Sollingkurier Nr 6

 

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Sollingkurier Nr 6

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Inhalt 4 Best way to success Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et vitemodit faccullab ilignim que que poreic totam. 6 Best way to success Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et vitemodit faccullab ilignim que que poreic totam. 11 Best way to success Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et vitemodit faccullab ilignim que que poreic totam. 15 Best way to success Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et vitemodit faccullab ilignim que que poreic totam.. WERBUN G! JAGD IM WANDEL DER ZEIT FORSTGESCHICHTE et vitemodit faccullab que que poreic totam unt audamus. 17 20 Best way to success Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et vitemodit faccullab ilignim que que poreic totam. 1 SEITE SPARKA SSE Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et repudamet asimus 24 DER HERBSTLICHE NEBELWALD FOTOREPORTAGE Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et repudamet asimus et vitemodit faccullab que que poreic totam unt audamus. 12 ZÄH! – DIE EUROPÄISCHE EIBE RUDOS KRÄUTERKUNDE Um voluptatur? Unto evelessequis es di te et repudamet asimus et vitemodit faccullab que que poreic totam unt audamus.

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Da man ihm nicht glaubte, wurde sofort eine Hausdurchsuchung bei ihm vorgenommen, aber kein belastendes Material gefunden. Sein Gewehr hatte er geschickt über dem Türsturz versteckt, und so musste man ihn freisprechen. „Der Blaue“ nahm hin und wieder einen Sohn von Heinrich Noack – ¬Robert Noack – mit in den Wald und lernte ihn an. Robert wurde sein ständiger Begleiter, wenn es zum Wildern hinaus in die Wälder des Sollings ging. Eines Tages in den 1930er Jahren waren die beiden wieder unterwegs. Vorweg ging Wilhelm Wassermeyer, einige Schritte dahinter Robert Noack. Plötzlich stolperte Noack, und der Schuss ging nach vorne los, dicht an Wassermeyer vorbei. „Der Blaue“ nahm sofort das Gewehr an sich und jammerte auf der weiteren Pirsch unentwegt, dass er fast totgeschossen worden sei. Damit hörte er aber schlagartig auf, als sie an eine Lichtung kamen, auf der Rotwild stand. Vorsichtig legte er an, erfasste das Ziel und drückte ab. Es erklang lediglich ein Klicken, die Waffe hatte einen Versager. Das Wild war misstrauisch geworden und äugte zu den beiden herüber. Unendlich langsam holte „der Blaue“ eine neue Patrone aus seiner Hosentasche, lud vorsichtig durch und schoss ein zweites Mal. Jetzt klappte es. Und nicht nur das! Die Kugel ging durch das beschossene Stück hindurch und traf auch das dahinter stehende Alttier. Beide Stücke wurden eiligst in die Dickung gezogen. Wassermeyer nahm sein Messer, brach ein Tier sofort auf und entnahm ihm die Leber. Damit musste Robert schnell nach Haus lau- fen, damit Frau Wassermeyer sie für ihren hungrigen Mann frisch zubereiten konnte. Ein anderes Mal schossen die beiden einen Hirsch. Es war Sonntagmorgen, und sie waren spät dran. Eilig zogen sie den Geweihten in die Dickung, als die Glocken der Kapelle in Neuhaus zu läuten begannen. Da setzte sich Wassermeyer auf den Hirsch und sagte: „Hörst´e, jetzt läuten sie ihn auch noch aus.“ Das eingesalzene Wildfleisch wurde zu Hause gut versteckt. Hierfür hatte Wassermeyer unter den Kartoffeln im Keller eine Vertiefung geschaffen, dort war Platz für einen großen Tontopf, in dem das Wildfleisch lagerte. Eines Tages im Jahre 1948 wurden „der Blaue“ und Robert Noack bei ihrem Treiben gesehen. Schweißgebadet kam Robert nach Hause gestürmt, verriegelte alle Türen und Fenster und versteckte sich. Er kam noch einmal davon. Seine Frau aber hatte genug. Sie verbot ihm jedes weitere Wildern, woraufhin er auch nie wieder hinausgegangen ist. Das letzte Gewehr von Robert Noack wurde von seinem Sohn in den 1980er Jahren bei einer Waffenabgabeaktion zusammen mit der noch vorhandenen Mu- Robert Noack *1909 – 1985 (1930er Jahre) In den 1930er bis 1950er Jahren machte sich Wilhelm Wassermeyer als Wilddieb in Fohlenplacken einen Namen. Sein Haus stand direkt am Hang des Rosshagens, so dass er mit wenigen Schritten in den schützenden Wald eintauchen konnte. Im Dorf hieß er nur „der Blaue“, zum einen, weil er hellblaue Augen hatte, aber auch, weil er häufig „blau“ war. Er hatte ein abschraubbares Gewehr, das gut unter seinen Mantel passte. Nachts schlief er angeblich auf seiner Waffe. Nur einmal wurde er wegen Wilderns angezeigt. Er war gerade dabei, Farnkraut auf seinen Wagen zu laden, um Stallstreu einzubringen. Kurz vorher hatte Wassermeyer einen Hirsch geschossen, der nun unter der Streu nach Hause gebracht werden sollte. Zufällig kam der zuständige Förster mit seinem Hund vorbei, der das Stück sofort verbellte. Der Schütze wurde angezeigt, redete sich aber heraus, er habe den Hirsch nur im Farnkraut gefunden, nicht aber geschossen. SOLLINGKURIER | 5

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Der jüdische Friedhof Bodenfelde im Jahre 1949 Der Friedhof auf dem Hügel Arnold Bender Der jüdische Friedhof Bodenfelde im Herbst 2013 Ungefähr eine halbe Meile von dem Dorf entfernt erhebt sich flussabwärts ein steiler bewaldeter Hügel unmittelbar vom Rande des Wassers. (...) Am Fuß dieses Hügels ist ein grasbewachsener Pfad. Dieser windet sich in Kurven zu dem Hügel herauf und kommt plötzlich zu Ende, wenn man ungefähr bis zur Hälfte der Spitze kommt, wo er offenbar zerrinnt zwischen zwei hochstehenden Steinen, überwachsen mit Flechten. Allen Anzeichen nach dienen diese Steine keinem besonderen Zweck, zeigen nur das Ende des Pfades an; erst nach naher Untersuchung entdeckt man, was sie wirklich sind: die untersten Steine eines zerstörten Torwegs. Nachdem man sich darüber vergewissert hat, sieht man um sich herum und findet, dass hinter dem Torweg Steine in aufrechter und liegender Position vorhanden sind über den gesamten Teil des Hügels. Man steht in der Tat auf einem alten jüdischen Friedhof. Der Wald, Eichen auf der einen Seite und Fichten auf der anderen, dehnt sich bis an die Steine aus und hat angefangen, in die Fläche des Friedhofs selbst einzudringen. Dies war einmal der schönste Friedhof, den man hoffen konnte zu finden. Nicht nur, dass er gut in Ordnung gehalten war und schön gepflegt: das verstand sich von selbst. Es war die Verknüpfung von unübertroffener ländlicher Schönheit und äußerster Stille, welche man nach einem Besuch hier für immer im Gedächtnis behielt. An dem oberen Ende des Friedhofs SOLLINGKURIER | 7

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Der jüdische Friedhof Bodenfelde im Herbst 2013 da war früher ein steinerner Sitz, von wo man einen Ausblick hatte über die steil abfallenden unregelmäßigen Reihen von Gräbern wie durch einen Rahmen, geformt durch die Zweige von zwei mächtigen Eichen, und in diesem Rahmen erschien das Bild des Wesertals mit der Kirchturmspitze und dem Dorf genau in der Mitte und die nicht endenden hügeligen Waldungen in der Ferne. Weit weg auf den Feldern um das Dorf und auf dem Wege, welcher sich durch die Felder hindurchzieht, konnte man von Ochsen gezogene Fuhrwerke in Bewegung sehen, weit weg von jeglichem Geräusch; lediglich der abendliche Kling-klang der Kirchenglocken erreichte einen auf dem Friedhof auf diesem Hügel. (…) Die Schönheit und der Frieden sind immer noch tief hier, aber in den zwanzig Jahren zwischen meinem letzten Besuch und heute hat sich manches ereignet. Der niedrige hölzerne Zaun, welcher den Friedhof von der Waldung trennte, ist verschwunden. Gras, büsche und selbst junge Fichten haben eine Wildnis entstehen lassen von all den engen Fußwegen zwischen den Gräbern und den Gräbern selbst, und die meisten Grabsteine sind umgelegt. Man hat mir unten im Dorf erzählt, was passiert ist. Eines Tages zu Beginn des Krieges brachten einige SS-Leute aus einer großen Stadt die Burschen der lokalen Hitler-Jugendgruppe zusammen, gingen den Weg herauf, zerstörten das dreihundert Jahre alte Tor, stürzten die Grabstei- ne um am oberen Ende, welche grün waren vom Alter und voll mit überwucherten und unlesbaren Zeichen, und zerschmetterten mit einem Hammer die modernen, sauberen, ganz unten gelegenen Steine. Kein Mann aus dem Orte mit klarem Sinn – so sagte man mir – Nazi oder nicht, würde sich freiwillig zu dieser Entweihung hergegeben haben; aber was hätten sie gegen die SS ausrichten können? Die wenigen verbliebenen jüdischen Familien des Ortes waren gerade zu der Zeit auf ihre letzte Reise geschickt worden und seitdem hatte keiner je den Friedhof besucht. Der achtzigjährige Bürgermeister, den ich schon gekannt hatte, als ich noch ein Junge war, war einer von denen, die mir das alles erzählt haben. Er schien verlegen 8 | SOLLINGKURIER

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und gab mir dunkel zu verstehen, dass seine Dorfbewohner aus einem Gefühl der Schuld heraus dem verlassenen Platz auf dem Hügel fern blieben. Letzten Endes, so sagte er, die Menschen, welche da oben begraben lagen und diejenigen, welche in die Todeslager geschickt wurden, waren alle hier geboren worden und lebten hier, als Viehhändler und Landwirte alle, und hatten einen wesentlichen Bestandteil des Lebens im Dorfe gebildet. Der Geistliche hatte darüber sogar in der Kirche gepredigt, nachdem die letzten zwei Alten bei Nacht und Nebel von der Gestapo abgeholt wurden und hatte gesagt, dass alle mitschuldig seien, zwar nicht nach irgendwelchen Gesetzen, aber in gewisser christlicher Hinsicht. Jedoch sagte der ehemalige Bürgermeister, der Geistliche wagte nicht, ein zweites Mal zu predigen, denn die Gestapo war sofort auf seinen Spuren. Aber seine Predigt hatte ihren Eindruck auf die Gesinnung der Dorfbewohner gemacht und diese waren seitdem dem alten Beerdigungsplatz nicht mehr nahe gekommen. Jetzt wandert man zwischen den umgefallenen Grabsteinen, stolpert manchmal über einen tief vergrabenen im Gestrüpp, und hebt eine halbe Marmortafel auf mit Namen darauf, unten gegen Ende des Friedhofs, wo sich die letzten Gräber befinden. Hier und da versucht man ein Datum zu entziffern – 1710 auf einem, 1798 auf einem anderen – oder einen Namen – Katz oder Freudenthal oder Liebenfeld – eine lange Linie von Menschen, welche im Dorfe lebten im Schatten der Kirchturmspitze und welche hier oben ihren letzten Ruheplatz gefunden hatten. Aber die letzten dieser Namen, welche von der Gestapo nachts während des Zweiten Weltkriegs weggeholt worden sind, haben weder ein Grab noch einen Stein – sie starben einen unbeschreiblichen Tod. Der Friedhof ist so schön wie immer. Der Wald wird ungestört darüber hinweg wachsen und in dem sich verdickenden Gebüsch werden die Grabsteine verschwinden, die alten und die modernen, die hoch stehenden und die flachliegenden. (Auszüge aus: Arnold Bender: A Cemetery on the Hill, Erstveröffentlichung im „Manchester Guardian“ vom 21.2.1949) Arnold Bender Der deutsch-englische Schriftsteller und Journalist Arnold Bender (1904 – 1978) schrieb zahlreiche Romane und Sachbücher. Seine Mutter Bertha Katz stammte aus Bodenfelde. Seine Großeltern Joel und Johanne Katz hatten in dem Weserdorf ein Textilwarengeschäft betrieben. Nachdem ihn der „Dortmunder Generalanzeiger“ wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen hatte, emigrierte Arnold Bender nach England. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er als englischer Soldat nach Bodenfelde zurück. Wir entnahmen den Text dem neuen Buch von Detlef Herbst und Berndt Schaller: Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser. Die Synagogengemeinden Bodenfelde - Uslar - Lippoldsberg und Lauenförde, das im Verlag Jörg Mitzkat (Holzminden) erschienen ist. Das reichhaltig illustrierte Werk gibt einen Überblick über die Entwicklung der jüdischen Kultur in der Weser-Solling-Region. Historische Romane erwecken Geschichte zum Leben Verlag Jörg Mitzkat www.mitzkat.de Solljer, Hanshenderk Engelchristine Lebenserinnerungen einer Landfrau aus dem Solling 288 S.; 19 x 12 cm; br 978-3-940751-89-8, 14,80 Eur[D] Grimm, Hubertus Der Novize aus Corvey 360 S.; 19 x 12 cm; br; 978-3-940751-87-4, 12,80 Eur[D] Schröder, J. F. Apokalypse 1626 Mitten im Dreißigjährigen Krieg zwischen Harz und Weser 292 S.; 19 x 12 cm; br; 978-3-940751-88-1, 12,80 Eur[D] Unsere Bücher erhalten Sie auch beim Sollingverein. Fordern Sie bitte unser Gesamtprogramm an. Sie dürfen uns auch gerne im Verlag besuchen, |9 Holzminden, Allersheimer Str. 45, ÖSOLLINGKURIER nungszeiten: mo-mi 9-15, do 9-17, fr 9-13 und nach telef.Absprache

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Volle Finanzierung voraus! Aktiv im Sollingzweigverein Neuhaus Ihr Spezialist in Sachen Finanzierungen mit KfW, Hypothek, Bausparkredit, LBS-WohnRiester-Finanzierung. Carsten Bunnenberg Rufen Sie mich an! Mobil 0170 2886606 LBS-Beratungszentrum Obere Straße 54 | 37603 Holzminden | Telefon 05531 94027 www.lbs-nord.de 10 | SOLLINGKURIER Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause. Wir. In der LBS Nord.

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