früher einmal als außenseiter betrachtet wurden sind schritt für schritt zu alteingesessenen geworden und tatsächlich sind die surinamischen migranten von vor vierzig jahren allmählich zu einem teil der imaginierten niederlande geworden ­ ein prozess der noch nicht abgeschlossen ist ­ und damit verändern sie auch das bild des landes die suche nach einem neuen wir ist nie abgeschlossen weil immer wieder neue gruppen von außenseitern erscheinen m a ga z i n 02 11 10

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m a ga z i n 02 11 n achb ars chaft un d integr at ion wirkliche akzeptanz der veränderungen die migration mit sich bringt ist etwas anderes als gelassenheit oder das machtlose gefühl dass die dinge nun einmal so sind wie sie sind im m i g rat i o n un dinteg rat io n m Ü s s en t e il e in e s zi vilisier un gsid ea ls se in da s a ng e str ebtwerdenkann un d das a u s ga ngs p un k t e in e r Ö f f en tlic hen de bat te i st ist letzteres unmöglich weil man glaubt die globalisierung bedeute das ende der machbarkeit dann darf sich niemand wundern wenn die freiheiten in diskredit geraten denn was kann der wert einer demokratie sein die sich selbst für ohnmächtig erklärt wenn es um die wichtigsten fragen geht die das tägliche leben der bürger betreffen die frage unserer zeit lautet wie geben wir einer offenen gesellschaft gestalt in einer grenzenlosen welt auf den ersten blick scheint dies eine merkwürdige frage zu sein denn wird die gesellschaft nicht immer offener je weniger grenzen es gibt und jeder sich immer freier bewegen kann trotzdem kann diese offenheit nicht so einfach behauptet werden denn ein nicht unwesentlicher teil der bevölkerung zieht sich zurück und sucht nach mehr sicherheit eine offene gesellschaft ist immer eine einladung hinter die bekräftigung ethnischer und religiöser identitäten zu schauen und mehrheiten und minderheiten mit ihren vorurteilen zu konfrontieren damit sie sehen dass sie voneinander abhängig sind der amerikanische schriftsteller james baldwin war überzeugt wenn wir wirklich eine nation werden wollen dann brauchen wir schwarze und weiße einander ganz unbedingt es hat sich gezeigt dass es schrecklich schwer ist eine nation zu schaffen und es gibt ganz bestimmt nicht das bedürfnis zwei ins leben zu rufen eine schwarze und eine weiße doch das erwachsenwerden amerikas erfordere seiner ansicht nach einen sprung in der vorstellung der weißen wenn wir weiterhin auf dem selbstbild einer weißen nation beharren obwohl wir das nicht einmal annähernd sind dann verurteilen wir uns selbst zu sterilität und verfall wenn wir uns selbst so sähen wie wir wirklich sind dann würden wir den westlichen errungenschaften neues leben einhauchen können 11

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fr an k bie lka i degewo ag diplom-kaufmann ist vorstandsmitglied der degewo ag er war von 1991 bis 2003 staatssekretär in den berliner senatsverwaltungen für bau und wohnungswesen für finanzen sowie stadtentwicklung von 1969-1974 absolvierte er ein studium der betriebswirtschaftslehre an der tu berlin danach arbeitete er als wissenschaftlicher assistent der spd-fraktion im berliner abgeordnetenhaus 1974-1979 und anschließend als referent der berliner senatoren für inneres 1979-1981 und für bau und wohnungswesen von 1989 bis 1991 war er bezirksbürgermeister von berlin-neukölln degewo die degewo ist das führende wohnungsunternehmen in berlin mit über 71.000 verwalteten wohnungen und rund 600 mitarbeitern zählt sie zu den größten und leistungsfähigsten wohnungsunternehmen in deutschland ihre bestände befinden sich in fast allen stadtteilen berlins m a ga z i n 02 11 ein wohnungsunternehmen ist kein reparaturbetrieb gutge ma n ag t we gezue in e r s tabi l en n ach b arscha f t ­ so la ute t der ti tel des bei trags v on f ra nkbi el kabeimdiesjä hr i g en z wis che nahn er gespräch des vdw nieders ac hse n bre m en dasma ga z in h at mitdemw ohn un gsu nt erne hmer au ch Über da s them a gespro ch e n magazin kann man nachbarschaften managen bielka stabile nachbarschaften zu schaffen ist für ein wohnungsunternehmen eine managementaufgabe ersten ranges um jedoch ein quartier zu stabilisieren das bereits als problemgebiet eingestuft wird oder auf dem wege dorthin ist reichen kleinere und unkoordinierte maßnahmen nicht aus stattdessen muss eine integrative quartiersentwicklung im mittelpunkt stehen ziel ist es die menschen erfolgreich in ihr wohnquartier zu integrieren dies ist kein sozialer großmut sondern es leiten uns auch betriebswirtschaftliche interessen denn eine erodierende nachbarschaft ist immer schädlich für unternehmerische und wirtschaftliche interessen die folgen sind meist hohe fluktuation vandalismus und vermüllung steigender leerstand und schließlich auch sinkende oder bestenfalls stagnierende mieten vereinfacht ausgedrückt nur sozial intakte und stabile wohnquartiere halten mieter auf lange sicht in ihren wohnungen und sorgen so für stabile einnahmen unternehmens und kundenwohl bedingen sich also gegenseitig ma gazin aber ist dies aufgabe eines wohnungsunternehmens bielka wir haben die erfahrung gemacht dass es ohne den nachbarschaftlichen ansatz nicht funktioniert es reicht nicht mehr aus allein in ökonomischen kategorien wie bewirtschaftung und vermietung zu denken wohnungsunternehmen ob in kommunaler oder privater hand sind für die entwicklung der nachbarschaften mitverantwortlich und aufgerufen sich bestmöglich einzumischen das gilt umso mehr für vermieter die wie die degewo große wohnungsbestände in zusammenhängenden quartieren betreuen magazin können wohnungsunternehmen problembezirke reparieren bielka nein ein wohnungsunternehmen kann sicher kein reparaturbetrieb negativer gesellschaftlicher entwicklungen sein vielmehr sind unternehmen wie die degewo auch auf unterstützung von staatlichen stellen angewiesen deren maßnahmen greifen aber häufig zu kurz weil sie es mit einer vielzahl unverbundener und kaum konzentrierter aktionen in der quartiersentwicklung zu tun haben politik und verwaltung sind auch finanziell und personell häufig überfordert ich mache den politisch verantwortlichen aber keinen vorwurf es zeigt nur dass der staat öffentliche güter wie zum beispiel bildung sicher 12

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m a ga z i n 02 11 interview strahlkraft für ein ganzes quartier blick in die 2009 umgebaute wohnanlage hofgarten im brunnenviertel aufnahmen jens rötzsch heit und integration nicht mehr alleine garantieren kann und einen teil seiner verantwortung abgeben muss gesellschaftliche aufgaben und verantwortlichkeiten müssen zwischen staat unternehmen und bürgerinnen und bürgern neu verteilt werden hier hat sich gezeigt dass gerade kommunale wohnungsunternehmen für diese aufgabe prädestiniert sind denn anders als viele private wohnungsunternehmen verfolgen sie einen langfristigen ansatz sind oftmals schon lange in einem quartier tätig und wollen ihre aktivitäten auch zukünftig fortsetzen als akteur vor ort sind sie in der lage auf das wohngebiet mit seiner angebots und versorgungsstruktur seinen öffentlichen räumen und einrichtungen seiner ökonomischen infrastruktur und seinem sozialgefüge einzuwirken die erarbeitung eines umfangreichen ziel und maßnahmenkatalogs die maßnahmen richteten sich dabei nach acht verschiedenen aktionsfeldern vermietung bildung und ausbildung arbeitsmarkt integration wohnumfeld gewerbe beseitigung städtebaulicher barrieren und sicherheit beispielsweise haben wir es mit einer aktiven und behutsamen vermietungspolitik geschafft neue zielgruppen zu erreichen und bei neuvermietungen die zahl der transfereinkommensempfänger innerhalb von vier jahren von über 32 prozent auf rund 14 prozent zu halbieren ohne sie zu verdrängen ein weiterer schwerpunkt liegt auf dem thema bildung denn die qualität von schulen und kindertagesstätten sind unbestritten ein entscheidendes entscheidungskriterium für einen bestimmten stadtteil hier hat sich die degewo entschieden einen völlig neuen weg einzuschlagen unser lösungsansatz bestand vor allem in der initiierung eines bildungsverbundes die schulen des quartiers arbeiten seitdem enger zusammen um sprachliche kompetenz für beruf und weiterbildung zu verbessern die eltern stärker in die bildungsarbeit einzubinden motivationshemmnisse abzubauen und die Übergänge zwischen kitas grundschulen und weiterführenden schulen zu optimieren magazin wie können wohnungsunternehmen konkret einfluss nehmen bielka ich will das am beispiel des brunnenviertels in berlin-wedding deutlich machen noch vor sechs jahren zählte das quartier zu den wohnungsgebieten in denen sich armut und perspektivlosigkeit teilweise räumlich verfestigt hatten in den vergangenen jahren hat es die degewo durch gezielte maßnahmen geschafft die negative entwicklung umzukehren voraussetzung dafür war eine intensive stärken-schwächen-analyse des quartiers sowie 13

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