Broschüre zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014

 

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Landkreis Görlitz, Broschüre zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014

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2 Grußwort des Landrates Bernd Lange Zum neunten Mal beteiligte sich der Landkreis Görlitz mit seinen Dörfern am Sächsischen Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014. Die Anmeldungen zum Wettbewerb zeugen vom Engagement der Ortschaften. Der Wettbewerb hat verdeutlicht, wie lebenswert der Landkreis vor allem auch in seinen ländlichen Regionen ist und wie engagiert die BürgerInnen dazu beitragen, dies zu erhalten und weiterzuentwickeln. Vor allem das bürgerschaftliche Engagement ist und bleibt, neben der Wirtschaft – und hier besonders den kleinen und mittelständischen Unternehmen – der naturräumlichen Ausstattung und der Lage im Dreiländereck, einer der Motoren unserer Gesellschaft. Dies konnten alle teilnehmenden Dörfer auf sehr eindrucksvolle Art und Weise während der Ortsbegehungen der Kreisjury unter Beweis stellen. Die Aufgabe der Kreisjury war sehr umfangreich. Zum einen sollte jedes Dorf nach seinen Möglichkeiten bewertet, die gemeinschaftliche Präsentation in den Mittelpunkt gestellt und auf die Besonderheiten in den verschiedenen Bewertungsbereichen geachtet werden. Ein Kriterienkatalog konnte zwar bei mess- und zählbaren Indikatoren helfen, allein das Gesamtbild und die Einzigartigkeiten im Dorf- und Landschaftscharakter zu bewerten, erforderte jedoch ein fachliches und sachliches Gespür. Mit Freude und Stolz durfte ich dem Sieger Meuselwitz sowie dem Zweitplatzierten Waltersdorf die Preise überreichen. Ich bin mir sicher, dass diese Orte unseren Landkreis im nächsten Jahr auf Landesebene würdig vertreten werden. Herzlichen Glückwunsch ebenso an die Ortschaften Alt-Weinhübel, Kiesdorf, Kunnersdorf, Mengelsdorf, Sagar, Schönau-Berzdorf und weiterhin viel Erfolg für die zukünftige Entwicklung! In allen Dörfern beeindruckte die Kreisjury vor allem das Engagement der Dorfgemeinschaft und das aktive und vielfältige Vereinsleben. Deshalb waren alle Orte sinnbildlich Sieger. Die Überreichung von Ehren- und Sonderpreisen an die Gemeinschaft oder bestimmte Akteure soll Zeichen der Anerkennung für die Lebendigkeit der Ortschaften sein. Auch dieser Wettbewerb auf Kreisebene ging vorüber. Doch ich freue mich, beim zehnten Landeswettbewerb wieder viele motivierte Dorfgemeinschaften zur Teilnahme begrüßen zu dürfen. Unser Landkreis ist lebens- und liebenswert und ich bin mir sicher, dass viele Ortschaften, die noch nicht beim Wettbewerb dabei waren, schon in den Startlöchern warten. Zumindest ist dies mein Wunsch, denn ein solcher Wettbewerb hat immer positive Wirkungen auf den Ort; sei es innerhalb der Dorfgemeinschaft oder im Bekanntwerden nach Außen. Bernd Lange Landrat

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3 Teilnehmer 2014 Sagar (Krauschwitz) Kunnersdorf (Schöpstal) Meuselwitz (Reichenbach/O.L.) Mengelsdorf (Reichenbach/O.L.) Alt-Weinhübel (Görlitz) Schönau-Berzdorf Kiesdorf (Schönau-Berzdorf) Erholungsort Waltersdorf (Großschönau)

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4 Bewertungskriterien • • • • • Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen Soziale und kulturelle Aktivitäten Baugestaltung und Siedlungsentwicklung Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft Gesamtbild Mitglieder der Kreisjury • • • • • • • Heike Augustin – Architektin Löbau Karina Hitziger – Regionalmanagerin Naturpark Zittauer Gebirge Roland Höhne – Bürgermeister Gemeinde Rosenbach (Jurysprecher) Ansgar Kaup – Regionalmanager Östliche Oberlausitz Sandy Marschke – Landkreis Görlitz, Landratsamt Amt für Kreisentwicklung Beate Mücke – Garten- und Landschaftsarchitektin Herrnhut Manuela Steinbock – Landkreis Görlitz, Landratsamt Amt für Kreisentwicklung Mitglieder der Kreisjury 2014 Veranstaltungszeitraum 31. Januar 2014 Bekanntgabe der Auslobung des 9. Sächsischen Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) 21. März 2014 16. April 2014 15. Juli 2014 2.-9. September 2014 24. September 2014 Aufruf des Landrats Informationsveranstaltung des SMUL in Rammenau und Nebelschütz Informationsveranstaltung im Landratsamt Görlitz Kreisbefahrung der Jury Auszeichnungsveranstaltung auf Schloss Krobnitz

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5 Ergebnis 1. Platz: Meuselwitz 2. Platz: Erholungsort Waltersdorf 3. Platz: Kiesdorf Sonderpreise • • • • • Alt-Weinhübel für die Erhaltung und Gestaltung des Dorfangers Kunnersdorf für die Schulscheune als Zentrum der Dorfgemeinschaft Mengelsdorf für die Erhaltung der Gestaltung der öffentlichen Plätze Sagar für die engagierte Arbeit des Kulturhausvereins Schönau-Berzdorf für das gelebte Image in der Dorfgemeinschaft Ehrenpreise • • • • • • • • Evangelische Versöhnungskirchengemeinde Görlitz in Alt-Weinhübel Herr Helmut Bergmann aus Kiesdorf Herr Valentin Klepatzki aus Kunnersdorf Kindergarten „Eichhörnchen Fops“ in Mengelsdorf Ortsfeuerwehr Krobnitz-Meuselwitz Handwerk- und Gewerbemuseum in Sagar Heinz-Henning Obenland aus Schönau-Berzdorf Alpiner Skiverein Lausche e. V. in Waltersdorf

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6 Präsentation der Ergebnisse Landrat Bernd Lange eröffnete gemeinsam mit Herrn Bürgermeister Roland Höhne die Auszeichnungsveranstaltung des 9. Sächsischen Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene im Landkreis Görlitz. Die Laudationen auf die besuchten Dörfer wurden mit Freude und Anerkennung von den Jurymitgliedern gehalten. Herr Roland Höhne, Bürgermeister der Gemeinde Rosenbach, Jurysprecher der Kreiskommission und gemeinsam mit Frau Manuela Steinbock zuständig für die Beurteilung des Gesamtbildes, hatte die Ehre, Laudator für die ersten drei Platzierten zu sein. Jurysprecher und Bürgermeister von Rosenbach, Herr Roland Höhne 3. Platz Unser Preisträger ist ein typisches Waldhufendorf, was sich vor allem durch die Reihung seiner Hofanlagen auszeichnet. Für deren Erhaltung und Nutzung bietet die landwirtschaftliche Prägung des Ortes sehr gute Voraussetzungen. Feldgehölze und einzelne Obstbaumstrukturen schaffen einen Übergang in die offene Landschaft. Ursprüngliche blütenreiche Gärten mit alten Obstbäumen säumen die Dorfstraße und zeugen von der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Ort. In den letzten Jahren sind beispielhafte fachgerechte Sanierungen ortsbildprägender Bausubstanz auch von jungen Dorfbewohnern durchgeführt worden. Durch die Besinnung auf die baugestalterischen Traditionen des Ortes führte dies zur erheblichen Aufwertung des Dorfbildes. Unser drittplatziertes Dorf bietet eine gute Mischung aus Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus. Letzterer wird sich auf Grund der sich im Aufbau befindlichen Infrastruktur weiter entwickeln. Der Ort kann heute schon auf eine ansprechende Zahl von Arbeitsplätzen verweisen.

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7 […] Das bürgerschaftliche Engagement, welches für die Zukunft des Ortes wichtig ist, spielt in unserem drittplatzierten Dorf in allen Bereichen eine sehr große Rolle. Der 3. Platz geht an Kiesdorf. Für Kiesdorf erhält den Ehrenpreis Herr Helmut Bergmann vom Seniorenrat für sein unermüdliches Engagement. Vertreter aus Kiesdorf sowie die Mitglieder der Kreisjury bei der Preisverleihung 2. Platz Das Dorf ist geprägt durch eine große Anzahl an Umgebindehäusern mit prächtigen Türstöcken und dorftypischen Vorgärten. Mit viel Liebe zum Detail und mit großem Engagement ist es den Dorfbewohnern gelungen diese einmalige Holzbauweise zu erhalten und mit Leben zu erfüllen. Die dabei erzielten Erfolge können sich sehen lassen. Es gibt insgesamt zwölf Vereine, die sich regelmäßig treffen und über das ganze Jahr regionale Veranstaltungen für Groß und Klein auf die Beine stellen. […] Die touristische Entwicklung wird vom Engagement und den Ideen vieler Akteure getragen. Es gibt zahlreiche Rad-, Reit- und Wanderwegerouten. Eine Besonderheit im Ort sind mehrere gastronomische Einrichtungen, die ganztägig geöffnet sind. […] Trotz der spürbaren Sorgen um die zukünftige Aufrechterhaltung dieser Potenziale besteht ein großes Bemühen der Dorfbevölkerung durch viele ehrenamtliche Aktivitäten, Veranstaltungen, Feste und Brauchtumspflege ihr Dorf für die Zukunft fit zu machen. Der 2. Platz geht an Waltersdorf.

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8 Für Waltersdorf erhält der Alpine Skiverein Lausche e. V. den Ehrenpreis für seine hervorragende Nachwuchsarbeit. Herr Landrat Lange, Großschönaus Bürgermeister Herr Peuker und Vertreter aus Waltersdorf sowie der Kreisjury bei der Preisverleihung 1. Platz Unser Sieger ist ein idyllisches Waldhufendorf im malerischen Tal eines Gewässers. Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens mit vielen Festen und Veranstaltungen ist das schön gestaltete Ortszentrum mit Dorfgemeinschaftshaus, Feuerwehr und Kirche. Unweit davon befindet sich eine sehr schön sanierte Kindertagesstätte. Der Ort hat einen gut erhaltenen dörflichen Charakter. Unser Sieger zeigt beispielhaft, wie eine aktive Dorfgemeinschaft geschaffen und wie den Herausforderungen des ländlichen Raumes begegnet werden kann. [...] Hervorzuheben ist die durchgehend sehr gute architektonische Gestaltungsqualität der öffentlichen Gebäude im Rahmen von Sanierungen und Neubebauung. […] Besonders hervorzuheben ist es, dass durch die außerordentlich umfangreiche Bauaufgabe zur denkmalgerechten Sanierung der Gesamtanlage eines Schlosses in Eigeninitiative der Bewohner das Ensemble und seine Historie wieder für alle erlebbar gemacht wurde. Dieses Engagement verdient große Anerkennung und eröffnet unserem Sieger neben der wohn- und landwirtschaftlichen Funktion des Dorfes neue Perspektiven für die Zukunft. Der 1. Platz geht an Meuselwitz. Die Ortsfeuerwehr Krobnitz/Meuselwitz erhält den Ehrenpreis für das Engagement der vielen jungen Kameraden und die Sanierung der leerstehenden und vom Verfall bedrohten denkmalgeschützten Schmiede.

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9 Herr Landrat Lange, Vertreter aus Meuselwitz sowie der Kreisjury bei der Preisverleihung Die Laudatio auf Alt-Weinhübel (gehalten von Frau Sandy Marschke, als Jurymitglied zuständig für die Bewertung der kulturellen und sozialen Aktivitäten) Zwischen den Neißeauen und dem Görlitzer Ortsteil Weinhübel liegt ein Kleinod verborgen. Welche Kraft hier wirkt und welcher Zusammenhalt hier besteht, ist schon durch die Bewerbung zu diesem Wettbewerb ersichtlich gewesen. Als Gemeinschaft bewarb man sich, nicht als Ortsteil. Die Interessensgemeinschaft Dorfanger ist seit über zehn Jahren bestrebt, den historischen alten Dorfkern zu bewahren und erlebbar zu machen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist vor allem von jungen Familien durch die Nähe zu Görlitz, die gute Erreichbarkeit und Versorgung und das ländliche Flair sehr groß. Hier liegen Potenziale, um die ländliche Unverwechselbarkeit als Besonderheit innerhalb der Stadt darzustellen. Die aktive Traditionspflege durch die Interessensgemeinschaft schafft hierfür eine gute Basis und wird unterstützt durch die ansässigen Firmen und vor allem durch die Kirchgemeinde. Der Sonderpreis geht an die Interessensgemeinschaft für die Erhaltung und Gestaltung des Dorfangers und den Ehrenpreis erhält die Kirchgemeinde.

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10 Herr Landrat Lange, Vertreter aus Alt-Weinhübel sowie Jurysprecher Herr Höhne (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung Die Laudatio auf Kunnersdorf/Schöpstal (gehalten von Frau Karina Hitziger, als Jurymitglied zuständig für die Entwicklungskonzepte und wirtschaftlichen Initiativen) Uns erwartet ein besonders herzlicher und warmer Empfang. Mit einer leckeren regionalen Köstlichkeit werden wir willkommen geheißen. Alt und Jung, Unternehmerin, Unternehmer, Vereine, Kirche und Feuerwehr sind gemeinsam mit dem Bürgermeister da, um uns ihre Gemeinde zu präsentieren. Wir begeben uns auf eine etwas abenteuerliche Fahrt, die wohl bei dem Ein oder Anderen von uns Kinderträume wach werden lässt. Im nahe liegenden, toll restaurierten und sanierten Schlösschen wird sogar ein Praxisbesuch zu einem ganz besonderen Erlebnis. Und weiter geht’s! Selbst die Datenautobahn nimmt hier etwas außergewöhnliche neue Wege. Wir besuchen die liebevoll hergerichtete „Schulscheune“ nicht als Museum, sondern als lebendigen Mittelpunkt einer regen und aktiven Dorfgemeinschaft. Obwohl draußen die spätsommerliche Sonne scheint, kann man sich gut vorstellen, wie hier das Kaminfeuer knistert, es nach frisch gebackenem Kuchen duftet und Groß und Klein der Weihnachtsgeschichte lauscht. Der Ausspruch des Pfarrers der Gemeinde: „Die Schönheit einer Kirche machen die Menschen aus.“ sagt, so denke ich, schon allein viel über das Leben in diesem kleinen Ort aus. Vom Balkon des „Gerichtskretscham“ aus lassen wir unseren Blick über den Dorfplatz mit den vielen kleinen Besonderheiten, wie auch die heutige alte „Möbelschmiede“, schweifen und es fühlt sich fast so an, als könnte man die Zeit für einen kleinen Moment anhalten.

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11 Dank jungen schwungvollen Engagements herrscht im Haus jedoch reges Leben. Neben der Sorge um das leibliche Wohl (wovon sich auch die Jury selbst überzeugen konnte) sind auch Musik- und Kulturgenuss hier zu Hause. Ich denke, die rege und aktive Gemeinschaft und die offene Herzlichkeit sind uns sicher in besonderer Erinnerung geblieben. Gäbe es einen Sonderpunkt für einen „Wohlfühlfaktor“, der wäre hier richtig angebracht. Vielen Dank! Der Sonderpreis geht an Kunnersdorf und der Ehrenpreis an Herrn Valentin Klepatzki. Jurysprecher Herr Höhne, Herr Bürgermeister Kalkbrenner, Vertreter aus Kunnersdorf sowie Herr Landrat Lange (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung Die Laudatio auf Mengelsdorf (gehalten von Frau Beate Mücke, als Jurymitglied zuständig für die Entwicklungskonzepte und wirtschaftlichen Aktivitäten in Mengelsdorf und das Gesamtbild in Schönau-Berzdorf und Kiesdorf) Bilder vom Landleben in bunten Zeitschriften werben meist mit schönen grünen Wiesen und bunten Gärten – das dörfliche Grün ist mit dem Image des „Lebens auf dem Dorf“ eng verbunden. Großzügige öffentliche Freiflächen bedeuten mehr Lebensqualität einerseits aber auch mehr Kosten für Kommunen andererseits. Im Mittelalter kannte man den Begriff der Allmende. Dazu gehörten auch Löschwasserteiche und Gemeindewiesen. Auf diesen Flächen hatten alle Dorfbewohner das Recht der Nutzung, aber auch die Verantwortung zur Pflege und Instandhaltung. „Wenn die Welt ein Dorf wäre“ – man könnte denken, mit diesem Leitbild wird in Mengelsdorf heute an solche alten Traditionen wieder angeknüpft. Hier wird nicht über zu hohe Kosten geschimpft, sondern angepackt. Beeindruckt war die Jury vom hochwertig ausgestatteten und tipptopp gepflegten Bolzplatz, dessen Tür jederzeit allen 327 Einwohnern offensteht. Dafür tun sie auch etwas – sie halten ihn nämlich selbst in Schuss, allen voran Jugendclub und Feuerwehr. Auch der großzügig und individuell

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12 gestaltete Spielplatz am Feuerwehrhaus wird von der Dorfgemeinschaft selbst instand gehalten. Wiesen und Teiche werden unkompliziert von Einwohnern genutzt und gepflegt. Statt kahlgeschorenem Rasen kennt man hier artenreiche Wiesen. In das dörfliche Konzept von Mengelsdorf ordnet sich sehr schön der Kindergarten ein. Die Kommune hatte den Mut, in eine kleine Kindereinrichtung für 30 Krippen- und Kindergartenkinder zu investieren. Hier geht es familiär und entspannt zu, es gibt viel Platz für Individualität und jede Menge Angebote, z. B. eine Kinderküche und im Garten ein Beobachtungsbiotop und einen Naschgarten. Wir gratulieren Mengelsdorf daher zum Sonderpreis für die gemeinschaftliche Nutzung und Pflege der dörflichen Freiflächen und dem Kindergarten zum Ehrenpreis und wünschen ihm viele Kinder, die groß werden und die Zukunft ihres Dorfes aktiv mitgestalten! Herr Landrat Lange, Jurymitglied Frau Mücke, Vertreter aus Mengelsdorf sowie Jurymitglied Frau Marschke (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung Die Laudatio auf Sagar (gehalten von Frau Heike Augustin, als Jurymitglied zuständig für die Baugestaltung und Siedlungsentwicklung) Sehr geehrte Damen und Herren, einen Tag bevor die Jury nach Sagar reiste, titelte die Sächsische Zeitung vorab „Sagar und die Reise ins Glück, das Besondere von Sagar hält sich oft versteckt“. Also waren wir auf Suche eingestellt und sehr gespannt. Freitagnachmittag: Wochenendstimmung lag über dem Ort. Die Sagarer blieben ganz ruhig, kaum jemand ließ sich blicken.

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13 Aber im Schaukasten am Sagarer Kulturhaus war zu lesen, der Dorfwettbewerb findet auch hier statt. Also weiter. Es sollte anders kommen. So ein Museum wie hier in Sagar hatten wir auf unserer Reise noch nie zu sehen bekommen. Es ist das größte Museum im Landkreis, das ehrenamtlich geführt wird. Unzählige Male krempelten hier die Mitglieder des Fördervereins Museum Sagar e. V. die Ärmel für Arbeitseinsätze auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerkes hoch. Entstanden ist ein ganz wunderbares, beeindruckendes Museum, das inzwischen weit über die Gemeindegrenzen bekannt ist. Es erzählt auf sehr anschauliche Weise die wechselvolle Geschichte von Sagar, die eng mit dem Rohstoffreichtum der Region verbunden ist. So bestimmte auch der umliegende Waldreichtum die wirtschaftliche Entwicklung und die Bauweisen des Ortes. Vereinzelt kann man noch heute liebevoll erhaltene Schrotholzhäuser als regionale Besonderheit entdecken, wie das des Töpfermeisters Gordon Gran. Ich erinnerte mich plötzlich an die Auftaktveranstaltung zum Dorfwettbewerb im Landratsamt, als ein sehr freundlicher Herr zielgerichtet mit einem Flyer des Sagar Woodsports auf mich zukam, den er mir mit den Worten überreichte „Das müssen Sie sich unbedingt anschauen! Da haben die Frauen was zu gucken.“ Damit meinte er die starken Männer von Sagar, die mit Kettensäge und Axt zaubern können. Sagar erlebt bereits die dritte Auflage dieses einzigartigen Wettkampfs rund um das Holz und das ganze Dorf ist auf den Beinen. Dafür hat sich der Kulturhausverein Sagar den Hut aufgesetzt und nicht nur den Wettkampf, sondern gleich eine Veranstaltung für die ganze Familie auf die Beine gestellt. Es ist wirklich das Abgedrehteste, was ich seit langem gesehen habe – professionell in der Umsetzung, voller Power und Kreativität und passt genau hier her nach Sagar. Wir haben auf unserer Reise das Besondere von Sagar gefunden. Es ist diese Mischung, die Sagar so spannend macht, die Idylle an der Neiße und die besondere Kraft seiner Bewohner. Vielen Dank an die Sagarer, dass wir sie kennenlernen durften, wenn auch nur für einen kurzen Nachmittag. Ich bin auf jeden Fall überzeugt, Ihr Dorf hat Zukunft.. Wir gratulieren dem Förderverein Museum Sagar e. V. zum Ehrenpreis. Der Sonderpreis für besondere Kreativität geht an den Kulturhausverein Sagar e. V.

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14 Herr Landrat Lange, Vertreter aus Sagar, Jurymitglied Frau Augustin und Jurysprecher Herr Höhne (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung Die Laudatio auf Schönau-Berzdorf (gehalten von Herrn Ansgar Kaup, als Jurymitglied zuständig für den Bewertungsbereich Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft) Wo ein kleiner Fluss in einem sanften Tal, begleitet von grünen Hügeln, bis zu einem weiten See reicht, gibt es eigentlich nur Schönes. Bunte und gepflegte Gärten, eine ursprüngliche Bebauung mit imposanten Drei- und Vierseitenhöfen, geführt von stolzen und starken Bauern, die vom Lebensgefühl in ihrer geliebten Heimat ein Lied singen können. Hier gibt es alles, was das Leben braucht; eine Kirche, einen Kindergarten, eine Schule und noch viel mehr. Von der Begeisterung für den Ort haben uns zunächst die tanzenden Kinder erfasst. Besonders überzeugend waren auch die 14 Vereine, die nicht nur die Geschichte des Ortes bewahren und sie in zeitgemäßer interessanter Form weitergeben und so das gesellschaftliche Leben auf dem Dorf prägen. Sie feiern oft gemeinsam, dieses Jahr war es ganz besonders stark. Bei so vielen Besonderheiten fragten wir uns: Was soll da noch kommen? Doch es kam noch etwas. Ein See und ein Strand für Sport und Spiel. Und die Menschen haben noch Einiges vor. Der Tourismus soll Einzug halten in das Dorf. „Altes bewahren und Neues zulassen“, das ist ihre ganz besondere, ganz eigene Art. Den Sonderpreis „Unser Dorf hat Zukunft“ erhält die Ortschaft Schönau-Berzdorf! Den Ehrenpreis für die Vermittlung der Geschichte des Ortes und ihre Weitergabe an die Jugend erhält Herr Heinz-Henning Obenland.

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