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KOSTENLOS // Ausgabe 08_2014 Das junge Magazin aus dem Mühlenbecker Land IM WORTGEFECHT DIE NEWCOMERBAND 3A AZUBIFLASH DER AUSBILDUNGSPLATZ GENERATOR WILLKOMMEN IN WANDLITZ

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Anzeige MITTEN IN BERLIN In einem Dachgeschoss einer ehemaligen Maschinenfabrik wird der Berlinaufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. ÜBERNACHTUNGSPREISE (p. P) Gruppen ohne Frühstück 17,-€ mit Frühstück 20,-€ Einzelgäste ohne Frühstück 25,-€ mit Frühstück 30,-€ GÄSTE-ETAGE Telefon +49 (0) 30 493 10 70 Fax +49 (0) 30 80 20 25 36 Email info@gaeste-etage.de www.gaeste-etage.de Osloer Straße 12 13359 Berlin

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INHALT 04 EDITORIAL 05 WÄHLEN MIT 16 18 SCHREIB EINE GESCHICHTE Die Chance 06 WILLKOMMEN IN WANDLITZ 08 WELTFRIEDENSGEDENKEN 09 HIER IST ALLES ANDERS 19 JUGEND NEWS TICKER 20-23 BUNT GEMIXT Musikalisches, Lesenswertes, Filmisches, Spielerisches Ein Mühlenbecker in Bangkok 24 WORTGEFECHT Portrait: 3A 10 BUNT STATT BLAU 11 AZUBIFLASH 12 WELTWEIT - KANADA 14 FOTO-LOVE-STORY 16 FILMREPORTAGE: HUT AB! 17 STUNTFRAU MIRIAM HÖLLER 25 IM INTERVIEW Cats on Trees 26 KICKBOXER NICOLAI BLUME 27 MARTAS FITTE LERNSCHULE 28 MAL EHRLICH Dirk Zöllner 29 UNSER MOSAIK-COMIC Schwerelos 30 IMPRESSUM 06-07 Wandlitz 11 Azubiflash 24 Wortgefecht

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EDITORIAL Das junge Magazin aus dem Mühlenbecker Land In eigener Sache „Das Glück liegt so nah.“ Mit dieser Formel präsentiert sich die Gemeinde Mühlenbecker Land seit längerem kurz, knapp und sehr erfolgreich wie auch die Region Oberhavel. Das dieser Ausgabe des „mühlenspiegel“ auch erstmalig die „new-generationX“, unser Jugendmagazin, beilliegt, betrachten wir als einen ausgesprochenen Glücksfall und eine exklusive Gelegenheit, in eigener Sache zu werben. An dieser Stelle schon einmal unseren herzlichen Dank an alle Verantwortlichen im Rathaus, die das möglich gemacht haben, dass wir uns als noch relativ junges „Blattp änzchen“ weiter bekannt machen können. Diese gemeinsame Aktion von „mühlenspiegel“ und der „newgenerationX“ soll mehr als nur eine Postwurfsendung sein. Symbolisch eher ein gemeinsames Zukunftsprojekt ankündigen. Konkret gemeint, ist eine enger werdende Kooperation beider Publikationen in der Zukunft, die beim näheren Betrachten doch Gemeinsamkeiten haben. Ein anspruchsvolles Projekt, das noch vieler Überlegungen bedarf, soll hier auf den Weg gebracht werden und in der Zukunft mehr und mehr Gestalt annehmen. Dazu laden wir euch von Anfang an ein, die ersten Schritte mit uns zu gehen. Als aktive Schreiber, Fotografen, Zeichner oder Seitengestalter seid ihr herzlich willkommen. Ihr verstärkt damit ein Team von bereits arbeitenden Jungreportern, die die „newgenerationX“ zu einem waschechten Jugendmagazin aus dem Mühlenbecker Land machen und ihr so ein regionaltypisches, unverwechselbares Gesicht geben wollen. Junge Leute wie der Mühlenbecker Nadim Baker oder Robert Rienass aus Schildow, die unlängst zu uns gestoßen und mit Elan bei der Sache sind. Beide erzählen in dieser Ausgabe ihre spannenden Geschichten und lassen uns an ihren Begegnungen teilhaben. Sie sind ein ausgesprochener Gewinn für unsere Redaktion, denn hier wachsen talentierte Jungreporter mit dem Gespür von interessanten Schauplätzen unmittelbar vor der Haustür heran, die es sich in jedem Fall lohnen, aufgeschrieben zu werden. Im Sinne unseres kleinen Aufrufes nutzt auch ihr vielleicht die besinnlichen Feiertage, um zu überlegen, ob ihr euch ihnen nicht anschließen wollt. Eine Kontaktaufnahme mit uns dazu ist ganz einfach. Schreibt uns eine e-mail an: redaktion@new-generatonX.de oder besucht uns gleich direkt in unseren Redaktionsräumen im Mühlenbecker Jugendhaus „Allround B16“ in der Bahnhofstrasse. Ralf Kegel, Chefredakteur Wir, das Redaktionsteam der „new-generationX“, wünschen Euch Frohe Weihnachten und ein Gesundes Neues Jahr!

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Bereit mit 16_______05 Wählen mit 16 Eine Begegnung mit Zühlsdorfs jüngsten Wahlhelfern Manuela, Christopher und Domenic, alle drei Zühlsdorfer, gehörten zu den rund 37500 Brandenburger Erstwählern, die am 14. September ihre Stimme abgaben. 260 Kinder und Jugendliche zählt dieser Ortsteil der Gemeinde Mühlenbecker Land zu der auch noch Schildow und Schön ieß gehören. Zühlsdorf hat keine Schule. Zum Lernen fahren die beiden Jungen täglich mit dem Bus nach Mühlenbeck. Manuela nach Oranienburg. Sie will Erzieherin werden.Zühlsdorf hat einen Jugendclub, dem Andreas Lyson als junger Leiter vorsteht. Wer hierher kommt, kennt keine Langeweile. Die jungen Zühlsdorfer schätzen ihr Domizil quasi als ihr zweites zu Hause. Hier ist man unter sich und stets mit Freunden zusammen. Andreas, ist so einer, der immer Ideen hat, die er umsetzt. Der berät, organisiert und mitfeiert. Ansprechpartner für jeden und jedermann . So auch für Manuela, Domenic und Christopher in Sachen ihres Wunsches, Wahlhelfer zu werden. Seine Email hatte das eingefädelt. Ganz im Sinne der drei, die sich schon immer einmal politisch engagieren wollten. Sie haben schließlich mit zum Gelingen dieser Wahl beigetragen und waren darauf vorbereitet. Stimmen kann man sich nicht erkaufen In den Wochen davor. Manuela hat Kandidaten gesehen und sie beobachtet. Ihre Stimme würde der bekommen, der für Veränderungen und natürlich zu seinem Wort steht. Sie kennt Zühlsdorfs Probleme. Den älteren Leuten fehlt ein kleiner Laden hier, dann müssten sie nicht mehr zum Einkaufen nach Basdorf fahren. Ihr ein Radweg nach Wandlitz. Bei ihrem Wunsch nach dem modernen Zühlsdorfer „Tante Emma Laden“, weiß sie auch Andreas hinter sich. Der schwört auf seine hilfsbereiten Jugendlichen, wenn sie nur könnten. Doch zehn Kilometer mit dem Fahrrad will auch er ihnen nicht zumuten. Hier ist die Politik gefordert. Er weiß aber auch, dass sie nicht alle Wünsche auf Anhieb erfüllen kann. Das es positive Beispiele im Ort gibt, sieht er direkt vor seiner Clubtür beim Blick aus dem Fenster. Zelten oder Basketball Wenn Christopher sich auf dem Baskettbalfeld vor dem „Club“ regelmäßig austobt, hat er eigentlich schon fast vergessen, wie es war, als man dort noch sein Zelte aufschlagen konnte. . Camping in Zühlsdorf . Als er von den Plänen hörte, daraus zwei aneinander grenzende Sportfelder zu machen, war er alles andere als begeistert. Wäre es damals nach ihm gegangen, hätte er diesem Projekt höchst wahrscheinlich seine Stimme verweigert . Für Entscheidungen dieser Art und weitreichend andere, könnte es für ihn auch künftig immer einen „Wahl-O-Maat“ geben. Den hat er , wie auch Domenic, vor seiner Stimmabgabe zur Hilfe genommen, um die richtige Wahl zu treffen. Geholfen hat den beiden auch die durchgeführte Testwahl in ihrer Mühlenbecker Schule. Sie lernten die nötigen Begriffe kennen und hielten auch schon einmal einen Stimmzettel in der Hand. In Hinblick auf ihren Einsatz als Wahlhelfer fanden sie diese Wahl auf Probe dann schon irgendwie wichtig und gar nicht über üssig. Immerhin konnten sie so schon einmal vorfühlen, wie es sich anfühlte, einen Stimmzettel in der Hand zu halten. Ralf Kegel Zühlsdorfs jüngste Wahlhelfer- Domenic Crasch(17), Manuela Schulz(16) und Christopher Klar (16) im „Beachclub“, dem Jugendclub ,des Ortes (v.l.n.r.)

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06___Willkommen in Wandlitz Willkommen in Wandlitz Aus Angst um ihr nacktes Leben und aus den Krisengebieten der Welt ge ohen, leben zur Zeit 3330 Asylsuchende in Deutschland. In Brandenburg. Im Landkreis Barnim und dort auch in Wandlitz in einem Übergangswohnheim. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Schicksal mitgebracht. Seit seiner Eröffnung, tut die Gemeinde alles dafür, dass sich die Neuankömmlinge hier wohl und geborgen fühlen. Dazu zählen auch die Begegnungsfeste, wie das am 11. Oktober in der Kulturbühne „Goldener Löwe“ des beschaulichen kleinen Ortes. Es war übrigens schon das Zweite in diesem Jahr und es wird weitere geben. In naher Zukunft. Um mir ein Bild von einem „Miteinander“ zu machen, dass hier in Wandlitz ganz besonders gep egt wird, habe ich diese Einladung dankend angenommen und bin die nächsten Stunden ganz mittendrin. Ich spreche mit jungen und älteren Wandlitzern, Verantwortlichen der Gemeinde. Ehrenamtlich Engagierten, Vertretern des Runden Tisches, die erneut Musik, Gespräche und ein vielfältiges Kulturprogramm für die nächsten Stunden organisiert haben. Liebevoll dekoriert sind die Tische und der Saal ist gut gefüllt. Viele Wandlitzer und Heimbewohner aus der Bernauer Straße sind gekommen, um gemeinsam zu feiern und nicht zuletzt das extra für diesen Zweck angerichtete Büfett zu genießen, dessen guter Ruf sich schon vorher im Ort verbreitet hatte. Dafür zeichnen Jana, Sakkara und Mohammed aus dem Tschad verantwortlich, die zunächst noch etwas schüchtern von Frau Brauer vorgestellt. werden. Der engagierten ehemaligen Deutschlehrerin, die seit längerem für die Sprachkurse im Heim verantwortlich zeichnet und diese Idee des gemeinsamen Kochens mit „ihren Junges“ hatte. Wie ich nde, eine durchaus originelle Form über den Unterricht hinaus, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich noch besser kennenzulernen. Anerkennende Worte gab es schließlich auch von denen, die es sich haben gut schmecken lassen. Wandlitzer Gymnasiasten führten Interviews Interviews mit Beni und Jerry Theresa, Verena, Anne und Lernart, alle Schüler des Wandlitzer Gymnasiums, haben ganz eigene Kontakte zu den Wandlitzer Flüchtlingen aufgebaut, indem sie sie einfach besucht haben. Während sie noch versuchen, ihre diversen selbstgebackenen Kuchen gegen eine kleine Spende an den Mann oder die Frau zu bringen, erzählen sie mir davon und verweisen mich auf das Foyer und ihre dort ausgestellte Projektarbeit. Es sind vor allem ihre Interviews mit Beni und Jerry aus Kamerun, die mich beeindrucken und nachdenklich stimmen. Als Mitglieder der „AG-Willkommen“ des Gymnasiums Wandlitz haben sie bei ihren Gesprächen mit den Beiden mehr über ihre Lebensbedienungen in ihren Heimatländern und ihre durchaus beschwerliche Reise hierher nach Deutschland erfahren und alles aufgeschrieben. Über das, was ihnen Beni über Deutschland und die Gefühle seiner Aufnahme in Wandlitz gesagt hat, haben sie immer mal wieder nachgedacht und eine seiner Aussagen hat sich dabei bei ihnen besonders eingeprägt. Es ist dieses: „... normal leben können und auch so akzeptiert werden“ Für sie und uns alle eine der Selbstverständlichkeiten im alltäglichen Leben in unserem Land. Für ihn eine total neue Erfahrung, verbunden mit einem großen Glücksgefühl. Theresa und die anderen sind neugierig geworden. Sie wollen künftig noch mehr über die Flüchtlinge in ihrer unmittelbaren Umgebung erfahren und tragen sich daher mit dem Gedanken, als Nächstes, einige Biogra en von ihnen zu Papier zu bringen. Ich empfehle die des 17-jährigen Abdirahman aus Somalia, der auf abenteuerliche Weise über Italien nach Deutschland gekommen ist und nun bereits seit anderthalb Jahren hier in der Nähe von Wandlitz lebt. Ihn konnte ich am Rande der Veranstaltung zu seinen persönlichen Plänen und seiner Zukunft befragen. Brahmanisch möchte, wie seine Freundin auch, einmal Ingenieur werden und hofft dahingehend bald auf eine entsprechende Ausbildung. Deutsch spricht er schon ganz gut und äußert sich lobend über Wandlitz und das er sich hier gut aufgehoben und stets willkommen fühlt. Text: Ralf Kegel Ein Kulturprogramm umrahmte das Begegnungsfest Plakate wiesen den Weg zur Kulturbühne „Goldener Löwe“ Abdirahman aus Somalia kam zur Veranstaltung

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Willkommen in Wandlitz______07 von Maja Neumann So anders und doch gleich geflüchtet, geflohen Von Bereich zu Bereich Fremde sie bedrohen Die Autorin schreibt für die Schülerzeitung „News-Eule“ des Wandlitzer Gymnasiums Ihre Hoffnung ruht jetzt in anderer Länder Flucht Entkräftet, gehetzt Am Rande nach Sehnsucht Endlich in Ruhe gelassen Freiheit für jedes Gebiet Schulbeginn, Arbeit fassen und Deutschland neues Leben sieht. Flüchtlinge Wandlitzer im Gespräch mit Heimbewohnern „Als Gemeinde sind wir weiter gefordert“ In Wandlitz, dem erholsamen Ort am Rande von Berlin, gibt es seit 2012 ein „Übergangsheim für Asylbewerber“. Für die zunehmend aus den Kriegsgebieten in Deutschland Zuflucht Suchenden ist es ein Ort der Geborgenheit. Erste Schritte in ein neues Leben zu gehen, ist für die Angekommenden nicht leicht. Sie bedürfen der Unterstützung, die von vielen ehrenamtlichen Helfern, aber nicht zuletzt regelmäßig aus dem Rathaus kommt. Darüber sprachen wir mit der Bürgermeisterin von Wandlitz Frau Dr. Radant. Wandlitz geht inzwischen auch ganz neue Wege des Miteinanders zu denen Sie uns was im Einzelnen sagen können? Wie viele Flüchtlinge leben zurzeit in Wandlitz und wo sind sie untergebracht? Zurzeit sind 83 ausländische Bewohner in unserem Übergangswohnheim für Asylbewerber in der Bernauer Chaussee untergebracht. Damit ist allerdings für dieses Gebäude, den Internatsbereich eines ehemaligen Oberstufenzentrums, die Aufnahmekapazität erreicht. Mehr geht nicht. Mir war es immer wichtig, die Asylbewerber schnell mit ihrer künftigen Arbeitswelt vertraut zu machen. Dazu nach Wegen und Partnern in ihrer Wohnnähe zu suchen. So arbeiten seit nunmehr zwei Monaten sieben unserer Heimbewohner als Praktikanten im „Bauhof“ unseres Ortes. In einer Arbeits-Maßnahme, die für sie gerade noch einmal verlängert wurde. Damit haben wir in Wandlitz durchaus nachahmenswerte Maßstäbe gesetzt. Bisher kenne ich keine ähnlichen Beispiele. Woher kommen sie? Aus Syrien, Kamerun, Eritrea, Somalia, Kenia, dem Tschad, Afghanistan, Pakistan, Iran und Kongo. Überwiegend sind es junge Männer, aber auch einige Familien. Was unternimmt die Gemeinde und ihre Verwaltung, um ihre neuen Bewohner nicht einfach nur willkommen zu heißen? Ein gemeinsames und akzeptiertes Zusammenleben aller Seiten bestimmt nach anfänglicher Skepsis und Widerständen inzwischen das gegenwärtige Klima im Ort. Worauf lässt sich diese Entwicklung ihrer Meinung nach zurückführen? Unser „Runder Tisch Willkommen“ organisiert von Beginn an die ehrenamtliche Unterstützung für das Übergangswohnheim. So werden beispielsweise ehrenamtliche Deutschkurse angeboten und Flüchtlinge werden bei Bedarf bei Behörden- und Arztbesuchen unterstützt. In einer Fahrradwerkstatt werden gemeinsam gespendete Fahrräder repariert, so dass möglichst jeder Flüchtling ein eigenes Fahrrad zur Verfügung hat. In einer Spendenhalle, direkt beim Übergangswohnheim, gibt es ein großes Lager mit Kleidung, aber auch vielen Haushaltswaren, Möbeln, Spielsachen etc. Dank uns als Gemeindeverwaltung und der sich gut entwickelten Zusammenarbeit mit den Vertretern des Runden Tisch „Willkommen“, mit denen wir alle Probleme besprechen und auch die Bewohner mit einbeziehen, läuft es zurzeit ganz gut. Man kann sagen, dass das Heim in der Öffentlichkeit angekommen ist und nicht als störend empfunden wird. Obwohl man sich respektiert, weiß man immer noch zu wenig um die Probleme der Flüchtlinge. Hier sind wir als Gemeinde weiterhin gefordert und dürfen nicht aufhören aufzuklären und einzugreifen. Frau Dr. Radant wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch. Interview: Ralf Kegel

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08__Weltfriedensgedenken An einem Ort des Gedenkens Nur 500 Meter Luftlinie vom Hohenschönhausener „Manfred-von-Ardenne-Gymnasium“ liegt der Friedhof der katholischen Kirchgemeinde „St.Hedwig“ in der KonradWolf-Straße. Schüler der jeweils zehnten Klassen betreuen dort seit sieben Jahren die Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und p egen regelmäßig ihre Gräber. Seitdem haben sie zu diesem Ort eine ganz persönliche Beziehung entwickelt. So versammelten sie sich auch am 1. September, dem Weltfriedenstag, gemeinsam mit Vertretern der Botschaften von Polen, Belorussland, der Russischen Föderation und Frankreich sowie zahlreichen weiteren Ehrengästen auf dem schlicht angelegten Areal, um dort der 3000 Opfer zu gedenken. Darunter der von 100 Kindern, die das erste Lebensjahr nicht überlebten. An diesem Tag, an dem sich gleichzeitig auch zum 75. Mal der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges jährte, wollte sie ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen. Laut verlasen sie die Namen der hier bestatteten jungen Opfern und gaben ihnen so eine Stimme und ein Gesicht. Neben ihrem Vortragen des von einer ehemaligen russischen Zwangsarbeiterin verfassten Lagerliedes in mehreren Sprachen war das wohl der ergreifendste Moment für alle, die sich hier zum stillen Gedenken eingefunden hatte sowie dem Niederlegen von 100 roten Rosen durch die Schüler an den dafür bestimmten Grabstätten. In eindrucksvollen Worten beschrieben die einzelnen Redner, das Veranstaltungen, wie diese, die richtigen Wege seien, um inne zu halten und sich der Millionen Toten und ihrer ergreifenden Schicksale in dieser dunklen Zeit zu erinnern. Im Anschluss an die Gedenkfeier wurde in der Aula des Gymnasiums eine Ausstellung über das Schicksal der ehemaligen polnischen Zwangsarbeiterin Bronislawa Czubakowska feierlich eröffnet. Sie wurde auf Initiative von Klaus Leutner entwickelt, der für sein langjähriges Engagement auch gleichzeitig zum Ehrenpaten des „Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums“, einer der zahlreichen Schulen ohne Rassismus, ernannt wurde. Seitdem sich Ardenne-Schüler auf die Spuren des ehemaligen polnischen Zwangsarbeiters Tadeusz Woiczak begaben und sein Schicksal dokumentierten, gibt es eine enge Patenschaft mit der„Zespól Szkól Licealno-Gimmnazjalnych“Schule in Glowno und Lehrer von ihm weilten auch diesmal unter den Ehrengästen. Text: Markus Helmuth

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via Bangkok______09 Hier ist alles anders Der 21-jährige Nadim Baker ist vor fünf Monaten aus dem Mühlenbecker Land ausgezogen, um Thailand kennenzulernen und an Bangkoks berühmtester Universität zu studieren. Als angehenden Journalisten baten wir ihn, seine nachhaltigsten Eindrücke in einem kurzen Bericht für uns zusammenzufassen. Lest im Nachfolgenden, was Nadim über herzliche Thailänder mit ihrem unvergleichlichen Lächeln, Geschmacksexplosionen und Gerüche schließlich über den „Skytrain“ geschrieben hat. Nicht im Entferntesten vergleichbar mit der heimatlichen Heidekrautbahn. Wenn ich jemandem erklären muss, wie sich mein Leben seit dem 5. August 2014 verändert hat, bekomme ich immer dieses Gefühl, als läge eine unlösbare Aufgabe vor mir, so wie ein riesiger Felsen, den ich nicht vom Fleck bewegen kann. Deswegen werde ich mit einfachen Fakten beginnen: Mein Name ist Nadim Baker, ich bin 21 Jahre alt, Student und komme aus dem Mühlenbecker Land. Seit 5 Monaten bin ich in Bangkok und studiere an einer der renommiertesten Universitäten Thailands. „Bangkok“ ist eigentlich nur eine Abkürzung für den ursprünglichen Namen der Stadt. Es ist der längste Name, den eine Stadt auf der Erde trägt: „Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit“. Ich habe nie versucht, das wirklich auszusprechen, aber beim Lesen fällt mir auf, wie gut er eigentlich zu diesem Ort passt. Bangkok ist wie ein riesiger Dschungel, durch den man sich schlagen muss. Die Autos und Busse in dieser Stadt bewegen sich langsam und gewichtig wie eine Elefantenherde durch den Staub. Im Verkehr herrscht eine strenge Hierarchie: Der Große hat Vorfahrt. Deswegen wurden die Fußwege um eine Ebene nach oben verlagert, auf sogenannte „Flywalks“, Überführungen für Fußgänger, die die Innenstadt wie ein Spinnennetz überspannen. Und ganz oben im Himmel, über der Elefantenherde und über dem Spinnennetz – dort, wo im echten Dschungel die Baumkronen der höchsten Bäume wären, dort fährt der Skytrain: Die thailändische Lösung für Bangkoks Verkehrsproblem, eine Hightech S-Bahn, die unsere Berliner aus dem 20. Jahrhundert an Raf nesse und Stil bei weitem übersteigt. Aber wenn ich morgens zur Uni fahre, bin ich auf der unteren Ebene und fahre mit dem Bus. Wenn ich den Campus betrete, komme ich in eine andere Welt. Dort ist es wie in einer tropischen Oase im Herzen der Stadt, mit schattigen Bäumen und singenden Paradiesvögeln. Ich glaube, dass mehr Leute diese Erfahrung machen sollten. Der Austausch mit fremden Kulturen sollte eine absolute Notwendigkeit in der deutschen Bildung sein. Obwohl wir Deutschen das seltene Privileg haben, im Rahmen unserer Ausbildung fremde Länder zu bereisen und von anderen Kulturen zu lernen, nehmen viel zu wenige junge Menschen diese Möglichkeit wahr. Besonders unter Azubis ist es überhaupt nicht verbreitet, Deutschland zu verlassen. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten! Es gibt Betriebe, die Arbeitserfahrung im Ausland und Austauschprogramme für Fachkräfte anbieten. Dies ist ein Ausruf an alle junge Menschen: Sucht Euch ein Land, das euch interessiert und geht dort hin! Bereist die Welt und seht, was sie zu bieten hat! Es gibt andere Orte, mit anderen Regeln – Orte an denen eben alles anders ist. Der erste Schritt ist nicht schwer – einfach mal Google fragen! Nadim Baker

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10_____Bunt statt Blau „Das Jahr neigt sich dem Ende und in meinem Freundeskreis gibt es nur noch ein Thema: Wie feiern wir ins Jahr 2015? Eins steht für mich fest: Diesmal soll alles anders werden. Letztes Jahr waren wir auf der großen Silvesterparty am Brandenburger Tor. Zwei Kilometer Party mit Hammer Liveacts und Feuerwerk! Ich habe leider nicht viel davon mitbekommen. Um Mitternacht sollen rund 1.000.000 Menschen beim Countdown zum Jahreswechsel mitgemacht haben. Zählen konnte ich zu dem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Stattdessen war ich auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich gehöre zu den etwa 26.000 Jugendlichen, die jährlich in Deutschland mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dabei ng alles so gut an. Nach den ersten Schlücken war ich noch echt gut drauf und fühlte mich locker. Doch ich merkte nicht, dass ich mich mit jedem Schluck mehr von der Party entfernte. Eins steht für dieses Silvester fest: Feiern bis der Arzt kommt?! Nein, danke! Ich will volle Pulle Leben, auch ohne Alkohol!“ (Kim, 16 Jahre) Anneke Lieckfeldt Die Preisverleihung Zu den glaubwürdigsten Botschaftern in Sachen Umgang mit Drogen und Alkohol gehören die Jugendlichen selbst und sie setzten sich kreativ mit dem Thema auseinander. Dank dem Plakatwettbewerb „Bunt statt blau“ der DAKGesundheitskasse, an dem in diesem Jahr in Berlin und den anderen Bundesländern wieder über 500 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben und ihre Sieger kürten. Zu ihnen gehörten auch die vier Sechzehnjährigen Anna und Sophie John, Milena Jentzsch und Nina Ledderboge vom Heinrich-Hertz-Gymnasium der Hauptstadt. Ihr Bildw provozierte, wie die Anderen, regte zum Denken an und vermittelte eine Botschaft, die sie vor den Anwesenden am Tag der Preisverleihung in eindringlichen Worten so formulierten. „Durch die beiden unterschiedlichen Gesichtshälften soll dem Betrachter deutlich werden, wie individuell man seine Zukunft gestalten kann. Wir wollten zeigen, welche Verantwortung wir jetzt schon durch den Umgang mit Die diesjährigen Berliner Landessieger Alkohol für unsere Zukunft haben. Die Totenkopfhälfte stellt dar, wie man in naher Zukunft durch unkontrollierten Alkoholkonsum enden kann. Im Gegensatz dazu verdeutlicht die andere Gesichtshälfte, wie bunt und vielfältig die Zukunft sein kann, wenn wir jetzt auf unseren Umgang mit Alkohol achten..“ Siegerfoto Angesichts von wieder steigenden Zahlen beim Alkoholmissbrauch unter Kinder und Jugendlichen ist dem wohl nichts hinzuzufügen. „Präventionsparcours“ zum Thema Alkohol für Klassen ab Jahrgangsstufe 6 KARUNA pr/events Info: 030 55 15 33 29 www.karuna-prevents.de

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Azubi-Traum_______11 Auf „Azubi ash“ werdet Ihr geholfen Die Vorbereitung auf die künftige Ausbildung und das spätere Berufsleben beginnt bereits in der Schule. Viele sind sich nach wie vor unsicher, wenn es um den richtigen Zeitpunkt der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz geht. Auf die Plätze fertig los! Im vorletzten Schuljahr sollte damit begonnen werden, Ausschau nach möglichen Ausbildungsberufen zu halten und sich dahingehend zu informieren. Berufsberater an Schulen helfen Euch herauszu nden, welche Berufe für Euch in Frage kommen. In dieser Phase der Berufsorientierung erhaltet ihr auch die Möglichkeit, ein oder zwei Praktika zu absolvieren. Für wen bereits feststeht, bei einer großen Bank oder in einem anderen Großbetrieb seine Ausbildung anzutreten, der sollte sich schon jetzt um die Anfertigung seiner Bewerbungsmappe kümmern. Oftmals muss man sich bei Großunternehmen bereits eineinhalb Jahre zuvor um eine Ausbildungsstelle bewerben. Die Devise lautet: Je früher, desto besser! noch nicht geschehen - sich an einer Berufsschule anzumelden. Am „Tag der offenen Tür“ bieten diese Schulen zukünftigen Auszubildenden die Möglichkeit, sich umfassend über die Lehre zu informieren. Ganz wichtig: Jeder sollte immer einen Plan B parat haben, falls es mit der Traumausbildung nicht auf Anhieb klappt. Wer die Bewerbungsfristen verpasst hat oder keinen Ausbildungsplatz ergattern konnte, dem wird auf „Azubi ash“ www.facebook.com/azubi ash geholfen. Die Facebook Seite wird von der Handwerkskammer Cottbus betrieben. Ihr ndet dort jeden Tag freie Lehrstellen in sämtlichen Branchen, bei denen ihr euch bei Interesse bewerben könnt. Sollte es in diesem Jahr aufgrund von nicht eingehaltenen Bewerbungsfristen nicht mehr klappen, so kann man für das nächste Jahr gut vorsorgen. Ganz nach dem Motto: „Neues Jahr-neue Chance.“ Durchstarten mit „Azubiflash“ Zwei Halbjahre bis zum Startschuss Etwa ein Jahr vor dem Schulabschluss beginnt bei vielen größeren Betrieben die große Bewerbungsphase. Auch für schulische Berufsausbildungen können sich Interessierte in einigen Fällen schon anmelden. Für Schüler, die sich noch unsicher bezüglich ihrer zukünftigen Ausbildung sind, bietet es sich an, erneut ein Praktikum zu machen. Seid ihr immer noch auf der Suche nach einer passenden Ausbildung? Schaut doch mal auf „Azubi ash“ vorbei. Die Facebook Seite bereibt und aktualisiert regelmäßig die Handwerkskammer Cottbus. Jeden Tag werden dort freie Lehrstellen für Jugendliche in sämtlichen Ausbildungsbranchen angeboten und beschrieben. Sei es Konditor/-in, Friseur/-in, Tischler/-in, Fotograf/-in oder Automobilkaufmann/-frau - für jeden ist garantiert das Richtige dabei. Auch für Dich! Bewirb dich noch heute um deinem Traumberuf. Bei Fragen steht dir die Handwerkskammer stets mit Rat und Tat zur Seite. Fast am Ziel Spätestens zu Beginn des letzten Schuljahres, beziehungsweise des letzten Halbjahres ,sollte das Thema Bewerbung und Vorstellungsgespräche in Angriff genommen werden. Jetzt ist auch die Zeit gekommen – wenn Kontakt: www.facebook.com/azubi ash

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12_____weltweit IRGENDWO IM NIRGENDWO Julian Meier war mit „Work&Travel“ unterwegs in Kanada Als ich mich Anfang 2012 mit der Frage auseinandersetzte, was ich nach dem Abitur 2013 machen wollte, stand fest, auf keinen Fall gleich studieren, sondern noch einmal so richtig die Freiheit genießen, am besten in Kanada. Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde mit pulsierenden Metropolen, einer atemberaubenden Natur, Bären, Wale, Gebirge, Meer, ja sogar eine kleine Wüste ndet man im Land des Ahorns. Das muss man unbedingt gesehen haben, dachte ich damals und erfuhr von „Work&Travel in einschlägigen Foren, auf Blogs und bei Facebook. Mein Reise eber war geweckt und ich startete im September 2013 zu der heiß herbei ersehnten Reise. Gemeinsam mit Sarah, Patrick, Kevin, drei anderen Reisenden, ging es nach Vacouver. Ein Zehn-Stunden-Flug mit neun Stunden Zeitverschiebung. Meine erste Reise führte mich ins zwölf Stunden entfernte Banff inmitten der Rocky Mountains. Hier wollte ich den Winter über arbeiten, doch daraus wurde nichts. Schließlich landete ich im „Blue River“, einem Dorf irgendwo im Nirgendwo in British Columbia, mit ein paar Wohnhäusern, einem „Tante Emma“-Laden und der Hotelanlage von Mike Wiegele Helicopter-Skiing. Der absolute Wahnsinn. Man steigt in den Helicopter und iegt hoch in die Berge, fährt im unberührtem Tiefschnee bis zu einem festgelegten Punkt, wird vom „Heli“ wieder aufgenommen und das Ganze beginnt von Neuem. Neben meiner Arbeit als Housekeeper versuchte ich, wieder und wieder mit zu iegen. Nach fünf Monaten war ich im Besitz von neun „Heli“-Tagen sowie reichlich Geld für´s Weiterreisen.

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weltweit________13 Roadtrip durch die USA Nun standen Vacouver Island, Hawaii und ein Roadtrip durch die USA auf dem Plan. Im April ging es los. Zunächst nach Ucluelet (Vancouver Island), wo ich direkt am Pazi k einem Kanadier beim Renovieren seiner Villa unter die Arme griff. Er belohnte mich dafür mit kostenlosem Wohnen, Essen und Kanu fahren. Zwei Wochen später war ich bereits mit Emily, Justine und Simon auf Hawai. Gemeinsam erkundeten wir, teils gewollt oder auch ungewollt die Insel mit ihrem durchgehend heißem Klima und das türkisblaue Meer sowie die eine Flugstunde entfernte Insel Maui. Höhepunkt dort war mein Fallschirmsprung über der North Shore Küste Oahu’s. Zurück auf dem Festland brach ich mit meinem Kumpel Elias zu einem sechswöchigen, unbeschreiblichen Roadtrip entlang der Westküste der USA und ihren größten Nationalpark auf. Auch hier hatte ich viele einmalige Begegnungen und Erlebnisse. Unsere Ziele waren unter anderem San Francisco, Yosemite, Las Vegas, der Grand Canyon, das Monument Valley und Yellowstone. Die zehn Monate im Ausland waren für mich nicht nur Spaß und Freiheit, sondern auch eine besondere Form der Selbst ndung. Man erfährt neue Eindrücke, neue Meinungen, lernt Lebenseinstellungen kennen, die so gar nicht mit der eigenen übereinstimmen. „Work & Travel „in Kanada war bis dato die aufregendste Zeit meines Lebens. Ich würde es jederzeit wieder tun. Julian Meier Detaillierte Berichte und Tipps rund um „Work & Travel“ in Kanada ndet ihr auf meiner Seite www.unter-baeren.de

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14__Foto-Love-Story Texte: Birgit Huspek Fotos: Eva Gaigg

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Foto-Love-Story______15 Text: Birgit Huspek Fotos: Eva Gaigg

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