Ulrich - Paris-Madrid

 

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Das größte Rennen aller Zeiten

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PARIS-MADRID Dear Competitor Congratulations on reaching the finish of the 2014 Paris-Madrid Rally! Above all, thank you for helping to make it such an enjoyable event. We hope you will treasure this book as a lasting memento. With best wishes from everyone on the team, Liz Wenman

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PARIS-MADRID Das größte Rennen aller Zeiten von Michael Ulrich Editiert und ergänzt von Thomas Ulrich monsenstein & vannerdat

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Michael Ulrich, Thomas Ulrich (Bearbeiter) »Paris-Madrid – Das größte Rennen aller Zeiten« © 2013, Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG, Münster www.monsenstein-und-vannerdat.de First published/Erstausgabe unter dem Titel »The Race Bugatti Missed« © 2005 Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG, Münster English translation/Übersetzung: Stephanie Wills, Thomas Ulrich, Johannes Monse Art director/Grafische Leitung: Tom van Endert Artwork/Grafische Umsetzung: Katharina Schwär Printed by/Druck und Bindung: Monsenstein und Vannerdat All rights reserved/Alle Rechte vorbehalten ISBN 978-3-942153-14-0

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Inhaltsverzeichnis | Content Vorwort | Foreword...................................................................................................................................... 7 Prolog | Prologue 2005...............................................................................................................................11 Das Rennen...............................................................................................................................................15 Vorläufer | Predecessors............................................................................................................................17 Vorbereitungen | Preparations.................................................................................................................. 24 Gewichtskontrolle | Pesage in the Jardin des Tuileries................................................................................ 38 Parc Fermé | Parc Fermé............................................................................................................................ 49 Kennzeichnung, Signale usw. | Road Signs, Signalling etc........................................................................... 50 Zeitnahme | Timekeeping.......................................................................................................................... 55 Teilnehmer | Participants..........................................................................................................................60 Preise | Prizes........................................................................................................................................... 76 Touristische Ausfahrt | Tourist Excursion.................................................................................................... 78 Rahmenprogramm | Supporting Programme.............................................................................................. 82 Vorahnungen | Presentiments................................................................................................................... 83 Die erste ... und letzte Etappe | The First ... and Last Stage......................................................................... 85 Charles Jarrotts Rennen | Charles Jarrott’s Race.......................................................................................... 93 Andere Stimmen | Other Voices................................................................................................................125 Rennergebnisse | Racing Results..............................................................................................................140 Mannschaftswettbewerb | Team Competition............................................................................................149 Die »Schmiermaxen« | The Grease Monkeys............................................................................................. 153 Die wilden Reiter | The Wild Riders........................................................................................................... 155 Rennabbruch oder nicht? | To Stop or Not to Stop the Race?.......................................................................158 Die Opfer | The Victims............................................................................................................................ 160 Nachspiel | Aftermath..............................................................................................................................179 Technik und Fahrzeuge | Technique and Vehicles......................................................................................189 Der Stand der Automobilbaukunst | The State of Automobile Design.......................................................... 191 Gewichtsprobleme | Weight Problems......................................................................................................196 Die Konkurrenten | The Competitors.........................................................................................................199 Motorräder | Motorcycles.........................................................................................................................271 Pneumatiks | Pneumatics........................................................................................................................ 285 Teilnehmer | Participants........................................................................................................................ 294 Anhang | Addendum ............................................................................................................................... 313

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Vorwort | Foreword »Das größte Rennen der Welt«, warum dieser Titel? Als der Verleger meines verstorbenen Bruder mich kontaktierte um zu fragen, ob sein Buch »The Race Bugatti Missed (Das Rennen, das Bugatti verpasste)« in gekürzter Form, ohne den Bugatti-Teil, sozusagen als reines Paris-Madrid-Buch, neu erscheinen könne, war ich spontan einverstanden. Da ich mich wie auch mein Bruder seit Jahrzehnten mit der Automobilgeschichte befasse und bereits Artikel zu diesem Thema veröffentlicht habe, war ich zudem bereit, mich um notwendige Änderungen und Korrekturen zu kümmern. Der Originaltitel »The Race Bugatti Missed« konnte ohne den Bugatti-Teil nicht mehr genommen werden. Wir haben eine Weile überlegt, bis wir auf den neuen Titel kamen. Zuerst gab es den Arbeitstitel »Paris-Madrid – das Rennen in den Tod«. Das trifft zwar irgendwie zu, aber es war mir doch zu reißerisch und ich bin mir auch sicher, mein Bruder hätte es nicht gutgeheißen. Schlussendlich bin ich nach dem Lesen vieler Zeitgenössischen Berichte und den sehr lesenswerten Biographien von S.F. Edge und Charles Jarrott auf den jetzt vorliegenden Titel »Paris-Madrid – das größte Rennen der Welt« gekommen. Es mag recht übertrieben klingen, aber bei genauer Betrachtung stimmt es: Ein Rennen mit über 200 Fahrzeugen in mehreren Fahrzeugklassen – heute wäre das vergleichbar mit einer Kombination aus Formel 1, Formel 3 und Motorradrennen –, die mehr oder weniger durcheinander gestartet sind. Dazu gesellten sich weit mehr als zwei Millionen Zuschauer entlang der Strecke bis Bordeaux. Bei dem Rennen wurden zudem Geschwindigkeiten gefahren, die bis dato noch niemand erreicht hatte. Geschwindigkeiten, die ein ganzes Stück über dem damaligen offiziellen Weltrekord lagen. Leider kostete Paris-Madrid auch die größte Anzahl an Toten und Verletzten, die bis dato im Motorsport zu verzeichnen waren. Schon im Vorfeld gab es große Bedenken, das Rennen überhaupt stattfinden zu lassen. In der AAZ vom 24. Mai 1903, also am Tag des Rennens selbst, schreibt der Chefredakteur in seinem Leitartikel, dass er größte Bedenken, ein ungutes Gefühl habe: »Es sind zu viele Fahrzeuge unterwegs und nur wenige der Fahrer beherrschen Ihre Rennfahrzeuge.« ‘The Greatest Race in the World’; why this title? When my late brother’s publisher asked me if I would allow the re-publication of his book, ‘The Race Bugatti Missed’ in shortened form, but without the Bugatti chapters, only as a pure Paris-Madrid book, I spontaneously agreed. As I have – as well as my brother – dealt with automobile history and also have written articles on this subject, I was ready to help and to take care of the necessary changes and corrections. We could no longer use the original title, ‘The Race Bugatti Missed’, without the Bugatti part. We had to think about that for some time until we decided on the new title. At first, the working title was ‘Paris-Madrid – the Race to Death’. Indeed, this applies somehow, but it was nevertheless too sensational to me. And I am also sure that my brother would not have approved of it. Finally, after reading many contemporary reports and the very worthwhile biographies of S.F. Edge and Charles Jarrott, I decided the current title: ‘Paris-Madrid – the Greatest Race in the World’. This may sound exaggerated, but, on closer inspection, it is true: Paris-Madrid was a race with more than 200 vehicles in several classes, who more or less started together. Today it would be comparable of a combination of Formula 1, Formula 3 and motorcycle racing in one race. More than two million spectators came to watch along the route to Bordeaux alone. At the race speeds were reached which nobody had reached before. Speeds which were way above the official world record at that time. Unfortunately, Paris-Madrid also took the largest toll in the number of dead and injured persons recorded up to that date in motor sport. In the approach to the race, there were already big reservations. In the AAZ of 24th May, 1903 –the day of the race itself – the editor-in-chief writes in his editorial that he has big reservations, an uneasy feeling: “There are too many vehicles on the road and only a few of the drivers are in complete control of their racing cars.” Similar thoughts were also expressed beforehand in some French motor magazines. The fact that they were proved right one can read in this book.

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Auch schon vorher finden sich in manchen französischen Motormagazinen ähnliche Gedanken. Dass sie alle Recht behalten sollten, kann man in diesem Buch nachlesen. Ich hoffe also, der Leser mag verzeihen, dass das Buch gegenüber der Erstauflage um ein Drittel gekürzt wurde. Aber dieses Drittel behandelt ausschließlich die Firma De Dietrich und den von Ettore Bugatti entworfenen Rennwagen Type 5, der an Paris-Madrid hatte teilnehmen sollen, aber wegen angeblicher konstruktiver Unsicherheit vom Rennen ausgeschlossen wurde. Die Geschichte De Dietrich-Bugatti kann man, wenn man will, in einem andere Buch nachlesen: Die »Association De Dietrich« hat es unter dem Titel »Bugatti and De Dietrich« herausgebracht, geschrieben von Norbert Steinhauser, einem ausgewiesenen Bugatti-Experten. Ich habe für diese Neuauflage versucht, bessere Fotos zu finden. Manchmal ist es mir gelungen. Und sogar ein paar gänzlich neue Fotos sind hinzugekommen. Es gibt aber sicher noch eine Menge Archive in denen noch nie veröffentlichte Fotos des Rennens liegen, und die es Wert sind, gefunden zu werden, aber das Buch sollte ja noch dieses Jahr erscheinen. Anhand dieser neuen Fotos habe ich feststellen müssen, dass mein Bruder einiges übersehen hatte. Und so habe ich dann doch ein bisschen mehr überarbeitet als ursprünglich geplant. Es war schwierig, die alten Kontakte meines verstorbenen Bruders zu reaktivieren. Oft war es so, dass ich nur einen Namen hatte. Aber das, was ich brauchte, konnte ich letztendlich immer finden. Dabei bin ich zwar auch auf neue Quellen gestoßen, aber wirklich neue Erkenntnisse über das Rennen gegenüber der ersten Buchversion sind dabei nicht aufgetaucht. Ich möchte an dieser Stelle allen Danken, die mir geholfen haben, dieses Buch wieder aufleben zu lassen. Nach diesen Erfahrungen werde ich mich jetzt einem anderen Buchprojekt widmen, das mein Bruder nicht mehr hatte vollenden können. I hope that the reader will forgive that this book has been shortened by a third in comparison to the first edition. However, that third deals exclusively with the De Dietrich firm and the Bugatti type 5 racing car designed by Ettore Bugatti, which should have taken part in the Paris-Madrid race, but was excluded because of supposed security risks. If one is interested in the history of the De Dietrich Bugatti, one can read a book, published by the “Association De Dietrich” called “Bugatti and De Dietrich” written by Norbert Steinhauser, a renowned Bugatti expert. For this new edition, I have tried to find better photos. Sometimes I succeeded and also managed to unearth a few completely new photographs. Certainly there are some archives where there are still never before published photos, which are worth to be found. With the aid of the new photos, I established that my brother had overlooked a few details. Thus I had to revise the text slightly than originally planned. It was quite difficult to reactivate the contacts of my late brother. Quite often I had only the name, but all I needed I could find after all. Because of that, I found some new sources, but no additional knowledge about the race surfaced, which was not written up in the first edition.. At this point, I would like to thank all who have assisted me in reviving this book. Now, after this experience, I will devote myself to another book project which my late brother was not able to complete. Thomas Ulrich Berlin, November 2013

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Prolog | Prologue 2005 An einem Nachmittag im August 2000 besuchten meine Frau und ich Monika und Uwe Hucke in ihrem komfortablen »Farmhaus« in Warwickshire, England. Nach einem sehr aufregenden, aber viel zu kurzen Ausflug im Bugatti 53 saßen wir in der Bibliothek und redeten Benzin (hauptsächlich über Bugatti), über Leute (in Verbindung mit Bugatti) und genossen alle die angenehme, entspannte Atmosphäre. Uwe Hucke sprach begeistert über den für das Rennen Paris-Madrid 1903 gebauten De Dietrich-Bugatti Typ 5, ein Auto, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Er faltete eine riesige alte Zeichnung mit einer Seitenansicht im Maßstab 1:2 auseinander. Diese zeigte ein Chassis aus Stahlrohren mit einem gewaltigen Motor und so gut wie keiner Karosserie, mit einem kleinen Sitzkissen für den Fahrer hinter der Hinterachse, das mich an kein anderes je gebaute Auto erinnerte. Das Gespräch wechselte zum Thema Modellbau, und plötzlich begann Uwe Hucke mich zu überreden, dass ich schon immer ein Modell dieses Autos bauen wollte. Er war sich völlig sicher, dass ich das schaffen könnte, da ich von ihm jede erdenkliche Hilfe bekommen würde. Ich wandte ein, dass ich nie zuvor ein Modell vollständig selbst gebaut hatte, aber er fuhr einfach fort, von dem Auto und dem Modell zu schwärmen, worauf auch mein Interesse wuchs. Nachdem wir also diesen und einen weiteren sehr angenehmen Nachmittag im Hause Hucke verbracht hatten, war ich wohl ausreichend von seiner Begeisterung angesteckt, dass wir nach Berlin nicht nur die Erinnerung an sehr schöne Stunden mitnahmen, sondern auch einen Stapel Pläne und Photos sowie den Auftrag, ein Modell im Maßstab 1:8 zu bauen. Im folgenden Jahr verbrachte ich den größten Teil meiner Freizeit damit, den Wagen zu rekonstruieren und Pläne im Maßstab 1:8 zu zeichnen – keine leichte Aufgabe, da nach fast 100 Jahren nur noch sehr wenig Informationen verfügbar sind. Neben der Recherche über dieses Auto und die 1903 üblichen Konstruktionsweisen begann ich mich mit der faszinierenden Geschichte des Rennens Paris-Madrid zu beschäftigen, das sich als ein Wendepunkt der Geschichte des Motorsports herausgestellt hat. Diese Arbeit wurde von einer intensiven Kommunikation mit Uwe Hucke, dem Bugatti Trust in Prescott und einigen anderen Leuten, mit denen er mich bekannt machte, begleitet. Ich erinnere mich vor allem an mehrere stundenlange Gespräche mit Norbert Ste- On an August afternoon in 2000, my wife and I were visiting Monika and Uwe Hucke in their comfortable Warwickshire “farm house“. After a much too short but very exciting run in their Bugatti Type 53 we were sitting in the library and discussing cars (mainly Bugatti) and people (mainly Bugatti related), all of us enjoying the relaxed atmosphere. Uwe Hucke talked very enthusiatically about the De Dietrich-Bugatti Type 5, built for the Paris-Madrid race in 1903, a car I had never heard of. He unfolded an old, large 1/2 scale drawing of what turned out to be a tubular chassis with a huge engine and next to no bodywork with the driver’s seat behind the back axle, not similar at all to any Bugatti known to me. The conversation turned to modelling, and suddenly he began to persuade me that I always had wanted to make a scale model of that car. He knew for certain that this would not be too difficult for me to do, as I would get any help from him I needed. I told him that I never had built a model car from scratch, but he simply carried on talking about the car, getting me more and more hooked. So, having spent this afternoon and some days later another one with the Huckes I must have been infected enough by Uwe Hucke’s enthusiasm that, when we went back to Berlin, apart from very pleasant memories we took with us a pile of drawings, old photographs and a commission for a scale model. For the next year I spent most of my spare time reconstructing this car and drawing new plans in 1/8 scale from the scarce information that was left after nearly a hundred years. On top of the research on the particular car and the general lines of car construction in 1903, I started digging into the fascinating history of the gruelling Paris-Madrid race which emerged as a turning point in the history of motorsport. All this work was accompanied by intensive communication between Uwe Hucke, me and various other people he put me in touch with. I especially remember several very long phone calls to Norbert Steinhauser in France, who as the leading expert on Bugatti’s early days has done a lot of research on the Type 5. He proved to be extremely helpful, sharing his wealth of 11

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inhauser in Frankreich, der als der führende Experte der frühen Jahre Bugattis auch den Typ 5 weitgehend erforscht hat. Er erwies sich als außerordentlich hilfreich, da er mich an seinem Informationsschatz teilhaben ließ, indem er mir Photos und seine eigenen Skizzen von Konstruktionsdetails sandte und meine Zeichnungen kritisch prüfte. Im August 2001, während unseres Jahresurlaubs in England, besuchten wir die Familie Hucke erneut, um die fertigen Zeichnungen zu diskutieren – und einen Blick auf das Chassis des Nachbaus in voller Größe zu werfen, den Uwe Hucke inzwischen zu bauen begonnen hatte, wobei er meine Pläne verwenden konnte! Seine Begeisterung war noch größer als im Jahr zuvor und er konnte es kaum erwarten, sowohl das Modell als auch den Nachbau fertiggestellt zu sehen. Wieder in Berlin machte der Bau des Modells gute Fortschritte, begleitet von einem regen Austausch von Photos der beiden Projekte und langen Telefongesprächen. In der Weihnachtszeit erhielten wir schlechte Nachrichten: Uwe Huckes schwere Krankheit war zurückgekehrt und innerhalb von vier Monaten erfuhren wir von seinem vorzeitigen Tod. Obwohl ich ihn nur verhältnismäßig kurze Zeit kannte, hatte ich das Gefühl, einen Freund verloren zu haben. Ich beschloss daher, das Modell fertigzubauen, obwohl ich erwartete, dass Monika Hucke das Projekt einstellen würde. Zu meinem Erstaunen hörte ich dann, dass sie nicht nur wollte, dass ich das Modell beendete, sondern dass sie auch plante, den Nachbau weiterzuführen, wobei das Ziel war, ihn zum hundertjährigen Jubiläum von Paris-Madrid fertigzustellen! Dieses Buch entstand aus der Idee, die Ergebnisse der Nachforschungen für das Modell des ersten echten Bugatti-Rennwagens zusammenfassend darzustellen. Dieses winzige, wenn auch nicht unbedeutende Kapitel der Automobilgeschichte sollte nicht wieder in der Vergessenheit versinken. Ich musste mich natürlich für den Bau des Modells, außer mit der Konstruktion selbst, auch mit dem historischen Umfeld befassen, wozu einerseits die Geschichte von Ettore Bugatti und des Hauses De Dietrich gehört, andererseits auch der Motorsport in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Hier faszinierte mich besonders die – wenn auch nur marginale – Verbindung von Bugatti zu jenem sagenhaften, katastrophalen Rennen Paris-Madrid, das in der Geschichte des Motorsports einen ersten tiefen Einschnitt darstellt. Ich musste bald feststellen, dass die heute zirkulierenden, nebulösen Darstellungen den Sagencharakter dieses »Rennens des Todes« bestätigen. Sogar Artikel renommierter Zeitschriften wimmeln von Fehlern und Übertreibungen. information with me, sending photographs and his own sketches on various construction details as well as commenting on my drawings. In August 2001 during our annual English holiday we revisited the Huckes to discuss the finished drawings – and to have a look at the chassis of the full size replica, that Uwe Hucke had started to build in the meantime, using my plans! He was even more enthusiastic than the year before and could not wait to see his favourite car as well as the model finished. Back in Berlin, the construction of the model went on very well, accompanied by a lively exchange of photos of both the model and the parts for the replica. But then, about Christmas time, bad news came. Uwe Hucke’s illness, from which he had recovered years ago, had come back, and within four months we received the news of his untimely death. Although I had known him only for a relatively short time, it seemed to me as if I had lost a friend. So I decided to carry on making the model, even though I expected Monika Hucke to stop the project. To my astonishment I heard that she was not only interested in seeing the model finished but also planned to carry on with the construction of the car and even wanted it to be completed for the centenary of the famous race! This book emerged from the idea to sum up the outcome of my research for the model of Bugatti’s first genuine racing car. This tiny but not unimportant chapter of motoring history should not disappear in oblivion again. To build the model, apart from dealing with the construction I also had to consider the historic environment, which on one side includes Ettore Bugatti’s early life as well as the history of the house of De Dietrich and on the other hand the history of motorsport in the very early twentieth century. What fascinated me most was Bugatti’s – very marginal – connection to this epic, disastrous race Paris-Madrid which became known as the first turning point in motoring history. I soon had to find out that the nebulous tales available today confirm the mythical character of this “Race to Death“. Articles on the subject even in renowned magazines are full of errors and exaggerations. With quite some effort I managed to find one single book on the subject – “La grandiose et meurtrière course Paris-Madrid” by Jean-Robert Dulier, in 1966 regrettably only published in French. Apart from quite a number of tables it contains loads of documentary material. Details like the circumstances of some accidents are dis- 12

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Ein einziges, gut recherchiertes Buch über das Rennen habe ich bisher nach einiger Mühe finden können – »La grandiose et meurtrière course Paris-Madrid« von Jean-Robert Dulier, 1966 leider nur in französischer Sprache erschienen. Neben einer Unzahl von Tabellen enthält es viel dokumentarisches Material und gründliche Diskussionen über Details wie z. B. den Hergang einzelner Unfälle. Viele Zusammenhänge wurden mir erst durch dieses Werk klar, wenn es auch gelegentlich mit zeitgenössischen Darstellungen nicht übereinstimmt und einige bemerkenswerte Details überhaupt nicht behandelt. Ich habe gelegentlich hier abgedruckte Zitate aus Zeitschriften übernommen, zu denen ich keinen direkten Zugang fand. Zum 100. Jahrestag des Rennens stellten Jean-Francois Blattner, Henri Mellon und Paul Kestler bei einer Gedenkfeier im Schloss Reichshoffen die bis dahin umfassendste Dokumentation des Rennens vor und gestatteten mir großzügig, ihre Arbeit für dieses Buch zu nutzen. Im Laufe meiner Nachforschungen begegnete ich vielen Leuten, die bereitwillig ihr Wissen mit mir teilten und mir auch viele wundervolle Photographien und Zeichnungen zur Verfügung stellten. Es sind einfach zu viele, um sie hier aufzuführen, aber ich danke allen dafür, dass sie durch ihre Beiträge dieses ambitionierte Projekt möglich gemacht haben. Über Ettore Bugattis frühe Tage als Konstrukteur und Rennfahrer ist nicht allzu viel bekannt. Einen wichtigen Abschnitt in seinem Leben stellt dabei sein erstes Engagement als verantwortlicher Konstrukteur in der gerade erst dem Krabbelalter entwachsenen Autoindustrie dar – seine Jahre bei De Dietrich in Niederbronn/Elsass. Bugattis erster reinrassiger Rennwagen, der dort entstand, wurde vermutlich schon 1904 verschrottet und hat nur sehr wenige Spuren hinterlassen. Sich nur auf den Wagen und seine kurze Renngeschichte zu beschränken, wäre für Außenstehende nicht sonderlich interessant. Ich habe mich nach einigen Diskussionen mit Freunden daher entschlossen, hier den Rahmen etwas weiter zu fassen und die automobile Geschichte des Hauses De Dietrich in Niederbronn einzubeziehen. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts, nach den noch unsicheren ersten Schritten des Motorwagens, kristallisierte sich die über viele Jahre gebräuchliche Form des Automobils heraus. Der Motorsport leistete dabei Pionierdienste, wie während der gesamten Geschichte des Autos. Viele heute selbstverständliche Konstruktionen wurden in diesen Jahren erstmals angewandt, wie z. B. der Frontantrieb, die Stromlinienkarosserie und der OHV-Motor. Dass dabei auch viele Irrwege beschritten wurden, macht nicht zuletzt die Geschichte des Rennens Paris-Mad- cussed thoroughly. Many connections became only evident by reading this book, even though sometimes it does not agree with contemporary sources and sometimes omits remarkable details. Occasionally I have adopted quotations from magazines printed here to which I could not find direct access. For the centenary on 24 May 2003 Jean-Francois Blattner, Henri Mellon and Paul Kestler during a commemoration at the Chateau of Reichshoffen presented their documentary of the race, the most comprehensive up to then, and generously allowed me to use their work for this book. In the course of my research I encountered many more people willing to share their wealth of knowledge with me as well as providing me with wonderful photographs and illustrations. There were too many to list them here, but I thank all contributors for making this ambitious project come true. Not very much is known about Bugatti’s early days as a constructor and racing driver. An important chapter in his life is his first employment as head of a major construction department in the newborn motoring industry – his years with De Dietrich in Niederbronn/Alsace. Bugatti’s first thoroughbred racing car which was built there, seems to have been scrapped as early as 1904 and has left only very few traces. To concentrate on the car and its short racing records would not be too interesting for a reader. After several discussions with friends I decided therefore to take a wider view on the subject and to include the automobile history of the house of De Dietrich. In the first few years of the new century, after the motorcar’s first wobbly steps, the final shape of the automobile for years to come cristallised, pioneered by motorsport, as it would be during the whole history of motoring. Many features which are commonplace today were then used for the first time, for instance the front wheel drive, streamlined bodywork and the OHV engine. That quite a few constructors went astray becomes also apparent in the story of the Paris-Madrid race. Details and connections have today mostly disappeared in the mist of the past. To collect and research historic facts is one thing – to represent them in a way that boredom about numbers and tables does not start after reading three pages is another. I have tried to let come to life a comprehensive picture of this fascinating facet of the very early days of motoring by not only presenting technical facts but also citing the people involved. The pivotal point remains Bugatti’s first full blooded racing car. 13

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