Frank Richter

 

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"alles was der code ist"

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alles was der code ist frank r i c h t e r, works 1996-98

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frank richter alle s wa s de r c o de is t c-prints 19 9 6 - 19 9 8

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der code ist alles, was für ein programm die welt ist... der code ist alles, was für ein programm die welt ist. ein code ist durch virtuelle strukturen bestimmt und nicht durch informationen. der strukturierbare fall ist die gesamtheit aller möglichen strukturen und aller strukturen, die sich immer wieder auf andere strukturen beziehen. in codierungen sind ordnungen sowie unordnungen als korrelationen zu finden. alle zustände zeichnen sich durch interne regelmässigkeiten wie verpflochtene wiederholungen bzw. symmetrien oder durch unbestimmte dispositionen aus, die nicht zu beschreiben und schwer zu dechiffrieren sind. die komplexität eines codes hängt von seinen potentiellen verknüpfungen ab. alle komponenten sind in der lage, untereinander variable verbindungen einzugehen, sowohl zwischen gleichartigen als auch zwischen divergierenden elementen. im einfachsten fall

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ist der code wie beim password oder einer chiffrierten botschaft ein gefüge von fest miteinander verbundenen zeichen. es gibt redundante elemente, d.h. mögliche, aber nicht zwingend notwendige zeichen oder zeichenkombinationen. sie stabilisieren als zusätzliche details bei lücken sowie unschärfen einen programmcode und garantieren weitere, neue anschlussmöglichkeiten. auf diese weise ist für software-entwicklungen ein permanenter aus- und umbau von anwendungen gesichert. ein code lässt sich als eine anordnung unterscheidbarer und abzählbarer zeichen auf algorithmen zurückführen. diese bestimmen als funktionen die komplexität einer codierung. die gesamtheit aller vorliegenden algorithmen legt dabei fest, welche strukturen erlaubt und welche nicht erlaubt sind. so entstehen auf codes beruhende und aus codes sich generierende programmatiken. jeder code ist die abgrenzung einer durch regeln festgelegten zeichensequenz von der gesamtheit aller möglichen, rein zufällig oder permutativ entstandenen zeichenkonstellationen. damit wird eine codierung konträr auf den zustand der entropie, d.h. der ungeordneten ungewissheit bezogen. bei einer völligen gleichverteilung von zeichen ohne erkennbare ordnung ist kein zustand bestimmt und jede struktur ungewiss. algorithmen innerhalb eines codes sind interaktions- und organisationsweisen von rechenschritten. sie operieren als ein übergeordnetes system, in dem es aber keine übergeordneten regeln gibt. alle beziehungen basieren auf konkret festgelegte austauschbeziehungen und funktionsebenen, die intern oder externe über schnittstellen erfolgen. die organisation derartiger relationen erfolgt durch die herausbildung von sub-strukturen. in ihnen wird entschieden, welche konnexionen und interaktionen realisierbar

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sind. durch modifikationen sowie kombinationen werden zumeist solche anschlüsse angestrebt, die einen zuwachs an komplexität oder zumindest eine relative stabiltät versprechen. im gegensatz zur energie gibt es keinen erhaltungssatz für codierungen. codes können in computerprogrammen vervielfältigt werden, wachsen bzw. schrumpfen oder völlig verloren gehen. was erhalten werden soll, muss extern stetig gespeichert werden, da viele archivierungen temporär angelegt sind und über eine geringe kapazität zum ausbooten verfügen. komplexe ordnungen entstehen ebenso wie choatische zustände in digitalen abläufen, insofern diese sich selbst organisieren und evolutionär entwickeln. codes können als performative aussagen erfolg haben, überflüssig werden und manchmal destruktiv zur selbstzerstörung ihres systems oder sogar von hardware führen. strukturen in codes sind stets selbstbezüglich, auch auf die gefahr eines regressus ad infinitum, der schleife ohne ende. ihre operationen beziehen sich so lange rekursiv auf sich selbst oder auf andere interne prozesse, bis eine abbruchbedingung erfüllt ist. so bleiben codes als ganzes gesehen tautologisch. die reine selbstbezüglichkeit ist das operationsprinzip für komplexe codes, da diese nicht an tatsächlichen zuständen, sondern nur an den möglichkeiten von verknüpfungen orientiert sind. die strukturelle entwicklung ist operational geschlossen, weil sich strukturen stets nur auf weitere strukturen beziehen. für seine genese in einem computerprogramm benötigt ein code keine information, die nicht bereits in ihm selbst angelegt wäre. frank richter, 2004

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tracking bots 31.8000.966, c-print, 1996

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tracking bots 40.2000.774, c-print, 1996

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tracking bots 40.8000.482, c-print, 1996

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tracking bots 03.1000.725, c-print, 1997

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