Mensch und Mund 2_2015

 

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Schwangerschaft und Zahngesundheit

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4. Jahrgang · Ausgabe 2/2015 Mensch & Mund Ganzheitliche ZahnMedizin für interessierte Patienten Schwangerschaft und Zahngesundheit 1 Bildquelle: fotolia©Halfpoint

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Mensch & Mund Schwangerschaft und Zahngesundheit Ihre Zahngesundheit als Mutter ist für die Gesundheit Ihres Kindes von entscheidender Bedeutung. Das beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern sogar schon vor der Schwangerschaft. Wir geben Ihnen hier wichtige Tipps, was Sie als werdende Mutter für sich und Ihr Kind tun können. R 2 egelmäßige Arztbesuche während der Schwangerschaft sind fest etabliert. Leider sind sich viele Frauen nicht bewusst, wie wichtig auch die zahnärztliche Betreuung ist, um Risiken während der Schwangerschaft und nach der Geburt zu vermeiden. Die sinnvolle Vorsorge für Ihr Kind beginnt idealerweise bevor Sie schwanger sind. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich rechtzeitig darum kümmern, dass es um ihre Mundgesundheit möglichst optimal bestellt ist – im eigenen Interesse und um ihrem Kind den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Zahnprobleme am besten vor der Schwangerschaft lösen Während der Schwangerschaft geschehen im Körper der werdenden Mutter viele Veränderungen – auch für Mund und Zähne. Deshalb ist es wichtig, alle bestehenden Probleme vorher gelöst zu haben. Das gilt umso mehr, wenn Sie eventuell aufwändigere Behandlungen bis jetzt vor sich hergeschoben haben. Ganz praktisch gesprochen: Sie wollen die Schwangerschaft genießen und nicht beim Zahnarzt verbringen. Beispiel Karies: Um alle Belastungen während der Schwangerschaft so gering wie möglich zu halten, lassen Sie rechtzeitig von Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt abklären, ob Karies besteht und Löcher im Zahn gefüllt werden müssen. Mit einem einfachem Speicheltest lässt sich auch das künftige Kariesrisiko bestimmen, sodass Sie wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen können. Darüber hinaus beseitigt eine professionelle Zahnreinigung Plaque und Bakterien auch an Stellen, wo Sie mit der Zahnbürste nicht hinkommen. Jetzt kann bei der Diagnose sogar noch geröntgt werden, was während der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden ist. Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015 Bildquelle: fotolia©Konstantin Yuganov

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Mensch Mensch & & Mund Mund Stichwort Amalgam Während der Schwangerschaft sollten Sie keine Amalgam-Sanierung durchführen lassen. Das Herausbohren der alten Füllungen setzt Quecksilber frei, das eingeatmet oder verschluckt werden kann. Dieses Risiko für Ihr ungeborenes Kind sollten Sie unbedingt vermeiden. Beispiel Paradontitis: Entzündungen des Zahnfleischs haben vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit des gesamten Organismus. Vor allem aber kann eine schwere Paradontitis das Risiko einer Frühgeburt um bis zum 7-Fachen erhöhen! Ganz wichtig also, diese Entzündung vor der Schwangerschaft in den Griff zu bekommen. führen zu lassen und zu Hause regelmäßig schonend, aber intensiv, die Zähne zu putzen und Zahnseide zu verwenden. Auch antibakterielle Mundspülungen haben sich bewährt und sind auch für Schwangere unbedenklich. Überhaupt sollten Sie sich eng mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt abstimmen, um Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Häufig wird zum Beispiel der Speichel während der Schwangerschaft sauer. Das liegt an der hormonellen Umstellung des Körpers und wird durch Heißhungerattacken (oft auf ganz süße oder richtig saure Nahrungsmittel, Stichwort „Marmelade mit sauren Gurken“) noch verstärkt. Stark belastend für die Zähne: Erbrechen in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Damit das stark saure Milieu die Zähne nicht schädigt, empfiehlt sich die gezielte Stärkung des Zahnschmelzes. Nutzen Sie die Prävention! Sie sollten mindestens drei zahnärztliche Präventionstermine wahrnehmen und sich dabei ausführlich zu „Zahngesundheit für Mutter und Kind“ beraten lassen: 1. vor oder zu Beginn der Schwangerschaft, spätestens in Woche 12 bis 16 * 2. in Woche 28 bis 32 * 3. in den ersten 6 Monaten nach der Schwangerschaft * (mit professioneller Zahnreinigung) Wie die Mutter, so das Kind Dass gute Mundhygiene und Zahngesundheit für die Mutter vorteilhaft ist, liegt auf der Hand. Aber auch das Neugeborene bekommt dadurch einen besseren Start ins Leben. Denn was viele nicht wissen: Karies ist eine Anste- Schwangerschaft betrifft auch Mund und Zähne Durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft (erhöhte Konzentrationen von Östrogen und Progesteron) kommt es bei manchen Frauen zu Veränderungen des Zahnfleischs: Es schwillt an und neigt zum Bluten, gleichzeitig verstärkt die Schwellung auch die Plaquebildung. Dann ist es ganz besonders wichtig, großen Wert auf die Mundhygiene zu legen. Das geht nicht automatisch: Denn der natürliche Impuls wäre, die Zähne seltener zu putzen, damit das Zahnfleisch nicht so oft blutet. Leider ist genau das falsch. Denn dadurch können sich die Bakterien, die für das Bluten verantwortlich sind, noch stärker vermehren, und die Beschwerden nehmen zu. Richtig ist stattdessen, beim Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung durch- Was sagt der Volksmund? In der Schweiz gibt es das Sprichwort: „Ein Kind kostet einen Zopf und einen Zahn!“. Damit ist gemeint, dass Schwangerschaft die Zähne belastet, und dass nach der Geburt die Haare ausgehen. Doch der vermeintlich stärkere Haarausfall ist meist nur der normalisierende Ausgleich für das ungewöhnliche volle Haar in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Und gegen die Belastungen für Mund und Zähne können Sie wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen. ckungskrankheit! Kinder kommen ohne Kariesbakterien auf die Welt, und erst im Laufe der Zeit siedeln sich unterschiedliche Keime im Mund des Säuglings an. Je länger es gelingt, sein Kind vor Karieserregern zu schützen, umso besser für die Zahngesundheit. Wenn ein Kind mit vier Jahren noch keine Karies hat, stehen die Chancen sehr gut, dass es auch später nicht an Karies leiden wird. Denn dann sind die Lebensräume der Karieskeime längst durch andere, unschädliche Bakterien besiedelt – für Karies ist dann kein Platz mehr. Deshalb: Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollten Sie Ihr Kind beim Zahnarzt vorstellen. Je früher der erste Kontakt stattfindet, desto besser und desto entspannter wird Ihr Kind auch später zum Zahnarzt gehen. Karies ist eine Infektionskrankheit Aber wie infiziert sich ein Kleinkind mit Karies? In erster Linie durch die Eltern und andere Bezugspersonen. Ein ganz typischer Fall: Der Schnuller fällt dem Baby auf die Erde. Mama hebt ihn wieder auf, und zum „Saubermachen“ lutscht sie ihn selbst kurz ab. Dann kann sie ihn ihrem Kinde unbesorgt wieder in den Mund stecken – meint sie. Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015 3

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Mensch & Mund Ernährung für Schwangere Eine ausgewogene Ernährung kommt während der Schwangerschaft Mutter und Kind gleichermaßen zu Gute. Die wichtigsten Mikronährstoffe für die gesunde Entwicklung der Zähne sind Calcium, Vitamin A, C und D. Je nach individueller Situation können hier Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, die zusätzlich Folsäure, Jod, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und Magnesium enthalten. www.dge.de Bewusste Ernährung für gesunde Zähne Selbstverständlich spielt die Ernährung eine ganz wichtige Rolle für die Gesundheit, auch die Zahngesundheit. Je weniger Zucker die Nahrung enthält, umso besser für Mutter und Kind. Während der Schwangerschaft ist es ganz besonders wichtig, sich ausgewogen zu ernähren und darauf zu achten, dass der Körper alle Nährstoffe, Spurenelemente und Mineralien bekommt, die Mutter und Kind jetzt so dringend brauchen. Was im Einzelfall über die normalen Empfehlungen hinaus individuell nötig und wichtig ist, darüber geben Arzt und Zahnarzt gerne detailliert Auskunft. Zahnschmerzen während der Schwangerschaft Es ist ein Irrglaube, dass Zahnprobleme während der Schwangerschaft unvermeidlich seien oder einfach „dazugehören“: Gehen Sie bei Zahnschmerzen auch während der Schwangerschaft sofort zu Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Denken Sie daran: Schmerz ist Stress, und Stress schadet Ihrem ungeborenen Kind. Es gibt viele schonende Behandlungsmöglichkeiten, die gut für Sie sind. gen können, dass ein gesunder Start ins Leben vor allem auch bedeutet: die Chance auf gesunde Zähne, ein Leben lang. Doch ist genau das der Moment, in dem Kariesbakterien aus ihrem Speichel in den Mund des Kindes gelangen. Übrigens ebenso beim „Vorkosten“ des Breichens vom selben Löffel. Nur wenn die Mutter keine Karies hat, kann sie ihr Kind auch nicht anstecken. Für Paradontitiserreger gilt übrigens das gleiche. Deshalb ist die eigene Mundhygiene so wichtig für die Zahngesundheit des kleinen Lieblings. Sprechen Sie darüber Sobald Sie sich mit dem Gedanken an eine Schwangerschaft beschäftigen – und ganz besonders, wenn Sie merken, dass Sie schwanger sind – sprechen Sie nicht nur mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Sprechen Sie auch mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt und lassen Sie sich beraten. Damit Sie rechtzeitig das Beste für sich und Ihr Kind tun und dafür sor- Ludwig Fiebig GZM – Sicherheit durch gezielte Qualitätsorientierung Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) fördert die Kooperation zwischen ZahnMedizin und Medizin und setzt sich stark für die Realisierung regionaler Netzwerke ein. Dazu organisiert und veranstaltet die GZM regelmäßig internationale Symposien und Kongresse. Die GZM fördert intensiv die Erforschung ergänzender Diagnose- und Therapiekonzepte und arbeitet aktiv daran mit. Qualifizierte Mitglieder der GZM haben eine umfangreiche Weiterbildung in verschiedenen Diagnose- und Therapieverfahren absolviert und sich einer Prüfung unterzogen. Eine Liste der Qualifizierten GZM-Mitglieder nach PLZ-Bereichen finden Sie im Internet unter www.gzm.org Wenn Sie 2,80 € in Briefmarken an die Geschäftsstelle schicken, erhalten Sie die Liste gerne auch per Post zugesandt. Dort sind auch weitere Broschüren zu verschiedenen Themen sowie Infopakete erhältlich. Bitte schreiben Sie an: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. Kloppenheimer Str. 10 68239 Mannheim Tel.: +49 (0)621 48179730 Fax: +49 (0)621 473949 E-Mail: gzm@gzm.org www.gzm.org 4 Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015

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MenschBuchtipp & Mund Velma Wallis Zwei alte Frauen Eine Legende von Tapferkeit und Verrat Piper Verlag, Taschenbuch, ISBN 978-3-92-24569-2, Preis: 8,99 € Steinbachs sprechende Bücher, Hörbuch, ISBN 978-3-8869-8825-9, Preis: 9,99 € I m Zusammenhang mit diesem Buch fallen mir Begriffe wie Achtung, Edelmut, Vergeben, Verständnis, Gewissen ein. Wörter, die – wie ich glaube – langsam auf unseren Bildschirmen verblassen. Die Geschichte spielt in Alaska, vielleicht vor zwei Jahrhunderten. Sie ist nicht sexy und hat kein Tempo. Es ist eine Erzählung über die Natur, über widrigste Verhältnisse und über Menschen, die damit umgehen müssen. Ein Indianerstamm steht vor der Notwendigkeit, seinen Standort verlassen zu müssen, weil der Winter kommt. Alles, was sie zum Leben brauchen, ist entweder unter einer dichten Schneedecke begraben oder – soweit es jagdbare Tiere sind – längst in andere Gegenden gezogen. Sie packen also zusammen: Zelte, Jagdwaffen, Felle, die schmalen Vorräte und Glut für die Feuerstellen in den nächsten Monaten. Frauen und Krieger scharen sich um den Ältestenrat und erwarten Anweisungen. Was ihnen der Häuptling nun aber verkündet, macht sie sprachlos, wiewohl sie bei sich längst damit gerechnet hatten. Zwei Frauen müssen zurückbleiben, weil der Stamm sie nicht mehr versorgen kann. Die Beiden sind über siebzig, die eine knapp, die andere deutlich. Niemandem ist wohl bei dieser Vorstellung, am wenigsten dem Häuptling. Allein er hat diese Entscheidung getroffen, und sie wird vom „Volk“ akzeptiert. Ein Mensch & Mund · wenig lässt man zum Überleben zurück, aber man weiß, dass es höchstens für die nächsten zwei, drei Tage reichen wird. Die beiden Alten, die immer viel Wesens über ihre kleinen Wehwehchen gemacht haben und gern mit Stöcken umher gingen, um ihre Gebrechlichkeit zu zeigen, verstummen, überlassen sich ihrer Angst, vergraben sich darin. Aber nach der ersten überstandenen Nacht beschließen sie, wenn überhaupt, „handelnd“ zu sterben. Sie bauen Kaninchenfallen, haben Glück, dass sich noch einige Tiere darin verfangen, und haben so Suppe und Fleisch für die nächsten Tage. Sie denken viel über ihr bisheriges Leben nach, wägen ihre Chancen ab und besinnen sich auf alte Fähigkeiten. Sie verbessern den Schutz gegen das Wetter, haben weiterhin bescheidenes Jagdglück und verfallen schließlich auf die Idee, ebenfalls den Standort zu wechseln. Die Jüngere hat sich an einen Winterplatz erinnert, den das „Volk“ vor Jahren gefunden, seither aber nicht mehr aufgesucht hatte. Vielleicht können sie dort überleben. Also machen sie sich auf den langen, mühsamen Weg, der zwar furchtbar an ihren schwachen Kräften und dem verbliebenen Mut zehrt, aber sie schaffen ihn. Nach harten Tagen und Wochen erreichen sie den alten Lagerplatz, der an einem See liegt. Sehr bald können sie sich ans Fischefangen machen, die Gestelle, die das „Volk“ damals zum Fischetrocknen gebaut hatte, stehen noch, und sie können sie nutzen. Als die Kälte langsam nachlässt und einzelne Tiere wieder auftauchen, verbessert sich ihre Lage zusehends – kurz: sie überstehen den Winter, bauen sich ein verstecktes neues Lager und legen Vorräte an. Unterdessen hat der Häuptling den Entschluss gefasst, nach den beiden Frauen suchen zu lassen. Sein schlechtes Gewissen treibt ihn – und die vage Hoffnung, dass sie noch leben. Also machen sich seine besten Späher auf den Weg und finden sie. Aber sie treffen nicht auf hilflose Greisinnen, sondern auf zwei selbstbewusste Frauen, die Verzweiflung, Not und Gebrechlichkeit überwunden und ins Leben zurückgefunden haben. Zwei Frauen, die zudem nicht sicher sind, ob sie mit diesem Volk wieder zusammen leben wollen, ob sie ihre beträchtlich angewachsenen Vorräte mit den Menschen teilen wollen, die einst so schmählich mit ihnen umgegangen sind. Diese Geschichte hat eine Urururenkelin des „Volkes“ aufgeschrieben. Velma Wallis hat sie von ihrer Mutter gehört und aus Achtung an uns weitergegeben. Aus Achtung vor ihren Ahnen, vor deren Mut und Umgang mit dem Leben, vor dem Leben selbst. Willy Kolkhorst 4. Jahrgang 2/2015 5

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Mensch & Mund Vitamine und Zink wirksam gegen Augenleiden AMD Augenärzte warnen vor Selbstmedikation Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann das Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in bestimmten Fällen verzögern. A Quelle: DOG Bildquelle: fotolia 6 Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015 Bildquelle: fotolia©inarik ltersabhängige Makuladegeneration (AMD) betrifft etwa 4,5 Millionen Deutsche und ist damit die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen. Bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges ein und zerstören unbehandelt diesen „Fleck“ – lateinisch „Makula“. Bei der trockenen Spätform sterben Sehzellen direkt ab. Die altersbedingten Schäden beeinträchtigen das Sehen erheblich, viele Betroffene erblinden im späten Stadium nahezu vollständig. Amerikanische Studien deuten darauf hin, dass eine Kombination aus den Vitaminen C und E, Beta-Carotin, Zink- und Kupferoxid das Fortschreiten einer AMD in bestimmten Stadien verlangsamen und so die Sehkraft länger erhalten kann. Zur allgemeinen Vorbeugung sei der Nährstoff-Cocktail daher nicht zu empfehlen. Insbesondere bei Rauchern, auch ehemaligen, kann die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin das Lungenkrebsrisiko erhöhen, wie Untersuchungen zeigen. Weitere sehr seltene, aber mögliche Nebenwirkungen sind Nierensteine, Magenbeschwerden und Hautverfärbungen. „Auch AMD-Patienten sollten ihren Arzt fragen, ob eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist und sich genau an die vorgeschriebene Dosierung halten“, rät der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Um sich vor AMD zu schützen, sei es auf jeden Fall sinnvoll, nicht zu Rauchen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten die Vitamine C und E. Zink ist in roten Fleischsorten, Käse und Pilzen enthalten. Auch Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel aus Fisch und Rapsöl, erhalten die Sehkraft. Bis heute gibt es kein „Heilmittel“ für die AMD. Die feuchte Form kann heute sehr wirksam mit der Verabreichung von Medikamenten, die einen Botenstoff selektiv hemmen, behandelt werden. Bei frühzeitiger Diagnose von frühen Formen kann der Augenarzt den Krankheitsverlauf verzögern, um die Sehkraft so lange wie möglich zu erhalten. „Ab 50 sollte jedes Jahr ein Termin zur augenärztlichen Kontrolle im Kalender stehen“, rät Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der DOG.

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Mensch Mensch & & Mund Mund Frei verkäufliche Schmerztabletten: Teufelszeug oder ungefährlich? Unbedingt Dosierangaben der Hersteller beachten – keine regelmäßigen Einnahmen. Hält man sich an die Dosierangaben der Hersteller und vermeidet die häufige Einnahme, kann man unbesorgt sein. Bildquelle: wikipedia anonymer Autor E ine Schädigung der Niere, wie sie für die Vorläufersubstanz von Paracetamol – das nicht mehr erhältliche Phenacetin - bewiesen wurde, muss gemäß der Daten aus epidemiologischen Untersuchungen hier nicht befürchtet werden, so sagt PD Dr. Stefanie Förderreuther, Pressesprecherin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Gefahr bestehe tatsächlich nur, wenn man es in weit höheren Dosierungen als empfohlen einnimmt: Zum Beispiel bei Einnahme von sechs Gramm, das sind 12 Tabletten zu 500 Milligramm an einem Tag - führt es beim Erwachsenen zu schweren Leberschäden. Das ist schon seit vielen Jahren bekannt. Weniger bekannt ist, dass Paracetamol bei Kindern eine längere Halbwertszeit besitzt und deshalb bei wiederholten Gaben schneller gefährlich werden kann. Daher ist bei der Gabe an Kinder besondere Vorsicht gefordert. Auch bei kritischer Bewertung der frei verkäuflichen Analgetika ergeben sich zum heutigen Zeitpunkte keine neuen Gesichtspunkte, die die Empfehlungen zu diesen Mitteln in der Selbstmedikation bei Kopfschmerzen ändern würden. Generell sind diese Medikamente sicher. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Medikamenten völlig ungefährlich sind: bei unsachgemäßem Gebrauch, zu hoher Dosierung und längerfristiger, regelmäßiger Einnahme muss auch hier mit unerwünschten Wirkungen gerechnet werden – eine davon ist z. B. die Chronifizierung von bestehenden Kopfschmerzen. In der letzten Zeit wurde auch der Gebrauch von Paracetamol in der Schwangerschaft hinterfragt. Epidemiologische Studien vermuteten ein mögliches Risiko der Entwicklung von Asthma bronchiale und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Andere Studien ermittelten gerade für diese zum Teil häufigen Erkrankungen eine große Anzahl von anderen möglichen Risikofaktoren, so dass bei der Vielzahl von potentiellen Risikofaktoren derzeit keine Zuordnung möglich ist. Dieser Sachverhalt führte auch dazu, dass die europäischen Zulassungsbehörden keine Änderungen ihrer Empfehlungen vornahmen. Paracetamol kann weiterhin in allen Stadien einer Schwangerschaft als sichere Substanz betrachtet werden. Eine andere häufig eingesetzte Substanzgruppe zur Schmerztherapie sind die Hemmstoffe der Cyclo-Oxygenase (wie z. B. ASS, Ibuprofen oder Diclofenac). Bekannte Risiken sind bei regelmäßiger und anhaltender Einnahme die Nebenwirkungen auf den oberen Gastro-Intestinal-Trakt (oberer Teil des Verdauungsapparates: Magen und Dünndarm), die Beeinflussung der Thrombozytenfunktion, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führt, und auch die Erhöhung des Blutdruckes. Diese Nebenwirkungen sind jedoch dosis-abhängig und treten nur nach anhaltendem Gebrauch auf. Die dritte Gruppe von frei verkäuflichen Schmerzmitteln, die wiederholt mit Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wurde, sind die Mischpräparate, wobei meistens Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) und Koffein kombiniert werden. Als Gefahr wird ein erhöhtes Risiko abhängig zu werden genannt und der Umstand, dass mehrere Substanzen auch in der Summe mehr Nebenwirkungen erzeugen. Dabei ist gerade ein Vorteil der Kombinationspräparate, dass die Einzelsubstanzen deutlich niedriger dosiert werden können und so die dosis-abhängigen Risiken der Einzelsubstanzen niedriger anzusehen sind. Koffein selber ist eine in der Gesellschaft ubiquitär eingesetzte Substanz. Schon eine Tasse Kaffee enthält höhere Koffeinmengen als eine Tablette von einem Kombinationspräparat. Darüber hinaus hat Koffein eine eigene schmerzlindernde Wirkung und möglicherweise sogar schützende Wirkungen vor der Entwicklung von Diabetes mellitus und Parkinson. Quelle: idw Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015 7

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Mensch & Mund Nickerchen verbessern das Gedächtnis um ein Vielfaches Forscher der Saar-Uni haben nachgewiesen, dass bereits ein kurzer Schlaf von etwa einer Stunde die Gedächtnisleistung deutlich erhöhen kann. In der Studie untersuchten die Forscher 41 Probanden. D ie Freiwilligen mussten Wörter und Wortpaare lernen. Anschließend wurde der Lerninhalt geprüft. Nach dieser ersten Prüfung schlief etwa die Hälfte der Teilnehmer, die andere Hälfte schaute eine DVD. Nach dem Schlaf hatte die Hälfte der Teilnehmer, die ein Nickerchen gehalten hatte, noch deutlich mehr Wortpaare im Gedächtnis als die Kontrollgruppe der DVD-Schauer. Das Fazit, das die Forscher aus der Studie ziehen können, ist eindeutig: Schon ein kurzer Mittagsschlaf im Büro oder ein Nickerchen in der Schule verbessern den Lernerfolg signifikant. Daher sollte überall dort, wo man lernt, ernsthaft über die positive Wirkung des Schlafs nachgedacht werden. Das funktioniert auch, ohne dass man sich sperrige Bücher unters Kopfkissen legt. Konzentriertes Lernen und ein kurzer, erholsamer Schlaf reichen bereits völlig aus. Quelle: idw 8 Mensch & Mund · 4. Jahrgang 2/2015 Bildquelle: La Bohémienne endormie von Henri Rousseau (1844–1910)

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