Neue Ufer

 

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Praxis Pur von Stefan Seuß

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atnzukommefl, furyegs zu sein"

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II'raxis J h Das gelollte Land Hört man sich unter Karpfenanglern um, gehören Frankreichs Gewässer zu den populärsten Reisezielen. In fast jedem Departement gibt es Seen, versehen mit schützender Umzäunung und sanitären Anlagen. Der Angelplatz kann bereits Jahre im voraus gebucht werden,, und das Auto parkt man sicher hinter dem Zw et-Personen-Extreme-Dome. Wer um jeden Preis Fische fangen möchte, ist hier richtig aufgehoben. In bin anders. Ich möchte unbekanntes Terrain entdekken, möchte Neues ausprobieren und dabei jungfräuliche Fische fangen. Es gibt nichts Aufregenderes, als in unberührte Natur vorzudringen. Die französiEs gibt rric'ltts Au.f'regertdcres, uls irt unberiiltrte Nutrtr vorz.rrdringen. schen Flüsse Saone und Rhone sowie f)as yerlorelte f'aradies Im Sommer 1998 stand ich, völlig übermüdet und von Kopfschmerzen geplagt, an den Ufern des Rio Ebro. Meine Augen konnten sich nicht satt sehen an der riesigen Wassermenge, den Schilffeldern und den im Hintergrund empor steigenden Pyrenäen. Ein leichter Nebel stand über dem Wasser, kleine Boote plantagen das Ufer, ansonsten war die Landschaft kahl und von der heißen Sonne ausgedörrt. Ich erlebte herrliche ihre Zuflüsse sind ideale Reviere. Mehrere Wochen pro Jahr verbringe ich dort. Diese Flüsse beherbergen einen guten Karpfenbestand. Das Durchschnittsgewicht liegt zwischen sechs und zehn Kilogramm, es gibt aber auch Ausnahmefische über 25 Kilogramm. Stunden mit den spanischen Wildkarpfen. Doch dann, einige Jahre später, kamen die ersten Hausboote, und mit ihnen die Jet-Ski-Fahrer. Dann wurden Uferpromenaden errichtet, für die Angeltouristen. All das trübte die Idylle. Doch die Flüsse sind launisch. Sie verändern ihren Charakter täglich, und damit variieren auch die Fangaussichten. Die Karpfen sind Nomaden, sie sind in großen Schwärmen unterwegs und nur dümpelten auf dem See, hier und da spritzten an der Wasseroberfläche Lauben auseinander. Vier Jahre lang besuchte ich dieses Gewässer und drang jedes Mal tiefer in die spanische Wildnis ein. Sobald man die befahrbaren Uferregionen hinter üeß, traf man keine Menschenseele lme.pr.Verein zelt s äumten Olivenp,fch ,' Um den Scharen aus dem Weg zu gehen, besuchten wir den Ebro nur noch zur Jahreswende. So wollten wir uns das Paradies erhalten. Doch mit den vielen Pellets wuchsen auch die Karpfen, damit hielt das komm erzielle Karpfenangeln Einzug. Nun waren Massenfänge käuflich geworden. schwer durch Futter am Platz zu halten. Auch ihre Fressrouten sind schwer zu definieren. Die Flüsse bieten viele Hotspots wie steil abfallende Uferkanten, tief-e Löcher ,/i Vielzäht u Clarll in I'ocus t 7 1

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filr" I Netre Ufer I I Hinter dem Rrenner Auch Italien hat mich in seinen Bann gezogen. Im Sommer waren es die PoWaller, die meine Ruten strapazierlen. Und im Winter besuchte ich die zahlreichen Seen entlang des Flusses. An Massenfänge war zu dieser Jahreszeit I lr. F,.; Kl.. !t)-. F I hr I nicht zu denken. Aber jeder Karpfen, der mich bei Minusgraden aus meinen Tiäumen riss, hat noch heute seinen ganz persönlichen Platz in meinen Erinnerungen. Platzkarten? Nein, danke Auch in Deutschland gibt es große Fische,jedenfalls halten sie andere in ihren Armen. Doch was heißt ,,groß"? Ein 20-Pfünder aus der Naab? clr trtöc'lttc .i tut g.f'rtittlit'lta Fisclta .l'urtgart. I Ein 30-Pfünder aus Norddeutschland? Ein 4O-Pfünder aus dem Neckar oder ein 30-Kilo-Karpfen aus einem kleinen Nicht der Rekordfang oder irgendein Zielfisch sind hier meine Motivation. Nein. bereits der Fang eines einzelnen Karpfens entschädigt für die Strapazen, die man auf sich genommen hat. Die einsan'len Nächte helfen Einem, seine Teich'? Alles liegt im Auge des einem nicht leicht. seine Köder am richtigen Platz anzubieten. Man hat die Qual der Wahl. Eine Regel bestätigt sich aber Betrachters und in den Möglichkeiten des Gewässers. das man beangelt. In immer wieder': Die größeren Fische beißen in tieferem Wasser und abseits der von uns angelegten Futterplätze. Nur wenige Regentropfen lassen das Wasser ansteigen und verwandeln die Flüsse in reißende Strörne. Für mich ist diese Angelei Herausforderung pur. meiner näheren Umgebung kenne ich vier Gewässer. in denen Fische über 30 Kilogramm leben. Gefangen habe ich bisher keinen der Kandidaten. Platzkarten ziehen'? Ohne mich. Meine Angelei anpassen? Nein. danke. Auf eigene Wege verzichten? Noch mal nein. Gedanken zu ordnen und neue Kraft zu schöpfen. Es gibt in Frankreich noch viele unberührte Flusskilometer. Man muss nur den ersten Schritt wagen und sich auf den Weg machen. Ich möchte dort angeln, wo es mir gefällt und nicht dort. wo noch ein freier Platz zu haben ist. Genauso wenig möchte ich einen Drei-I-Iektar-Pool mit acht Anglern teilen, die mich von allen Seiten mit Futter zusclrütten. Für diese so gcnannte Zielfischangelei bin ich noch nicht satt genug. Ich habe Hunger nach neuen Ufern und nach unentdeckten Schätzen. ich möchte die Welt bereisen. Sobald sich ein Schleier der Gewohnheit und des Aussitzens über meine Bissanzeiger le-qt, begebe ich mich wieder auf die Flucht. tp fr I :i fmmer aktiv bleiben Seit Bi-e Ben spurlos verschwunden ist und auch die anderen. mit Namen versehenen Bekanntheiten sich nicht mehr so [. olt am Haken blicken lassen. ist im wunderschönen Neckartal Ruhe eingekehrt. Das Wasser ist sauberer -geworden. das t8] C:aryr in I'octrs

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Soltuld sich ein Stltlaiar der Gewohnheit iiber rneine Bissanzeigcr legt, hagebe ich mich wieder uu.f dic I:lutltt. Nah rungsz-r ul'konlnen cler zr-r Kzrrpl en Nanren und werden hoffentlich auch nie einen bekommen. wächst von ?rg ?lg. Mit Futtel- kanrpagnen erreicht nran gar nichts nrehr. In clen vielen lischloselt Stunclc'rl Die I'ische im Osten zr-r lrat man genug Zeit. tibel- seine Fchler sinnieren. VoraLlsgcsctz|. t'nan ist clazu bereit. Meinc' Dc'visc lautct: ..Wenn iclr Tlrürinsen hatte schon vor einige r Zeit nrein Interesse seweckt. Es gibt dort unzählige Seen. welche durch den Kiesabt-rzru in den Jerhren 1960 bis lL)70 nichts l'angc. clann unglc ich l'alsch." Mit cliesc'nr Cr-eclo habc ich clen Neckar-neLl entstanclen sincl und später vont DAV Llewirtschal tet wurden. Infornrertionen ocler Fangnreldungen von grof3en kennengL'Iernt. Jcclcn At-lc'r'rcl l'uhr ich los. richtete nreine' Aul'ntcrksztllkeit ar-rl' Strecken. clie bislang nLu'wenig beangelt wurclen Lu'lcl hielt clort an. wo es ntir' Karpfen gab es keine. Ich l-ratte nur ein paar Anhaltspunkte von nreinem Freund Benni. der seit längerer Zeit die Seen in Tlrüringen beanselte. Im Herbst 2006 nrzrchte ich mich auf den Weg, unt einige geliel. Fr-rtterpl Lttze hatte ich kcine. r-t-tusste alscr ich clicse auch nicht hüten oder' gar nrich n'lit anderen darLlnr streiten. Eine Rute nah uncl eine fern. clas Abenteuer l-regann .jeclen At-lencl von vorne. Oltnrals saf3 ich bis in clie Nacht hinein vor nreinen Ruten ultcl beobnchtete ihre Spitzen. Ich ftihlte nrich zwölf Jahre zurtickverse tzt. in eine Zeit. in clcr ich als Jungangler genaLlso gc'spAnnt hinter mc'inen Aal-Ruten saf3. Die Fische. clie nrir aul' dieser Entcleckungsreise c'ntlang des Gewässer in Augenschein zu nehmen. Benni hatte schon eine Vorauswahl getroffen. Gewässer mit hoher Bestands- dichte und ktirzerer Entstehunsszeit wurclen aussortiert. Ti'otz Bennis guter Recherche waren auch die von uns ausgewählten Gewässer einem starken Angeldruck ausses etzt Besonders an den Wochenenden sab es viel Ti'r-rbel. Neckars be.qegneten. hiltten keinc' Die Einheimischen anselten vorwiegend Grö[3e ist relutiv. rf ?,..1 * ." .*"

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{1r [ ].Ieue Ufer I nrit Mais. uncl cler-r,vurcle in r-ilLren plätze der Einheinrischen ztulScr Acht Itrssen Lurd neue LJl'er betreten. Da wir Wir versLlchten stets clort zLt zlltgeln. wr-r Mengc'n inr Sec'versenkt. Was positiv sich clie Fischc aufhielten. Wir verwcnclc- aul'l'icl: Dic nreisten Angler hicltcn siclr aul'cicn gut zueringlichen Sceseitc'n aul' uncl bcl'ischten clic Sec'nrittt: Llr-rcl sehr weite Anfahrtswege hatten uncl ten hauptsiichlich natürliche Boilies in geclecktcn Fart-ren. einige viele unterschiedliche GewZisser in kurzer Zeit befischen wollten. sollte unser Kircler clie Fische ohne srof3e Aul Mais c-rclel' sonsti- se Partikel verzichtetcn wir'. clzt wil' eine Scheuchwirkung be Sanclblinkc. So konlrtcn sic gcnrlitlich iVicltt iiltt't'trll ltttltctr tlic [:i.:'t'lt( l'tirchteten. LJncl t'int'tt lVuttrt'rt. Itt t t ttt' t' u l; t i t' b I t' i ltt' t t. '*'t'rlil$! ,pI t t 't' ,lll*? :x#r M urtt'ltrttul l;clt rt ttturt rrl.s Sicgc'r' :,tu'iit'l;. beieinancler sitzcn r-rncl rnussten keine Ge wöhnunsskuren begeistern. Bei cler siehc cla. unser Plan gins aul. At-rseits cler begchbnren Pfade uncl cler allsgetretenen Angelplätze konnten wir Fische fangen. wclche keiner clort vcrnrutet hatte. weiten Wege aul' sich nchnren. Aul' clic Frage nerch ihren Färgen crl'uhl'clt wir'. dass es nrehrere Fische zwischcn zehn Wels-Ar-rgelei ist für mich die Köc1er'lrage sehr einfach zu beantworten: Ich [-renLltze. wers irl betreffenden und 20 Pfund gibt. Fischc tiber' 30 Pfuncl waren clie Ausnahn-rc'. Eirriee Monate spriter. inr FrLihjahr 2007 . nrachte ich nrich wiecler aul clcn Weg nach Thtiringen. Bcr-lni uncl ich wollten cler Sache auf den Gruncl gehen. unser Gewässer häufig vorkonlmt. Beinr Karpfenlischen ist das schwieriser. in clen nreisten Gewässern wachsen nun Begebt Euch auf clie Reise. nral keine Boilies anr Gewässersrund. Dal'Lir aber locken. je nzrch Jahreszeit. verschiedene natürlichere Leckereien clie Karpfen. Plan war klar: Wir wollten clie Angcl- [ 1() ] ('aryr irr l"octrs

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