Frisches Ufo vor der Stadt #3

 

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Frisches Ufo vor der Stadt #3

Popular Pages


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№ 3 Mitte 2015 : ring Star yer a Ba Mari la t Trul Text af d n a St Teh dl n i Mena eas Gagel Andr la Sonja mbil ot o Bra b o r h Rome C etta Klaus Mari her Luca ersc tin iK pf a Z Kris n a st Lipsky Seba la Gise a. Pitz u. ... und andere Aufzeichnungen

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Greifen Sie ein. Mit ihrer UnterSchrift. In vielen Teilen Afrikas gilt das Gesetz des Stärkeren. Gewalt wird willkürlich eingesetzt – von bewaffneten Gruppen wie von staatlichen Sicherheitskräften. Zur Rechenschaft wird oft keiner gezogen. Gegen solche Menschenrechtsverletzung setzt sich Amnesty International ein. Mit gezielten Aktionen weltweit. Ihre Stimme hilft uns, öffentlichen Druck aufzubauen und Unrecht an den Pranger zu stellen. Unterstützen Sie uns. Mit Ihrer Unterschrift können Sie etwas verändern. www.amnesty.de/aktionen

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# bringt: Mena Standhaft (aka Superminzi) und ihre C y a n o t y p i e Sachen. Read the Blue Sky RestaurantInterview. Obacht! Hier ist die »Fressende Teufelsfarbe« v Blau. Titel-Popstar: Die rote Flagge im Meer. ... zu den Aufzeichnungen 3

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Tod am nächsten ist. Weil nämlich – für ’ne klitzekleine Millisekunde – setzen alle deine Organe aus. Ui. Aber, da es eben nur so kurz ist, ist es nicht so tragisch. Oh Gott naa, trotzdem – ich schau ab jetzt, dass ich nie wieder niesen muss. der Gesetzgeber sagt: »Eine Aufsichtsperson pro 30 Schulkinder ist zumutbar. Im Schwimmunterricht.« Oh Gott naa. weder Herz noch Hirn, aber 50 Zentimeter lange Killer-Tentakeln. Manche Quallenarten dringen bereits bis in Umkleidekabinen vor. Hab ich gehört. Eine heißt Die Mordende Hand (wortwörtlich aus dem Lateinischen übersetzt). Eigentlich mag ich’s, wenn meine Haare nass sind – und draußen noch so ein laues Lüftchen weht. Ich hab gehört, dass man beim Niesen dem Und ich hab gehört, das mit dem Geschwabble – Und 4 Ich hab gehört · Text: Erdostiter · Cyanotypie: Mena Standhaft

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Eigentlich sind das Beste die Bäume im Hof gegenüber. Halten die jetzt echt noch oder wie schaut’s aus? Wenn nicht? Wirbeln die dann mit den Wurzeln durch die Luft und schleudern überall Erde rum oder knicken die einfach ab und das war’s? Kann man nicht vorher sagen, aber ist jetzt auch egal, da ist heute was Besseres im Sturm-Programm: die Papiertonnen. Die sind schon ausgeleert, aber halt noch draußen auf der Straße. Klar bei dem Wetter, da holt die doch jetzt keiner rein. Der ganze Wind und so, regnen tut’s auch – versteh ich voll. Hätte ich jetzt auch nicht gemacht. Shit, denk ich, sind das die von unserem Haus? Kann man natürlich nicht erkennen, die sind jedenfalls umgekippt und eine rollt los. Erst liegt sie noch da wie die anderen, Deckel offen, umgekippte Tonne halt. Aber dann weht da so ’ne Böe rein und los geht’s. Bisschen wie in einem Western, wo diese Buschkugeln vorbeirollen. Oder nee, mehr wie die große Schwester von der Plastiktüte, die manchmal in der Stadt rumwirbelt. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind. Die Tonne mag’s, die macht sich jetzt auf den Weg, runter vom Gehsteig, auf die Straße, dem Sonnenuntergang entgegen. Das ist Entschlossenheit. Mut. Echte Freiheit. Die lässt alles hinter sich. Rollt unbeirrt die Straße lang. Gesetzlos. Auftritt Sheriff: Grauer Mercedes walzt die Straße lang, klar, dem kann das Wetter wurscht sein, der fährt bestimmt nächste Woche eh in Urlaub oder kauft sich so eine Rakete mit Silberiodid, die schießt er dann in die Wolken, und dann regnet’s da, aber nicht über seinem Vorstadthaus mit dem Rasen. Dann kann er nämlich endlich seinen Rasensprenger ausprobieren. Aber noch nicht jetzt. Weil jetzt ist Sturm und die Tonne will raus aus der Stadt. Rollt auf den Mercedes zu. Mercedes rollt auf Tonne zu. Der selbsternannte Hüter von Recht und Ordnung auf der Straße, erhaben über Wind und Wetter. weist sie in ihre Schranken: Es stürmt wieder mal , hat ja immer was, also ans Fenster und mal schauen, was da geht. TUUUUTUUT!« Die Tonne kann aber nicht hören. »TUUUUUUUUUUUT. Lieber Sheriff, wie hast du dich gefühlt in dem Moment? 6 Es stürmt wieder mal · Text & Cyanotypie: Mena Standhaft

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8 Steinbühl · Cyanotypie: Mena Standhaft

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At A G a l l o p An d we were the r id i n g c i t y of you throu gh I on wa s a ahe ad whi t e a s so m are a pr i n cess d ress ed r id i n g tha t m y fa s t cou ld s ee you u n d er we ar 10 At A Gallop · Text: Gisela Lipsky · Cyanotypie: Mena Standhaft

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»Cyanotypie – wie geht das, Frau Standhaft?« »Das ist eigentlich ganz alter Käse, als Unfall auf dem Weg zu modernen Fotoabzügen entstanden, macht aber einen Haufen Spaß und blaue Sauerei.« »Frau Standhaft, BLAU war bis vor Kurzem verboten und wurde als »Fressende Teufelsfarbe« bezeichnet, um den heimisch angebauten Wald nicht zu verdrängen.« »Das ist so ähnlich wie Schwarzweiß-Fotoabzüge von einem Negativ zu machen, nur dass alles blau ist am Schluss. Also nur das, was blau sein soll. Am besten.« »Frau Standhaft, wollen Sie die Menschen beim Betrachten von allem Blauen hinter’s Licht führen?« »Man nimmt das Negativ, beschichtet alles was man will mit einer lichtsensitiven Cyanotypie-Mixtur, legt das Negativ auf den beschichteten Untergrund und lässt einen Haufen Sonnenmilch – Pardon, Sonnenlicht – drauf strahlen.« »Frau Standhaft, die Naturwissenschaft ist sich einig: unsere Außenwelt ist farblos. Das scheinbar objektive Sehen unserer Augen ist nur Imagination. Vielleicht ist die Cyanotypie gar nicht blau, und unsere Farbempfindung täuscht uns?« »Dann auswaschen, fixieren, trocknen lassen, Mrs. Standhaft interviewed by David Lynch Blau.« © 2015 translated by Erdostiter 12 Blue Sky Restaurant · Cyanotypie: Mena Standhaft

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»You know Real Madrid?« »No.« »Hey, möchten Sie vielleicht mit mir Fussball spielen?« »Ah ehhm ich spregge nich Deutsch – Spain.« »Mhh English? Football?« »Ah si okee futbol kick yes ok.« Sie kicken lange schweigend hin und her, haben aber Spaß. Es reicht. 60 Minuten Joggen im Stadtpark. Ich leg mich in die Abendsonnenwiese. Pause. Neben mir nervt ein 11-Jähriger mit Ball. Er sucht ’nen Mitspieler. Mich kriegt er nicht, ich bin platt. Also probiert er’s beim nächsten Erholungssuchenden. Spanier, vermute ich. Tourist vielleicht. Der klappt sein dickes Buch zu. Die Abendlektüre fällt erst mal aus. »Soo you not in schoul now?« »Yes.« »Ah and today you are not?« »No.« »Oke. Your favorit futbol team? Is Nurumbeerg?« »Mh noo.« »Baya Munsch, right?« »Mh no. Braziil.« »Ahh Brasil. Mine is Real Madrid - you know Real Madrid?« »No.« Vogelgezwitscher »Speak you Deutsch bit?« »Mh nain nur, ich heißa Raúl mer nix. Hahaha.« Junge macht Trick – beide kichern und keuchen. »Neymar, hehe.« »Yes you are like Neymar.« »A lil down ball!« »Ah ok not that up you mean oke!« Vor allem der Spanier ist am Ende. Sie schleppen sich in den Schatten und setzen sich gegenüber. Jetzt sind sie Freunde. Im schönsten Moment soll man ja weiter joggen. 14 You know Real Madrid? No. · Text: Luca Klaus · Foto: unknown

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