Magazin Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN

 

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Description

Die dritte Ausgabe des MAGAZINs der Samariterstiftung und der Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN hält wieder viele Geschichten aus dem Leben der Menschen rund um die Samariterstiftung parat. Ein gelungener Abschluss der 2014er-MAGAZIN-Serie.

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Zeit nehmen. Zeit schenken. ZEIT FÜR MENSCHEN Magazin Ausgabe 3, Dezember 2014 Plötzlich dement Wenn Erinnerungen im Nichts verschwinden Kirchberger Dialog Dialog über Generation Y und Gemeinwohl Denkrunde Jeder Einzelne will gewonnen werden Seite 6 Seite 7 Seite 12

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„Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit.” Antoine de Saint-Exupéry Liebe Leserinnen und Leser, es geht wieder auf die Weihnachtszeit zu. Eine besondere Zeit, die den Lauf der Dinge unterbricht. Auch eine Zeit, die mit ihren vielen Lichtern auf das eine Licht hinweist, dessen Kommen wir am Christfest erinnern und feiern. Gewiss auch eine Zeit, um innezuhalten und die alltäglichen und nicht alltäglichen Dinge in einem neuen Licht zu sehen. Ein wesentlicher Bestandteil der Weihnachtszeit ist das Schenken. Wir schenken Menschen, die uns wichtig sind und uns am Herzen liegen, allerlei Nützliches, Sinn­ volles, Schönes und hin und wieder auch etwas von unserer Zeit. Kinder schreiben – zumindest die jüngeren – mit Leidenschaft ihre Wunschzettel. Träume und Fantasien fließen ein und alles ist voll von der Sehnsucht, dass ein oder zwei (oder alle) Wünsche in Erfüllung gehen. Aber auch Erwachsene haben sie: oft sehen die Träume anders aus, werden nicht aufgeschrieben, nicht einmal an Weihnachten. Dennoch gibt es sie, mit all der großen ­ Sehnsucht. Aber natürlich stimmt auch das: Erwachsene tun sich anders als Kinder oft schwer damit zu schenken und ­ sich beschenken zu lassen. Löst das Geschenk womöglich die Notwendigkeit eines Gegen-Geschenks aus? Was, wenn ich jemanden vergesse, der mich beschenkt? ­Eigentlich braucht es diese vorweihnachtliche Nervo­­­­s­ ität aber nicht. Das Geschenk ist Geschenk. Schenken ist „soziales Handeln“, sagt Gerhard Schmied, Kulturund Religionssoziologe. Der Mensch schenkt etwas, um Beziehungen zu bestätigen, lebendig zu halten und zu entwickeln. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft. In dieser Redensart findet sich eine klare Botschaft: Für ein gutes Miteinander, für Freundschaften und Beziehungen braucht es kleine Geschenke (von denen man die meisten übrigens nicht kaufen kann) als ­ Zeichen der Wertschätzung, der Nähe, des Vertrauens. Keine Theorie, sondern Lebenspraxis. Von Menschen, die in diesem Sinn schenken, erzählt dieses Magazin. Magdalena Heinrichs schenkt als Quartierskoordina­ torin ihre Kraft und Ausdauer dem Miteinander im Stadtviertel, dem Quartier Feuerbach (S. 34  /  35). „Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in Dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zu­ vor Dich reichlich b ­ elohnt“, dichtet Joachim Ringelnatz. Als hätte er Claudia Müller-Grotjahn gekannt. Sie hat Beschäftigte der Werkstatt an der Schanz zum Weidenflechten gebracht und ihnen Freude, Selbstvertrauen und Sicherheit g ­ eschenkt (S. 8  /  9). Alles unbezahlbar, alles nicht zu kaufen. Denis Dörrich schenkt Sicherheit, indem er sein Fachwissen dafür einsetzt, dass wir am Arbeitsplatz sicher sind. So können wir uns voll auf unsere Kernaufgabe konzentrieren und uns um Menschen kümmern, die Hilfe und Unterstützung brauchen (S. 20 / 21). „Schenke mit Geist, ohne List. Sei eingedenk, dass Dein Geschenk Du selber bist“, erinnert uns Ringelnatz. Geschenke sind keine Waren, die wir kaufen oder tau­ schen. Und wo sie das geworden sind, da haben sie aufgehört, wirkliche Geschenke zu sein. Das Schenken folgt nicht der ökonomischen Vernunft, sondern der Teilhabe an der Freude des Anderen, an der Freude des nahen oder hin und wieder auch fernen Mit-Menschen. Wer schenkt, ist ganz dabei und erwartet nichts. Wer wirklich und von Herzen schenkt, ist so frei. Alle Jahre wieder Weihnachten. Lichter strahlen, Geschenke machen Freude. Halleluja in Kirchen und auf Plätzen. Beschenkte, die schenken. Eine alte Erinnerung: Die Welt und wir Menschen erscheinen in einem neuen Licht. In diesem Licht und von diesem Licht her sind wir alle Beschenkte, die schenken. Ganz praktisch. Mitten im Leben. In diesem Sinn eine schöne Bescherung und gesegnete W ­ eihnachten! Herzlichst 2 Reinhard Gradmann Geschäftsführer der Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN Sabine von Varendorff Redaktionsleitung

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Zeit nehmen Werkstattgespräch Wendlingen / Münsingen Zeit nehmen Plötzlich dement Zeit nehmen Kirchberger Dialog – eine demokratische Alternative wächst Zeit schenken 10 Jahre „KoSoLeP” ZEIT FÜR MENSCHEN Denken in der Runde bringt viele Ideen auf den Tisch WIR HELFEN MENSCHEN Auf 26 Seiten die Samariterstiftung erleben. 4 6 7 8 10 1214 Zeit schenken Ein lebendiger Prozess ZEIT FÜR MENSCHEN Weil Sie es wert sind Das MAGAZIN finden Sie im Anschluss an das MAGAZIN der Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN.

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Zeit nehmen Zum Glück sind alle anders – Faszination Inklusion Was ist Inklusion – was aber auch nicht? Vom Reden zu praktischen Lösungen. guter Prediger auf der Kanzel, und gilt doch als behindert. Macht es wirklich Sinn in behindert / nichtbehindert zu unterscheiden? Oder ist es nicht stimmiger, bei allen Menschen hinzuschauen, was ­ jede und jeder gut kann und wo es einen Hilfebedarf gibt. Sei es durch Lernschwierigkeiten, körper­ liche Beeinträchtigung oder etwa eine Demenz. „Frag nicht, was nicht geht, ­sondern schaue, was geht!“, so das Credo von Matthias Berg, elf­ maliger Para­ lympics-Goldmedaillengewinner und Weltrekordhalter im Weit- und Hochsprung und z ­ugleich stellver­ tretender Landrat im Landkreis Ess­ lingen. „Unsere Gesellschaft muss die Kunst des Zusammenlebens von sehr verschiedenen Menschen ein­ üben“, sagt Rainer Schmidt. Der Pfarrer, Buchautor und Kabarettist schöpft aus eigenen Erfahrungen, denn Schmidt wurde ohne Hände und mit einem verkürzten Bein ge­ boren. „Behinderung irritiert“, sagt Schmidt: „Wie gibt man jemandem die Hand, wenn der keine hat?“ Rainer Schmidt hat längst sein Ab­ ­ itur und ist inzwischen Dozent am Pädagogisch-Theologischen Institut in Bonn. Beim Werkstattgespräch in Wendlingen regt er zu Antworten an und eröffnet neue Perspektiven. Reinhard Gradmann „Was müssen wir tun, damit Sie bei uns das Abitur machen können?“ Diese Frage stellte 1982 der Direktor eines Gymnasiums R ­ ainer Schmidt, einem behinderten Sonder­ schüler. Er stellte damit die inklusive ­ Frage schlechthin. Wie müssen sich Schu­ len, Firmen, Vereine, Kirchen­ ge­ meinden und Privathäuser verän­ dern, um allen Menschen gerecht zu werden? Müssen Gebäude ver­ ändert werden oder doch eher der Unterricht, die A ­ rbeit, das Vereins­ leben? Außerdem: Wer und was hilft bei dieser Herausforderung? Was ist eigentlich eine Behinderung? Wenn Behinderung die Ab­ weichung von einer Norm und einen erhöhten Bedarf an Hilfe­ leistung beschreibt, ist jeder von uns in seinem Lebensverlauf mehr­ fach behindert. Nach der Geburt ist keiner von uns allein lebensfähig, im Lauf des Lebens sind wir mehr­ fach gesundheitlich eingeschränkt, manche sind im analytischen Den­ ken eine Niete, andere im Sport. Ein Mann ohne Arme oder Hände kann ein hervorragender stellver­ tretender Landrat sein oder ein sehr 4

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WERKSTATTGESPRÄCHE 2015 25. FEBRUAR 2015 WERKSTATT AM NECKAR Heinrich-Otto-Straße 20 73240 Wendlingen Beginn 18.30 Uhr Impuls: Rainer Schmidt Es antworten: Dipl. Wirt.-Ing. Jürgen Hahn, Geschäftsführer der Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co. KG Barbara Andreas, Rektorin der Bodelschwingh Schule, Nürtingen Klaus Käppeler, MdL, Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein Wolfgang Bleher, Leiter des Referats Einglieder­ ungshilfe der ­Samariterstiftung 4. MÄRZ 2015 WERKSTATT AN DER SCHANZ Graf-Zeppelin-Straße 3 72525 Münsingen Beginn 18.30 Uhr Impuls: Matthias Berg Es antworten: Johannes Schwörer (angefr.), Geschäftsführer der Schwörer Haus KG Annegret Mammel, Rektorin der Johannes Wagner Schule, Nürtingen Dr. Monika Stolz, MdL Ministerin a.D. (angefr.) Politik Wolfgang Bleher, Leiter des Referats Eingliederungshilfe der ­Samariterstiftung 3/2014 MAGAZIN 5

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Zeit nehmen „Plötzlich dement“ Wenn Erinnerungen im Nichts verschwinden Plötzlich ist alles anders! Fast alle Söhne und Töchter stehen irgend­ wann vor der Frage: Wie umgehen mit älter werdenden Eltern? Nach einem Unfall oder einer Krankheit tritt plötzlich der Fall auf: Pflege ist notwendig – allein zu Hause geht nicht mehr. Immer öfter s ­ tehen Söhne und Töchter vor der Situa­ tion, dass plötzlich eine demenziel­ le Entwicklung eintritt – manchmal schleichend, manchmal sehr plötz­ lich und massiv. „Ich habe meinen Eltern versprochen – niemals ins Heim!“ Mit einem solchen Verspre­ chen leben viele und pflegen die Eltern selbst zu Hause. Die Erfah­ rungen sind manchmal beglückend und manchmal sehr schwierig. Durch die Krankheit und die hohe Belastung gerät das Verhältnis zu den Eltern unter Umständen aus der Balance. Viele beschäftigt die Frage: Wann ist es besser zu Hause zu pfle­ gen und wann ist eine Betreuung in einem guten Pflegeheim besser für alle Beteiligten? Wie gehe ich mit meinem schlechten Gewissen um? Wie lebt es sich in einem modernen Altenheim wirklich? Wo bekommen meine Eltern die beste Betreuung – im Heim oder zu Hause mit einem ambulanten Pflegedienst? Hartwig von Kutzschenbach, Vorsit­ zender der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. und Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes für alte Menschen im Landkreis Esslingen, weiß zu diesen inneren Kon­ flikten aus seiner Praxis viel zu sagen. Er gibt bei der Veranstaltung im Samariterstift Pfullingen eine Einführung in die Fragen zur De­ menz. Anschließend ­ berichten zwei Angehörige von ihren unterschied­ lichen ­ Erfahrungen mit Pflege: Eine, die sich entschieden hat, den Part­ ner ins Heim zu geben, und eine, die zu Hause pflegt. Was waren die Gedanken bei der Entscheidung, wie sind jetzt die Erfahrungen? Der Abend bildet einen intensiven Auftakt zur Eröffnung der Ausstel­ lung „Blaue und graue Tage – Por­ traits von Demenzkranken und ih­ ren Angehörigen” der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg, in die Nicole Hartmann einführen wird. Vier Paare haben sich auf ein Experiment eingelassen und über einen längeren Zeitraum immer wieder von Claudia Thoelen Por­ traitaufnahmen anfertigen lassen. Sie haben Einblicke in eine persön­ liche Sphäre erlaubt, die nun dazu helfen, mehr Öffentlichkeit, Infor­ mation, Verständnis, Unterstützung und vor allem mehr Anerkennung für pflegende Angehörige zu er­ reichen. Reinhard Gradmann Die Ausstellung ist vom 14. Januar bis 09. Februar 2015 im Samariterstift Pfullingen, Hohmorgenstrasse 15 zu sehen. Veranstalter: PFULLINGER STIFTUNG Zeit für Menschen, Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e. V. und das Samariterstift Pfullingen. 6

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Zeit nehmen Eine demokratische Alternative wächst Kirchberger Dialog baut Brücken zwischen Generationen Wenn Führungskräfte nachdenken, gehört das zu einer ihrer wichtigs­ ten Aufgaben. Wenn aber Führungskräfte aus der Industrie, dem Handel und der So­ zialwirtschaft gemeinsam nachden­ ken, kommt ein echter Dialog mit erstaunlichen und neuen Erkennt­ nissen dabei heraus – und so man­ ches ganz praktische Projekt. So führte ein Beitrag beim letz­ ten Dialog Anfang dieses Jahres dazu, dass im Oktober das Projekt „GORILLA“ mit zwei Realschu­ len und zwei Förderschulen bei gemeinsamen Workshops in ge­ ­ lebter Inklusion stattfinden konn­ te. Oder dass in einem Perspektiv­ wechsel Führungskräfte jeweils in einem Praktikum in der fremden Welt der Pflege oder der Industrie andere Realitäten kennenlernen. Zum 10. Mal öffnet das Kloster Kirchberg bei Horb seine Pforten für etwa 70 Führungskräfte, je zur Hälfte aus Wirtschaft und Sozial­ wirtschaft. Immer steht ein Thema im Mittelpunkt, das für beide Seiten wichtig ist, aber auf das auch völ­ lig unterschiedlich geschaut wird. „Arbeit – was soll’s – Generation Y ­ und die Gemeinwohl-Ökonomie“ ist diesmal das Thema. Ist eine an­ dere Art des Wirtschaftens und der Ökonomie denkbar? Wie „ticken“ junge Führungskräfte der Genera­ tion Y, für die Karriere nur ein As­ pekt neben Familie und sozialem Leben bedeutet und damit so man­ chem Personalchef der alten Schule Kopfzerbrechen bereiten? Reinhard Gradmann ARBEIT – WAS SOLL’S? GENERATION Y UND DIE GEMEINWOHL-ÖKONOMIE Impulse: • Generation Y – Leistungsdenken ohne uns? Einblicke in das Denken und die Werte der Gene­ ration, die jetzt in die Gesellschaft und Berufswelt drängt Ursula Kosser, Chefin vom Dienst für RTL und n-tv im Landesstudio München • Alte Schlachtrosse und junge Hüpfer. Vom Zusammenspiel älter werdender und junger Führungskräfte in Unternehmen Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ­ • Die Gemeinwohl-Ökonomie – Nutzen und Sinnstiftung oder nur eine neue Mode? Christian Felber – Buchautor, Lektor an der Wirt­ schaftsuniversität Wien, Initiator der „GemeinwohlÖkonomie“ und „Bank für Gemeinwohl“, Österreich • Anders arbeiten – die Kollegiale Coaching ­Kon­ferenz® (KCK) Stephanie Schäfer, Leitung Coachingzentrum ­Führungsakademie Baden-Württemberg WORKSHOPS • Sprache formt Wirklichkeit – präsent sein, klar sprechen, kraftvoll handeln Astrid Weidner, diplomierte Wirtschaftsingenieurin und systemische Beraterin, von Geburt an blind. • Die Kraft der kollektiven Intelligenz – wenn sich eine Gruppe von Menschen synchronisiert. François Michael Wiesmann, Coach für Gemein­ schaftsprojekte in Deutschland und der Schweiz • Generation Y – Transformierung der Arbeit und die neue Art des Wirtschaftens Joscha Lautner, Gründer des Impact Hub Munich • Die Stimme der Führungskraft – über die Gesangsstimme effektiv führen ­ Kathrin Keune, Organisationsberaterin, Bio­ ­ MedizinZentrum Ruhr, Bühnenerfahrung in Oper und Theater ANMELDUNG Bis 10. Januar 2015 über die 07022 505 255 oder per E-Mail an ingrid.friesenhan@samariterstiftung.de 3/2014 MAGAZIN 7

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Zeit schenken Zehn Jahre KoSoLeP Auszubildende der Firma Bosch lernen in anderen Welten „Vertrauen schenkt Flügel …“ Doch seit der vielzitierte Goethe diese Maxime aufgestellt hat, hat sich die Sozialisation der Heranwach­ senden geändert. Auch die Gesell­ schaft selbst ist in neue Strukturen hineingewachsen. Mehr Kinder mit Migra­ tionshintergrund, Fami­ lien mit nur einem Elternteil, oder Kinder mit niederem Bildungsab­ schluss – diese und ähnliche Fak­ toren machen es mitunter schwer, den Heranwachsenden Werte wie Respekt, Wahrhaftigkeit, Sicherheit und Gerechtigkeit zu vermitteln oder besser noch vorzuleben. Des­ halb ist dem sozialen Lernen in den vergangenen Jahrzehnten beson­ dere Bedeutung zugewachsen. Der Begriff des sozialen Lernens kommt aus der Lernpsychologie. In ab­ ge­ wandelter Bedeutung wurde er von der Sozial­ pädagogik aufgenom­ men. Das soziale Lernen ist eine der Grundlagen für handlungsorien­ tiertes, problem­ lösendes Lernen. Unter sozialem Lernen versteht man den Erwerb sozialer und emo­ tionaler Kompetenzen. Dazu ge­ hören: die Entwicklung von Wahr­ nehmungsfähigkeit, Kontakt- und Kommunikations­fähigkeit, Empa­ thie, Verschwie­ genheit, Koopera­ tions- und Konflikt­ fähigkeit sowie Zivilcou­ rage. Soziales Lernen wur­ de in den 70er- und 80er-Jahren als ­ Gegensatz zum individuellen Lernen im Unterricht verstanden. Doch soziales Lernen kann viel mehr sein. Das zeigt die seit zehn Jahren ­ bestehende Kooperation zwischen der Firma Bosch und der Samariterstiftung. „KoSoLeP“ – „Kooperation sozia­ les Lernen in Projekten“ heißt die­ se Initiative des weltweit tätigen Industrieunternehmens. Seit 2005 stellt es alle seine Auszubilden­ den im zweiten Lehrjahr für zehn Tage frei, damit sie einen Einblick in die ihnen weitgehend fremde Lebens- und Berufswelt sozialer Einrichtungen gewinnen können. Gemeinsam mit Vertretern der Bruderhaus-­ Diakonie, der Körper­ behindertenförderung Neckar Alb und der Samariterstiftung werden jährlich etwa 25 verschiedene Pro­ jekte für insgesamt 80 Auszubilden­ de entwickelt, in denen die jungen Leute über ihren Tellerrand blicken können. „Diese langjährige Koope­ ration zwischen Sozialträgern und einem Wirtschaftsbetrieb ist für uns alle eine Bereicherung“, sagt Gabriele Blum-Eisenhardt, die für ­ die Samariterstiftung das AzubiProjekt koordiniert. Maßgeblich für den langjähri­ gen Erfolg von KoSoLeP ist eine gute Vor- und Nachbereitung der einzelnen Projekte. Dazu gehört, ­ dass sich soziales Lernen in konkre­ ten Bewährungsfeldern außerhalb des Ausbildungsbetriebes ereignet. Innerhalb des Projektes wird eine ethische Orientierung vermittelt, und das soziale Lernen lebt vom Wechsel zwischen Handeln und Reflexion. So wird theoretisch in die praktischen Projekte eingeführt und in Auswertungsgesprächen die gemachten Erfahrungen beleuch­ tet. Die Kooperation zwischen der Samariterstiftung und Bosch bietet Antworten auf die Frage, warum sich junge Menschen sozial enga­ gieren sollten. Sie schenkt Sinn. Wer Fähigkeiten und Kompeten­ zen erwirbt, die sein eigenes „Ich“ mit anderen Menschen zu einem „Wir“ werden lässt, dessen Wurzeln wachsen tiefer und dessen Flügel werden am Ende kräftiger sein. Hier wird Wissen nicht nur theoretisch aufgesetzt, sondern tief erlebt. „Ich hatte Respekt vor dem Pro­ jekt und dachte nicht, dass ich so schnell Kontakt zu den demenziell erkrankten Bewohnern bekomme“ sagt Christian Klein (Name v.d.R. geändert). Der junge Mann hatte bis zum Projektbeginn noch nie ein Pflegeheim betreten. Gemeinsam mit zwei weiteren Auszubildenden der Firma Bosch berichtet er von den zehn Tagen, die sie gemeinsam im Samariterstift im Mühlenvier­ tel in Tübingen verbrachten. „Vor allem der Umgang mit den Men­ schen mit Demenz war eine wich­ tige und bereichernde Erfahrung für uns“, meinten alle drei. Gabriele Blum-Eisenhardt weiß von einzelnen „Boschlern“, die selbst nach dem Projekt noch Kontakt zu 8

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Bewohnern hielten, die sie besucht, betreut oder mit denen sie gespielt hatten. „Es wächst so etwas wie Vertrauen. Wir haben uns aufei­ nander gefreut“, sagt Constanze Buch (Name v.d.R. geändert), die mit den alten Menschen gespielt hat. Das Christiane-von-Kölle-Stift in Tübingen sowie die Werkstatt an der Schanz in Münsingen und das Samariterstift Grafeneck mit einer Wohngruppe für chronisch psychisch kranke Menschen und der Bioland Landwirtschaft bie­ ten jungen „Boschlern“ weitere Erfahrungsmöglichkeiten im Um­ gang mit Menschen, die für sie ansonsten eher am Rande der Ge­ sellschaft anzutreffen sind. „Die jungen Aus­ zubildenden haben ein gutes Gespür für unsere Bewoh­ ner entwickelt und sich schnell integriert“, erzählt Inge Geprägs, Leiterin der Wohngruppe in Gra­ feneck und berichtet, wie Einzelne durch die besondere Aufmerksam­ keit der jungen Leute richtig auf­ geblüht sind. Außerdem gab es mit den Mitarbeitenden ­ intensive Gespräche über psychische Erkran­ kungen und ihre Hintergründe. „Das ist genau das, was wir möch­ ten. Es soll mehr Verständnis für die Belange der Menschen, die bei uns leben und arbeiten, wachsen“, re­ sümiert sie. Nun ist Grafeneck gewiss ein ganz besonderer Ort, der mit seiner Ge­ schichte kaum unberührt lässt. So zeigten sich die jungen Boschler sehr bewegt nach der Führung in der Gedenkstätte Grafeneck. Nach ihren ganz persönlich gemachten Begegnungen mit den Bewohnern und Beschäftigten in Grafeneck und in Münsingen war es für sie un­ vorstellbar, was Menschen in Zeiten der Euthanasie angetan worden ist. KoSoLeP – ein Geburtstagskind, das etwas zu sagen hat: „Soziales Ler­ nen stellt eine Art politische und gesellschaftliche Elementarbildung dar: Es werden Verhaltensweisen, Sichtweisen und Eigenschaften eingeübt und erlebt, die als Be­ standteile politischen ­ Bewusstseins unverzichtbar sind. Soziales Lernen hat deshalb auch eine politische ­Dimension.“ sov/blum „… Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.” Johann Wolfgang von Goethe 3/2014 MAGAZIN 9

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Zeit schenken Ein lebendiger Prozess Feuerbacher Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN auf der Zielgeraden Die Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN bekommt Zuwachs. Eine ­ weitere Tochter wächst ihr zu. Bis Anfang kommenden Jahres wird es in Feuerbach eine weitere Stiftung ­ geben. Selbstredend sind alle Leit­ ­ linien der Mutterstiftung Grund­ lage i ­hrer ­ Arbeit. Doch wie nahezu alle sechs Tochterstiftungen wird auch Feuerbach stark lokal veran­ kert sein. Zu den Gründungsstif­ tern in Feuerbach zählen die Firma Bosch, die BW-Bank und Bürgerin­ nen und Bürger aus dem Quartier. Weitere Mit­ stifter werden gesucht. Denn in Feuerbach und Umge­ bung haben sich vornehmlich im Quartier „Feuerbacher Balkon“ zahl­ reiche Parteien zusammenge­ funden, die hier wohnen und le­ ben und vor allem L ­ eben gestalten wollen. Dies sind zum einen die Wohnungs­ eigentümer rund um den Kitzbüheler Weg. Hier woh­ nen Familien, Menschen mittleren Alters, betagte im Servicehaus der Samariterstiftung, Menschen mit Behinderung im bhz Stuttgart e.V., und schließlich tummeln sich die Kleinen in der Kindertagesstätte des CJD. Auch die örtlichen Kirchen­ gemeinden und andere bürger­ schaftliche ­ Gruppierungen gestal­ ten den ­ Alltag vor Ort mit. „Das funk­tionierende ­Zusammenleben ist die gemeinsame Aufgabe ­ aller“, sagt Reinhard Gradmann, Ge­ schäftsführer der Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN. Es entspreche der UrIdee von Teilhabe und Inklusion, dass alle diese Menschen zusam­ men das Leben im Quartier gestal­ ten. Bereits seit November 2012 treffen sich Interessierte zweimal im Jahr, um Ideen zu sammeln, wie sich das Quartier gestalten oder im wahren Wortsinn beleben lässt. Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Quartiersbüro eröffnet, wel­ ches zwei Mal in der Woche feste Sprechzeiten anbietet. Dort und vor allem bei Magdalena Heinrichs, der neuen Koordinatorin für Quar­ tiersentwicklung im Wohnquartier 10

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WEITERE INFORMATIONEN ZUR FEUER­ BACHER STIFTUNG: Quartiers­büro Feuerbacher Balkon Magdalena Heinrichs Sprechzeiten: Dienstag 8 bis 10 Uhr Donnerstag 16 bis 19 Uhr Telefon 0711 814 779 102 „Feuerbacher Balkon“ laufen die Fäden für nachbarschaftliches und generationenübergreifendes Woh­ nen zusammen. „Ich erlebe hier eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt­ lichen auf Augenhöhe“, sagt sie. Das ist ein imponierender Eindruck, denn immerhin ist sie erst seit wenigen Wochen im Amt. Mittel­ ­ punkt des Wohnquartiers „Feuer­ bacher Balkon“ ist das Samariter­ stift. Hier leben 29 Parteien. Einige der Bewohnerinnen und Bewohner haben Hilfebedarf. „Aber auch sie möchten unter die Leute“, sagt Magdalena Heinrichs. Für sie ist sie die Anlaufstelle und organisiert den optimalen Ablauf der Hilfen sowie eine abwechslungsreiche und erfüll­ te Freizeit. „Wir haben hier sehr vie­ le Angebote und Veranstaltungen, bei denen sich Menschen begeg­ nen können“, berichtet Heinrichs. Sie zählt auf: „Kaffeetrinken am Nachmittag, Mittagstisch, Besuch von Veranstaltungen, LiteraturkreisLesungen und Spielenachmittage.“ Die 44-jährige hat noch unzählige Ideen für Angebote im Kopf. Doch zu deren Realisierung braucht es Ehrenamtliche. Ehrenamtliche, die über die Feuerbacher Stiftung und deren Engagement gewonnen wer­ den können und zu verlässlichen Größen werden. Denn Magdalena Heinrichs ist nur diejenige, die den Anstoß geben kann. Damit ein An­ gebot kontinuierlich zur Verfügung stehen kann, braucht es Menschen, die sich verbindlich und konsequent dafür engagieren. „Menschen, die gesellschaftlich etwas zum Besseren verändern möchten, sind genau die Menschen, die solche Angebote mit Leben füllen können.“, erklärt sie. Heinrichs, die Koordinatorin der neuen Feuerbacher Stiftung sein wird, wünscht sich, dass viele Men­ schen aus Politik, Kultur, Gesell­ schaft und der Wirtschaft ihr neues soziales Zuhause in der Feuerba­ cher Stiftung finden werden. Denn mit Hilfe der Stiftung lassen sich langfristig Projekte und Program­ me realisieren, die das inte­ grative Zusammenleben im Quartier för­ derten. Die neue Koordinatorin hat eigentlich Kulturwissenschaften, Erziehungswissenschaft und Kunst­ geschichte studiert, verfügt aber bereits über einiges an Erfahrung in Sachen Koordination von bürger­ schaftlichem Engagement und Ver­ netzung ins Gemeinwesen. Bei der Samariterstiftung ist sie zu 50 Pro­ zent angestellt. Ihre Halbtagsstelle ist zu 80 Prozent über einen Bei­ trag der Deutschen Fernsehlotterie finanziert und als Modellprojekt auf ­ drei Jahre begrenzt. Das Konzept der ­ Quartiersentwicklung ist für die ­ Samariterstiftung von großer Bedeutung. Deshalb wünscht sie ­ sich für die weitere Quartiersent­ wicklung Mitarbeitende, die mit Ideen und Finanzmitteln unter­ stützen. „Quartiersarbeit ist unsere Zukunft. Wenn Menschen in ihrer nächsten und engsten Umgebung den nötigen Hilfebedarf abrufen können, dann ist es ihnen möglich, lange selbstbestimmt und eigen­ ständig zu leben“, sagt Reinhard Gradmann. Aktuell werden in Feuerbach dringend Menschen ge­ sucht, die bereit sind, gemeinsam einen Nachbarschaftsdienst aufzu­ bauen. „Mit zwei Stunden in der Woche wäre in dieser Sache schon viel bewegt“, erklärt Heinrichs. Vor­ aussetzungen braucht niemand für diese Tätigkeit. Des Weiteren wird jemand gesucht, der jeden zwei­ ten Freitag von 19 bis 21 Uhr einen Abend mit Musik und Spiel anbie­ ten kann. Dabei ist an Kartenspiele, Schach und vieles mehr gedacht. Ein Klavier steht im Eck, aber es kann natürlich auch der CD-Spieler laufen. Wichtig ist bei allen Ange­ boten, dass sie dauerhaft in das Konzept integriert werden können. Ein weiteres großes Projekt ist die „Zeit-für-Menschen-Börse“, die bis zum Frühjahr 2015 wahr werden soll. Andreas Schlegel 3/2014 MAGAZIN 11

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ZEIT FÜR MENSCHEN Jeder Einzelne will gewonnen werden Denken in der Runde bringt viele Ideen auf den Tisch Beim 4. Treffen der Sprecher der sechs Stiftungen unter dem Dach von ZEIT FÜR MENSCHEN und der Vorstände der Freundeskreise der Samariterstiftung stand die Ein­ ladung an potenzielle Einwohner im Ort im Mittelpunkt, die bereit sind, sich etwas Zeit für einen Mit­ menschen zu nehmen. Die gibt es, da sind sich alle sicher. Aber wie finden? Die Runde wendet einen einfachen Trick an: In Gruppen werden ver­ schiedene Fotos ausgesucht und dem unbekannten Wesen auf dem Foto ein Name und eine angenom­ mene Biografie verpasst. Dann die Frage: „Was muss passieren, da­ mit diese Person bereit ist, jemand aus dem Seniorenzentrum zu einer Veranstaltung oder einem Gottes­ dienst zu begleiten?“ Erstaunlich: Wo vorher eher die Meinung herrschte, es sei fast un­ möglich Menschen anzusprechen und Nachwuchs für unsere Stiftung oder den Freundeskreis zu gewin­ nen, sprühten plötzlich die Ideen. Von „einfach direkt mal anspre­ chen und selbst zur Probe einmal mitnehmen“ über „direkt bei den eigenen Hobbys und dem Können der Person anknüpfen“ über den Zuspruch „ich glaube, Sie können das“ zu „Du bist der Richtige für uns“ waren viele Einfälle dabei. Und die Einigkeit: Man muss die richti­ ge Frage stellen. Aber auch: Es geht nicht um viele Menschen, es bleibt die Herausforderung, jeden und jede Einzelne zu gewinnen. Hintergrund des Nachdenkens ist der Wunsch der Häuser, mehr Men­ schen zu finden, die ganz einfach einen anderen Menschen ein- oder mehrmalig begleiten. „Viele unse­ rer Bewohner sind so rüstig, dass sie gern einmal den Pferdemarkt in Leonberg besuchen würden. Es ist jedoch eine 1-zu-1-Begleitung nötig. Das können wir nur im ge­ ringen Umfang leisten. So bleiben Menschen im Haus, die sich un­ heimlich über einen Ausflug freu­ en würden“, sagt Irmgard Vogel, Hausleiterin in Leonberg. Warum nicht einmal einen Menschen mit­ nehmen, wenn ich sowieso den Gottesdienst besuche? Die Idee: Es können ganz einfach alle mithelfen, ohne dass man sich gleich für einen festen regelmäßi­ gen Termin verpflichten muss. Es ist gleichgültig, ob ich einmal im Jahr oder jeden Monat Zeit schenken möchte. Hauptsache, die Hauslei­ tung weiß, dass sie mich mal fragen kann. 12

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Außer den kreativen Ideen ist der Austausch unter den Stiftungen und Freundeskreisen wichtig. Wer hat was für gute Erfahrungen ge­ macht? Deshalb wandert die gute Idee des „White Dinners“ von Leonberg nach Münsingen und der ­ Diavortrag über die Reise durch Ti­ bet von Pfullingen nach Leonberg. Es ist zu spüren: Da sind Menschen ehrenamtlich versammelt, denen andere Menschen wirklich wichtig sind. Reinhard Gradmann „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“, mit d ­ ieser Aufforderung hat seinerzeit der d ­ amalige Präsident der USA John F. Kennedy versucht, die Menschen aus ihrer Lethargie zu locken. Dieses Motto kam damals wie h ­ eute nicht sehr gut an, gehört es doch zum Wesen einer ­ Demokratie, dass der Staat eigentlich Dienstleister des Bürgers ist und nur in totalitären Diktaturen ­ gilt, dass der Bürger zuerst fragen sollte, wie er dem großen Ganzen nützen kann. Aber der heutige Staat ist mit vielen Aufgaben überfor­ dert. Er braucht Unterstützung. Die Stiftung ZEIT FÜR M ­ ENSCHEN mit ihren mittlerweile sechs Tochterstiftungen ist eine solche Unter­ stützung. Miteinander reden, sich gegenseitig die Bälle zuspielen und dort helfen, wo es nötig ist – das ist es, was die 250 Stifterinnen und Stifter mit Herzblut und zum Wohl der Gesellschaft machen. Bürger leben Werte, damit diese in der Gesellschaft aufgehen. So versteht auch Erich Hil­ denbrandt, Kennedys Aufforderung.Der Stuttgarter Immobilienunter­ nehmer, der vor fast dreißig Jahren die zerstörte Bronze Skulptur „Der Denkpartner“ (im Bild unten) kaufte, instand setzen ließ und der Stadt Stuttgart leihweise vermachte, setzt sich sowohl als G ­ eschäftsmann wie als Privatperson dafür ein, Menschen zu unterstützen, die sich selbst nicht mehr helfen können. Den „Denk­ partner“ führt er als Firmenlogo und ist ihm insoweit verpflichtet, das er beim Handeln stets über den eigenen Tellerrand hinaus­ denkt. „Das ist gelebte und vor ­allem notwendige ­christ­liche Nächstenliebe.” Sabine von Varendorff 3/2014 MAGAZIN 13

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ZEIT FÜR MENSCHEN Weil Sie es wert sind Drei tolle Preise als Dank für neue Zustifter von ZEIT FÜR MENSCHEN ­ Die Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN ist in diesem Jahr zehn Jahre alt. 2004 haben sich 43 Menschen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zusammengetan, um eine Stiftung ins Leben zu rufen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, anderen Menschen, die am ­ Rande der Gesellschaft stehen, eine Freu­ de zu machen. Dass ZEIT FÜR MENSCHEN in den vergangen ­ zehn Jahren so erfolgreich arbeiten konnte, verdankt die Stiftung, eine Initiative der Samariterstiftung, vor allem den engagierten Stifterinnen und Stiftern, die immer wieder per­ sönliche Zeit und Herzblut in die Entwicklung der Geschichte der ­ Stiftung gesteckt haben. Inzwischen sind bei ZEIT FÜR MEN­ SCHEN 260 Engagierte aktiv. Erst kürzlich, bei der Jubiläumsveran­ staltung im Neuen Schloss konnten wieder 15 weitere Zustifter gewon­ nen werden. Sie haben mit Geld­ spenden zwischen 500 und 12.000 Euro die Arbeit von ZEIT FÜR MEN­ SCHEN gewürdigt und wieder ein gutes Stück voran gebracht. Unter den neuen Stifterinnen und Stif­ tern und deren V ­ ermittlern sind im Jubil­ äumsjahr der Stiftung drei Prei­ se verlost worden. Mit einer Well­ ness-Reise in eines der schönsten Wellness und Spa-Hotels in Südtirol werden das Ehepaar Brigitte und Dr. Volker Paffenholz für ihr Tun ge­ ehrt. Sie dürfen ins Engel Spa Resort 14

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ins Eggental reisen. Der Engel liegt eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, gekennzeichnet von weitläufigen Wiesen, dichten Wäl­ dern, schroffen Felsen und einer unglaublich vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Diese ­ unvergleichlich schöne Welt der Dolomiten wird ganz sicherlich die Sinne positiv anregen, und Abstand von der alltäglichen Routine gewinnen las­ sen. Den zweiten Preis, eine Reise für zwei Personen zur Bundesgar­ tenschau 2015 nach Brandenburg gewinnt Rainer ­ Wellen. Cornelia Schad erhält den dritten Preis, ei­ nen Gutschein einzulösen in einem der Samocca-Cafés der Samariter­ stiftung. Auch diese neuen Zustifter haben es sich zum Ziel gesetzt, Pro­ jekte in den Häusern der Samariter­ stiftung und deren unmittelbarer Umgebung einzurichten, die dazu beitragen, dass Menschen mit see­ lischen ­ Behinderungen, Menschen im Alter und chronisch psychisch kranke Menschen ein Mehr an Lebenslust und -freude erfahren. ­ „Erst wenn Bürger Werte leben, gehen diese in der Gesellschaft auf“, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident bei der Jubilä­ umsveranstaltung von ZEIT FÜR MENSCHEN. „Wir sind stolz darauf, dass sich genau solche Menschen unter dem Dach von ZEIT FÜR MENSCHEN zusammengefunden haben“, sagt Reinhard Gradmann, Geschäfts­ führer der Stiftung. red Die Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN bedankte sich anlässlich des 10-jährigen Jubiläums mit einem Blumengruß bei allen Stifterinnen und Stiftern für ihre Treue und das jahrelange Engagement zuguns­ ten der Stiftung. 3/2014 MAGAZIN 15

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