Entwicklungsszenarien und Handlungsempehlungen

 

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“Instandhaltung 4.0” ist die Bezeichnung einer Sondierungsmaßnahme, die der Frage nachgeht, wie sich die vierte industrielle Revolution auf den In-standhaltungssektor und auf die Instandhal-ter/innen auswirken wird.

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Entwicklungsszenarien & Handlungsempfehlungen für die Autoren: Georg Güntner Mark Markus http://instandhaltung40.salzburgresearch.at/ instandhaltung40@salzburgresearch.at Projektkonsortium © bigpa - Fotolia.com Die Sondierungsmaßnahme „Instandhaltung 4.0“ wird durch das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) und die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen der FTI-Initiative „Produktion der Zukunft“ gefördert.

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Georg Güntner, Mark Markus Instandhaltung 4.0: Entwicklungsszenarien und Handlungsempfehlungen “Instandhaltung 4.0” ist die Bezeichnung einer Sondierungsmaßnahme in der FTI-Initiative „Produktion der Zukunft“. Das Projekt geht der Frage nach, wie sich die vierte industrielle Revolution auf den Instandhaltungssektor und auf die Instandhalter/innen auswirken wird. In der ersten Phase (Februar bis Oktober 2014) beschäftigte sich das Projektteam mit der Analyse der Bedürfnisse, Anforderungen und Trends in der Instandhaltung. Die Ergebnisse der Trendanalyse wurden im Oktober 2014 in einem Bericht zusammengefasst und auf der Instandhaltungskonferenz der Fachwelt vorgestellt. In der zweiten Phase des Projekts (November 2014 bis Januar 2015) wurden die Kernaussagen der Analysephase als Ausgangspunkt für die Entwicklungen von Szenarien in vier Themenkomplexen herangezogen: (1) „Menschen und Kompetenzen“; (2) „Umsetzung von Instandhaltung 4.0“; (3) „Daten als strategische Ressource“; (4) „Innerbetrieblicher Wert der Instandhaltung“. Mithilfe einer Gruppe von internationalen ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft wurden für jeden dieser vier Themenkomplexe drei alternative Zukunftsbilder bewertet: Die ExpertInnen schätzten die Eintrittswahrscheinlichkeit, die Auswirkungen und den erwarteten Zeitpunkt für das Eintreten der Szenarien quantitativ ein, begründeten ihre Einschätzungen qualitativ und nannten in den Themenkomplexen die für sie wichtigsten Handlungsoptionen. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der qualitativen Einschätzung und die Handlungsempfehlungen der ExpertInnen für die „Szenarien in der Instandhaltung 4.0“ zusammen. Er wurde von Salzburg Research Forschungsgesellschaft in Kooperation mit Bilfinger Chemserv (Linz), dankl+partner consulting (Wals bei Salzburg) und Messfeld (Klagenfurt) erstellt. © Bilfinger Chemserv © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015)

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 Inhaltsverzeichnis 1 2 Einleitung ....................................................................................................................... 5 Szenarien Instandhaltung 4.0 – Gesamtbetrachtung .................................................. 7 2.1 Beschreibung der Szenarien ................................................................................... 7 2.2 Gesamteinschätzung der Szenarien ........................................................................ 9 2.3 Gesamtbeurteilung .................................................................................................10 3 Themenkomplex „Menschen und Kompetenzen“......................................................11 3.1 Szenarien ...............................................................................................................11 3.2 Ist-Stand.................................................................................................................11 3.3 Einschätzung..........................................................................................................12 3.4 Handlungsempfehlungen........................................................................................13 4 Themenkomplex „Umsetzung von Instandhaltung 4.0“ ............................................14 4.1 Szenarien ...............................................................................................................14 4.2 Ist-Stand.................................................................................................................14 4.3 Einschätzung..........................................................................................................15 4.4 Handlungsempfehlungen........................................................................................16 5 Themenkomplex „Daten als strategische Ressource“ ..............................................17 5.1 Szenarien ...............................................................................................................17 5.2 Ist-Stand.................................................................................................................17 5.3 Einschätzung..........................................................................................................18 5.4 Handlungsempfehlungen........................................................................................19 6 Themenkomplex „Innerbetrieblicher Stellenwert“ .....................................................20 6.1 Szenarien ...............................................................................................................20 6.2 Ist-Stand.................................................................................................................20 6.3 Einschätzung..........................................................................................................20 6.4 Handlungsempfehlungen........................................................................................22 7 Methode ........................................................................................................................23 7.1 Überblick ................................................................................................................23 7.2 Methode zur Szenarienentwicklung ........................................................................23 8 Ausblick ........................................................................................................................26 A Anhang..........................................................................................................................27 A.1 Die Autoren ............................................................................................................27 A.2 Die Sondierungsmaßnahme „Instandhaltung 4.0“ ..................................................28 A.3 Die ExpertInnen der qualitativen Erhebung ............................................................29 Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 3 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 Impressum „Instandhaltung 4.0“ ist ein Kooperationsprojekt unter der Koordination von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. mit Bilfinger Chemserv GmbH (Linz), dankl+partner consulting gmbh (Wals bei Salzburg) und Messfeld GmbH (Klagenfurt). Das Projekt wird durch das BMVIT und die FFG im Rahmen der FTI-Initiative “Produktion der Zukunft” gefördert. Titel Kommentar Szenarien in der Instandhaltung 4.0 Dieser Bericht bildet das Deliverable D2.1 des Sondierungsprojekts „Instandhaltung 4.0“ und stellt ein Ergebnis des Arbeitspakets „IHSzenarien“ dar. Georg Güntner, Mark Markus (Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.) IH40 Szenarien (final).docx 03. April 2015 Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) p.a. Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. Die Fotos in diesem Bericht unterliegen, sofern nicht anders angegeben, dem Copyright © fotolia.com / Salzburg Research. Die Diagramme wurden im Rahmen des Projekts „Instandhaltung 4.0“ entwickelt und sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0). Die Diagramme sind unter dem Copyrightvermerk „Quelle: IH40 Online-Umfrage - © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2014)“ zu zitieren. Weitere Bildquellen (Quelle thenounproject.com):  Icon in „Menschen & Kompetenzen“: Joseph Wilson (CC BY 3.0)  Icon in „Umsetzung von IH4.0“: WARSLAB (CC BY 3.0)  Icon in „Daten als strategische Ressource“: Chris Keithley (CC BY 3.0)  Icon in „Innerbetrieblicher Stellenwert der IH“: Alessandro Suraci (CC BY 3.0) http://instandhaltung40.salzburgresearch.at/ instandhaltung40@salzburgresearch.at Autoren Dateiname Speicherungsdatum Copyright Fotos & Grafiken WWW  Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 4 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 1 Einleitung Seit 2012 kamen in Europa unter der Federführung Deutschlands strategische Diskussionen zu einer industriepolitischen Wende in Gange. Die so genannte „vierte industrielle Revolut ion“ leitet ein neues industrielles Zeitalter ein, welches durch die Einführung von cyberphysischen Systemen in der Produktion und in der Logistik, sowie die Anwendung des Internets der Dinge und der Dienste in industriellen Prozessen gekennzeichnet ist. Den Kern der Vision von „Industrie 4.0“ bildet die Vernetzung zwischen Produkten, Produktionsmitteln und Prozessen mithilfe von Internet-Technologien. Dies hat Auswirkungen auf die Wertschöpfung, die Geschäftsmodelle und die Arbeitsorganisation und soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärken, sondern auch die Bewältigung globaler Herausforderungen (wie die Ressourcen- und Energieeffizienz) unterstützen (vergl. „Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0”1, S. 18). Unabhängig davon, unter welchem Schlagwort man den Trend zur Virtualisierung in den Produktionsunternehmen einreiht – ob dies das von General Electrics geprägte „Industrial Internet“2, die europäisch geprägten „Factories of the Future“3, die „Produktion der Zukunft4“ oder einfach nur das „(Industrial) Internet of Things and Services“ ist: Nach der Etablierung von „Industrie 4.0“ als nationale Hightech-Strategie Deutschlands liegt es nahe, die Herausforderungen der damit verbundenen technologischen und organisatorischen Änderungen in den Kernprozessen der industriellen Wertschöpfung zu untersuchen. Diese Aufgabe hat sich eine öffentlich geförderte österreichische Sondierungsmaßnahme mit der Bezeichnung „Instandhaltung 4.0“ zum Ziel gesetzt. Das Projekt geht der Frage nach, wie sich die vierte industrielle Revolution auf den Instandhaltungssektor und auf die InstandhalterInnen auswirken wird. In der ersten Projektphase (Februar bis Oktober 2014) wurde dazu eine Analyse der Bedürfnisse, Anforderungen und Trends in der Instandhaltung durchgeführt. Die Ergebnisse der Trendanalyse wurden im Oktober 2014 in einem Bericht5 zusammengefasst und auf der Instandhaltungskonferenz der Fachwelt vorgestellt. In der zweiten Phase des Projekts (November 2014 bis Januar 2015) wurden die Kernaussagen der Analysephase als Ausgangspunkt für die Entwicklungen von Szenarien in vier Themenkomplexen herangezogen: 1. 2. 3. 4. Menschen und Kompetenzen Umsetzung von Instandhaltung 4.0 Daten als strategische Ressource Innerbetrieblicher Wert der Instandhaltung Mithilfe einer Gruppe internationaler ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft wurden für jeden dieser vier Themenkomplexen drei alternative Zukunftsbilder bewertet: Die ExpertInnen schätzten die Eintrittswahrscheinlichkeit, die Auswirkungen und den erwarteten Zeitpunkt für das Eintreten der Szenarien quantitativ ein, begründeten ihre Einschätzungen qualitativ und nannten in den Themenkomplexen die für sie wichtigsten Handlungsoptionen. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der qualitativen Einschätzung und die Handlungsempfehlungen der Experten für die „Szenarien in der Instandhaltung 4.0“ zusammen: Wir geben im Folgenden einen Überblick über die vier betrachteten Themenkomplexe und die mit ihnen verbundenen Szenarien (Abschnitt 2). Danach gehen wir detailliert auf die ein1 2 3 4 5 Kagermann Henning, Wahlster Wolfgang, Helbig Johannes: “Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0”, Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0, April 2013 - http://bit.ly/LKITPD General Electrics: Industrial Internet Blog: https://www.gesoftware.com/industrial-internet Public-Private-Partnership „Factories of the Future“ (European Commission): http://bit.ly/SBwtwK FTI-Initiative „Produktion der Zukunft“ (Österreich): https://www.ffg.at/produktion Georg Güntner, Robert Eckhoff, Mark Markus: “Bedürfnisse, Anforderungen und Trends in der Instandhaltung 4.0” http://de.slideshare.net/tourenfex/ih40-analyse-final, Oktober2014 Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 5 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 zelnen Themenkomplexe und Szenarien ein und stellen die Ergebnisse der quantitativen Einschätzung der Expertengruppe sowie die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen vor (Abschnitte 3 bis 6). Im Abschnitt 7 (Seite 23) wird die zur Szenarienentwicklung eingesetzte Methodik beschrieben, Abschnitt 8 gibt einen Ausblick auf die weitere Vorgangsweise. Der Anhang (ab Seite 27) enthält Informationen zu den Autoren des Berichts, weitere Angaben über die Zielsetzungen der Sondierungsmaßnahme „Instandhaltung 4.0“ und über das Projektkonsortium. Weiters finden Sie dort eine Liste der involvierten ExpertInnen (Seite 27). Instandhaltung 4.0 – eine Sondierungsmaßnahme Die offenen Fragen zu den Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Instandhaltung waren der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Sondierungsmaßnahme in Österreich: In diesem öffentlich geförderten Projekt mit der Bezeichnung „Instandhaltung 4.0“ wird systematisch untersucht, wie sich der Trend zur Virtualisierung und Vernetzung auf die Prozesse, Methoden und Strategien der Instandhaltung auswirkt. Das Ergebnis ist eine Roadmap zum Thema Instandhaltung. Die Sondierungsmaßnahme wurde im Februar 2014 gestartet und endet Ende April 2015 mit der Präsentation der Forschungs- und Entwicklungs-Roadmap für die Instandhaltung 4.0 bei den Instandhaltungstagen 2015 (www.instandhaltungstage.at). Für eine detaillierte Projektbeschreibung und die Darstellung des Projektkonsortiums verweisen wir auf den Anhang (s. Seite 28). Die Projektergebnisse sowie weitere relevante Informationen und Veröffentlichungen werden auf der Website des Projekts (http://instandhaltung40.salzburgresearch.at/) zur Verfügung gestellt. Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 6 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 2 Szenarien Instandhaltung 4.0 – Gesamtbetrachtung 2.1 Beschreibung der Szenarien Auf Basis der Experteninterviews und der Online-Umfrage konnten insgesamt 12 Szenarien identifiziert bzw. abgeleitet und in vier Themenbereichen strukturiert werden: 1. 2. 3. 4. Menschen und Kompetenzen Umsetzung von Instandhaltung 4.0 Daten als strategische Ressource Innerbetrieblicher Wert der Instandhaltung Szenarien im Themenbereich „Menschen und Kompetenzen“ Szenario 1 – Fachkräftemangel: Weil MitarbeiterInnen mit erforderlichen Kompetenzen nicht gefunden werden können, bleiben 30 Prozent der Stellen in der Instandhaltung unbesetzt. Szenario 2 – Renaissance des Berufsbildes: Neue digitale Werkzeuge (z.B. mobile Endgeräte, tragbare Devices, Datenbrillen), innovative Methoden und Arbeitspraktiken attraktivieren die Branche und führen unter technikaffinen Menschen zu einer steigenden Nachfrage nach dem Berufsbild Instandhaltung. Szenario 3 – Entwicklungsblockade: MitarbeiterInnen mit langjähriger Erfahrung sind Kompetenzträger in der Instandhaltung. Den neuen Methoden und Technologien der Instandhaltung stehen sie jedoch skeptisch gegenüber. Sie bremsen daher und verhindern zum Teil den Umstieg zu einer ITbasierten Instandhaltung. Die Folge: IT-basierte Instandhaltung wird sich erst bei einem Generationenwechsel realisieren lassen. Szenarien im Themenbereich „Umsetzung von Instandhaltung 4.0“ Szenario 4 – Digitale Ablöse: Eine frühe Mehrheit von Unternehmen setzt IT-Lösungen zur Planung, Steuerung und Analyse der Instandhaltung systemisch ein. Instandhaltung 4.0 hat die traditionelle Welt der Instandhaltung endgültig abgelöst. Die meisten Anlagen sind mit Sensoren ausgestattet und die Daten digital erfasst. Die zustandsorientierte und vorausschauende Instandhaltung sind die Regel. Die Daten werden nicht nur zwischen verschiedenen Abteilungen, sondern auch über die Grenzen des Unternehmens systematisch getauscht, intelligent ausgewertet und handlungsleitend interpretiert. Die Auswirkungen in Bezug auf die Vermeidung von Stillständen, Ersatzinvestitionen, Kostensenkungen und Arbeitserleichterungen sind klar nachvollziehbar und dokumentiert. Szenario 5 – Zwischen zwei Welten: Eine frühe Mehrheit von Unternehmen setzt ITLösungen zur Planung, Steuerung und Analyse der Instandhaltung in Teilbereichen, aber nicht systemisch ein. Trotz des Teileinsatzes von Softwareprogrammen, mobilen Endgeräten und neuen Methoden, spielt die traditionelle Welt der Instandhaltung einen sehr hohen Stellenwert und existiert weiterhin neben der neuen IT-Welt. Es werden einzelne Anlagen mit Sensoren ausgestattet und digitalisiert, etwa dort wo man sich einen schnellen und hohen Nutzen verspricht. Zustandsorientierte Instandhaltung ist vereinzelt umgesetzt und die vorausschauende Instandhaltung eine seltene Ausnahme. Szenario 6 – Stecken in der traditionellen Instandhaltung: Eine frühe Mehrheit von Unternehmen in der Instandhaltung experimentiert mit IT in Pilotprojekten. Instandhaltung wird Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 7 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 aber durch traditionelle Vorgänge dominiert. Da nur wenige Projekte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können (bedingt durch viele technologischen und organisatorischen Herausforderungen), wendet man sich von Instandhaltung 4.0 ab und andere Projekte bekommen den Vorrang und die Geldmittel. Die Unternehmen verschlafen ihre digitale Zukunft. Szenarien im Themenbereich „Daten als strategische Ressource“ Szenario 7 – Maschinenhersteller haben die Daten: Maschinenhersteller werden in Zukunft bestrebt sein, die Daten von Anlagen für sich zu sichern, anstatt diese ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Sie werden aufbauend auf den Anlagendaten Services (z.B. für Anlagenbetreiber) anbieten oder aber neue Geschäftsmodelle umsetzen wollen. Szenario 8 – Anlagenbetreiber haben die Daten: Zugang zu Anlagendaten (z.B. über eine Schnittstelle) wird immer mehr zu einem Kaufkriterium bei der Anschaffung von Anlagen. Zusätzlich generieren Anlagenbetreiber weitere (z.B. Umfeld-)Daten. Damit sichern sie sich einen eigenen Datenschatz für strategische Entscheidungen über die Anlagen, der sie von externen Playern unabhängig macht. Szenario 9 – Daten als verteilte Ressource: Da die Anlagendaten an verschiedenen Orten entstehen bzw. generiert und ausgewertet werden, kommen verschiedene Player nicht umhin als die Daten untereinander zu teilen und gemeinsam zu nutzen. Nur so kann aus unterschiedlichen Dateninseln ein gemeinsames Datenbild erzeugt werden. Nur so können die Daten nutzbringend für alle Player (Maschinenhersteller, Anlagenbetreiber, Dienstleister) ausgewertet werden. Szenarien im Themenbereich „Innerbetrieblicher Wert der Instandhaltung“ Szenario 10 – Instandhaltung als innerbetrieblicher Shooting Star: Endlich! Durch eine unterschiedlichen Abteilungen vernetzende Virtualisierung katapultiert sich die IH aus dem Schattendasein der Produktion zum innerbetrieblichen Shooting Star. Warum? Smarte IT-Maßnahmen führten zu erheblichen Kostensenkungen und die Instandhaltung trägt erheblich zur Wertschöpfung des Unternehmens bei. Szenario 11 – Industrie 4.0 – so what: Instandhaltung bleibt Instandhaltung: Daten und Virtualisierung hin oder her, die Instandhaltung bleibt das unbeliebte oder unsichtbare „Kind“, dem man sich nur in Anlagennot- oder -ausfällen zuwendet, das ansonsten aber wenig Aufmerksamkeit und Gehör findet. Szenario 12 – Evolution light, no revolution: Die Virtualisierungsinitiativen führen zu einer leichten strategischen Aufwertung der Instandhaltung im innerbetrieblichen Kontext. Die Instandhaltung bleibt aber nach wie vor in erster Linie ein Nebenprozess und die „Magd“ der Produktion. Sie muss weiterhin um ihre Stimme im innerbetrieblichen Gefüge hart kämpfen. Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 8 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 2.2 Gesamteinschätzung der Szenarien Nachfolgende Tabelle bietet eine Übersicht darüber, wie die ExpertInnen alle 12 Szenarien in Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkungen und den Zeitpunkt des Eintretens quantitativ auf der Skala von 1-5 eingeschätzt haben (siehe dazu das Kapitel Methode). Die entsprechenden Kommentare, die diese quantitative Einschätzung verdeutlichen und abrunden sind weiter unten in den Szenarien-Subkapitel zu finden, wo einzelne Szenarien ebenfalls eingehender diskutiert werden. Der Relevanzfaktor ist ein abgeleiteter Wert und wird errechnet als Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit Auswirkungen. Er fungiert als ein Indikator für die so genannten Trendszenarien oder Szenarien mit höchster Plausibilität sowohl innerhalb der einzelnen Themenbereiche als auch themenübergreifend. Szenarien Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkungen Zeitpunkt Plausibilität Themenbereich: Menschen und Kompetenzen (N=15) 1. Fachkräftemangel 2. Renaissance des Berufsbildes 3. Entwicklungsblockade Wahrscheinlich (3,6) Möglich (3,1) Möglich (3,3) Groß (4,2) Mittel (3,3) Mittel (3,1) In 4-6 Jahren (2,4) In 7-9 Jahren (2,9) In 4-6 Jahren (1,9) 14,9 10,2 10,2 Themenbereich: Umsetzung von Instandhaltung 4.0 (N=14) 4. Digitale Ablöse 5. Zwischen zwei Welten 6. Stecken in der traditionellen Instandhaltung Möglich (2,5) Wahrscheinlich (3,9) Unwahrscheinlich (2,3) Groß (3,6) Groß (3,5) Mittel (2,8) In 4-6 Jahren (3,4) In 4-6 Jahren (1,5) In 4-6 Jahren (1,7) 8,9 13,9 6,5 Themenbereich: Daten als strategische Ressource (N=15) 7. Maschinenhersteller haben die Daten 8. Anlagenbetreiber haben die Daten 9. Daten als verteilte Ressource Möglich (3,5) Wahrscheinlich (3,8) Möglich (3,2) Groß (3,5) Groß (3,9) Groß (4,4) In 4-6 Jahren (2,0) In 4-6 Jahren (1,7) In 7-9 Jahren (2,6) 12,4 14,7 13,9 Themenbereich: Innerbetrieblicher Stellenwert der Instandhaltung (N=13) 10. Instandhaltung als innerbetrieblicher „Shooting-Star“ 11. Industrie 4.0 – so what: Instandhaltung bleibt Instandhaltung 12. Evolution light – no revolution Unwahrscheinlich (2,0) Möglich (3,4) Wahrscheinlich (3,7) Groß (3,8) Mittel (3,3) Mittel (2,7) Nach 10 Jahren (4,1) In 4-6 Jahren (1,9) In 4-6 Jahren (1,6) 7,5 11,2 9,8 Skalen Eintrittswahrscheinlichkeit: 1 = Unmöglich; 2 = Unwahrscheinlich; 3 = Möglich; 4 = Wahrscheinlich; 5 = sehr wahrscheinlich Auswirkungen: 1 = Unbedeutend; 2 = Gering; 3 = Mittel; 4 = Groß; 5 = Sehr groß Zeitpunkt: 1 = In 1-3 Jahren; 2 = In 4-6 Jahren; 3 = In 7-9 Jahren; 4 = Nach 10 Jahren; 5 = Nie Plausibilität = Eintrittswahrscheinlichkeit x Auswirkungen Tabelle 1: Quantitative Einschätzung aller Szenarien Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 9 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 2.3 Gesamtbeurteilung Findung und Ausbildung kompetenter Mitarbeiter spielt die zentrale Rolle Bei der Betrachtung fällt sofort auf, dass das Szenario 1 „Fachkräftemangel“ die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit bei gleichzeitig größten Auswirkungen aufweist. Dieses Szenario weist somit die höchste Plausibilität von allen 12 Szenarien auf. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass die Instandhaltung in den nächsten 4 bis 6 Jahren von einem Fachkräftemangel betroffen sein wird. Der Handlungsspielraum für die Unternehmen ist in diesem Zusammenhang bereits sehr eingeschränkt. Das bedeutet, dass die Findung und Ausbildung kompetenter MitarbeiterInnen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen wird. Dieses Ergebnis unterstützt voll und ganz die Ergebnisse von Experteninterviews, die diesem Themenkomplex sehr hohe Wichtigkeit beigemessen haben. Dosierte Umsetzung von Instandhaltung 4.0 wo es Sinn macht Das Szenario 5 „Zwischen zwei Welten“ weist ebenfalls eine hohe Plausibilität auf. Damit gehen die ExpertInnen davon aus, dass eine Instandhaltung 4.0 selektiv umgesetzt wird und eine digitale Ablöse von der traditionellen Instandhaltung sich nur mittel und langfristig (4 bis 6 Jahre mit starker Tendenz zu 7 bis 9 Jahren) ereignen wird. Überdies empfehlen die Experten auch eine selektive anstatt einer breitflächig-systemischen Umsetzung. Die traditionelle und IT-basierte Instandhaltung werden in den nächsten Jahren koexistieren. Eine Instandhaltung der Zukunft wird nur mit verteilten Daten funktionieren Hinsichtlich der strategischen Frage, welche Stakeholder – Maschinenhersteller oder Anlagenbetreiber – künftig die Maschinendaten haben werden besteht keine eindeutige Klarheit. Beide Optionen scheinen denkbar, wobei die ExpertInnen leicht zur Gruppe der Anlagenbetreiber als relevante Gruppe tendieren. Dem steht gegenüber, dass hinreichend klar geworden ist, dass eine moderne und ITbasierte Instandhaltung der Zukunft nur unter der Annahme von verteilten Daten bzw. von einem intensiven und betriebsübergreifenden Datenaustausch realisiert werden kann. Darauf weisen nicht nur die Kommentare von ExpertInnen, sondern auch die insgesamt höchsten Auswirkungen (4,4) hin. Innerbetrieblich bekommt die Instandhaltung einen höheren Stellenwert Nach Einschätzung von Experten ist es gut möglich, dass die Instandhaltung innerbetrieblich einen höheren Stellenwert erhalten wird. Sie wird jedoch niemals ein „innerbetrieblicher Shooting-Star“ werden. Vielmehr wird sie schrittweise einen höheren Stellenwert erhalten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie die Bedeutung der Produktion niemals erreichen und keineswegs überschreiten wird. Das innerbetriebliche „Spiel“ für die Instandhaltung könnte daher etwas leichter werden, ist aber noch nicht entschieden. Denn das Ergebnis zeigt zwar, dass der Stellenwert der Instandhaltung steigen kann (Szenario 12), es zeigt aber genauso, dass ihre Rolle unverändert bleiben kann (Szenario 11). Hier kommt es vor allem darauf an, den Nutzen der Instandhaltung messbar zu machen und innerbetrieblich zu kommunizieren: Tue Gutes und spricht darüber! Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 10 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 3 Themenkomplex „Menschen und Kompetenzen“ 3.1 Szenarien Szenario 1 – Fachkräftemangel: Weil MitarbeiterInnen mit erforderlichen Kompetenzen nicht gefunden werden können, bleiben 30 Prozent der Stellen in der Instandhaltung unbesetzt. Szenario 2 – Renaissance des Berufsbildes: Neue digitale Werkzeuge (z.B. mobile Endgeräte, tragbare Devices, Datenbrillen), innovative Methoden und Arbeitspraktiken attraktivieren die Branche und führen unter technikaffinen Menschen zu einer steigenden Nachfrage nach dem Berufsbild Instandhaltung. Szenario 3 – Entwicklungsblockade: MitarbeiterInnen mit langjähriger Erfahrung sind Kompetenzträger in der Instandhaltung. Den neuen Methoden und Technologien der Instandhaltung stehen sie jedoch skeptisch gegenüber. Sie bremsen daher und verhindern zum Teil den Umstieg zu einer ITbasierten Instandhaltung. Die Folge: IT-basierte Instandhaltung wird sich erst bei einem Generationenwechsel realisieren lassen. 3.2 Ist-Stand Die Umsetzung einer IT-basierten Instandhaltung setzt die Verfügbarkeit von kompetenten Menschen voraus. Hier kann die aktuelle Situation in der Instandhaltung nach der Durchführung von Experteninterviews wie folgt charakterisiert werden:  Die Kompetenzanforderungen in der Instandhaltung nehmen zu: Die Menschen in der modernen Instandhaltung müssen sich mit Methodik, Mechanik, Elektronik und IT auskennen und gleichzeitig die für die bereichsübergreifende Zusammenarbeit sehr wichtige Sozial-, Kommunikations- und immer häufiger auch Führungskompetenzen mitbringen. Das Instandhaltungs-Personal ist in den letzten Jahren tendenziell abgebaut worden. Die Instandhaltung kämpft mit einem schlechten Image und kann junge Menschen nur schwer für sich gewinnen. In den nächsten Jahren treten viele erfahrene Mitarbeiter der Instandhaltung den Ruhestand an und hinterlassen eine Kompetenzlücke. Für ältere MitarbeiterInnen, die Anlagen auf Basis der langjährigen Erfahrung bislang manuell überwacht und gewartet haben, stellt die IT-basierte Instandhaltung eine größere Veränderung und möglicherweise auch eine Bedrohung dar.     Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 11 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0 3.3 Einschätzung Nachfolgende Tabelle zeigt die quantitative Einschätzung von ExpertInnen zum Themenausschnitt „Menschen und Kompetenzen“. Szenarien 1. Fachkräftemangel 2. Renaissance des Berufsbildes 3. Entwicklungsblockade Eintrittswahrscheinlichkeit Wahrscheinlich (3,6) Möglich (3,1) Möglich (3,3) Auswirkungen Groß (4,2) Mittel (3,3) Mittel (3,1) Zeitpunkt In 4-6 Jahren (2,4) In 7-9 Jahren (2,9) In 4-6 Jahren (1,9) Plausibilität 14,9 10,2 10,2 Skalen Eintrittswahrscheinlichkeit: 1 = Unmöglich; 2 = Unwahrscheinlich; 3 = Möglich; 4 = Wahrscheinlich; 5 = sehr wahrscheinlich Auswirkungen: 1 = Unbedeutend; 2 = Gering; 3 = Mittel; 4 = Groß; 5 = Sehr groß Zeitpunkt: 1 = In 1-3 Jahren; 2 = In 4-6 Jahren; 3 = In 7-9 Jahren; 4 = Nach 10 Jahren; 5 = Nie Plausibilität = Eintrittswahrscheinlichkeit x Auswirkungen Tabelle 2: Einschätzung von Szenarien „Menschen und Kompetenzen“ (N=15) Welches Gesamtbild ergibt sich? Gemäß der Einschätzung von ExpertInnen, wird die Instandhaltung in den nächsten 4 bis 6 Jahren von einem Fachkräftemangel betroffen sein. Die Suche nach und die Ausbildung von kompetenten MitarbeiterInnen kommt in den nächsten Jahren damit die höchste Priorität zu. Die ExpertInnen bringen es wie folgt auf den Punkt:      „Generell wird es Fachkräftemangel geben.“ „Fachkräftemangel ist punktuell bereits vorhanden.“ „Viele Stellen können [jetzt schon] nicht nachbesetzt werden.“ „Fachkräftemangel wird mit Bezahlung kompensiert - deshalb werden zu besetzende Stellen auch besetzt werden können.“ „Kurzfristige Gewinnoptimierung führt zu Personalabbau in Technik und Instandhaltung.“ Gleichzeitig wird die Instandhaltung als eine „Branche“ eingeschätzt, die nur langfristige und geringe Erneuerungstendenzen aufweist bzw. als eine Branche mit geringer Wandlungsbereitschaft, in der die Gefahr einer Entwicklungsblockade nicht unwahrscheinlich ist. So die ExpertInnen wörtlich:      „Wandel in der Instandhaltung ist langsamer als in anderen Berufen.“ „IT entwickelt sich viel schneller, als ein Generationenwechsel eine Organisation erneuern kann.“ „Es muss erst die Entwicklungsblockade überwunden werden, bevor sich das Beruf sbild ändert.“ „Methoden und IT-Unterstützung in der Instandhaltung sind bei jüngeren/mittleren Mitarbeitern selbstverständlich - nur alte blockieren.“ „Eine komplette Entwicklungsblockade wird es nie geben.“ Eine durch die neuen digitalen Werkzeuge (z.B. mobile Endgeräte, wearable Devices, Datenbrillen) eingeleitete Renaissance des Berufsbildes wird zwar als grundsätzlich (und eingeschränkt) möglich, aber ihr Eintreten erst langfristig, d.h. in 7 bis 9 Jahren eingeschätzt. Die ExpertInnen-Zitate zu diesem Themenfeld: Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 12 /29

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Szenarien in der Instandhaltung 4.0      „Produktion wird meist attraktiver sein als Instandhaltung.“ „Instandhaltung hat den Ruf, ein Feuerwehrjob mit nicht planbarer Freizeit zu sein.“ „Berufsbild kann sich nur bessern wenn Instandhaltung als gleichwertiger Partner neben der Produktion steht.“ „Wer Karriere machen möchte, geht in die Produktion. Instandhaltung ist ein Nebenprozess im Unternehmen. Hauptprozess ist Produktion und Verkaufen. Gewollt und geliebt sind sie nicht, weil sie nicht Wert generieren.“ „Eine Renaissance des Berufsbildes ist nur selektiv vorstellbar, z.B. in der Mobilität sbranche wo man tolle, saubere und technisierte Betriebe vorfinden kann, aber dort wo man immer verdreckt arbeitet, dort wird es zu keiner Renaissance kommen.“ 3.4 Handlungsempfehlungen Aus den Rückmeldungen von ExpertInnen leiten sich folgende zentrale Handlungsempfehlungen ab. 1. Image des Berufsbildes aufwerten Diese Handlungsempfehlung wird von fast allen ExpertInnen vorgeschlagen. Die Instandhaltung muss für junge potenzielle Arbeitskräfte attraktiv gemacht werden. Dabei geht es nicht nur um die Instandhaltung, sondern auch breiter um die Aufwertung des Image-Werts von FacharbeiterInnen und insbesondere um ihre besseren Karriereaussichten. Eine Imagekampagne sollte unternehmensübergreifend auf der Ebene der Wirtschaftsverbände und der Politik forciert werden. Die Vertreter der Instandhaltung sollten sich vernetzen und bestenfalls eine eigene Lobby aufbauen, um den Stellenwert der Instandhaltung gemeinsam öffentlich wirksam zu kommunizieren. Zusätzlich sollte der Stellenwert der Instandhaltung innerbetrieblich klarer ausgearbeitet und kommuniziert werden. „Eine Imagekampagne für die Facharbeiter ist nötig. Aktuell haben Bankenarbeiter und Softwareprogrammierer ein gutes Image; die, die in Werken arbeiten machen sich schmutzig und sind nicht attraktiv. So eine Imagekampagne soll firmenübergreifend gemacht werden. Wenn das eine einzelne Firma macht, bringt es nichts. Das scheint der einzige Weg zu sein, die IH wieder interessanter zu machen.“ 2. Nachwuchs gezielt fördern Um den bevorstehenden Fachkräftemangel rechtzeitig entgegenzuwirken sollten betriebliche und außerbetriebliche Weiterbildungsangebote für Instandhaltung geschaffen und forciert werden. Dabei geht es um interdisziplinär ausgerichtete Ausbildungsmaßnahmen, in welchen der relevante Kompetenzen-Mix von Mechanik und Elektronik im Zusammenhang mit sozialen, Kommunikations- und Führungskompetenzen gelehrt wird. Die Ausbildungsmaßnahmen sollen vor allem das Augenmerk auf die Sozial- und Kommunikationskompetenzen legen, um den Anforderungen an die branchenübergreifende Zusammenarbeit in einer künftig wesentlich stärker vernetzten Instandhaltung Rechnung zu tragen. 3. Wandel in Unternehmen professionell begleiten Angesichts des Ausmaßes der Veränderungen sowie mit Blick auf die potenziellen Widerstände dürfen nicht nur technische, sondern überdies auch die organisatorischkulturellen Aspekte stärker berücksichtigt werden. Vor allem muss angesichts der möglichen Entwicklungsblockade daran gedacht werden, dass professionelle ChangeManager die Projekte begleiten und somit ihre Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Georg Güntner, Mark Markus © Projektkonsortium Instandhaltung 4.0 (2015) 13 /29

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