VNW-Magazin 1/2015

 

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VNW-Magazin 1/2015

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Magazin Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft 19. März 2015 in Hamburg ManagementForum Digitalisierung Quartier 1 Integration 2015

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3 Zimmer, Küche, Zukunft. Bieten Sie Ihren Bewohnern die Möglichkeit zu vielfältigen MultimediaAngeboten: mit dem leistungsstarken Hybridnetz von Kabel Deutschland, der idealen Kombination aus Glasfaser- und Koaxialkabel. Eine Entscheidung für die Zukunft. Digitales Fernsehen – auch in HD-Qualität Zeitversetztes Fernsehen – mit dem Digitalen HD-Video-Recorder1 Filme und Fernsehen auf Abruf – mit Select Video2 Internet mit Kabel-Power – mit bis zu 200 Mbit/s im Download bereits in einigen Ausbaugebieten und bis zu 100 Mbit/s im Download in vielen weiteren Ausbaugebieten verfügbar3 Telefonanschluss – einfach und günstig über das Kabel3 Kabel Internet Telemetrie – Bandbreite für Ihre Immobilie4 Weitere Informationen zu den Produkten und ihrer Verfügbarkeit erhalten Sie unter www.kabeldeutschland.de/wohnungsunternehmen Ihr Kabelanschluss für Fernsehen, Internet und Telefon. 1) Kopiergeschützte Sendungen (z. B. bestimmte Programme / Select Video) können aufgrund der Zusatzanforderungen einiger Programmveranstalter nicht angehalten, gespult oder aufgenommen werden. 2) Select Video (Video-on-Demand) ist in immer mehr Städten und Regionen bereits verfügbar. Prüfung unter: www.selectvideo.de. Voraussetzungen sind neben einem 862-MHz-Hausnetz ein kostenpflichtiger Kabelanschluss sowie ein Internetanschluss (empfohlene Bandbreite mindestens 6 Mbit/s). Nutzbar für alle Kunden mit HD-Receiver oder HD-Video-Recorder von Kabel Deutschland. 3) Kabel Deutschland Internet- und Telefonprodukte sind in immer mehr Ausbaugebieten von Kabel Deutschland mit modernisiertem Hausnetz (862 MHz) verfügbar. Die Maximalgeschwindigkeit von 100 Mbit/s ist in immer mehr Städten und Regionen der Ausbaugebiete von Kabel Deutschland mit modernisiertem Hausnetz verfügbar. Die Maximalgeschwindigkeit von 200 Mbit/s ist aktuell als Pilotprojekt nur in Mainz verfügbar. Stand: August 2014. Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag ist Kabel Deutschland berechtigt, die Übertragungsgeschwindigkeit für File-Sharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s zu begrenzen; aktuell wird eine Drosselung erst ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 GB pro Tag durchgeführt. Call-by-Call und Preselection nicht verfügbar. Sonderrufnummern sind von der Telefon-Flatrate ausgeschlossen. 4) Kabel Deutschland Telemetrie ist in immer mehr Ausbaugebieten von Kabel Deutschland verfügbar. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Stand: Januar 2015 Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH • Betastr. 6–8 • 85774 Unterföhring

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magazin I.I5 Inhalt Der VNW veranstaltet am 19. März 2015 die Fachtagung „Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft“. Quelle: shutterstock.com 03 06 40 54 VNW THEMA – ANALYSE – VISION 02 03 06 07 08 Vorwort ManagementForm Allianz für das Wohnen Fachtagung: Zuwanderung Hamburger Erklärung 49 WohnZukunft 50 Hohe Investitionen 51 VNW-Nachrichten 09 Norddeutsche Energiekonferenz 12 Rauchen auf dem Balkon 14 Schadstoffsanierung 16 Schwerpunkt: Zuwanderung 20 Schwerpunkt: IT/EDV 34 Norddeutscher Genossenschaftstag 35 Bewegungsförderung 38 Holger Kowalski 40 Artenvielfalt 44 Lebendige Nachbarschaft » Das VNW-Logo ist da. Immobilienverbände gibt es viele – Wir sind „Die Wohnungswirtschaft“. « 1

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Vorwort Lena Fritschle, Chefredakteurin VNW-Magazin Liebe Leserin, lieber Leser, die erste Ausgabe des VNW-Magazins in 2015 kommt auf den Markt und es gibt bereits eine Menge zu berichten. Ich beginne mit dem Augenscheinlichsten: das neue VNW-Logo ist da. Seit Anfang des Jahres macht es sich in den Farben blau-grün-weiß in den VNW-Publikationen bemerkbar und nimmt nach und nach den Platz der altbekannten drei grünen Buchstaben ein. Es war an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen – in Form eines Logos – das zeigt, dass „Die Wohnungswirtschaft“, die GdW-Familie, zusammengehört und zusammensteht. Für Tradition, Innovation, Verantwortung. Gemeinsam haben GdW und Regionalverbände dieses Logo entworfen, nun ist deren Zusammengehörigkeit auf den ersten Blick erkennbar. Neu in 2015 ist auch der Fachausschuss Quartiersentwicklung. „Meine Wohnung, mein Quartier, mein zu Hause“ – so oder ähnlich könnte der Slogan lauten, den sich die Mieter der Verbandsunternehmen an ihre Wohnungstür hängen könnten. Denn für die Unternehmen ist das Engagement im Quartier längst keine Ausnahme mehr; es gehört zum Alltagsgeschäft. Grund genug für den VNW einen gleichnamigen Fachausschuss ins Leben zu rufen. In einer VNW-Publikation tragen zudem aktuell Vertreter von Verbandsunternehmen Praxisbeispiele zusammen und berichten über ihre Erfahrungen. Der Norddeutsche Genossenschaftstag hat sich ebenfalls diesem Thema verschrieben und tagt in diesem Jahr zum Thema „Wohnungsgenossenschaften als nachhaltige Akteure in der Quartiersentwicklung“. Das Thema Unterbringung von Flüchtlingen und Zuwanderern beschäftigt Politik und Gesellschaft sehr. Die Wohnungswirtschaft ist dabei gefragter Partner. Die Verbandsunternehmen stellen sich dieser Verantwortung mit all ihren Möglichkeiten. Im Verbandsgebiet entwickeln sich Kooperationen aus Vertretern von Vereinen und Verbänden sowie aus Politik und Verwaltung. Der VNW ist aktiv dabei. Auf der VNW-Fachtagung im November 2014 diskutierten bereits Akteure verschiedener Fachbereiche Lösungen. Zeitgleich veröffentlichte der Verband eine Broschüre zu diesem Thema. Bündnisse haben Konjunktur. Hamburg hat es im September 2011 mit dem Bündnis für das Wohnen vorgemacht, seitdem haben sich bundesweit Bündnisse geschlossen – im Verbandsgebiet schloss sich im Januar 2013 die Offensive für bezahlbares Wohnen in Schleswig-Holstein und im Dezember 2014 die Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern. Nun folgen weitere Kooperationen. Mit der Schleswig-Holsteiner Erklärung im September 2014 schloss der VNW Landesverband Schleswig-Holstein ein Bündnis auf regionaler Ebene. Der VNW Landesverband Hamburg hat mit der Hamburger Erklärung im Februar 2015 mit dem Schwerpunkt „Leben im Quartier bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit“ ein Thema aus dem Bündnis separat aufgegriffen. Die Entwicklung zeigt, wie wichtig Kooperationen auf allen Ebenen sowie in speziellen Fachbereichen sind. Ganz nach dem Verbandsmotto „Gemeinsam sind wir stark“, das seit Verbandsgründung im Jahr 1900 gilt. Falls Sie mehr über die Geschichte des Verbandes sowie Analysen, Meinungen und Zukunftsvisionen lesen möchten, fragen Sie uns gern nach der im Januar 2015 veröffentlichten VNW-Jubiläumsschrift. Liebe Leserin, lieber Leser, Ihre Zufriedenheit liegt uns am Herzen. Daher ist für uns Reflexion, Kritikoffenheit und Veränderungsbereitschaft selbstverständlich. Damit das VNW-Magazin für Sie weiterhin interessant bleibt, freuen wir uns über Verbesserungsvorschläge, Ideen und Anmerkungen. Gern berichten wir über Ihre spannenden Projekte, aktuellen Kooperationen und innovativen Ideen – damit das VNW-Magazin so vielfältig bleibt, wie das Jahr 2015 angefangen hat. Und übrigens: Falls Sie aktuell auf der Suche nach Fachkräften sind, können Sie im Magazin gern eine Stellenanzeige schalten. Ein gutes Jahr wünscht Ihnen Ihre Lena Fritschle 2

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18. ManagementForum VNW Hart am Wind! Erfolgsstrategien im dynamischen Umfeld Quelle: pollux/fotolia.com Seit 18 Jahren ist das ManagementForum in Rostock-Warnemünde fester Bestandteil der VNW-Veranstaltungskultur. Kurz nach dem Jahreswechsel treffen sich Geschäftsführer und Vorstände der Verbandsunternehmen, um sich über Neuigkeiten aus der Wohnungswirtschaft zu informieren und auszutauschen – so auch am 15. und 16. Januar 2015 bei einer Rekord­ teilnehmerzahl von rund 220 Personen. „Die Zeit zum Handeln kann kaum günstiger sein.“ VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege begrüßte die Gäste und berichtete über aktuelles aus der Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik. Anhand aktueller Zahlen verdeutlichte er die wichtigsten Veränderungen in Sachen Bevölkerungsstruktur und Mietentwicklung. Dr. Wege rief in Bezug auf Flüchtlinge und Zuwanderung zu Toleranz auf und forderte eine strukturiertere Herangehensweise von der Politik. Über die „Soziale Spaltung der Gesellschaft und Immobilienspekulanten – Herausforderung für Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft“ berichtete Prof. Dr. Rudolf Hickel von der Universität Bremen. Er forderte unter anderem, dass künftig kein öffentliches Wohneigentum an finanzmarktgetriebene Investoren verkauft werden solle und der genossenschaftliche Wohnungsbau als Modell zum Ausgleich zwischen Gemeinwohl und Wirtschaftlichkeit gestärkt werde. Für Diskussionsstoff sorgte Prof. Hickel durch seine Forderung, die Mietpreisbremse auszubauen und beispielsweise auch bei Neubauten einzusetzen. Hans Peter Trampe, Dr. Klein & Co AG, erklärte die „Konsequenzen der langen Niedrigzinsphase für Wohnungsunternehmen und Banken“. Sein Rat an die Gäste: „Die Zeit zum Handeln kann kaum günstiger sein“. Prof. Dr. Ing. Sabine Zippel, Architektin, stellte in ihrem Vortrag „Integratives Prozessmanagement im Lebenszyklus von Wohnimmobilien – Konsequenzen für Entwicklung und Planung“ vor, wie Projekte – aus wissenschaftlicher Sicht – erfolgreich geplant und durchgeführt werden sollten. Dabei sei es vor allem wichtig, die Gesamtheit im Blick zu behalten und offen für Veränderungen zu sein, erklärte die Professorin. Auch Stefan Anspach von der RADTKE & ASSOCIATES Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH aus Düsseldorf, präsentierte anhand eines Beispiels der DOGEWO Dortmunder Gesellschaft für Wohnen mbH, wie das Projektergebnis und die Kundenzufriedenheit durch das richtige Prozessmanagement gesteigert werden könne. Anspach erläuterte dies am Beispiel des Projektes Kleinreparaturmanagement. Die Zug 3

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VNW 18. ManagementForum Dr. Joachim Wege Jana Kilian Stefan Anspach Prof. Dr. Ing. Sabine Zippel Prof. Michael Pech friedenheit der Mitarbeiter spiele auf dem Weg zu verbesserten Arbeitsabläufen eine große Rolle, so Anspach. Praxisnah stellten Jana Kilian, Hansa Baugenossenschaft eG, und Jörg Wacha, DETEGO GmbH & Co. KG, das gemeinsame Projekt „Baugenossenschaft 2.0: Kulturwandel als Erfolgsfaktor“ vor. Durch dieses Projekt erfuhr die Genossenschaft ein vollständiges „Update“ der Unternehmensstruktur und verbesserte zahlreiche Alltagsprozesse, wie beispielsweise das Kundenmanagement. (Mehr dazu lesen Sie im VNW-Magazin 02/15) Über die „Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft – Chancen und Herausforderungen“ berichtete Dr. Manfred Alflen von der Aareon AG. Prof. Michael Pech, Architekt, Österreichisches Siedlungswerk Gemeinnützige Wohnungsaktiengesellschaft, warf einen „Blick über die Grenzen“ zum „Innovativen Wohnen in Wien“. Er machte darauf aufmerksam, dass der Großteil der Wohnungs­ unternehmen in Österreich – im Unterschied zu Deutschland – der Gemeinnützigkeit verpflichtet seien. Prof. Pech präsentierte vielfältige Neubauten, mit denen das Unternehmen auf den gesellschaftlichen Wandel reagiere. Die neuen Gebäude wiesen dementsprechende architektonische wie auch bauliche Besonderheiten auf. Prof. Dr. Tilman Harlander von der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart widmete sich der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung und den daraus resultierenden veränderten Ansprüchen an Wohnen und Stadtquartiere. Er zeigte Bespiele verschiedener Wohnprojekte aus der ganzen Bundesrepublik und betonte, dass für die Integration der Stadtgesellschaften sozial vielfältige, gemischte Quartiere unerlässlich seien. „Werden Sie, wie Sie sind!“ Kommunikationstrainer Michael Rossié aus Gräfelfing verlieh dem ManagementForum einen heiteren Abschluss. Mit seinem äußerst unterhaltsamen Vortrag zum Thema „Die Kraft des Auftritts: Authentisch – Aber wie?“ berichtete er über typische zwischenmenschliche (Fehl-) Kommunikation und Rhetorikkurse, die das Reden vor Publikum erleichtern sollen, aber das Gegenteil bewirken. Sein Rat: „Werden Sie, wie Sie sind!“ h 4

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18. ManagementForum VNW Prof. Dr. Tilman Harlander Jörg Wacha Prof. Dr. Rudolf Hickel Michael Rossié Das ManagementForum 2016 findet am 14. und 15 Januar in Rostock-Warnemünde statt. 5

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VNW Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern Am 12. Dezember 2014 haben Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Bauministerium, AMVWVorsitzender Dieter Vetter, AMVW-Geschäftsführer Roland Blank und weitere Vertreter der Wohnungswirtschaft, des Mieterbundes und des Landesförderinstitutes die „Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern“ unterschrieben. Damit wollen die Kooperationspartner künftig die Herausforderungen des bedarfsgerechten Wohnens strukturierter angehen und in enger Absprache Konzepte entwerfen. Foto: Hintere Reihe: Lutz Heinicke, Dieter Vetter, Roland Blank, Dr. Ronald Machner, Prof. Dr. Carl Thümecke Vordere Reihe: Doris Hildebrandt, Dr. Stefan Rudolph, Dr. Verena Herfordt Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern 1. Kontinuität in der Wohnraumförderung 2. Demografische Anforderungen an die Wohnraumentwicklung 3. Zielgruppenorientierter Prozess 4. Wohnraumförderung im Bestand 5. Herausforderungen durch die Energiewende 6. Stadtentwicklung und Stadtumbau 7. Ausblick/Fortführung des Gesprächsforums „Im engen Schulterschluss wollen wir für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern eine angemessene und qualitativ hochwertige Wohnungsversorgung mittel- und langfristig sichern. Dabei haben wir insbesondere Veränderungen berücksichtigt, die sich aus der demografischen Entwicklung im Land an wachsendem Bedarf für barrierearmen und barrierefreien Wohnraum ergeben. Auch regionale Strukturen und die aus der Energiewende resultierenden Anforderungen an energieeffizientes Wohnen sind wichtige Themen in der Vereinbarung“, betonte Dr. Rudolph. Die Allianz soll auch Vorbild für die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene sein und dort zu weiteren Bündnissen führen. h „Durch die Allianz haben wir eine ganz neue Ebene des Austausches geschaffen. Die Verknüpfung verschiedener fachlicher Kompetenzen birgt ein großes Potential. Die Herausforderungen des Landes in Sachen bedarfsgerechter Wohnraum können nun strategisch angegangen werden. Die Unterzeichnung der Allianz zeigt, dass die Politik die wichtige Bedeutung der Wohnungswirtschaft erkannt hat“, erklärt AMVW-Vorsitzender Vetter. Die Allianz für das Wohnen mit Zukunft ist eine Verpflichtungserklärung, in der sieben Schwerpunkte formuliert wurden: Die „Allianz für das Wohnen mit Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern“ können Sie hier (QR Code) und unter vnw.de nachlesen. 6

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VNW-Fachtagung VNW Zuwanderung hat viele Gesichter: Integration als Herausforderung und Chance Referenten der VNW-Fachtagung Zuwanderung: Dr. Matthias Rasch, Gisela Reimers, Willi Rickert, Nebahat Güçlü, Prof. Dr. Ingrid Breckner, Dr. Joachim Wege, Dieter Uetzmann, Helmut Knüpp, Petra Lotzkat Lesen Sie in der VNW-Broschüre mehr zu diesem Thema. Beispiel von Hamburg-Veddel (der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt hier bei rund 70 Prozent). Uetzmann stellte dabei unter anderem das Projekt „Kiezläufer“ vor, in dem junge Erwachsene aus dem Viertel Jugendliche ansprechen, Unterstützung anbieten und den Jugendlichen damit helfen, sich eine Perspektive aufzubauen. Wie „Integration durch Quartiersentwicklung“ funktionieren kann, zeigte Semra Bas ¸ og ˇ lu vom Diakonischen Werk Altholstein anhand ihrer Arbeit in Kiel. Dort sei die Diakonie mit niedrigschwelligen und kostenlosen Angeboten für alle aktiv. Mit Kursen in vielen Bereichen wie Nähen, Tanzen, Kochen, Hausaufgabenhilfe, Sprachunterricht und vielem mehr sei die Diakonie sehr erfolgreich an der Integration der Bewohner beteiligt, erzählte Bas ¸ og ˇ lu. Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender der wankendorfer, stellte in seinem Vortrag vor, wie die „Vielfalt der Gesellschaft“ gestaltet werden könne. (Interview auf Seite 18) In der anschließenden Podiumsdiskussion um Dr. Wege debattierten Willi Rickert, Senatsdirektor der Behörde für Stadt­ entwicklung und Umwelt, Hamburg, Petra Lotzkat, Leiterin des Amtes für Arbeit und Integration der Behörde für Arbeit, Hamburg, Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender Wankendorfer Wohnungsbaugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG, Kiel, Nebahat Güclü, Vorsitzende Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V., Dr. Matthias Rasch, Geschäftsführer Grundstücks-Gesellschaft „Trave“ mbH, Lübeck und Gisela Reimers, Geschäftsführerin ProQuartier Hamburg Gesellschaft für Sozialmanagement und Projekte mbH. Güçlü forderte einen Paradigmenwechsel. Noch gebe es keine Gleichbehandlung von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund, sagte die Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, dies müsse sich ändern – in der Gesellschaft und in der Politik. h Rund 90 Gäste aus Wohnungswirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden und Vereinen tauschten sich am 17. November 2014 in Hamburg bei der VNW-Tagung über das Thema Zuwanderung aus. Dabei beleuchteten Redner und Teilnehmer die gesellschaftlichen und wohnungswirtschaftlichen Herausforderungen und Chancen von Integration in verschiedenen Bereichen. Vor allem die aktuell dringende Frage nach Wohnungen für Flüchtlinge sowie die Integration im Quartier wurden diskutiert. VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege präsentierte aktuelle Zahlen zum Thema Zuwanderung und Bevölkerungswanderung sowie zur Verteilung. Dr. Wege machte darauf aufmerksam, dass die Wachstumsstädte immer weiter wachsen und so hier Armut und Wohnungsmangel zunehmen würde. Andere Regionen hätten mit immer höherem Leerstand zu kämpfen. Der VNW-Verbandsdirektor forderte die Politik auf, dieses Problem anzugehen. Im Bereich der Wohnungswirtschaft könnten die Unternehmen durch Betreuungsangebote eine wichtige Hilfestellung geben. Viele Verbandsunternehmen seien hier bereits aktiv, so Dr. Wege. Prof. Dr. Ingrid Breckner von der HafenCity Universität wies in ihrem Vortrag „Zuwanderung als Chance und Herausforderung in der Stadt- und Regionalentwicklung“ darauf hin, dass Flüchtlinge, Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungsvergabe benachteiligt würden. Dies müsse sich dringend ändern. Grundsätzlich sei ein offenerer Umgang mit Migranten gefordert. Da sich diese häufig nicht von allein melden würden, empfahl Prof. Breckner, auf Migranten zuzugehen und sie zu unterstützen. Prof. Breckner schlug beispielsweise vor, einen mehrsprachigen Vermittler im Unternehmen einzustellen. Die darauf folgenden Beispiele aus der Praxis machten deutlich, wie weit einige Verbandsunternehmen in Sachen Integration bereits sind. Dieter Uetzmann von ProQuartier Hamburg berichtete von einer „Integration durch Nachbarschaftsförderung“ am 7

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VNW Bündnis für das Wohnen beschließt Hamburger Erklärung Auch bei Pflegebedürftigkeit im vertrauten Quartier weiter leben können Am 9. Februar 2015 wurde die Hamburger Erklärung von Vertretern aus Senat und Wohnungswirtschaft unterzeichnet. Quelle: IVD Nord Am 9. Februar 2015 haben Jutta Blankau, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Cornelia Prüfer-Storcks, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), Dr. Joachim Wege, VNW, Marco Lohmann, VNW Landesverband Hamburg, Dr. Thomas Krebs, SAGA GWG, sowie weitere Vertreter aus der Wohnungswirtschaft die Hamburger Erklärung unterzeichnet. Die Partner aus dem Bündnis für das Wohnen nehmen sich damit verstärkt dem Thema „Leben im Quartier bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit“ an. In der Hamburger Erklärung werden wesentliche Anforderungen an neue Wohn- und Betreuungsformen im Quartier genannt und Umsetzungsschritte vereinbart. Sie wurde in einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Wohnungswirtschaft, beider Fachbehörden, der Bezirke sowie des Landes-Seniorenbeirates erarbeitet. Zu den Anforderungen gehört, dass im öffentlich geförderten Mietwohnungsneubau ab 2015 alle Wohnungen barrierereduziert ausgestattet werden. „Im geförderten Wohnungsbau stellen wir uns auf den demografischen Wandel ein. Deswegen werden in Zukunft geförderte Wohnungen in einer barrierereduzierten Grundausstattung gebaut, die es den Mieterinnen und Mietern erlaubt, auch im Alter lange in ihren Wohnungen und der angestammten Umgebung zu bleiben. Mit der ‚Hamburger Erklärung‘ zeigt sich erneut, dass Wohnungswirtschaft und Senat im ‚Bündnis für das Wohnen‘ erfolgreich an einem Strang ziehen und positive Fortschritte in Wohnungsbau und Stadtentwicklung anstoßen“, erklärt Senatorin Jutta Blankau. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks ergänzt: „Damit auch die steigende Zahl älterer Menschen bis ins hohe Alter möglichst im eigenen Lebensumfeld wohnen bleiben kann, haben wir durch die Hamburger Erklärung Wohnungsbaupolitik und Quartiersentwicklung mit der Pflegeplanung verbunden. Die Erklärung ist eine gute Grundlage, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern und Neubau- und Umbaumaßnahmen in der Stadt ‚demografiefest‘ zu gestalten“. VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege sieht in der Hamburger Erklärung eine wichtige Ergänzung des Bündnisses für das Wohnen. „Die Verbandsunternehmen bauen schon seit Jahren barrierearme und -freie Wohnungen. Denn nur demografiefeste sind zukunftsfeste Wohnungen. Eine barrierefreie Wohnung für Rollstuhlfahrer ist ebenso für Menschen mit Rollatoren und Kinderwagen geeignet. Die Wohnungen müssen für alle Lebenslagen passen, damit ein lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden möglich ist. Auch innerhalb der Quartiere sind die Wohnungsunternehmen des VNW bereits sehr aktiv. Mit der Hamburger Erklärung haben die Kooperationspartner die Möglichkeit, in enger Zusammenarbeit noch effizienter vorzugehen“, erklärt Dr. Wege. Mit einer speziellen Förderrichtlinie der Gesundheitsbehörde soll unterstützt werden, dass darüber hinaus vielfältige Wohnformen entstehen, die geeignet sind, insbesondere ältere und pflegebedürftige Menschen zu integrieren, zum Beispiel durch Hausgemeinschaften oder Großwohnungen für Wohngruppen Pflegebedürftiger. Die Selbstorganisation der Menschen in den Quartieren soll unter anderem durch Gemeinschaftsräume gefördert werden. Neue technische Lösungen werden künftig eine immer größere Rolle spielen. Als Vernetzung zwischen innovativen Unternehmen und den immobilien-, bauwirtschaftlichen und planerischen Akteuren, wird ein Netzwerk „Technologie zum Leben im Quartier“ aufgebaut werden, um Erfahrungen und Bedarfe auszutauschen; hierbei wird die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) eingebunden. h Die Hamburger Erklärung im Original (QR Code) 8

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Energiekonferenz 10. Norddeutsche Energiekonferenz Kommt die Energiewende aus dem Keller? Fotos: Jann Wilken Rund 130 Gäste reisten zur diesjährigen Norddeutschen Energiekonferenz nach Hamburg. Zum zehnten Mal hatten der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), der vdw Niedersachsen Bremen und techem eingeladen, um mit Vertretern aus Wohnungswirtschaft, Politik, Wissenschaft und Energiebranche über Fragen rund um das Thema Energie zu diskutieren. vdw-Verbandsdirektor Heiner Pott begrüßte die Gäste. In seiner kurzen Rede forderte er von der Politik ein Gesamtkonzept in Sachen Energiewende. Noch fehle dem Ganzen eine verlässliche Struktur. Die Wohnungsunternehmen müssten – ohne gesetzliche Hindernisse – die Chance erhalten, dezentrale Energiekonzepte in ihren Quartieren umzusetzen. Wie das bereits aktuell funktionieren kann, präsentierte Alexander Krohn vom Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie aus Heidelberg anhand des neuen Quartiers „Bahnstadt“. Dort wurden auf einem 120 Hektar großen Neubaugebiet Passivhäuser für Wohnen und Gewerbe gebaut. Langfristig setzte die Stadt hier komplett auf erneuerbare Energien, berichtete Krohn. Es könne – bilanziell – von einem Null-Emissions-Stadtteil gesprochen werden, so Krohn. Durch den Anschluss- und Benutzerzwang der Mieter und Eigentümer könne auch das Holz-Heizkraftwerk, das die Fernwärme für das neue Quartier liefert, wirtschaftlich betrieben werden. Ein weiteres Beispiel der dezentralen Energieversorgung lieferte Gernot Jakobi, Vorstand der Wohnbau Bergstraße eG Bensheim. Seit zwei Jahren betreibt die Genossenschaft ein Nahwärmenetz, für das ein eigenes BHKW, das mit selbst produziertem Bioerdgas betrieben wird, die Energie liefert. Dafür habe die Wohnbau Bergstraße eG Tochter- und Enkelunternehmen gegründet, erklärte Jakobi. Diese produzieren und vermarkten Energie, bauen und betreiben Heizzentralen und beliefern damit Fremdnutzer. Dadurch erwirtschafte die Genossenschaft heute ca. 33 Prozent der Energiekosten der Mieter, betonte Jakobi. Die Versorgung eigener Bestände sei aufgrund der Neufassung des EEG derzeit aber nicht wirtschaftlich. Prof. Dr. Viktor Grinewitschus von der EBZ Business School aus Bochum gab Handlungsempfehlungen für die Senkung des Energieverbrauchs im Bestand. Die Heizungsanlagen spielten dabei eine entscheidende Rolle, so Prof. Grinewitschus. Hier sei ein hohes Optimierungspotenzial vorhanden. Eine Analyse des Betriebsverhaltens der Heizungsanlage sei für eine geplante Gebäudesanierung ebenso wichtig wie die Ermittlung des Leistungsbedarfes für die Sanierung der Heizungsanlagen. Das Heizungssystem sollte auch in jedem Konzept zur Energieeinsparung berücksichtigt werden, um dessen Wirtschaftlichkeit nicht g 9

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zu gefährden, so Prof. Grinewitschus. Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung des Energieverbrauchs seien Smart-Home-Systeme, welche sich an dem tatsächlichen Bedarf der Bewohner orientieren, erklärte Prof. Grinewitschus. „Die Energiepolitik ignoriert den Wärmesektor“, sagte Dr. Matthias Sandrock vom Hamburg Institut Research, und das, obwohl die Kosten für Wärme in den vergangenen 20 Jahren deutlich höher gestiegen seien als die Strompreise. Zukünftig müsse im Wärmesektor der Einsatz von Bioenergie vermehrt durch andere erneuerbare Energieträger ergänzt werden. Vor allem Solarthermie würde zurzeit in Deutschland noch nicht effektiv genutzt werden, so Dr. Sandrock. Als positives Beispiel stellte er Dänemark vor, wo Solarthermie auf rund 500 000 Quadratmetern Freifläche installiert wurde. Der Anteil erneuerbarer Energie an der Fernwärme beliefe sich in Dänemark bereits auf ca. 46 Prozent, in Deutschland auf weniger als 10 Prozent, so Dr. Sanddrock. Er forderte daher die Politik wie auch die Wohnungswirtschaft auf, die Potenziale des Wärmesektors stärker zu beachten. Ingrid Vogler, Technische Referentin beim GdW in Berlin, berichtete über Neues aus der Bundes- und Europapolitik. Sie zeigte auf, mit welchem Gesetz wann und mit welchen voraussichtlichen Auswirkungen gerechnet werden müsse und welche Positionen der GdW jeweils vertrete. Ihre Themen waren: Pläne der neuen Kommission, Umsetzung ÖkodesignRL, Umsetzung Effizienzrichtlinie / Energieaudits sowie NAPE und ESG, EnEV, Aktionsplan Klimaschutz, KfW-Förderung und KWKG. Außerdem berichtete Vogler von der Baukostensenkungskommission, die im August 2014 ins Leben gerufen worden und mit vier GdW-Vertretern gut besetzt sei. Markus Rövekamp, Energieexperte und Buchautor aus Herdecke, forderte „Energiewende – Raus aus dem Chaos!“ Jedes Land habe seine eigene Herangehensweise an das Thema, kritisierte Rövekamp, während in dem einen Atomkraftwerke abgeschaltet würden, baue ein anderes Land neue Kraftwerke. Innerhalb Deutschlands gebe es zwar eine Zielvereinbarung, doch kein Konzept. Die Bundesländer würden auch alle „ihr eigenes Süppchen kochen“, so Rövekamp. Ein Makro- und Mikrokonzept müsse her, in dem generelle Fragen wie Fragen zu lokalen Versorgungssystemen geklärt würden. Auch die Rahmenbedingungen im Bereich Finanzierung und Förderung müssten transparenter gestaltet werden. Sein Tipp an die Politik: Erst analysieren, dann ein Konzept entwickeln und schließlich Ziele definieren – nicht umgekehrt. In der abschließenden Diskussionsrunde um VNW-Verbandsdirektor Dr. Joachim Wege wies Prof. Grinewitschus darauf hin, dass die Datenerhebung in Sachen Energieverbrauch der Wohnungswirtschaft noch ausbaufähig sei. Die Wohnungswirtschaft müsse noch eine aktivere Rolle spielen, um eigene Vorstellungen platzieren zu können. Vogler betonte, dass es aufgrund der sehr unterschiedlichen Gegebenheiten in Region und Unternehmen keine multiplizierbaren Lösungen geben könne, dass modellhafte Abläufe aber dringend benötigt würden. Rövekamp stärkte noch einmal den Ansatz der Wohnungsunternehmen, in der dezentralen Energieversorgung aktiv zu werden. Dr. Wege lud abschließend alle Wohnungsunternehmen ein, sich über das EnergiekompetenzZentrum (www.ekz-wowi.de) über Möglichkeiten zu informieren und auszutauschen. h 10

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Energiekonferenz 1€ pro Wohnung/Monat Der Preis für Miete und Wartung bei durchschnittlich 3 RWM beträgt ab 12€ pro Jahr. Somit würde sich pro Wohnung eine monatl. Miete von nur 1 € ergeben. (Beispielrechnung für mind. 1.000 WE, Preise zzgl. gesetzl. MwSt) rauchmelder.com PX-1 Rauchwarnmelder Service rauchmelder.com/Angebot Fordern Sie Ihr Angebot an unter: 11

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Mietrecht „Auch auf Vermieter kommen neue Aufgaben zu“ Heinrich Kleine Arndt, Justiziar beim vdw Niedersachsen Bremen Nach einem aktuellen BGH-Urteil können Nachbarn verlangen, dass zeitweise auf Balkonen nicht geraucht wird. Zu dem Urteil und den möglichen Folgen für Vermieter ein aktuelles Gespräch mit vdw-Justiziar Heinrich Kleine Arndt. Der BGH hat in diesen Tagen entschieden, dass der Mieter, der sich durch den von einem tiefer gelegenen Balkon aufsteigenden Zigarettenrauch im Gebrauch seiner Wohnung beeinträchtigt fühlt und zudem Gefahren für seine Gesundheit durch sogenanntes Passivrauchen befürchtet, von dem anderen Mieter verlangen kann, das Rauchen während bestimmter Zeiten zu unterlassen. Was ist neu an diesem Urteil? Kleine Arndt: Die Rechte der Nichtraucher werden durch das aktuelle BGH-Urteil gestärkt. Einem Mieter steht grundsätzlich ein Unterlassungsanspruch gegenüber demjenigen zu, der ihn in seinem Besitz (Wohnung, Balkon) durch Immissionen stört. Dazu gehört unter anderem auch Tabakrauch. Das gilt auch im Verhältnis von Mietern zueinander. Bisher konnte sich der Raucher auch gegenüber Mitmietern darauf berufen, dass das Rauchen zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung gehöre. Das ist jetzt vorbei. Der BGH hat nunmehr klar gestellt: Dieser Grundsatz, der im Verhältnis zwischen dem Mieter und seinem Vermieter gilt, rechtfertigt nicht Störungen, die zwischen den Mietern auftreten. Kann der Nichtraucher jetzt stets dem Raucher das Rauchen auf dem Balkon untersagen? Nein, es kommt darauf an, ob die Beeinträchtigung wesentlich ist bzw. ob die Gefahr einer gesundheitlichen Beeinträchtigung droht. Nach welchem Maßstab wird beurteilt, ob die Beeinträchtigung durch das Rauchen wesentlich ist? Die Beurteilung eines „verständigen durchschnittlichen Menschen“ ist entscheidend. Der Nichtraucher hat grundsätzlich einen Anspruch auf das Unterlassen des Rauchens auf dem Balkon, wenn die mit dem Tabakrauch verbundene Beeinträchtigung nach dem Empfinden eines verständigen durchschnittlichen Menschen als wesentliche Beeinträchtigung empfunden werden kann. Darüber ist notfalls Beweis zu erheben. Besteht der Unterlassungsanspruch des Nichtrauchers uneingeschränkt, wenn die Beweisaufnahme ergibt, dass die Beeinträchtigung wesentlich ist? Das ist nicht der Fall. Es kollidieren hier zwei grundrechtlich geschützte Besitzrechte, die nach Ansicht des BGH in einen angemessenen Ausgleich gebracht werden müssen. Einerseits steht dem Nichtraucher das Recht auf eine von Be- lästigungen durch Tabakrauch freie Nutzung seiner Wohnung zu. Andererseits hat der Raucher das Recht, seine Wohnung zur Verwirklichung seiner Lebensbedürfnisse – zu denen auch das Rauchen gehört – zu nutzen. Die beidseitigen Rechte müssen nach dem Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme in Ausgleich gebracht werden. Wie soll das praktisch gehen? Wie können die beidseitigen Rechte in einen Ausgleich gebracht werden? Im Allgemeinen wird dies nach Ansicht des BGH auf eine Regelung nach Zeitabschnitten hinauslaufen. Dem Nichtraucher sind Zeiträume freizuhalten, in denen er seinen Balkon unbeeinträchtigt von Rauchbelästigung nutzen kann, während dem Raucher Zeiten einzuräumen sind, in denen er auf dem Balkon rauchen darf. Die Bestimmung der konkreten Zeiträume hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Kommen wegen des BGH-Urteils neue Aufgaben auf den Vermieter zu? Davon ist auszugehen. Von den Vermietern dürfte in Zukunft im Rahmen des Mietvertrages/der Hausordnung erwartet werden, Regelungen für das Rauchen auf dem Balkon zu treffen. Der GdW-Fachausschuss wird sich mit der Thematik beschäftigen und Vorschläge vorlegen. Kommen wir noch zu den Gefahren für die Gesundheit. Scheiden Abwehransprüche des Nichtrauchers immer dann aus, wenn die Geruchsbelästigung nur unwesentlich ist? Sollte die Geruchsbelästigung nur unwesentlich sein, kommt ein Abwehranspruch trotzdem dann in Betracht, wenn Gefahren für die Gesundheit drohen. Immissionen, die die Gefahr gesundheitlicher Schäden begründen, sind grundsätzlich als eine wesentliche und damit nicht zu duldende Beeinträchtigung anzusehen. Nach dem BGH muss aber bei der Einschätzung der Gefährlichkeit der Einwirkungen durch aufsteigenden Tabakrauch berücksichtigt werden, dass im Freien geraucht wird. In der Regel wird mit dem Rauchen auf dem Balkon eine Gefahr für die Gesundheit anderer nicht einhergehen. Nur wenn es dem Mieter gelingt, diese Annahme zu erschüttern, in dem er nachweist, dass im konkreten Fall der fundierte Verdacht einer Gesundheitsbeeinträchtigung besteht, wird eine wesentliche Beeinträchtigung vorliegen und deshalb eine Gebrauchsregelung getroffen werden müssen, die die gesundheitlichen Folgen berücksichtigt. h 12

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Sabine Bauer, Vertrieb Nord/Ost Telekom Zentrum Wohnungswirtschaft „WirundunserKabelfernsehen sindda,Wosiesind“ Unser Team und das Kabelfernsehen der Deutschen Telekom sorgen für Ihre Entlastung und zufriedene Mieter, dank bestem Service rund um die Uhr und großer Sendervielfalt. Persönlicher Ansprechpartner für Sie – transparente Kommunikation mit Ihren Mietern Betreuung durch die größte Service-Organisation der Branche ¡ Reibungsloser Wechsel durch unsere Experten und Service-Techniker vor Ort ¡ ¡ en h c a m r i W n Wechsel einfach! Ihr Partner, überall vor Ort: wohnungswirtschaft@telekom.de www.telekom.de/wohnungswirtschaft

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