Katzen Magazin Nr. 01/2015

 

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Katzen Magazin Nr. 01/2015

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No 1 · Februar/März 2015 · CHF 7.70 www.katzenmagazin.ch Ich bin‘s, Luzy! AUS DEM LEBEN EINER KATZE r de rt füe e i n i Nom s Jahr s n e Star d Wildkatzen DROHENDE HYBRIDISIERUNG RATGEBER VERHALTEN KATZENKLO DAS RICHTIGE MANAGEMENT Wegwer atzen TRAURIGE REALITÄT KLICKER-TRICKS: Männchen & Kreisel GESCHICHTE DER KATZE TEIL 1/2: EVOLUTION • GESUNDHEIT: EPILEPSIE

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nicht? in z a g a M n e z t a K n Sie kennen das e b e li d n u n e n n es ke Dann lernen Sie ! n io t k A o b A r e r e s n u Sie jetzt von und profitieren ! ? s a W 7.70 ärz 2015 · CHF No 1 · Februar/M azin.ch www.katzenmag Luzy! Ich bin‘s,EN AUS DEM LEB EINER KATZE r rt fü inieJa hres Nom des den Star Wildkatzen DROHENDE HYBRIDISIERUNG RATGEBER VERHALTEN KATZENKLO DAS RICHTIGE MANAGEMENT en Wegwer atzT LITÄ TRAURIGE REA RIC -Tein ER Bitte senden mir Schnupper-Abo LICKSie K isel vom «Katzen Magazin». 4 Ausgaben inkl. Porto und MwSt. Kre n e h c für nur 20 Franken! 10.80 Franken gegenüber dem Kioskpreis!). n (Sie sparen än M & KS: IHRE VORTEILE: · 35 % Ersparnis! · Kompetent, vielseitig, auf den Punkt! · Kein Risiko – nach Ablauf der Bestelldauer jederzeit kündbar! · Bequem frei Haus! · Genügend Zeit zum Lesen – erscheint alle 8 Wochen! Besuchen Sie uns auf DHEIT: LUTION • GESUN Bitte senden Sie mir 1-Jahres-Abo vom «Katzen Magazin» für nur 42 Franken! 6 Ausgaben, 1/2: EVO TEIL ein KATZE GESCHICHTE DER inkl. Porto und MwSt. EPILEPSIE Name, Vorname Strasse, Nr. PLZ, Ort QP/14 Coupon bitte vollständig ausfüllen und per Post an VerlagsService, Via Zups 2, Postfach 10, 7013 Domat/Ems, per Mail an abo@verlagsservice.ch senden oder telefonisch unter Tel. 081 254 70 65 bestellen. www.katzenmagazin.ch

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EDITORIAL MENSCHEN AUS DEM HEFT BETTINA VON STOCKFLETH Katzenpsychologin Bettina von Stock eth ist ständige Autorin des «Katzen Magazins». Unter anderem beantwortet Sie in der Rubrik «Verhaltensratgeber» Ihre Fragen. Wenn Sie Probleme mit Ihrer Katze haben, schildern Sie uns einfach Ihren Fall. Bettina von Stock eth wird Ihnen gerne helfen. (Detaillierte Infos auf Seite 28.) Liebe Leserinnen & Leser Das vergangene Jahr war voller Höhen und Tiefen, ein herausforderndes, anspruchsvolles Jahr, das mir viel abverlangt, aber auch viel gegeben hat. Das neue Jahr gibt einem immer wieder Anlass für gute Vorsätze. Einer von meinen ist es, endlich mit meinen beiden Katern das Klickertraining zu beginnen. Wenn Sie bereits damit angefangen haben, dürfen Sie sich über die ersten beiden Kunststücke freuen, die Sie Ihrer Katze beibringen können: den Kreisel und das Männchen. Lesen Sie ab Seite 10, wie s geht. Ein weiterer meiner Vorsätze ist es, Ihnen mit dem «Katzen Magazin» auch im neuen Jahr viele spannende, lehrreiche und unterhaltsame Lesestunden zu bieten. Ein Magazin lebt aber nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Aussehen. Das «Auge isst mit», heisst es so schön. Ich nde, das Auge liest auch mit. Deshalb freue ich mich, dass das «Katzen Magazin» mit dieser Ausgabe in einem neuen Kleid erscheint, und ich ho e, dass es Ihnen gefällt. Schliesslich habe ich auch einen Wunsch an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Teilen Sie Ihre Fotos, Erlebnisse und Geschichten mit uns! Wir freuen uns darauf! Ich wünsche Ihnen einen guten Start in ein wunderbares neues Jahr voller schöner Momente und vielen Schmusestunden mit Ihrem Büsi. Herzlich, KATRIN SCHUSTER Tierpsychologin Katrin Schuster schreibt für das «Katzen Magazin» die Serie über das Klickertraining. Natürlich sind wir daran interessiert, wie es Ihnen und Ihrer Mieze beim Klickertraining ergeht. Konnten Sie sich bereits über erste Erfolge freuen oder hatten Sie Probleme mit der Umsetzung der Übungen? Gerne beantwortet Katrin Schuster Ihre Fragen zum Thema. Wir freuen uns aber auch über Ihre Erfahrungsberichte, Ideen und Fotos. (Die ersten Klickertricks nden Sie ab Seite 10.) IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG Wie gefällt Ihnen die neue Ausgabe? Welches Thema hat Sie besonders interessiert, erschüttert oder berührt? Oder möchten Sie, dass wir über ein spezielles Thema berichten? Es ist uns wichtig, zu erfahren, was Sie am «Katzen Magazin» lieben, aber auch, was Ihnen nicht gefällt. Nur mit Ihrer Hilfe können wir das Heft Ihren Bedürfnissen bestmöglich anpassen! Übrigens freuen wir uns auch immer über Ihre Lieblingsfotos! Eine Auswahl davon verö entlichen wir jeweils im Magazin (siehe Leserfotos auf Seite 74). KONTAKTMÖGLICHKEITEN Mail: leserforum@katzenmagazin.ch Post: RORO-PRESS Verlag AG Katzen Magazin, Erlenweg 8305 Dietlikon Telefon: 044 835 77 35 www.katzenmagazin.ch SANDRA SÜESS Chefredaktorin Katzen Magazin 1/15 3

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KATZEN MAGAZIN 1/2015 Februar/März Heimliche Jäger im Wald WILDKATZEN 34 Foto: fotolia.de 20 14 Ein Tabuthema aus Sicht der Verhaltensberatung STILLGESCHWIEGENE ÖRTCHEN Foto: Frank Wouters, Wikipedia Foto: katchit.com 4 Katzen Magazin 1/15

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INHALT AKTUELL 6 10 14 26 34 38 Meldungen aus der Welt der Katzen Klickertraining – Erste Kunststücke Stillgeschwiegene Örtchen – Katzenklo-Management Wegwerfkatzen – gekauft, geliebt … entsorgt Wildkatzen – Heimliche Jäger im Wald Zuhause gesucht – Katzenvermittlung THEMEN Foto: tierfotograf.com 10 20 30 51 52 58 Geschichte der Katzen – Evolution Teil 1/2 Ratgeber – Fragen an die Verhaltensberaterin Buchrezension – Wohnungskatzen Gesundheit – Epilepsie bei der Katze Leben mit einer Ataxie-Katze – Erfahrungsbericht UNTERHALTUNG 40 56 62 64 68 72 74 76 Poster Kurtl – Kolumne Ich bin‘s, Luzy – Aus dem Leben einer Katze Katzengeschichten – Wenn Katzen umziehen Teil 1/2 Lesergeschichte – Mitternachtssnack Star des Jahres – Speedy Teil 1/6 Leserfotos Rätselspass SERVICE 3 39 42 48 69 70 77 78 Editorial Testbericht – Dysons kabelloser Staubsauger Kleinanzeigen Vereinsnachrichten Leserpost Buchtipps Autorenvorstellung Vorschau Katzen Magazin 1/15 Foto: Stefanie G. 58 IM ZICKZACK KURS ZUM ZIEL Einblick in das Leben mit einer Ataxie-Katze 5

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Geschichte der Katzen   Evolution Teil 1/2 Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es noch keine Hauskatzen und schon gar keine Rassekatzen. Heute gibt es eine enorme Vielfalt von Katzen: grosse, kleine mit viel Fell oder völlig ohne – jede Katze, die Sie sich nur vorstellen können. Aber woher kommen sie? Die Antwort ist eine universelle Kraft, die in jedem Lebewesen wirkt. Eine Wandlungsfähigkeit mit unglaublichen Eigenschaften. Oben Visualisierung eines Smilodon populator aus Südamerika im Pleistozän. Die imposanten Säbelzahnkatzen erreichten eine Schulterhöhe von bis zu 1,2 Metern und ein Gewicht von rund 400 Kilogramm.  Illustration: Roman Yevseyev Es gibt über 100 verschiedene Katzenrassen auf der Welt, über 340 verschiedene Hunderassen, dazu Rinder, Schafe und Nutzpflanzen, wie Reis, Weizen und Mais. Viele Pflanzen und Tiere, die wir heute kennen, wurden vom Menschen aus einem wilden Vorfahren gezüchtet. Eine enorme Vielfalt, die der Mensch in weniger als 15 000 Jahren, allein durch gezielte Selektion erschuf. Etwas ganz ähnliches passiert in der Natur, dort spricht man von «natürlicher Auslese». Dieser Prozess dauert vergleichsweise lange, da Veränderungen minimal sind und nicht gezielt in eine Richtung verlaufen. Aber wie funktioniert das überhaupt? Alles Leben auf unserem Planeten basiert auf Information, die in Desoxyribonukleinsäure (DNA) geschrieben ist. Der Code besteht aus nur vier unterschiedlichen Basen, die an einem Zucker-Phosphat-Gerüst angeheftet sind und in beliebiger Reihenfolge aufeinander folgen können. So kann eine gewaltige Menge an Informationen gespeichert werden. Ganz egal ob Pilz, Pflanze oder Tier: Bei der Bildung einer neuen Zelle wird die DNA mit Hilfe von Proteinen kopiert. Anschliessend werden die kopierten Sequenzen auf Fehler überprüft. Trotz ausgefeilter Prüf- und Reparaturmechanismen gibt es manchmal Kopierfehler: Mutationen. Jeder von uns kann diese Kopierfehler im Spiegel erkennen, denn sie lassen uns altern. Schon geringe Mutationen können Auswirkungen auf Lebewesen haben. Ob diese positiv oder negativ sind, bleibt zunächst völlig offen. Mutationen im Erbgut können über Generationen hinweg Veränderungen bewirken, die einer Spezies einen entscheidenden Überlebensvorteil verschaffen. Evolution findet über lange Zeit hinweg in einem fortdauernden Prozess zwischen den Generationen statt. 20 Katzen Magazin 1/15

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GESCHICHTE WAS HEISST DAS? Säugetiere bewohnen seit über 250 Millionen Jahren (Ma) die Erde. Als die Dinosaurier vor 65 Ma längst riesengross und tonnenschwer waren, begannen Säugetiere erst als kleine, nur wenige Gramm schwere Lebewesen. Evolution verläuft unter anderem nach dem einfachen Prinzip: Aus kleinen, primitiven Organismen entwickeln sich über Generationen hinweg immer grössere und komplexere. Wenn wir die Evolution der Katzen nachzeichnen wollen, sind wir auf das angewiesen, was uns von den Tieren vergangener Jahrmillionen geblieben ist: Versteinerungen von Knochen und Zähnen. Sie sind meist das Einzige, das über solch grosse Zeiträume Bestand hat. Die Evolution der Felidae beginnt einige Millionen Jahre nach dem Aussterben der Saurier. Als Säugetiere sich auf dem Planeten schon ausgebreitet hatten, übernahm eine Familie schlanker, wieselgleicher Raubtiere die Führung. Die fossilen Zähne und Gelenkknochen eines dieser Tiere fanden Forscher im Januar 2014 nahe dem belgischen Dorf Dormaal. Sie tauften es Dormaalocyon latouri und ordneten es den Miacidae zu. Diese Familie früher Vertreter der Carnivoraforma lebten vor ca. 56 Ma im Zeitalter des späten Paläozän (siehe Zeitstreifen auf Seite 20/21) und damit zu einer Zeit, als der Siegeszug der Säugetiere gerade erst begonnen hatte. Ihr natürlicher Lebensraum waren die warmen und feuchten Waldgebiete der Nordhalbkugel. Fünf einziehbare, rasiermesserscharfe Krallen, eine lange, schlanke Gestalt, der lange Schwanz und die kurzen Beine legen nahe, dass sie flinke Baumbewohner und Räuber waren. Die hauptsächliche Beute bestand aus Insekten, Echsen sowie kleineren Vögeln und Säugetieren. Im Mittleren Eozän, vor 50 Ma, hatten sich daraus Tiere entwickelt, die man heute unter der Familie der Nimravidae zusammenfasst. Sie sind die ältesten bekannten Wesen, die viele Merkmale heutiger Katzen vorwegnahmen, ohne selbst zur Familie der Felidae zu gehören. Sie zeichneten sich durch einziehbare Krallen aus und ihre muskulösen, katzenartigen Körper wurden von relativ kurzen Beinen getragen. Einige Spezies hatten eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Säbelzahnkatzen, die aber erst viele Millionen Jahre später auftreten sollten: ein Beispiel von konvergenter Evolution. Die oberen Reisszähne der Nimraviden waren kürzer, zudem konisch und nicht abgeflacht wie bei den späteren «echten» Säbelzahnkatzen. Dieser Umstand brachte ihnen den Beinamen «Scheinsäbelzahnkatzen» ein. Katzen Magazin 1/15 Carnivoraforma Felidae Konvergente Evolution Letzteiszeitliches Maximum Ma Miacidae Nimravidae So werden fleischfressende Säugetiere genannt Wissenschaftliche Bezeichnung für die Familie der Katzen die Ausbildung ähnlicher Eigenschaften in völlig unterschiedlichen Entwicklungslinien und Zeiten klimageschichtlicher Abschnitt, in dem die Vergletscherung (Weichsel-Kaltzeit) ihre maximale Ausdehnung erreichte Abkürzung für eine Million Jahre, (lat. mega annos, Mega-Jahr) stellen die Stammväter aller Canoidea (Hundeartige) wie auch aller Feloidea (Katzenartige) dar eine Geschwisterfamilie der Felidae, die viele Merkmale heutiger Katzen aufwiesen Ein Mitglied der Nimravidae, die Gattung Hoplophoneus, lebte vor 36 Ma in den Wäldern der nördlichen Hemisphäre. Ihre Schulterhöhe betrug 48 Zentimeter. Auffällig sind der lange Rücken und zwei nach unten zeigende Höcker am Kinn. Diese schützten die Reisszähne bei geschlossenem Maul. Die Hoplophoneus konnten ihr Maul im Winkel von 90 Grad öffnen und hatten kräftige Kiefer, um die Reisszähne voll einzusetzen. Ihre Nackenmuskulatur war viel stärker entwickelt als bei heutigen Raubkatzen – wohl um die Zähne richtig einzusetzen. Mit ihren kräftigen, krallenbewehrten Vorderpfoten konnten sie ihre Beute in eisernem Griff halten, um ihren terminalen Säbelzahnbiss auszuführen. Die Nimravidae geben der Wissenschaft noch immer Rätsel auf. Zum Beispiel ist ihre Beziehung zu den Felidae nicht restlos geklärt. Die letzten Exemplare starben vor etwa 20 Ma aus. Wahrscheinlich unterlagen sie in Konkurrenz zu den Felidae. Vor mindestens 30 Ma ging aus den Miacidae eine Gattung hervor, die einen gemeinsamen Vorfahren Schädel eines Hoplophoneus primaevus. Gut zu erkennen sind die nach unten zeigenden Höcker am Kinn, die exakt an die Länge der Reisszähne angepasst sind. Dieses Exemplar ist im Naturhistorischen Museum in Zürich zu sehen.  Foto: Stefan Siegmann 21

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Foto: fotolia.de – n e z t a k f r e w g e W Gekauft, geliebt … entsorgt Ob es nun Halter sind, die nach dem Motto «defekte Ware gehört entsorgt» allzu schnell das Einschläfern des Tieres fordern, oder Tierärzte, die nicht bereit sind, auf eigene Rechnung einem Tier in Not beizustehen: Es scheint, als habe sich die Wegwerfmentalität auch in Bezug auf Katzen in unseren Alltag geschlichen. «Über 1000 Franken?» Die Halterin von Emilio ist entsetzt. «Dafür kriege ich ja eine jüngere, neue Katze!» Emilio, der vierjährige British-Shorthair-Kater sitzt während dieses Gesprächs in einer Kleintierklinik auf dem Untersuchungstisch des Tierarztes und schnurrt. Er weiss nicht, dass seine Halterin gerade beschlossen hat, dass eine für ihn dringend notwendige Operation für sie nicht in Frage kommt und sie ihn lieber einschläfern lassen will. Die Verstopfung seiner Harnröhre lässt sich leider nicht mehr durch Katheterisieren und Spülen lösen, weshalb eine Penisamputation notwendig wäre. Der Eingri wäre rasch gemacht und Emilio könnte mit Diätfu er ein langes, gesundes und erfülltes Katerleben führen. Aber seine Halterin scheut den Kostenaufwand. Luna, so nennen wir sie hier, wird als Notfall – vermutlich wurde sie von einem Auto angefahren – in eine Tierarztpraxis eingeliefert. Ein aufmerksamer und tierliebender Fussgänger hat sie verletzt am Wegrand gefunden und sie sofort zum Tierarzt gebracht. Der zuständige Tierarzt prü , ob das Unfallopfer gechippt ist oder über ein Halsband mit Adresse verfügt. Fehlanzeige! Auch in der Datenbank der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) ist Luna nicht als vermisst gemeldet. Die Verletzungen sind mi elschwer, eine Behandlung kostspielig. Doch wer soll diese Kosten tragen? Das Büsi hat o enbar niemanden, der über sein Schicksal entscheiden kann. Micky hat zwar einen Halter, doch dieser gibt den kleinen Kater in einer Box am Empfang der Tierarztpraxis ab mit dem Hinweis, ein Hund habe Micky angefallen und man solle ihn von seinen Leiden erlösen. Der Tierarzt stellt fest, dass Mickys rechtes Vorderbein durch einen Biss gebrochen ist. Ein chirurgischer Eingri würde das Bein richten, aber der Halter hat kein Interesse. Er habe ja auch noch alle Wurfgeschwister von Micky und weitere Katzen auf dem Hof, da spiele ein Tier mehr oder weniger keine Rolle – Geld aber schon. Nemo ha e ebenfalls eine Halterin. Diese ist allerdings gestorben und die Hinterbliebenen haben kein Interesse an ihm. Sie bi en deshalb den Tierarzt, sie von Nemo zu erlösen. Der Kater sei aggressiv, wird als Erklärung vorgeschoben. Wie Emilio ergeht es vielen Katzen. Sie werden aus den unterschiedlichsten Gründen angeschafft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Rassekatze aus einer 26 Katzen Magazin 1/15

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REPORTAGE renommierten Zucht, ein vierbeiniges Ergebnis einer Hobbyzucht, ein Bauernhofbüsi von nebenan oder ein Strassenkätzchen aus dem Ausland handelt. Wenn sie krank werden oder verunfallen und ihre Genesung hohe Kosten im vier- oder gar fünfstelligen Bereich verursachen, geht das vielen Menschen zu weit. Die Rechnung ist schnell gemacht: Warum sollte man teure Operationen oder Behandlungen bezahlen, wenn man für dasselbe Geld oder billiger ein neues Tier bekommt? Katzen wie Micky hingegen werden nicht bewusst angeschafft. Sie stammen aus Würfen von unkastrierten Katzen, die irgendwo geduldet und mehr schlecht als recht versorgt werden. Oft werden schon Kosten für Futter, Impfung und Kastration nicht im Haushaltsbudget eingeplant. Werden diese Tiere dann auch noch krank oder verunfallen, so ist ihr Schicksal schnell besiegelt. Dass sie überhaupt zum Tierarzt gebracht werden, um sie fachmännisch zu töten, ist dabei schon eher die Ausnahme. Auch Fälle wie Nemo sind nicht selten. Einst über alles geliebte Tiere, deren Halter es aber versäumt haben, über ihr eigenes Leben hinaus die Versorgung des Lieblings abzusichern. Und da Katzenliebe auch in der Familie nicht vererbt wird, kann man nicht automatisch auf den Respekt und die Fürsorge der Hinterbliebenen zählen. So sehr es zu wünschen wäre, dass diese sich nicht nur um das Erbe, sondern auch um die Haustiere der Verstorbenen bemühen, gibt es dafür keine Garantie und eine lebende Zugabe zum fi nanziellen Erbe ist nicht immer willkommen oder wird respektiert. Und Luna? Sie ist einfach halterlos beziehungsweise ihre Halter haben es nicht für nötig befunden, sie entsprechend zu kennzeichnen. Der einzige Unterschied zu Emilio, Micky und Nemo besteht darin, dass kein Besitzer aktiv entscheidet, ob ihr Leben noch lebenswert ist. Aber darf denn ein Tier so einfach eingeschläfert werden? Gibt es keine Gesetze, die das Töten von Katzen untersagen? Das Schweizer Tierschutzgesetz verbietet nicht das Töten von Katzen; auch nicht das Töten von gesunden Tieren. Der Gesetzgeber sieht zum Schutz der Tiere lediglich vor, dass eine Tötung fachgerecht zu erfolgen hat, d. h. ohne Verursachung von Schmerz und Qual. Eine Euthanasie durch den Tierarzt erfüllt somit diese Voraussetzung. So hat der Halter also jederzeit das Recht, und zwar ohne Angabe eines Grundes und unabhängig vom Gesundheitszustand des Tieres, vom Tierarzt das Einschläfern seines Tieres zu wünschen. Natürlich ist der Tierarzt nicht verpfl ichtet, diesem Wunsch nachzukommen und so zum blossen Vollzugsorgan zu werden. In den «ethischen Grundsätzen» der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) wird festgehalten, dass die Tierärzte eine Euthanasie nur nach einer präzisen Diagnose und Prognose durchführen dürfen, unter Berücksichtigung der erwarteten Lebensqualität des Tieres und mit Respekt gegenüber dem Tier. Eine unbegründete Lebensverkürzung auf blossen Wunsch des Besitzers ist entsprechend abzulehnen. Die GST vertritt als Dachverband die berufl ichen Interessen von über 2800 Mitgliedern. Doch nicht alle Tierärzte sind Mitglieder der Gesellschaft und nicht alle Mitglieder legen die ethischen Richtlinien gleich aus. Was bedeutet Lebensqualität? Was gilt als schwerwiegendes Leiden? Was versteht man unter präziser Diagnose und Prognose? Und was bedeutet Respekt Unten links Emilio, der BritishShorthair-Kater, sollte eingeschläfert werden; die dringend benötigte Operation war der Halterin zu teuer. Auch Micky sollte eingeschläfert werden. Er wurde von einem Hund angefallen und hatte ein gebrochenes Bein. Der Besitzer hatte kein Interesse daran, den Beinbruch behandeln zu lassen. Fotos: NetAP Katzen Magazin 1/15 27

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WILDE VERWANDTE Wildkatzen –  Weil sie meist in der Dunkelheit aktiv sind, bekommt man sie kaum je zu Gesicht: die Europäische Wildkatze. Seit ihrer Entstehung vor vielen Jahrtausenden lebt sie im Raum des heutigen Europa. Ihr Verbreitungsgebiet ändert sich immer wieder mehr oder weniger stark. So auch in der Schweiz, wo sie ihren Lebensraum vorwiegend im Jurabogen hat. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gab es bei uns kaum mehr Wildkatzen. Dann änderte sich langsam die Einstellung der Menschen und die Wildkatze wurde unter Schutz gestellt. Seither können sich die Wildkatzenpopulationen wieder ausbreiten.  Heimliche Jäger im Wald kanische und Europäische Wildkatzen sind zwei Unterarten, die vor rund 200 000 Jahren einen gemeinsamen Vorfahren hatten, seither aber unterschiedliche Entwicklungsgeschichten durchliefen. > VERGLEICH HAUSKATZE/WILDKATZE Im Gegensatz zur Wildkatze ist die Zeichnung der Hauskatze viel klarer. Der Aalstrich reicht in der Regel über den Rücken bis zur Schwanzspitze. Die Wildkatze hat einen buschigeren Schwanz, der rund endet, bei der Hauskatze ist das Schwanzende spitz zulaufend. Die Europäische Wildkatze wurde im 18. und 19. Jahrhundert infolge intensiver Bejagung stark dezimiert. Heute droht dem scheuen Raubtier neues Unheil: die Hybridisierung (Durchmischung) mit der Hauskatze. INTERVIEW Das «Katzen Magazin» sprach mit der Wildbiologin Dr. Béatrice Nussberger, die einen Einblick in die Welt der Wildkatzen sowie der Problematik der Hybridisierung gibt. Béatrice Nussberger, Universität Zürich, Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften. Foto: zVg Wie sieht die Wildkatze aus und wie unterscheidet sie sich optisch von den Hauskatzen? Die Wildkatze sieht ähnlich aus wie eine getigerte Hauskatze. Allerdings sind bei der ausgewachsenen Wildkatze die Streifen auf den Flanken verwaschen, viel weniger markiert als bei den Hauskatzen. Auffällig bei der Wildkatze ist der buschige, dicke, schwarz geringelte Schwanz, der im Gegensatz zur Hauskatze nicht spitz, sondern stumpf endet. Der schwarze Streifen auf ihrem Rücken, der sogenannte Aalstrich, endet am Schwanzansatz, wohingegen bei der getigerten Hauskatze dieser Aalstrich oftmals bis zur Schwanzspitze weitergeht. Stammt unsere Hauskatze von der Wildkatze ab? Die Hauskatzen stammen von der Afrikanischen Wildkatze ab, nicht von der Europäischen Wildkatze. Afri- Hauskatze. Wildkatze. Fotos: tierfotoagentur.de Katzen Magazin 1/15 35

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VORSCHAU KATZEN MAGAZIN April/Ma Katzen richtig p egen Nebst den zahlreichen Angeboten aus dem Fachhandel zur Fell-, Krallen- und Ohrenp ege wird der Katzenhalter von Tipps aus dem Internet und gut gemeinten Ratschlägen von Bekannten zur Genüge eingedeckt. Doch wie viel P ege braucht das Fell einer Katze wirklich? Wie oft ist Krallenschneiden und Ohrenkontrolle angesagt? Wir zeigen in der nächsten Ausgabe, was wir für wirklich nötig erachten. HERAUSGEBER Rolf Bo a, CEO RORO-PRESS VERLAG AG Erlenweg, CH-8305 Dietlikon Telefon 044 835 77 35 Telefax 044 835 77 05 info@katzenmagazin.ch www.katzenmagazin.ch ZUM MAGAZIN Titelbild: Hauskatze; Foto: julianemeyer.de Nächster Anzeigenschluss: 19. Februar 2015 Druckau age: 11 430 Exemplare ISSN-Nr. 1423-6869 Herstellung: ib-Print AG, CH-5703 Seon REDAKTION UND PRODUKTION Sandra Süess, s.sueess@katzenmagazin.ch REDAKTIONSSEKRETARIAT leserforum@katzenmagazin.ch Gefahren im Katzenhaushalt Wer seine Katzen in den heimischen vier Wänden hält, wähnt sie in Sicherheit. Doch auch im Haushalt können Gefahren auf unsere Büsi lauern, die uns manchmal weniger bewusst sind als die Risiken für Freigänger – in den trauten vier Wänden ist eben alles so vertraut! Wie Sie für ein möglichst katzensicheres Zuhause sorgen, erfahren Sie im KM 2/15. LEKTORAT Sylvia Senz ABONNEMENTENSERVICE Verlags Service, Via Zups 2, Postfach 10, CH-7013 Domat/Ems, Tel. +41 81 254 70 65, abo@ verlagsservice.ch PREISE IN DER SCHWEIZ Einzelnummer: Fr. 7.70 Jahresabo: Fr. 42.– Zweijahresabo: Fr. 82.40 PREISE IM AUSLAND Einzelnummer: Euro 6.– Jahresabo: Euro 48.– Zweijahresabo: Euro 87.– Abopreise inkl. Versandkosten & gesetzlich geltende MwSt. ALLGEMEINE INFORMATIONEN Das Katzen Magazin wird auf elementarchlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Sämtliche Artikel und Bilder sowie das Layout sind urheberrechtlich geschützt. Jeglicher Nachdruck sowie die elektronische Verbreitung im Internet oder auf CD, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Zuwiderhandlungen werden rechtlich geahndet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos usw. kann keinerlei Haftung übernommen werden. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge, Leserbriefe etc. geben die Meinung des Autors/Lesers wieder und müssen nicht den Redaktionsrichtlinien entsprechen. Anzeigen und Beiträge können ohne Begründung abgelehnt werden, beispielsweise, wenn sie nicht unseren Grundsätzen entsprechen. Das farbige, illustrierte «Katzen Magazin» erscheint zweimonatlich im RORO-PRESS VERLAG AG, Dietlikon und ist das o zielle Vereinsorgan von: Verein der Katzenfreunde Zürich, Katzenclub Aargau/Solothurn und Rassekatzen-Vereinigung Ostschweiz. Der Inhalt der Vereinsnachrichten liegt in der Verantwortung der zeichnenden Vereine. 36. Jahrgang Copyright by Geschichte der Katzen – (Teil 2/2) Domestikation Wie es einer kleinen Population von afrikanischen Wildkatzen gelang, sämtliche Kontinente zu besiedeln! Erleben Sie die wilde Achterbahnfahrt der Katzen: Aufstieg zu gottgleichen Wesen, mittelalterliche Verfolgung und Tod und dann doch noch der Aufstieg in unser aller Herzen. 78 « Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe. Rainer Maria Rilke » Katzen Magazin 1/15 Fotos: fotolia.de

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HABEN SIE ES SCHON GESEHEN? UNSERE NEUE WEBSITE IST ONLINE! Katzen Magazin – vielseitig – kompetent – unterhaltsam www.katzenmagazin.ch Das nächste KM erscheint in 35 Tagen Das Schweizer Katzen Magazin: ein Muss für Katzenfreunde! SUCHEN … lle Aktue e b Ausga ➜ Wildkatzen Wegwerfkatzen Evolution … uvm! ABO MAGAZIN THEMEN SUCHEN & FINDEN LINKS SERVICE ➜ HOME WARENKORB Aktuelle Ausgabe No 1 · Februar/März 2015 · CHF 7.70 www.katzenmagazin.ch In der sgabe llen Au aktue N ER BLÄTT T JETZ EREN ABON NI UPLOAD LESERFOTOS Ich bin‘s, Luzy! AUS DEM LEBEN EINER KATZE iniert es Nom des Jahr Star für den KLICKER-TRICKS Wildkatzen DROHENDE HYBRIDISIERUNG RATGEBER VERHALTEN KATZENKLO DAS RICHTIGE MANAGEMENT Kunststücke sind zwar nicht unbedingt nützlich, aber sie machen Spass und sind oft relativ einfach zu weiterlesen… Wegwer atzen TRAURIGE REALITÄT WILDKATZEN KLICKER-TRICKS: Männchen & Kreisel GESCHICHTE DER KATZE TEIL 1/2: EVOLUTION • GESUNDHEIT: EPILEPSIE Die Europäische Wildkatze wurde im 18. und 19. Jahrhundert infolge intensiver Bejagung stark dezimiert. weiterlesen… WEGWERFKATZEN VORSCHAU KLEINANZEIGEN www.qualipet.ch DER Online-Shop für Ihre Katze. Ein riesiges gut sortiertes Angebot erwartet Sie auf >> Britisch-Kurzhaar-Kätzchen zu verkaufen liebevoll aufgezogene BKH-Kätzchen suchen ab Ende März ein liebevolles schönes >> Ob es nun Halter sind, die nach dem Motto «defekte Ware gehört entsorgt» allzu schnell das Einschläfern weiterlesen… Das «Katzen Magazin» ist DIE Schweizer Zeitschrift für alle Katzenfreunde. Die vielseitigen, kompetenten und unterhaltsamen Beiträge richten sich gleichermassen an langjährige Besitzer, Liebhaber und Züchter. Testen Sie das «Katzen Magazin» und bestellen Sie gleich ein kostenloses Probeheft oder ein Schnupperabo – Für noch mehr Verständnis und Freude mit Ihrer Katze! Themen LETZTE KOMMENTARE CatAddict lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dor sit >> CatAddict lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dor sit >> RATGEBER VERHALTEN teilen Sie uns Ihre Meinung zu Artikeln und unserem Magazin mit, blättern Sie in der aktuellen Ausgabe, laden Sie Ihr Lieblings-Katzenfoto hoch und vieles mehr! RASSEPORTRÄT KORAT lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit Tauchen Sie ein in die spannende Welt der Katzen, Ratgeber / Lesesto LESERUMFRAGE MERKBLATT GIFTPFLANZEN lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit QUALZUCHT lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit GEFAHREN IM HAUSHALT lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit Kann Ihre Katze auch Tricks? Welche? Wie haben Sie ihr diese beigebracht? Bitte beachten: Wir behalten uns das Recht vor, die Antworten/Bilder auch im Magazin zu verö entlichen. Bitte schreiben Sie bei «Ihr Name» hin, was wir verö entlichen dürfen (z.B. Vorname, Initialen oder Anonym). ICH BIN‘S, LUZY Name Name der Katze TEXTEINGABEFELD lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit lorem ipsum dolor sit Foto hinzufügen (mind. 500KB) Absenden Antworten ansehen Copyright 2013 Schweizer Hunde Magazin IMPRESSUM KONTAKT VERLAG ES GIBT VIELES ZU ENTDECKEN – VIEL SPASS DABEI! www.katzenmagazin.ch

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